Wirtschaft – SchweizerZeitung.ch

Heiratsschwindel unter Oxiden

Sebastian Siol sucht nach neuen Materialien mit ungewöhnlichen Eigenschaften, die bisher experimentell nicht zugänglich waren.

Dazu bringt er Partner zusammen, die eigentlich nicht zueinander passen:

Der eine Partner zwingt dem anderen einen Zustand auf, der ohne die Zwangsheirat nicht möglich wäre.

Siol achtet auch darauf, dass seine Kristall-Beziehungen im Alltag lange halten. Denn nur dann sind sie interessant für industrielle Anwendungen.

Unter einer Legierung versteht man üblicherweise eine Mischung aus mehreren Metallen. Aber auch andere Materialien lassen sich legieren.

In der Halbleiterindustrie werden etwa Oxid- und Nitrid-Legierungen seit langem erfolgreich eingesetzt, um Materialeigenschaften gezielt zu verändern. Meist sind die Eigenschaften der Ausgangsstoffe noch gut erkennbar.

Mischt man allerdings Verbindungen, deren Kristallstrukturen überhaupt nicht zusammenpassen, entstehen «Heterostruktur-Legierungen» – In diesen Legierungen ändert sich die Struktur abhängig vom Mischungsverhältnis der Komponenten.

Dies führt bisweilen zu überraschenden Eigenschaften, die sich deutlich von denen der Ausgangsstoffe unterscheiden. Genau solche Oxid-Legierungen interessieren den Empa-Forscher Sebastian Siol.

Er möchte sie nicht nur entdecken, sondern für den Alltag nutzbar machen. Bei der Suche nach dem gewünschten Material muss er mehrere Aspekte zugleich im Auge behalten wie zum Beispiel die Struktur, die elektronischen Eigenschaften – und die Langzeitstabilität.

Siol stieß im vergangenen Jahr zur Empa. Zuvor hatte er am «National Renewable Energy Research Laboratory» (NREL) in Golden, Colorado, geforscht und eine bemerkenswerte Veröffentlichung hinterlassen: Legierungen mit «negativem Druck».

Sebastian Siol zeigt die Probe einer solchen Oxidschicht auf Glas. Heterostruktur-Legierungen könnten sich für intelligente Fensterbeschichtungen eignen.

Sebastian Siol zeigt die Probe einer solchen Oxidschicht auf Glas. Heterostruktur-Legierungen könnten sich für intelligente Fensterbeschichtungen eignen.

Zusammen mit seinen Kollegen hatte er Manganselenid und Mangantellurid im Kalt-Dampf-Verfahren (Magnetronsputtering) vermischt.

Die Ausgangsstoffe hatten sich bei bestimmten Mischungsverhältnissen in einem für beide Komponenten «ungemütlichen» Kristallgitter vereinigt. Keiner der Partner konnte dem anderen seine Lieblings-Kristallstruktur aufzwingen, die er im reinen Zustand bevorzugt.

Der entstandene Kompromiß war eine neue Phase, die normalerweise nur bei «negativem Druck» entstehen würde – also dann, wenn das Material permanent unter Zug gesetzt wird. Solche Materialien sind unter normalen Bedingungen sehr schwer herzustellen.

Siol und seine Kolleginnen und Kollegen am NREL haben es geschafft, diese Schwierigkeit zu umgehen.

Das neue, nun zugängliche Material, zeigt viele nützliche Eigenschaften, es ist unter anderem piezoelektrisch. Man kann also damit Strom erzeugen, Detektoren herstellen – oder Halbleiterexperimente machen, die mit den Ausgangsstoffen nicht möglich wären.

Forschung an stabilen Systemen
An der Empa wird Siol seine Erfahrungen in der Herstellung von «unmöglichen» Oxid-Legierungen einbringen. Er möchte Oxidgemische mit veränderlicher Struktur entdecken und so weit stabilisieren, dass sie alltagstauglich werden.

Die Forschungsabteilung «Fügetechnologie und Korrosion» unter Leitung von Lars Jeurgens hat grosse Erfahrungen mit der praktischen Anwendung von stabilen Oxidschichten und Legierungen.

