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Monday November 20th 2017

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Ehem. Landessender Beromünster wird zum Ort für Überwachung der Luftqualität

In Beromünster (LU) ist heute eine neue lufthygienische Meßstation des Bundes eingeweiht worden, die erste seit 1990.

Die Station Beromünster am Standort des ehemaligen Landessenders erfasst die Luftbelastung im ländlichen Mittelland. Sie vervollständigt das nationale Meßnetz NABEL (Nationales Beobachtungsnetz für Luftfremdstoffe) und trägt zur Kontrolle der Luftreinhaltemaßnahmen bei.

Der ehemalige Sendeturm in Beromünster wird zu einer professionellen Wettermeßstation (Symbolbild: Umweltmeßtechnik.ch)

Der ehemalige Sendeturm in Beromünster wird zu einer professionellen Wettermeßstation (Symbolbild: Umweltmeßtechnik.ch)

Die neue NABEL-Station beim ehemaligen Landessender Beromünster liegt auf einer Höhe von 800 m ü.M. und hat rundherum freie Sicht. Was früher günstig war für die Verbreitung von Radiosendungen über Mittelwelle bis ins Ausland erweist sich heute als Vorteil für die Luftmessung:

Dank ihrer Lage auf einer nicht bewaldeten Kuppe und weit weg von Schadstoffquellen kann die Meßstation alle möglichen Quellen im Mittelland aus allen Richtungen messen.

Die neue NABEL-Station Beromünster ersetzt den bisherigen Standort Lägeren (AG), wo die NABEL-Messungen beendet werden. Im Gegensatz zum Waldstandort Lägeren sind in Beromünster Feinstaubmessungen und Messungen verschiedener Stickstoffverbindungen, wie z.B. Ammoniak oder Nitrat, möglich.

Der 217 Meter hohe, denkmalgeschützte Turm ermöglicht zudem Luftproben auf  verschiedenen Höhen. So sind zusätzliche Untersuchungen zur Luftqualität und dem Transport von Schadstoffen möglich.

Als neue Luftmeßstation im Nationalen Beobachtungsnetz für Luftfremdstoffe  (NABEL) hat der Turm des ehemaligen Mittelwellensenders Beromünster nach der Betriebseinstellung 2008 jetzt eine neue Funktion: die Überwachung der Luftqualität mit hochmodernen Meßgeräten, die neben den historischen Sendeeinrichtungen stehen.

Kontinuierliche Kontrolle der Luftqualität

Seit 1979 mißt der Bund mit den insgesamt 16 NABEL-Stationen die Luftqualität und verfolgt die Entwicklung. Dabei wird an typischen Standorten gemessen: sowohl in unmittelbarer Nähe von Emittenten, wie z.B. an der Autobahn, als auch in Städten, in typischen Wohnlagen und an ländlichen Standorten, wie Beromünster.

Die langjährigen Ergebnisse zeigen, dass die Luft in den letzten Jahrzehnten zwar markant besser geworden, aber noch immer belastet ist. Sie enthält weiterhin zu viele Schadstoffe, beispielsweise Feinstaub. Gemäß dem kürzlich publizierten NABEL-Jahresbericht 2015 stellen vor allem Feinstaub, Stickoxide und Ammoniak, sowie Ozon weiterhin eine Herausforderung für saubere Luft in der Schweiz dar.

Das NABEL-Beobachtungsnetz bildet ein wichtiges Vollzugsinstrument der Luftreinhalteverordnung. Die Stationen des NABEL erlauben eine Erfolgskontrolle der Maßnahmen zur Reduktion der Emissionen von Luftschadstoffen.

NABEL – Nationales Beobachtungsnetz für Luftfremdstoffe

Das NABEL (Nationales Beobachtungsnetz für Luftfremdstoffe) mit seinen 16 Messstationen, betrieben durch BAFU und Empa, dient der Erhebung von Stand und Entwicklung der Luftverunreinigung in der ganzen Schweiz.

Die Messungen des NABEL umfassen die wichtigsten Luftschadstoffe, welche die menschliche Gesundheit oder die Umwelt schädigen können, seien sie gas- oder partikelförmig oder im Niederschlag enthalten.

Primär werden jene Luftschadstoffe bestimmt, die in der schweizerischen Luftreinhalteverordnung geregelt sind, oder im Rahmen von internationalen Luftreinhalte-Abkommen erhoben werden müssen (z.B. Stickstoffdioxid, Ozon, Feinstaub, Schwefeldioxid, Benzol, Ammoniak, etc.).

Monitoring und Forschungsprojekte ergänzen sich

Neben den Einrichtungen des Monitoring-Meßnetzes NABEL sind beim Sendeturm Beromünster auch Einrichtungen der Universität Bern und der Empa für Forschungsprojekte im Bereich Luftschadstoffe und Klimagase untergebracht. Die am Turm installierten Ansaugleitungen mit fünf unterschiedlichen Meßhöhen zwischen 12 m und 212 m über Boden bieten einzigartige Möglichkeiten, insbesondere für Messungen der Treibhausgase.

Die Kombination von kontinuierlichen Messungen auf unterschiedlichen Höhen mit der Modellierung des Transports der Luftmassen erlaubt es der Forschung, die Menge und Herkunft von Treibhausgasen zu bestimmen.