| Die Schweizer Zeitung
Tuesday November 21st 2017

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Hohe Stromversorgungsqualität in der Schweiz

Die Stromversorgung in der Schweiz zeichnet sich im 2011 durch große Zuverlässigkeit aus und entspricht den höchsten europäischen Standards. Der sogenannte SAIDI-Wert, der die durchschnittliche Dauer der Versorgungsunterbrechungen je angeschlossener Endverbraucher angibt und für das dritte Mal von der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (ElCom) ermittelt wurde, ergibt mit 16 Minuten für die ungeplanten Unterbrechungen einen Spitzenwert, der nur geringfügig über demjenigen von 2010 (14 Minuten) liegt.

Die Schweiz hat eine hohe Stromqualität (Bild: Stromio.ch)

Die Schweiz hat eine hohe Stromqualität (Foto Hochspannungsmasten: Stromio.ch)

Die ElCom hat die Aufgabe, die Versorgungssicherheit im Strombereich zu überwachen und insbesondere dafür zu sorgen, daß die Stromnetze sicher, leistungsfähig und effizient betrieben werden. Die Netzbetreiber haben gesetzmäßig der ElCom jährlich die international üblichen Kennzahlen zur Versorgungssicherheit einzureichen.

Die vorliegende Auswertung basiert auf den eingereichten Daten der 84 größten Netzbetreiber. Diese Unternehmen decken rund 85% der insgesamt in der Schweiz von allen Netzbetreibern ausgespeisten Energie ab. Berücksichtigt wurden nur die Unterbrechungen, die länger als drei Minuten gedauert haben.

Der sogenannte SAIDI-Wert (System Average Interruption Duration Index), der die durchschnittliche Dauer der Versorgungsunterbrechungen je angeschlossener Endverbraucher angibt und bereits das dritte mal von der ElCom erhoben wurde, liegt im 2011 mit 16 Minuten für die ungeplanten Unterbrechungen nur leicht höher als derjenige von 2010 (14 Minuten). Insgesamt wurden im Jahr 2011 23‘451 Unterbrechungen gemeldet. Jede Unterbrechung war einer Ursachenkategorie zugeteilt: Naturereignisse: 26.8%; betriebliche Ursachen: 17.1%; Fremdeinwirkungen/Beschädigungen durch Dritte: 5.7%; menschliches Versagen: 0.6%. Der Rest entfällt auf andere Ursachen und geplante Unterbrechungen.

Damit zeichnet sich die Stromversorgung in der Schweiz durch eine hohe Qualität aus und entspricht den höchsten europäischen Standards. Das läßt sich mit einem Vergleich des schweizerischen SAIDI-Wertes für die ungeplanten Unterbrechungen mit demjenigen von anderen europäischen Ländern feststellen, die im „5. CEER Benchmarking Report on the quality of electricity supply 2011″ publiziert sind. Beispielsweise beträgt der SAIDI-Wert der ungeplanten Unterbrechungen für Deutschland 15.3 Minuten.

Über die ElCom

Die Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom) ist die unabhängige staatliche Regulierungsbehörde im Elektrizitätsbereich. Sie überwacht die Einhaltung des Stromversorgungs- und Energiegesetzes, trifft die dazu nötigen Entscheide und erlässt Verfügungen.

Sie überwacht die Strompreise und kann Absenkungen verfügen oder Erhöhungen untersagen. Ferner entscheidet sie als richterliche Behörde bei Differenzen betreffend den Netzzugang oder die Auszahlung der kostendeckenden Einspeisevergütung für erneuerbare Energien. Sie überwacht zudem die Versorgungssicherheit im Strombereich und regelt Fragen betreffend den internationalen Stromtransport und -handel.

Die sieben Kommissionsmitglieder werden vom Bundesrat gewählt. Sie sind von der Elektrizitätswirtschaft unabhängig. Die ElCom wird von alt Ständerat Carlo-Schmid-Sutter präsidiert. Sie wird unterstützt von einem 35-köpfigen Fachsekretariat in Bern unter der Leitung von Rechtsanwalt Renato Tami.