Im Fokus stehen zunächst Mischoxide aus Titan- und Wolframoxid, die zum Beispiel für die Beschichtung von Fenstern, für die Halbleitertechnik oder Sensorik interessant sein könnten. S

iols Kollegin Claudia Cancellieri erforscht bereits seit einigen Jahren die elektronischen Eigenschaften von Oxid-Grenzflächen und bringt ihre Erfahrungen in die gemeinsamen Forschungsprojekte ein.

«Die Materialkombination ist extrem spannend», so Siol. Titanoxide sind äußerst stabil, sie werden in Solarzellen, in Wandfarben und in Zahnpasta verwendet. Wolframoxide sind dagegen vergleichsweise instabil und werden für tönbare Fenster, Gassensoren oder als Katalysatoren in der Petrochemie eingesetzt. «In der Vergangenheit lag der Forschungsfokus oft ausschließlich auf der Optimierung der Materialeigenschaften», sagt Siol.

«Entscheidend ist allerdings auch, ob man das Material über mehrere Jahre lang in dem jeweiligen Anwendungsgebiet einsetzen kann.»

Das wäre zum Beispiel für Halbleiter-Schichtsysteme wie in elektrochromen Fenstern wichtig, die in aggressiven Umgebungen unter Einwirkung von Sonnenlicht und Temperaturschwankungen Jahrzehnte lang halten müssen.

Nach dieser Langzeitstabilität suchen die Empa-Forscher.
Zur Herstellung dieser Oxidphasen wenden Siol und seine Kollegen verschiedene industriell skalierbare Verfahren an. Zum einen die kontrollierte Oxidation dünner Metallschichten in einem Ofen oder in elektrolytischer Lösung.

Aber auch reaktives Sputtern kommt zum Einsatz, wobei die Metalle unmittelbar bei der Abscheidung oxidiert werden. «Unmögliche» Oxid-Legierungen, bisher ein Thema der Grundlagenforschung, werden damit langsam für Industrieanwendungen greifbar.

Neuauflage der Broschüre Schuldenbremse

Bern, 14.06.2018 – Die aufgefrischte Broschüre zur Schuldenbremse ist erschienen.

Sie erklärt den Mechanismus zur Steuerung der Gesamtausgaben des Bundes.

Der Faltprospekt zeigt auf einen Blick die Funktionsweise, die Geschichte, die Auswirkungen, die finanzpolitischen Herausforderungen sowie die Erfolgsbilanz der Schuldenbremse.

Die Publikation ist in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch verfügbar und kann beim Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) unter der Artikelnummer 601.003 gratis bezogen werden.

Was ist die Schuldenbremse?

Die Schuldenbremse ist ein einfacher Mechanismus zur Steuerung der Gesamtausgaben des Bundes. Sie soll chronische Defizite und damit einen Schuldenanstieg verhindern. In der Bevölkerung genießt sie starken Rückhalt:

85 Prozent der Stimmbürger hatten 2001 die Verfassungsbestimmung zur Schuldenbremse gutgeheißen.

Und Umfragen zufolge ist die Zustimmung noch immer sehr groß.

Die Schweiz steht heute mit einer Schuldenquote von 30 Prozent im internationalen Vergleich exzellent da.

Die Schuldenbremse hat nicht nur maßgeblich dazu beigetragen, dass die Schweiz die Finanz- und Wirtschaftskrise vergleichsweise gut überstanden hat; darüber-hinaus hat sie eine namhafte Reduktion der Bundesschulden ermöglicht.

Durch den Schuldenabbau der vergangenen Jahre können jährlich Zinsausgaben in beträchtlicher Höhe eingespart werden. Das schafft Spielraum für Investitionen und neue wichtige
Aufgaben.

Energie-Sicherheit: „Deutlich angespannte Situation“ bei Problemen im EU-Raum +++ Substantielle Eigenproduktion im Winter +++ Strategische Reserve geplant

„Substantieller Teil der Winterproduktion“ soll neu in der Schweiz produziert werden:

An ihrer gestrigen Jahresmedienkonferenz präsentierte die Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom die neuesten Resultate ihrer Berechnungen zur System-Adäquanz – zur Versorgungssicherheit 2025.

