| Die Schweizer Zeitung
Friday November 24th 2017

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Kaufgeschäfte und Diebstahl

(Schweizerzeit) Gesagtes und Ungesagtes anläßlich eines Staatsbesuchs

Anläßlich des Staatsbesuchs des deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff in der Schweiz wurde beiderseits krampfhaft versucht, die Beziehungen zwischen den Nachbarländern als «völlig normalisiert» darzustellen.

Die Schweiz fühlte sich durchaus zu Recht geehrt, daß Deutschland an der bereits recht alten Tradition festhält, wonach jeder deutsche Staatspräsident seinen ersten offiziellen Auslandsbesuch außerhalb der EU dem Nachbarland Schweiz widmet.

Das hochverschuldete Deutschland wird immer aggressiver: Bankdaten-CD als Hehlerware und Erpressungsmaterial und unverhohlene Drohungen bei einem Staatsbesuch

Käufer und Verkäufer

Erstaunt haben indessen einige versöhnlich gemeinte, aber auch als Drohung aufgefaßte Ausführungen von Bundespräsident Wulff, als dieser – auf den Steuerstreit anspielend – meinte: «Ein CD-Kauf sollte in Zukunft vermeidbar sein».

Die Schweizer Bundespräsidentin, am Rotteppich-Trippeln im Scheinwerferlicht vielleicht etwas stärker interessiert als an der Behauptung schweizerischer Standpunkte, wertete diese präsidiale Äußerung als Zeichen der Normalisierung. Die Öffentlichkeit bemerkte die Doppeldeutigkeit in Wulffs Aussage rascher und erkannte darin auch eine wichtige Frage:

Wo immer ein Kaufgeschäft zustande kommt, bedarf es einer Einigung zwischen Käufer und Verkäufer über Qualität, Menge und Preis der zu handelnden Ware. Bundespräsident Christian Wulff äußerte sich als Vertreter Deutschlands, das gewisse CD-Käufe getätigt hat.

Wenn solcher Einkauf Gegenstand der Botschaft des Bundespräsidenten aus dem Nachbarland an die Schweiz wird, fragt man sich in unserem Land unwillkürlich, ob denn die Schweiz als Verkäuferin dieser «Ware» angesprochen worden sei? Verkauften doch weder die Schweiz noch Schweizer Banken entsprechende CDs an Deutschland.

Ein Hehlergeschäft

Die Verkäufer waren vielmehr Verbrecher, Einbrecher, Diebe. Kriminelle, die sich illegal mittels Raub in den Besitz ihnen nicht gehörender Bankdaten gesetzt hatten, die sie als «Datenklau-Gut» für Millionen dem Meistbietenden weiterverkauften.

Das Deutschland von Bundespräsident Wulff war nicht eigentlicher Käufer, es betätigte sich vielmehr als Hehler, bezahlte Millionen für Diebesgut, um damit eigene Staatsbürger zu piesacken und einzuschüchtern.

Übrigens ist bis heute nicht klar, was den Deutschen mit diesen CDs tatsächlich in die Hände gefallen ist. Sie dienen bisher eher als Erpressungswaffe denn als Ermittlungshilfe.

Ganzer Artikel aus der Schweizerzeit wiedergegeben auf Bankgeheimnis-Schweiz.ch (17.09.2010)