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Monday December 18th 2017

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Krankenkassenprämien steigen 2013 schon wieder an

Die Standardprämien der obligatorischen Krankenpflegeversicherung steigen 2013 um durchschnittlich 1,5 Prozent. Das entspricht monatlich 5 Franken 70 Rappen. Je nach Kanton liegt die Erhöhung der Standardprämie zwischen 0,5 und 4,4 Prozent. Der Anstieg der tatsächlich von den Versicherten bezahlten Prämien beläuft sich auf 1,2 Prozent.

Die durchschnittliche Erhöhung von 1,5 Prozent für das nächste Jahr gilt für die Standardprämie (Erwachsener mit 300 Franken Franchise inkl. Unfalldeckung). Dies ist die zweittiefste Erhöhung der letzten zehn Jahre (Durchschnitt 3,7 Prozent).

Die Krankenkassenprämien steigen erneut (Bild: Schweizer-Franken.ch)

Die Krankenkassenprämien steigen erneut (Bild: Schweizer-Franken.ch)

17 Kantone mit Steigerung zwischen 1 und 2 Prozent
In zwei Kantonen (BE und NE) liegen die durchschnittlichen Anpassungen der Standardprämie unter 1 Prozent. In den meisten Kantonen (AG, BL, BS, FR, GE, GL, GR, LU, OW, SG, SO, SZ, TG, TI, UR, VS und ZG) bewegt sich diese zwischen 1 und 2 Prozent. Die übrigen sieben Kantone (AI, AR, JU, NW, SH, VD und ZH) verzeichnen Steigerungen der Standardprämie von 2,1 bis 4,4 Prozent.

Die Prämien für Kinder sinken im Durchschnitt um 1,4 Prozent. Bei den jungen Erwachsenen zwischen 19 und 25 Jahren steigen sie um 2,9 Prozent. Weil die Versicherer einen hohen Anteil der Prämiengelder der jungen Erwachsenen in den Risikoausgleich zahlen müssen, entsprechen die Kosten der jungen Erwachsenen für den Versicherer denjenigen der Erwachsenen. Verschiedene Versicherer kürzten deshalb die Rabatte für diese Altersgruppe.

Das jetzige Prämiensystem ist ein für die Bürger schwer zu durchschauendes Dickicht. Es gibt über 287‘000 Prämien; darunter solche, in denen niemand versichert ist. Hierzu laufen Arbeiten für Vereinfachungen und mehr Transparenz.

Veränderung der im Mittel bezahlten Prämien
Die Durchschnittswerte der Standardprämie bieten einen Anhaltspunkt für die Prämienentwicklung und zeigen eine Tendenz in der mehrjährigen Entwicklung. Die meisten Versicherten entscheiden sich aber nicht für die Standardprämie, sondern für ein anderes Prämienmodell – bspw. eine höhere Franchise oder ein Hausarzt-Modell. Aus allen tatsächlich zu bezahlenden Prämien folgt ein weiterer Wert: Im nächsten Jahr zahlen die Versicherten im Durchschnitt 1,2 Prozent mehr für ihre Krankenversicherung.

Kostenentwicklung
Die Kosten nehmen im nächsten Jahr mit 2,8 Prozent weniger zu als im Schnitt der letzten zehn Jahre (3,3 Prozent). Im Bereich Spital stationär stiegen die Kosten in den letzten Jahren unterdurchschnittlich – anders als im ambulanten Bereich. Der Bundesrat befürwortet daher eine Zulassungssteuerung von neuen Arztpraxen und empfiehlt eine entsprechende Motion aus dem Nationalrat zur Annahme. Die Arbeiten laufen, Vorschläge liegen bald vor.

Zu einem anderen grossen Kostenblock, den Medikamenten, laufen bereits kostensenkende Massnahmen: Dank einer Anpassung der Überprüfungsmechanismen der Arzneimittelpreise, die Wechselkursschwankungen berücksichtigt, werden jährlich rund 240 Mio. Franken gespart. Mit einem Massnahmenbündel wird der Anteil Generika an den verkauften Medikamenten erhöht.

Reserven
Seit Anfang dieses Jahres gelten für die Krankenversicherer neue Rechnungslegungsstandards. Die neuen Vorschriften verlangen von den Versicherern, nach Marktwerten zu bilanzieren. Die Neubewertung der Bilanzpositionen – insbesondere die Aufwertung der Kapitalanlagen und die Auflösung von stillen Reserven auf den Rückstellungen – führt zu mehr Transparenz. Neu werden damit höhere Reserven ausgewiesen. Es steigen aber auch die Anforderungen an die Reserven. Die Reserven sind nicht mit denjenigen der Vorjahre vergleichbar.

Information der Versicherten
Bis Ende Oktober müssen die Krankenkassen ihre Versicherten individuell über die für nächstes Jahr geltenden Prämien informieren. Die Versicherten können anschliessend bis Ende November ihre Versicherung kündigen oder eine andere Versicherungsform wählen. Es gilt Versicherungspflicht. Damit die Kündigung gültig ist, muss der Nachweis einer anderen Versicherung eingereicht werden.

Informationsangebot für die Versicherten

1.     Priminfo.ch – Krankenversicherungs-Prämienvergleich
Auf www.priminfo.ch steht der breiten Öffentlichkeit ein Prämienrechner mit diversen Funktionen zur Verfügung. Grundlage sind die vom BAG genehmigten Prämien der Grundversicherung aller Krankenversicherer für 2013. Die Versicherten finden auf priminfo.ch alle Versicherungsangebote aller Krankenversicherer. Sie können die jeweiligen Prämien nach ihrer Höhe sortieren und damit ihr Einsparpotential berechnen. Dazu genügt die Angabe von Wohnort, Alter, Versicherungsmodell, Franchise und aktueller Krankenversicherung. Wer ein passendes Angebot gefunden hat, kann bei der Krankenkasse online eine Offerte für die Grundversicherung einholen oder ein entsprechendes Formular ausdrucken und an die Krankenkasse senden. Den Krankenversicherern entstehen dabei keine Vermittlungskosten.

2.     Prämienberatung
Die Dokumentation „Prämienberatung“ liefert zudem Informationen zur Krankenversicherung, Tipps zum Prämiensparen und Musterbriefe. Diese Dokumentation ist ebenfalls auf dem Internet unter www.priminfo.ch zu finden oder in Papierform beim Bundesamt für Gesundheit bestellbar.

3.     Hotline
Das BAG hat eine Hotline eingerichtet, an die sich die Versicherten mit ihren Fragen wenden können. Unter folgenden Telefonnummern erhalten sie Auskunft in drei Landessprachen: Deutsch: 031 / 324 88 01; Französisch: 031 / 324 88 02; Italienisch: 031 / 324 88 03