Aus den Resultaten schließt die ElCom, dass momentan keine Sofortmassnahmen nötig sind. Allerdings empfiehlt sie, Vorbereitungen für Streßsituationen zu treffen.

Und: Um Importrisiken zu minimieren, soll auch in Zukunft ein substantieller Teil der Winterproduktion in der Schweiz produziert werden.

Die ElCom referierte an ihrer Jahresmedienkonferenz 2018 über aktuelle und kommende Herausforderungen im Hinblick auf die Versorgungssicherheit. Sie präsentierte Resultate aus ihrer Studie zur Systemadäquanz 2025 sowie ihren Tätigkeitsbericht, den Bericht zur Versorgungssicherheit und zur Versorgungsqualität.

Aufgrund der Resultate ihrer aktuellsten Studie zur Systemadäquanz 2025 – zur Versorgungsicherheit – kommt die ElCom zum Schluß, daß sie aktuell dem Bundesrat keine Maßnahmen nach Artikel 9 des Stromversorgungsgesetzes vorschlagen muß.

Für ein wahrscheinliches Szenario für das Jahr 2025 ist die Versorgung in der Schweiz gewährleistet. Dies auch unter Berücksichtigung von einzelnen Stressoren.

„Deutlich angespannte Situation“ bei Streßszenarien, z. B. wenn französisches Kernkraftwerk nur eingeschränkt verfügbar

Deutlich angespannter wird die Situation gemäß den Berechnungen in Streßszenarien. Beispielsweise, wenn der französische Kraftwerkspark nur eingeschränkt verfügbar ist und zusätzlich die beiden grossen Schweizer Kernkraftwerke Leibstadt und Gösgen außer Betrieb sind.

Strategische Reserve für „Streßsituation“ geplant

Obwohl die Eintrittswahrscheinlichkeit für dieses Szenario gering ist, empfiehlt die ElCom vorbereitende Maßnahmen für einen solchen Fall zu treffen.

Dies insbesondere vor dem Hintergrund, daß ein Streßszenario kurzfristig eintreten kann.

Eine solche vorbereitende Maßnahme könnte beispielsweise eine strategische Reserve sein.

Kein Vertrauen in EU-Energiemarkt-Stabilität

Winterproduktion soll weiterhin substantiell in der Schweiz produziert werden

Unter der Annahme, daß die Versorgungssicherheit im Winterhalbjahr in Zukunft auf zunehmenden Import abgestützt wird, nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, daß Notmaßnahmen zu ergreifen sind.

Aus diesem Grund regt die ElCom an, daß auch in Zukunft im Winter ein substantieller Teil der Energie in der Schweiz produziert wird.

Neben dem Bericht zur Systemadäquanz 2025 präsentierte die ElCom an ihrer Jahresmedienkonferenz auch ihren Tätigkeitsbericht sowie den Versorgungssicherheitsbericht und den Bericht zur Versorgungsqualität.

Über die ElCom

Die Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom) ist die unabhängige staatliche Aufsichtsbehörde im Elektrizitätsbereich. Sie überwacht die Einhaltung des Stromversorgungs- und Energiegesetzes, trifft die dazu nötigen Entscheide und erlässt Verfügungen.

Sie beaufsichtigt die Strompreise und entscheidet als richterliche Behörde bei Differenzen betreffend den Netzzugang. Sie überwacht zudem die Versorgungssicherheit im Strombereich und regelt Fragen zum internationalen Stromtransport und -handel. Schliesslich entscheidet die ElCom in Streitigkeiten zu Rückliefertarifen sowie zwischen Netzbetreiber und Eigenverbraucher.

Die Kommissionsmitglieder werden vom Bundesrat gewählt. Sie sind von der Elektrizitätswirtschaft unabhängig. Die ElCom wird von alt Ständerat Carlo Schmid-Sutter präsidiert. Sie wird unterstützt von einem wissenschaftlichen Fachsekretariat in Bern unter der Leitung von Rechtsanwalt Renato Tami.

Paukenschlag im Wallis: Kantonalbankpräsident Jean-Daniel Papilloud tritt überraschend zurück

Jean-Daniel Papilloud (Foto: WKB)
Jean-Daniel Papilloud (Foto: WKB)

Jean-Daniel Papilloud (Foto: WKB)

Kriegt das Wallis nun auch einen Fall Pierin Vincenz?

