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Saturday November 25th 2017

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Erbebenübeung Seismo 12

Unter der Leitung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz BABS hat vom 8. bis 10. Mai 2012 die internationale Erdbebenübung SEISMO 12 stattgefunden. Dabei sind die Führungsorgane im Bevölkerungsschutz einer harten Belastungsprobe unterzogen worden.

Die beübten Organisationen haben die Übung erfolgreich bestanden. Eine detaillierte Auswertung wird zeigen, welche Verbesserungen insbesondere im Bereich der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Stäben erforderlich sind.

Erdbebenübung Seismo 12

Erdbebenübung Seismo 12 durchgeführt (Archivfoto)

Im Rahmen der großangelegten, mehrtägigen Stabsrahmenübung SEISMO 12 wurden die Führungs- und Krisenorganisationen von zahlreichen Partnern im Bevölkerungsschutz beübt.

Beteiligt waren insbesondere der neue Bundesstab ABCN, mehrere Stäbe der Schweizer Armee, die Führungsstäbe der Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn sowie Stäbe der benachbarten deutschen Verwaltungseinheiten.

Das Szenario basierte auf dem historischen Erdbeben von Basel von 1356. Ein derartiges Erdbeben in der Stärke von 6,5 bis 7 auf der Richterskala würde heute in einem grösseren Gebiet zu schweren Schäden führen. So wäre mit mehreren Tausend Todesopfern, mit Zehntausenden von Verletzten und mit weit mehr als 1 Mio. kurzfristig Obdachlosen zu rechnen.

Noch am Donnerstagabend tauschten Vertreter der beteiligten Organisationen und der Übungsleitung in einer zentralen Schlußbesprechung in Liestal (BL) erste Erfahrungen und Eindrücke aus und zogen eine vorläufige Bilanz der Übung. Der Übungsleiter Hans Guggisberg zeigte sich beeindruckt vom großem Einsatz bei allen übenden Stäben. Er betonte den großen Umfang der geleisteten Arbeit und die Tiefe, mit der die gestellten Probleme bearbeitet worden sind.

Er konnte denn auch feststellen, daß die gesteckten Ziele aus Sicht der Übungsleitung erreicht werden konnten. Er verwies aber auch auf die nun folgende Phase der Auswertung, in der die vertieften Erkenntnisse aus der Übung auf allen Stufen genutzt werden müssen, um weitere Verbesserungen im Bevölkerungsschutz zu realisieren.

Die Übungsteilnehmer hielten fest, daß SEISMO 12 an alle beteiligten Organisationen sehr große Anforderungen gestellt hat. Dabei konnten sie feststellen, daß die Führungsorgane grundsätzlich über die erforderlichen Kompetenzen und Strukturen verfügen, um auch ein derart schweres Katastrophenereignis zu bewältigen. Da die Übung über mehrere Tage rund um die Uhr lief, mußten die übenden Organisationen ihre Durchhaltefähigkeit unter Beweis stellen; diese Herausforderung wurde insgesamt sehr gut bewältigt.

Ein zentrales Ziel der Übung war die Überprüfung und Förderung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Führungsstäben von Bund und Kantonen sowie im internationalen Umfeld. Die detaillierte Auswertung wird zeigen, inwiefern in diesem Bereich Verbesserungen möglich sind und umgesetzt werden können.

Der Sicherheitsdirektor des Kantons Basel-Landschaft, Regierungsrat Isaac Reber, hielt in seinem Schlußwort dazu fest: „Katastrophen und Notlagen machen bekanntlich nicht Halt vor politischen Grenzen, daher ist die Zusammenarbeit aller Beteiligten sehr wichtig. Genau das wurde mit SEISMO 12 intensiv geübt. Ich bin deshalb überzeugt, dass wir aus dieser Übung viele wertvolle Erkenntnisse mitnehmen können.“

Quelle / Französische und Italienische Version: Polizeimeldungen.ch