| Die Schweizer Zeitung
Monday November 20th 2017

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Gedenkfeier an den Luzisteig-Waldbrand von 1985

Bundesrat Ueli Maurer bei seiner Eröffungsrede.

Bundesrat Ueli Maurer bei seiner Eröffungsrede.

MAIENFELD/BALZERS Am Freitag wurde ein Meilenstein der langjährigen Partnerschaft Liechtenstein-Schweiz gefeiert: Zum 30. Jahrestag des Waldbrands fand auf dem Waffenplatz St. Luzisteig ein Gedenkanlass statt. Unter anderem blickten Bundesrat Ueli Maurer sowie der stv. Regierungschef Thomas Zwiefelhofer auf das Erreichte zurück.

Eine Schiessübung auf dem Waffenplatz St. Luzisteig löste im Dezember 1985, geschürt durch sehr starken Föhn und begünstigt durch etliche unglückliche Umstände, einen katastrophalen Waldbrand aus. Die Bevölkerung von Balzers wurde durch den lichterloh brennenden Wald in Angst und Schrecken versetzt. Erst das Versprechen des damaligen Bundesrats J.P. Delamuraz, dass sämtliche notwendigen Vorkehrungen getroffen würden, damit sich eine solche Katastrophe nicht wiederholen könne und dass alles unternommen werde, den Schutzwald möglichst schnell wieder in den alten Zustand zu versetzen, konnte die erhitzten Gemüter etwas beruhigen. Vorkehrungen die getroffen wurden sind, Pläne für die Schiessübungen die vorgeschrieben wurden, wo sich die Militärkompanien anmelden müssen und je nach Wetter und Waldzustand nicht alle Munitionen nicht rausgegeben werden. Aber auch die Löschtrupps haben vorgesorgt mit Feuerwehrwagen und Lager, welche auch immer wieder Übungen durchführen damit sie perfekt vorbereitet sind.

Das Millionen Projekt.

Das Millionen Projekt.

Millionenprojekt: Wald hat sich erholt
Es sind jetzt 30 Jahre vergangen seit dieser unvergesslichen Brandkatastrophe. Wer heute in diesem Wald Ruhe und Erholung sucht, spürt kaum mehr etwas von diesem Unglück. Die Wunden in der Natur sind vollständig verheilt. Auch in den Herzen der betroffenen Bevölkerung konnte diese Katastrophe grösstenteils verarbeitet werden. Selbstverständlich mussten dafür erhebliche finanzielle Mittel aufgewendet werden. Wir dürfen heute mit grosser Genugtuung feststellen, dass sich der Jungwald in einem prächtigen Zustand präsentiert und dass sich der getätigte Aufwand in jeder Beziehung gelohnt hat. Davon konnten sich die geladenen Gäste am Freitag selbst vor Ort während einer Führung überzeugen.

Gute Zusammenarbeit bestätigt
Zuvor betonten Thomas Zwiefelhofer und Ueli Maurer in ihren Ansprachen die gute Zusammenarbeit beider Länder. Die Beziehungen zum „liebsten Nachbarn der Schweiz“ seien durch den Waldbrand – trotz anfänglicher Missstimmung – noch stärker geworden, so Maurer. Der Bundesrat war sich auch nicht zu schade, auch noch nach 30 Jahren eine Entschuldigung für den Vorfall auszusprechen. Thomas Zwiefelhofer erklärte daraufhin, dass die Wunden mittlerweise verheilt sind und lobte ebenso die „feuererprobte Partnerschaft“. Der Innenminister würdigte zudem den Einsatz der Feuerwehren und besonders diejenige von Helikopterpilot David Vogt, der einen heldenhaften Löscheinsatz – dem Föhnsturm zum Trotz – leistete, als alle anderen Hubschrauber wegen Flugverbots am Boden festsassen.