Auch hier war jemand sehr lange im Amt. Und es scheint auch hier nicht alles mit rechten Dingen zugegangen.

Jean-Daniel Papilloud tritt als Präsident der Walliser Kantonalbank überraschend zurück.

Er stellt sein Amt an der ordentlichen Generalversammlung vom 16. Mai 2018 zur Verfügung.

Dabei wäre er bis 2021 gewählt gewesen. Erst letztes Jahr fand die Wahl statt, die den seit 2013 an der Spitze der Kantonalbank sitzenden Papilloud wiederwählte.

Doch nun stellt dieser sein Amt an der kommenden Generalversammlung im Mai kurzfristig zur Verfügung und es muß rasch noch im April ein Nachfolger gefunden werden.

Dies berichtet die Walliser Zeitung

Was sind ICOs?

ICOs sind noch ganz neu.

Und werden erst seit 2017 von immer mehr Neugründern, Ideen-Inhabern und anderen innovativen Menschen genutzt, um Projekte zu finanzieren bzw. um Risikokapital zu erhalten.

Der Begriff ICO – Initial Coin Offering ist an den Begriff des Initial Public Offering (IPO) angelehnt, also einen Börsengang. Hierbei bieten Projektmacher neue Kryptogeldtokens zum Verkauf an, um Geld für ihr Vorhaben einzunehmen.

Jungunternehmer sparen sich das zermürbende Klinkenputzen bei Kapitalgebern und Banken.

Statt um Finanzierungsrunden zu ringen, erschaffen Geschäftsideen-Inhaber und Firmengründer bei ICOs einfach eine eigene Kryptowährung in Form von sogenannten Token.

Diese Token werden dann verkauft an Risikokapital-Investoren.

SIF ruft Arbeitsgruppe Blockchain / ICO ins Leben

Die Technik hinter Kryptowährungen und Blockchain oder Ethereum sind für viele unverständlich.

Auch für die Staaten werfen die neuen freien Währungen Fragen auf:

Das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) ruft eine Arbeitsgruppe zu Blockchain/ICO ins Leben.

Mit Einbezug des Bundesamts für Justiz (BJ), der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) und in enger Konsultation mit der Branche wird die Arbeitsgruppe die rechtlichen Rahmenbedingungen überprüfen und allfälligen Handlungsbedarf aufzeigen.

In seiner Antwort vom 15. November 2017 zur Motion Béglé stellte der Bundesrat in Aussicht, dass das SIF eine solche Arbeitsgruppe einsetzen würde.

Dies auf Grund der Tatsache, daß sich mit der Blockchain-Technologie grundsätzliche rechtliche Fragen ergeben, die sowohl das Finanzmarktrecht als auch allgemeine Rechtserlasse (Obligationenrecht, Zivilgesetzbuch, usw.) betreffen.

Die Arbeitsgruppe evaluiert die rechtlichen Rahmenbedingungen für finanzsektorspezifische Anwendungen der Blockchain-Technologie, mit besonderem Blick auf Initial Coin Offerings (ICOs). Sie identifiziert potentiellen Handlungsbedarf und zeigt Handlungsoptionen auf.

Die Arbeiten laufen in einer Steuerungsgruppe bestehend aus dem Staatssekretär des SIF, Jörg Gasser (Leitung), dem Direktor des BJ, Martin Dumermuth, und dem Direktor der FINMA, Mark Branson. Die Steuerungsgruppe wird eng mit der Branche zusammenarbeiten.

Ziel dieser Arbeiten sind die Erhöhung der Rechtssicherheit, die Aufrechterhaltung der Integrität des Finanzplatzes und die Sicherstellung einer technologieneutralen Regulierung. Diese Klärung des regulatorischen Rahmens soll dazu beitragen, dass die Schweiz in diesem Bereich weiterhin ein attraktiver Standort bleibt.

Die Arbeitsgruppe wird dem Bundesrat bis Ende 2018 Bericht erstatten.

Was ist Blockchain?

