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Friday November 24th 2017

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Deutliche Abnahme des Ausstoßes von CO2 und Treibhausgasen

Gemäß CO2-Statistik 2011 hat sich der CO2-Ausstoß zwischen 2010 und 2011 um knapp 4 Prozent vermindert. Zurückgegangen sind der Verbrauch von Brennstoffen wie auch von Treibstoffen. Die Brennstoffemissionen liegen 18 Prozent unter dem Niveau von 1990, die Treibstoffemissionen dagegen rund 12 Prozent darüber.

Mit der jährlichen CO2-Statistik überprüft das Bundesamt für Umwelt BAFU, ob die vom Parlament im CO2-Gesetz festgelegten CO2-Verminderungsziele erreicht wer­den. Damit die Jahre statistisch vergleichbar sind, wird der Einfluß des Winterwet­ters auf den Heizöl- und Gasverbrauch mittels der sogenannten Klimakorrektur (siehe Kasten 1) rechnerisch ausgeglichen.

CO2-Ausstoß aus Brennstoffen weiterhin deutlich abnehmend

Die vom BAFU veröffentlichte CO2-Statistik 2011 zeigt, daß sich der CO2-Ausstoß aus dem Verbrauch von Brennstoffen nach der Klimakorrektur gegenüber dem Vorjahr um 6,1 Prozent verringert hat. Die CO2-Emis­sionen aus den Brennstoffen liegen 2011 demnach 18,1

 Entwicklung der CO2-Emissionen gemäss CO2-Gesetz (Zeitreihe 1990 – 2012).

Entwicklung der CO2-Emissionen gemäss CO2-Gesetz (Zeitreihe 1990 – 2012).

Prozent unter dem Wert von 1990 (Zielwert 2008 bis 2012 gemäß CO2-Gesetz: Reduktion um 15 Prozent). Seit 2006 ist der CO2-Ausstoß aus den Brennstoffen im Mittel um gut 2 Prozent pro Jahr zurückgegangen. Vorher lag die Absenkrate bei weniger als einem halben Pro­zent pro Jahr. Die verschiedenen CO2-Reduktionsmaßnahmen (wie die CO2-Abgabe oder das Gebäudeprogramm) zeigen offensichtlich Wirkung.

CO2-Ausstoss aus den Treibstoffen auch 2011 rückläufig

Nach 2010 hat auch 2011 der Ausstoss im Treibstoffsektor, bei dem keine Klimakorrektur vorgenommen wird, um 1,1 Prozent leicht abgenommen. Seit 2008 sind die Emissionen im Mittel um etwa 0,8 Prozent pro Jahr zurückgegangen, vorher wurden Zunahmen von 0,5 bis 2 Prozent pro Jahr registriert.

Zwei Gründe sind für die Abnahme in den letzten Jahren verantwort­lich: Der deutliche Rückgang des spezifischen CO2-Ausstoßes von Neuwagen (von 175 auf 155 Gramm pro Kilometer zwischen 2008 und 2011) vermag die Zu­nahme der Verkehrsleistung zu kompensieren. Zudem reduziert der starke Schwei­zer Franken den Tanktourismus, d.h. es wird weniger attraktiv, in der Schweiz zu tanken und den Treibstoff im Ausland zu verbrauchen.

Trotz des Rückgangs liegt 2011 der CO2-Ausstoss aus Treibstoffen aber noch immer 11,7 Prozent über dem Niveau von 1990. Berücksichtigt man den Kauf von ausländischen Emissionszertifikaten im Umfang von 2,8 bis 3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr durch die Stiftung Klimarappen, mit welchen der Ausstoss in der Schweiz kompensiert wird, liegen die Emissionen 2011 6,5 bis 7,8 Prozent unter dem Wert von 1990 (Zielwert 2008 bis 2012 gemäss CO2-Gesetz: Reduktion um 8 Prozent).

Der gesamte CO2-Ausstoß gemäß CO2-Gesetz liegt unter Berücksichtigung des Kaufs von ausländischen Emissionszertifikaten im Jahr 2011 um zirka 14 Pro­zent unter dem Niveau von 1990 (Zielwert 2008 bis 2012 gemäß CO2-Gesetz: Reduktion um 10 Prozent). Der definitive Vergleich mit den Zielwerten wird erst in einem Jahr möglich sein. Die im Januar 2012 vom BAFU publizierte Schätzung der Zielerreichung für CO2-Gesetz und Kyoto-Protokoll für die Periode 2008 bis 2012 bleibt weiterhin gültig, da die damalige Prognose bereits mit einem Rückgang des Ausstosses gerechnet hatte.

Erste Schätzung des Treibhausgasausstoßes 2011

Um die Erreichung des Schweizer Ziels gemäß Kyoto-Protokoll zu kontrollieren, muß die Summe von sechs klimawirksamen Treibhausgasen (CO2, Methan, Lachgas und verschiedene synthetische Gase) rapportiert werden, zudem ist keine Klimakorrektur vorgesehen. Aufgrund der heute vorliegenden Daten kann der Treibhausgasausstoß gemäß Kyoto-Protokoll für 2011 geschätzt werden: er beträgt zirka 50,1 Millionen Tonnen, was rund 7,5 Prozent weniger ist als 2010 und 5 Prozent weniger als 1990 (52,8 Mio. Tonnen). Unter Berücksichtigung des Kaufs von ausländischen Emissions­zertifikaten liegt der Ausstoß ungefähr 10 Prozent unter dem Wert von 1990. Für den definitiven Vergleich mit dem Zielwert des Kyoto-Protokolls (minus 8 Prozent gegenüber 1990) muß wie beim CO2-Gesetz die gesamte Periode 2008 bis 2012 betrachtet werden.

Klimakorrektur

Die Temperaturen im Winterhalbjahr haben einen großen Einfluß auf den Verbrauch von Heizöl und Erdgas für Heizzwecke. In einem kalten Jahr kann der Heizenergieverbrauch um über 10 Prozent höher liegen als in einem milden Jahr. Als Maß werden die sogenannten Heizgradtage verwendet. 2011 lagen diese 18 Pro­zent tiefer als 2010 und 8 Prozent tiefer als 1990. Soll die Wirkung von Massnahmen zur CO2-Reduktion beurteilt werden, muss deshalb der Einfluß der Witterung heraus gerechnet werden. Der Gesetzgeber sieht diese Klimakorrektur für die Brennstoffe im CO2-Gesetz vor. Ohne Klimakorrektur hat der energiebedingte CO2-Ausstoß zwischen 2010 und 2011 um 10 Prozent oder zirka 4 Millionen Tonnen abgenom­men. Die witterungsbedingte Zunahme des Ausstoßes zwischen 2009 und 2010 von 1,4 Millionen Tonnen wurde damit mehr als wettgemacht.