| Die Schweizer Zeitung
Saturday November 25th 2017

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Mediengau

Höchste Höhen, tiefste Tiefen:

In höchste Höhen sollte die Schweiz aufsteigen, ins Weltall. Und es rauschte kräftig im Schweizer Blätterwald und in den Fernsehern der Schweizer TV-Konsumenten.

Als herauskam, daß die vermeintliche Schweizer Astronautin eine 25jährige Lehrerin ist, kam es dann zu tiefsten Tiefen. Medialen Tiefen.

Die Weltwoche berichtet über das peinliche Mediengau-Ereignise (Bildschirmfoto: Artikel zur Sache)

Eine Besonderheit der Schweiz ist die Häufung von solchen medialen Tiefen, die im besten Fall bloß Zeitungsenten und im schlechtesten Fall Mediengau-Ereignisse sind.

Wie kann es immer wieder soweit kommen?

Solche Mediengäue entstehen, wenn nicht recherchiert wird, sondern um der heißen Geschichte willen nur noch einer vom anderen abschreibt und rasch auch von den Leserzahlen der tollen Geschichte profitieren will.

Eine Besonderheit ist allerdings nicht nur die extreme Häufung von Mediengau-Fällen selbst, sondern auch der Umgang damit, wenn sich Ereignisse als Mediegäue entpuppt haben.

Hier waltet auf einmal die Schweizer Diskretion. Manch ein Hochjubler der Geschichte bringt es nicht einmal fertig, sich danach zu der Sache gegenüber seinen Lesern oder Zuschauern (Schweizer Fernsehen) zu äußern.

Peinliches Totschweigen, auffallend „laute Stille“.

Das jüngste Ereignis war nun, daß die Schweiz angeblich mit der 25jährigen Barbara Burtscher im Weltraum vertreten sein sollte.

Eine besonders unrühmliche Rolle spielten Swissinfo und das Schweizer Fernsehen. Und: Das Totschweigen danach macht den Mediengau erst zu etwas, was man durchaus mit dem Wort Medienskandal oder Presseskandal betiteln könnte.

Nachzulesen in der Weltwoche vom 19. August: Zum Artikel