Das Blockchain-Verfahren ist die technische Basis für Kryptowährungen, kann aber ggf. darüber hinaus in verteilten Systemen zur Verbesserung bzw. Vereinfachung der Transaktionssicherheit im Vergleich zu zentralen Systemen beitragen.

Was ist ICO?

Der Begriff ICO – Initial Coin Offering ist an den Begriff des Initial Public Offering (IPO) angelehnt, also einen Börsengang. Hierbei bieten Projektmacher neue Kryptogeldtokens zum Verkauf an, um Geld für ihr Vorhaben einzunehmen.

Mehr dazu in diesem Artikel

Rohstoffarme Schweiz? Die Schweiz exportiert Rohstoffe: Beispiel Montanstahl GmbH

Die Schweiz gilt als Land ohne Rohstoffe.

Doch ist es wirklich so?

Die Antwort ist wohl „jein“.

Einzelne Firmen beweisen durchaus das Gegenteil. Die Schweiz hat etliche Firmen, die Rohstoffe veredeln und z. T. sogar über eigene Tochterfirmen im Ausland exportieren.

Denn auch, wenn die Schweiz als rohstoffarmes Land gilt, werden in der Eidgenossenschaft viele Rohstoffe gehandelt und auch verarbeitet. Und auch exportiert.

Was zuerst als Paradoxon erscheint, hat einen guten Grund.

Die Schweizer Rohstoffverarbeitung hat einen weltweit hervorragenden Ruf in punkto Qualität.

Und viele Rohstoffe werden in die Schweiz gebracht (importiert)und verarbeitet beziehungsweise veredelt.

Beispiel Stahl

Stahlprodukte spielen in der Baubranche aber auch in vielen anderen Branchen eine im wahrsten Sinne des Wortes tragende Rolle: Auf die Qualität kommt es hierbei an

Stahlprodukte spielen in der Baubranche aber auch in vielen anderen Branchen eine im wahrsten Sinne des Wortes tragende Rolle: Auf die Qualität kommt es hierbei an

So gilt die Schweiz zwar nicht gerade als Stahlindustrie-Land. Bei Stahlindustrie denkt man zuerst an Deutschland, das Ruhrgebiet. Selbst als Schweizer assoziiert man mit dem Schlagwort Stahl eher das Ausland als die Schweiz.

Doch es täuscht.

Es gibt in der Schweiz durchaus eine stahlverarbeitende, eine stahlproduzierende und insbesondere eine stahlveredelnde Industrie.

Namhafte Firmen / Konzerne haben ihren Sitz in der Schweiz und exportieren von hier aus, was vorher als Rohstoff importiert wurde und verarbeitet wurde zu Neuem:  Zu Stahlprodukten.

Qualitativ hochwertige Stahl- und Edelstahlprodukte sind weltweit gefragt. Und werden von kaum einem anderen Land in so hoher Präzision und Qualität produziert wie im Alpenland.

Auf die Präzision und Qualität kommt es an

Neuerer Trend sind zum Beispiel Edelstahlprofile, die präzise geschweißt sind. Wobei man hier nicht mehr an herkömmliche Schweißgeräte bzw. Schweißanlagen denken darf.

Es wird per Lichtverstärker („laser“) geschweißt.

In den frühen 90er Jahren konzentrierte sich Montanstahl auf hochwertige Edelstahlprodukte und neue Fertigungstechnologien. Gegründet im Jahr 1983, hat sich das Unternehmen inzwischen von einem kleinen Stahlprofilwalzwerk zu einem weltweit lieferfähigen Poduzenten von rostfreien Edelstahlprofilen entwickelt.

Und liefert weltweit, etwa auch in das „Stahlland“ Deutschland, wo die tessiner Montanstahl mit eigener Tochtergesellschaft präsent ist, der Montanstahl GmbH.

Aber nicht nur hier, sondern auch in zahlreichen anderen Ländern der Welt ist die Firma inzwischen vertreten.

Die Bedeutung der rohstoffverarbeitenden Industrie für die Schweiz zeigt sich an diesem Beispiel eindrücklich.

