| Die Schweizer Zeitung
Tuesday November 21st 2017

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Erosion bei der CDU: Auch Urgestein Reinhardt Thomas verläßt die Partei

Man kann nur mutmaßen, wieviele Parteibücher an der CDU-Basis abgegeben wurden.

Öffentlich werden nur die prominenten Fälle von angesehenen und bekannten Politikern.

Die letzten Konservativen gehen:

Betretenes Schweigen bei der CDU Mecklenburg-Vorpommern: Bis heute ist zu dem prominenten Rücktritt keine Medienmitteilung verfügbar (Bildschirmfoto: CDU MV)

Vor Erika Steinbach und vielen anderen verließ auch das norddeutsche CDU-Urgestein Reinhardt Thomas die Partei. Der Grund ist derselbe.

Thomas verläßt die CDU infolge der unsäglichen Tiraden von CDU-Kanzlerin Angela Merkel gegen Gesellschaftskritiker Thilo Sarrazin (SPD).

Der ehemalige Rostocker CDU-Landtagsabgeordnete und Sicherheitspolitische Sprecher seiner Fraktion im Schweriner Landtag ist am Montag (06.09) offiziell aus der CDU Mecklenburg-Vorpommern ausgetreten.

Reinhardt Thomas aus dem ehemaligen DDR-Bundesland Mecklenburg-Vorpommern (Norddeutschland) trat in die CDU bereits 1993 ein, nachdem er die SPD wegen ihrer SED-Nähe verließ.

Thomas war seit der Gründungsstunde des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern Mandatsträger und schied erst 2006 aus. Bis heute genießt er landesweit – auch über die CDU hinaus – hohes Ansehen.

Mit dem Gedanken hätte er sich schon länger getragen, doch erst der Umgang seiner Partei mit dem beurlaubten Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin sei nun der letzte Tropfen, der das Faß zum Überlaufen gebracht hätte.

Gegenüber MVRegio äußert er sich konkret:

Der Fall Sarrazin und die Art und Weise, wie von Seiten der CDU-Führung unter der Bundesvorsitzende Frau Angela Merkel damit umgegangen wird, sei für ihn Grund genug nun aus der CDU auszutreten:

„Thilo Sarrazin ist ein mutiger Mann, der als SPD-Mann der CDU ins Gewissen redet. Ein Großteil seiner Thesen war in der CDU, bevor Frau Merkel Bundesvorsitzenden wurde, fester Bestandteil der Partei.

Wenn man in diesem Land nicht mehr offen über das Versagen der Ausländerpolitik reden darf, ohne dafür mit einem quasi Berufsverbot belegt zu werden, muß man sich die Frage stellen, ob die freiheitlich-demokratische Grundordnung noch gilt“.