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Monday November 20th 2017

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Häusliche Gewalt im Kindes- und Erwachsenenschutz

Häusliche Gewalt im Kindes- und Erwachsenenschutz. (Symbolbild)

Häusliche Gewalt im Kindes- und Erwachsenenschutz. (Symbolbild)

Der Kindes- und Erwachsenenschutz ist täglich mit den Folgen häuslicher Ge-walt konfrontiert. Heute haben sich gut 340 Fachpersonen aus über 200 Institu-tionen an einer nationalen Konferenz in Bern zu einem Austausch getroffen.

Jährlich sind in der Schweiz rund 27‘000 Kinder und Jugendliche bei Gewalt in Paarbeziehungen mitbetroffen. Bei mehr als jeder zweiten
Polizeiintervention wegen häuslicher Gewalt sind Kinder anwesend, davon überproportional viele im Alter von 0-6 Jahren.

„Den Folgen von Gewalt in Paarbeziehungen auf mitbetroffene Kinder wird noch immer zu wenig Beachtung geschenkt. Kinder sind somit oft die vergessenen Opfer“, sagte Sylvie Durrer, Direktorin des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann an der Eröffnung der Konferenz zum Thema Häusliche Gewalt im Kindes und Erwachsenenschutz. „Muss ein Kind Paargewalt miterleben, steigt das Risiko, dass es als erwachsene Person selbst zum Opfer oder Täter wird“, sagte Guido Marbet, Präsident der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz KOKES.

In Referaten und Workshops wurde anhand von Fallbeispielen und Best Practice Beispielen erläutert, wie die Kindes- und Erwachsenenschutzinstitutionen konkret dafür sorgen können, dass Opfer, Tatpersonen und mitbetroffene Kinder fachgerechte Hilfe erhalten. Expertinnen und Experten aus Politik und Praxis diskutierten schliesslich, wo sich konkreter Handlungsbedarf zeigt. Sie betonten insbesondere die Wichtigkeit der guten Kooperation zwischen den verschiedenen involvierten Stellen.

Neben anderen Akteuren kommt den Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden KESB sowie den Berufsbeiständen und Berufsbeiständinnen eine wichtige Rolle zu: Sie haben den Auftrag, Gefährdungen von Kindern und Erwachsenen abzuklären und die Möglichkeit, spezifische Schutz-
oder Unterstützungsmassnahmen für Betroffene anzuordnen oder diese zu begleiten.

Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann führt die Konferenz zusammen mit der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz KOKES durch.