Nicht der Stahl an und für sich ist gefragt, sondern Qualität und Präzision

Nicht nur in der Chirurgie wird Lichtbündelung für Präzision eingesetzt. Der "laser" ist seit langem auch in der gehobenen Stahlindustrie im Einsatz

Nicht nur in der Chirurgie wird Lichtbündelung für Präzision eingesetzt. Der „laser“ ist seit langem auch in der gehobenen Stahlindustrie im Einsatz

Wobei nicht der Rohstoff Stahl an und für sich gefragt ist.

Sondern die gute Verarbeitung.

In den Nachbarländern wie Deutschland, Frankreich oder Italien sind zwar markant niedrigere Personal-, Energie- und Transportkosten zu verzeichnen. Insofern sollte man fast annehmen, daß sich in der Schweiz kein einziger Stahlverarbeiter oder Stahlproduzent halten kann.

Doch genießt die Schweizer Präzision und Qualität Weltruf.

Und bei Stahl kommt es gerade im Bau nicht auf dessen hochwertige Verarbeitung in einer präzisen Qualität eben gerade an.

Stahlverarbeitung ist eben nicht gleich Stahlverarbeitung.

 

 

Botschafter Polens im Wallsis

Der Botschafter der Republik Polen in der Schweiz, S. E. Jakub Kumoch, war am Dienstag offiziell im Wallis zu Besuch.

Begleitet von seinem Botschaftsrat Erster Klasse Pawel Gronow und seinem ersten Botschaftssekretär Jedrzej Uszynski hat ihn eine Walliser Delegation, angeführt von Staatsratspräsident Jacques Melly und Vizestaatsratspräsidentin Esther Waeber-Kalbermatten, im Schloß Mercier in Siders empfangen.

In seiner Willkommensansprache unterstrich Staatsratspräsident Jacques Melly die vielfältige Geschichte und Kultur Polens. Er hob die Wichtigkeit der freundschaftlichen Beziehung, die die beiden Länder seit Jahren gegenseitig pflegt, hervor.

Er erinnerte insbesondere auch daran, daß das Wallis während dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche im Exil lebende polnische Staatsangehörige aufnahm. Diese halfen bei der Erstellung vieler Bauten im Kanton mit. Beispielsweise Staumauern, Eisenbahnlinien oder Trockensteinmauern in den Rebbergen.

Der Botschafter von Polen seinerseits erwähnte die Entwicklung der Wirtschaft in seinem Land, deren Wachstum sich in den letzten Jahren regelmäßig zwischen drei und vier Prozent bewegt hat. Er stellte auch Gemeinsamkeiten zwischen der polnischen und Walliser Wirtschaft fest. Etwa in Bezug auf die zahlreichen kleineren und mittleren Unternehmen, die in den beiden Regionen beheimatet sind.

Der Präsident und die Vizepräsidentin der Regierung wurden begleitet von Staatskanzler Philipp Spörri, Großratspräsident Diego Wellig, Lionel Seeberger, Präsident des Kantonsgerichts, Nicolas Dubuis, Generalstaatsanwalt und Jean-Marie Viaccoz, Präfekt des Bezirks Siders.

8 Mio Buße für Verzinkereien wegen Preisabreden

Die Wettbewerbskommission (WEKO) schließt ihre Untersuchung über Preisabreden im Verzinkungsmarkt mit einvernehmlichen Regelungen ab und spricht Bussen in Höhe von insgesamt rund CHF 8 Mio. aus.

Die WEKO gelangte in ihrer Untersuchung zum Ergebnis, daß neun Feuerverzinker aus der Deutschschweiz und dem französischen Teil des Wallis zwischen 2004 und Anfang 2016 regelmässig Preisabreden trafen. So vereinbarten die Unternehmen, ihren Kunden bestimmte Zuschläge in Rechnung zu stellen und Mindestpreise einzuhalten.

Bild: Verzinkte Dachrinne (Quelle: Heimwerk.ch)

Bild: Verzinkte Dachrinne (Quelle: Heimwerk.ch)

Zudem wurden wiederholt gemeinsame Preiserhöhungen beschlossen.

Diese Abreden erfolgten an verschiedenen Sitzungen der Vereinigung Schweizerischer Verzinkereien (VSV), bzw. von deren Fachstelle, der Schweizerischen Fachstelle Feuerverzinken (SFF).

