| Die Schweizer Zeitung
Monday November 20th 2017

Archives

Erhebung 2012 über die Einkommen und die Lebensbedingungen (SILC)

Bauboom Schweiz hält an (Bild: PrivaterImmobilienverkauf.ch)

Eigentümer zufriedener als Mieter (Bild: PrivaterImmobilienverkauf.ch)

Eigentümer zufriedener mit ihrer Wohnung als Mieter

Neuchâtel, 09.12.2013 (BFS) – Im Jahr 2012 gaben knapp 20 Prozent der Bevölkerung an, Lärm von Nachbarn oder von der Straße ausgesetzt zu sein. Dies geht aus der Erhebung über die Einkommen und die Lebensbedingungen (SILC) des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor. 13 Prozent gaben an, von Feuchtigkeitsproblemen in der Wohnung betroffen zu sein. Mieterinnen und Mieter waren häufiger mit Lärmbelästigungen oder Feuchtigkeit in der Wohnung konfrontiert als Eigentümerinnen und Eigentümer. Letztere waren öfter zufrieden mit ihrer Wohnung als Mieterinnen und Mieter.

Jede fünfte Person ist von Lärmbelästigung durch Nachbarn oder von der Straße betroffen

Die subjektive Einschätzung der Wohnung und des Wohnumfelds bezüglich Lärm, Kriminalität und Umweltbelastungen ist ein bedeutendes Mass für die Lebensqualität. Im Jahr 2012 gaben 18,7 Prozent der Bevölkerung an, mit Lärmbelästigungen durch Nachbarn oder von der Straße konfrontiert zu sein, 16,3 Prozent waren Gewalt oder Vandalismus im Wohnumfeld ausgesetzt und 9,8 Prozent waren von Verschmutzung und Abfällen betroffen. Insgesamt 33,1 Prozent der Bevölkerung waren 2012 mit mindestens einer dieser drei Beeinträchtigungen konfrontiert. Mieterinnen und Mieter sowie in städtischen Gebieten lebende Personen waren häufiger davon betroffen. In Bezug auf die Lärmbelästigung durch Nachbarn oder von der Straße wies die Schweiz einen ähnlichen Wert auf wie Frankreich (17,0%) und Italien (17,7%), jedoch einen tieferen als Deutschland (26,1%).

13 Prozent der Bevölkerung haben Probleme mit Feuchtigkeit in der Wohnung

Im Jahr 2012 trat bei 18,6 Prozent der Bevölkerung mindestens ein wichtiges wohnungsbezogenes Problem auf. Von den vier Problemen, die europaweit berücksichtigt werden (Feuchtigkeit, zu dunkel, keine Dusche oder Badewanne, kein WC in der Wohnung für den eigenen Gebrauch), wurde jenes der Feuchtigkeit in der Wohnung am häufigsten erwähnt (durchlaufendes Dach; Feuchtigkeit in den Wänden, in den Böden oder im Fundament; Fäulnis in den Fensterrahmen oder im Boden). Insgesamt 12,8 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz waren von Letzterem betroffen. Dieser Wert fiel ähnlich hoch aus wie in den Nachbarländern Frankreich (12,8%) und Deutschland (13,5%), aber tiefer als in Italien (21,4%). In der Schweiz sind Mieterinnen und Mieter häufiger mit Feuchtigkeitsproblemen in der Wohnung konfrontiert (17,7%) als Eigentümerinnen und Eigentümer (6,9%). Des Weiteren gaben 7,7 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz an, ihre Wohnung sei zu dunkel.

Eigentümer/innen zufriedener mit ihrer Wohnung als Mieter/innen

Insgesamt 80 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren waren sehr zufrieden mit ihrer Wohnung. Eigentümerinnen und Eigentümer gaben dabei häufiger an, sehr zufrieden zu sein (9 von 10), als Mieterinnen und Mieter (7 von 10).

Mieter/innen leben öfter in einer als überbelegt geltenden Wohnung

In der Schweiz leben 5,9 Prozent der Bevölkerung in einer Wohnung, die gemäß der europäischen Definition als überbelegt gilt. Eine Person wird dann als in einer überbelegten Wohnung lebend erfaßt, wenn die Wohnung – unter Berücksichtigung der Haushaltsgrösse sowie des Alters und der familiären Situation der Bewohnerinnen und Bewohner – nicht über eine entsprechende Mindestzahl von Räumen verfügt (z.B. weniger als zwei Räume für Einzelpersonen und Paare ohne Kinder, weniger als drei Räume für Paare mit zwei Kindern unter 12 Jahren).
Zum Vergleich: Der Anteil der Personen, die in einer als überbelegt geltenden Wohnung leben, lag in Deutschland bei 6,6 Prozent, in Frankreich bei 8,1 Prozent und in Italien bei 26,2 Prozent. In der Schweiz waren Mieterinnen und Mieter (9,2%), Paare mit drei oder mehr Kindern (9,7%), Einelternfamilien (9,0%) und Einzelpersonen unter 65 Jahren (9,6%) häufiger davon betroffen. Eigentümerinnen und Eigentümer (1,9%), Paare ohne Kinder (1,3%) oder mit zwei Kindern (1,6%) und Einzelpersonen ab 65 Jahren (2,2%) waren seltener betroffen.

20 Prozent der Mieter/innen sind armutsgefährdet im Vergleich zu 10 Prozent der Eigentümer/innen

Eigentümerinnen und Eigentümer unterschieden sich von Mieterinnen und Mietern bezüglich ihres Einkommens. Der Median des jährlich verfügbaren Äquivalenzeinkommens der Eigentümerinnen und Eigentümer (56\’600 Äquivalenzfranken) lag höher als jener der Mieterinnen und Mieter (45\’200 Äquivalenzfranken). Über die gesamte Bevölkerung betrachtet, betrug der Median 50\’100 Äquivalenzfranken.

Mieterinnen und Mieter waren stärker armutsgefährdet als Eigentümerinnen und Eigentümer: Bei Ersteren waren 20,5 Prozent betroffen, bei Letzteren 9,5 Prozent (Gesamtbevölkerung: 15,5%). Ausserdem waren die durchschnittlichen Totalwohnkosten bei Mieterinnen und Mietern höher als bei Eigentümerinnen und Eigentümern.