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Friday December 15th 2017

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Investitionen in die Landwirtschaft müssen verantwortungsvoll sein

Investitionen in die Landwirtschaft müssen verantwortungsvoll sein. (Symbolbild)

Investitionen in die Landwirtschaft müssen verantwortungsvoll sein. (Symbolbild)

Wenn im 2050 mehr als 9 Milliarden Menschen ernährt werden sollen, muss die landwirtschaftliche Produktion nachhaltig gesteigert werden. Dafür sind jährlich zusätzliche Investitionen in Milliardenhöhe nötig. Was aber heisst es, wenn diese Investitionen verantwortungsvoll sein sollen, und welchen Nutzen haben freiwillige Richtlinien? Diese Fragen wurden gestern an einer internationalen Tagung in Grangeneuve diskutiert.

Kurzfristige und nicht verantwortungsvolle Investitionen in die Landwirtschaft können die Problematik von Hunger, Armut und Umweltschäden lokal verschärfen. Deshalb dürfen soziale und ökologische Aspekte nicht ausser Acht gelassen werden. Das Committee on World Food Security (CFS), das sich für eine Stärkung der Welternährungssicherheit und eine Verbesserung der Ernährung für alle einsetzt, hat deshalb 2014 die freiwilligen Richtlinien RAI (Principles for Responsible Investment in Agriculture and Food Systems) lanciert. Damit die Richtlinien konkrete Wirkung zeigen, müssen sie jetzt auf nationalem Niveau mit den Beteiligten umgesetzt werden.

Die von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), dem Bundesamt für Landwirtschaft, sowie der Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft des Kantons Freiburg organisierte Tagung in Grangeneuve hatte zum Ziel, adäquate Lösungen zu finden, wie die Richtlinien von den verschiedenen Akteuren der Lebensmittelkette angewendet werden können.

Paul Bulcke, Generaldirektor von Nestlé, eröffnete die Tagung mit einem Referat zur Bedeutung von Investitionen in die Landwirtschaft und darüber, wie ein multinationales Unternehmen die Richtlinien im Interesse einer nachhaltigen Landwirtschaft und der Ernährungssicherheit anwendet. Einflussreiche Vertreter aus der Welt der Finanzen, der Landwirtschaft, von Nichtregierungsorganisationen und internationale Organisationgen nahmen dann an einer Podiumsdiskussion über die Bedeutung der freiwilligen Richtlinien für die Akteure der Lebensmittelkette sowie die Chancen und Hindernisse für die Umsetzung dieser Prinzipien teil.

Die anschliessenden Workshops boten Gelegenheit, die Inputs zu vertiefen. So wurde diskutiert, welche positiven Auswirkungen entlang der Wertschöpfungskette durch verantwortungsvolle Investitionen gefördert werden können. Gefragt wurde auch, welche Rollen den Akteuren und verschiedenen Branchen für eine erfolgreiche Umsetzung der CFS-Prinzipien zu spielen haben. Schliesslich gehe es auch darum, die Richtlinien jetzt innerhalb der verschiedenen Beteiligten besser bekannt zu machen, nur so könnten sie dann auch konkretisiert werden. Die Anwesenden wurden aufgerufen, mit dem guten Beispiel voran zu gehen.

Grangeneuve, das Landwirtschaftliche Institut des Kantons Freiburg, bildet und berät Freiburger Landwirte und Lebensmitteltechnologen. Als Co-Organisator der Tagung hat es sein Engagement für die Landwirtschaft und eine nachhaltige und verantwortungsvolle Ernährung bewiesen. Es hat aufgezeigt, welche Rolle die Institution bei der Förderung von praktischen Lösungen für die Umsetzung von Richtlinien spielt, die auf globaler Ebene von internationalen Organisationen beschlossen werden.