Bei den abgesprochenen Zuschlägen handelt es sich um den sogenannten Rohstoff- und Zinkteuerungszuschlag sowie den Transportmehrkostenzuschlag. Der erste Zuschlag wurde praktisch allen Kunden und Kundinnen verrechnet. Er lag 2010 bis 2015 zwischen 10 und 15 % des Grundpreises für die Feuerverzinkung.

Den Transportmehrkostenzuschlag stellten die Feuerverzinker dann in Rechnung, wenn sie die zu verzinkende Ware selber transportierten. Er betrug ab 2008 rund 10 %. Die vereinbarten Mindestpreise hielten die Feuerverzinker in sogenannten Sockelpreislisten fest. Die gemeinsamen Preiserhöhungen wurden alle paar Jahre beschlossen.

Besonders schädlich

Derartige Preisabreden auf gleicher Marktstufe sind volkswirtschaftlich besonders schädlich und stellen einen schweren Verstoß gegen das Kartellgesetz dar. An ihnen beteiligte Unternehmen sind gemäß Kartellgesetz grundsätzlich zu büßen.

Beteiligt an den Preisabreden waren hier die Gesellschaften der Galvaswiss-Gruppe (GALVASWISS AG, Epos Verzinkerei AG Däniken), die Gesellschaften der SDL-Gruppe (Schweizerische Drahtziegelfabrik AG, Zinctec AG), die Verzinkerei Lenzburg AG, die Verzinkerei Oberuzwil AG, die Verzinkerei Unterlunkhofen AG, die Verzinkerei Wattenwil AG, die zur ESTECH-Gruppe gehörende Verzinkerei Wettingen AG, die Verzinkerei Wollerau AG und die Zinguerie, Sablage, C (ZSM).

Einer Unternehmung wurde die Sanktion erlassen, da sie die WEKO als Erste über das Kartell in Kenntnis gesetzt und damit die Untersuchungseröffnung ermöglicht hatte. Die Sanktionen der übrigen Unternehmen wurden reduziert, da diese Unternehmen unmittelbar nach der Untersuchungseröffnung Selbstanzeigen eingereicht hatten.

Zink verhindert Rost (Bild: Altmetall24.ch)

Zink verhindert Rost (Bild: Altmetall24.ch)

Die ZSM befindet sich seit 2013 im Konkurs, weshalb sie nicht zu sanktionieren war. Gegen die Verzinkerei Stooss AG (mittlerweile in Liquidation) ist das Verfahren eingestellt worden, da sie nicht an den Preisabreden beteiligt war, wie sich zeigte.

Hausdurchsuchungen

Die Untersuchung wurde Anfang 2016 mit Hausdurchsuchungen eröffnet. Der zügige Abschluss der Untersuchung war möglich, weil alle noch aktiven Feuerverzinkungsunternehmen sowie die Vereinigung Schweizerischer Verzinkereien (VSV) mit der Wettbewerbsbehörde sehr gut kooperierten und zu einvernehmlichen Regelungen Hand boten. In diesen Vereinbarungen wurden für die Zukunft klare Verhaltensweisen festgelegt.

Der Entscheid der WEKO kann an das Bundesverwaltungsgericht weitergezogen werden.

Was ist Feuerverzinkung?

Feuerverzinkung ist ein Korrosionsschutzverfahren für Stahl. Bei diesem Verfahren werden Stahlteile (z. B. Schrauben, Dachrinnen, Gewinde, Stahlträger, Balkon- und Treppengeländer, Außentreppen, Strom- und Seilbahnmasten) durch Eintauchen in ein Zinkbad mit einer langhaftenden Zinkschicht überzogen. Dies verhindert, daß der Stahl korrodiert («rostet»).

Fernmeldegesetz: Ruhming, Domänen-Regelungen u. a. sollen angepaßt werden

Wird der Staatskonzern Swisscom auch in Zukunft beim Ruhming („roaming“) die Bürger abzocken können?

Möglicherweise ändert sich diese schamlose Art der Abzockerei.

Hunderte, ja tausende Franken Ruhminggebühren: Benutzen Schweizer im Ausland ihr Natel, werden sie regelrecht gemolken, so der Beobachter. Auch der Konsumentenschutz kritisiert die Abzocke des Staatskonzerns Swisscom seit langem.

Der Bundesrat sieht bei der Mobilfunknutzung im Ausland eine Regelung zur „Vermeidung unverhältnismäßig hoher Endkundentarife“ vor.

Ruhming ("roaming"): Hört die Abzocke der Swisscom dank gesetzlicher Anpassungen auf?

Ruhming („roaming“): Hört die Abzocke der Swisscom dank gesetzlicher Anpassungen auf?

Die Eingaben im Rahmen der Vernehmlassung zur Teilrevision des Fernmeldegesetzes (FMG) bestätigen, daß eine Anpassung der rechtlichen Grundlagen nötig ist, so das Bakom in einer Mitteilung. Der Bundesrat hat heute von den Ergebnissen der Vernehmlassung Kenntnis genommen und das UVEK beauftragt, bis September 2017 eine Botschaft zur Änderung des FMG auszuarbeiten.

Der Vernehmlassungsbericht zur Revision des Fernmeldegesetzes (FMG) faßt die Ergebnisse der insgesamt 151 eingegangenen Stellungnahmen zusammen. In deren Mehrzahl wird ein Revisionsbedarf des geltenden Gesetzes anerkannt, weil die technischen und ökonomischen Entwicklungen im äußerst dynamischen Telekom-Markt Anpassungen nötig machen.

Keine Etappierung

Großmehrheitlich abgelehnt wird eine Revision des Fernmeldegesetzes in zwei Etappen. Dieser Vorschlag wurde gemacht, um vorerst die Entwicklungen zu beobachten, bevor die Rahmenbedingungen der künftigen Grundversorgung und die Frage eines technologieneutralen Zugangs zu den Telekommunikationsnetzen diskutiert werden. Verschiedene Vernehmlassungseingaben fordern, dass das Prinzip der Technologieneutralität jetzt im Fernmeldegesetz verankert wird.

Auf breite Ablehnung ist die in die Vernehmlassung geschickte Eingriffsmöglichkeit von Amtes wegen für die ComCom gestoßen. Die weiteren Änderungsvorschläge wurden differenziert beurteilt. Zahlreiche Stellungnahmen gingen zum Thema Netzneutralität ein.

Gesetzesvorlage in Vorbereitung

Das UVEK wird nun bis Anfang Herbst 2017 eine Botschaft und eine Gesetzesvorlage erarbeiten, welche den Ergebnissen der Vernehmlassung Rechnung trägt. Sie sollen den Konsumenten- und Jugendschutz stärken, unter anderem in der Bekämpfung mißbräuchlicher Werbeanrufe oder der Kinderpornographie, sowie mit der Einführung von Maßnahmen, um die Preise beim Ruhming (Engl. „roaming“ für „Herumstreunen“) zu begrenzen.

Konkrete Vorschläge werden auch bei der Transparenzpflicht zur Netzneutralität und bezüglich einer Regelungsmöglichkeit des Bundesrats hinsichtlich des Zugangs zu neuen Netztechnologien im Falle einer Marktbeherrschung erarbeitet.

Auch sollen die Fernmeldedienstanbieter administrativ entlastet, die Nutzung von Frequenzen flexibilisiert und der Zugang zu Gebäudeinstallationen und Verzeichnisdaten verbessert werden. Schließlich braucht es modernere Normen bezüglich Internet-Domainnamen, Notruf und Kommunikation in außerordentlichen Lagen.

Im Dezember 2015 eröffnete der Bundesrat das Vernehmlassungsverfahren zur Teilrevision des FMG. Der Bundesrat hatte bereits im Rahmen seines Berichts zum Fernmeldemarkt 2010 darauf hingewiesen, daß die technologische Entwicklung Anpassungen des zuletzt im Jahr 2007 revidierten FMG erfordere.

Die Kantone, die in der Bundesversammlung vertretenen politischen Parteien und die interessierten Kreise waren eingeladen, sich bis zum 31. März 2016 zu äußern. Das BAKOM hat die einzelnen Stellungnahmen auf seiner Webseite Ende Mai publiziert. Der Vernehmlassungsbericht ist auf dieser Seite ab heute auch zugänglich.

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