25% Lebensmittel-Abfall: Belastung für die Umwelt

Lebensmittelabfall ("food waste") verursacht Umweltbelastung

Weggeworfene, aber eigentlich eßbare Nahrungsmittel erhöhen die Profite von Konzernen, aber belasten die Umwelt.

Frankreich hat per Gesetz verboten, daß Lebensmittel, die noch eßbar sind, weggeworfen werden.

In der Schweiz ist dies nach wie vor erlaubt.

Eßbare Lebensmittel, die im Müll landen machen in der Schweiz 25 Prozent der Umweltbelastung der gesamten Ernährung aus.

Zu dieser Erkenntnis kommt eine Studie der ETH Zürich. Mitberücksichtigt werden auch die Lebensmittelverluste, die wir mit dem Konsum importierter Produkte verursachen.

Je später in der Produktions- und Vermarktungskette ein Lebensmittel verloren geht, desto mehr Umweltbelastung ist bereits entstanden, weil Ressourcen verbraucht und Emissionen verursacht wurden für Transport, Verarbeitung, Lagerung, Verpackung und Zubereitung.

So stammt mehr als die Hälfte der Umweltbelastung von Lebensmittelabfall (Englisch „Food Waste“), nämlich 52 Prozent, aus Haushalten und Gastronomie. 27 Prozent entfallen auf die Verarbeitungsindustrie und 8 Prozent auf den Handel.

Die landwirtschaftliche Produktion von Nahrungsmitteln, die ganz am Anfang der Kette steht, macht 13 Prozent der Umweltbelastung aus, und zwar größtenteils im Ausland.

Die durch Lebensmittelabfall verursachten Treibhausgasemissionen tragen auch zum Klimawandel bei.

Gemäß einer neuen ETH-Studie im Auftrag des BAFU ließen sich in der Schweiz pro Jahr rund 500 kg CO2-Äquivalente pro Person vermeiden, wenn Eßbares nicht weggeworfen würde.

Der Landverbrauch für den Anbau der weggeworfenen Lebensmittel entspricht der Hälfte der landwirtschaftlich genutzten Flächen der Schweiz.

Private Haushalte: Auch hier schont weniger Lebensmittelabfall die Umwelt – und die Haushaltskasse

Fleisch, Kaffee und Kakao, Butter, Eier, mit dem Flugzeug importierte Produkte sowie Öle und Fette, Fisch und Käse verursachen die größte Umweltbelastung pro Kilogramm.

Trotz verhältnismäßig geringer Umweltbelastung pro Kilogramm fallen die Verluste von Früchten und Gemüse ins Gewicht, weil sie in großen Mengen weggeworfen werden.

Zudem geht Lebensmittelverschwendung auch privat ins Geld: In den Schweizer Haushalten landen Lebensmittel im Wert von über 600 CHF pro Person und Jahr im Abfall.

Lebensmittelverluste vermeiden bringt Umweltnutzen

Weggeworfene Lebensmittel werden als Futtermittel, zur Produktion von Strom und Wärme (Biogas) oder als Dünger verwertet.

Dadurch reduziert sich die Umweltbelastung, die bei der Herstellung dieser Lebensmittel entsteht, um 12 Prozent.

Besonders wirksam sind Maßnahmen zur Reduktion von Lebensmittelabfall in den Privathaushalten, der Gastronomie und im Detailhandel.

Zentral sind laut der Studie Sensibilisierungs- und Bildungsmaßnahmen, weil  Konsumenten durch ihr Verhalten die Verluste im Haushalt (z.B. durch optimale Lagerung und Verwertung der Reste) und im gesamten Ernährungssystem beeinflussen können.

Ziel: Lebensmittelabfall halbieren bis 2030
Im Rahmen der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals SDGs) ist die Schweiz aufgefordert, bis 2030 die Lebensmittelverluste pro Kopf auf Detailhandels- und Konsumentenebene zu halbieren und jene entlang Produktions- und Vermarktungskette zu verringern.

Die gesamte Umweltbelastung der Ernährung würde somit um 10-15 Prozent abnehmen.

Hausdurchsuchungen bei Pharmazulieferern von Scopolaminbutylbromid

Die Wettbewerbskommission (WEKO) hat am 16. September 2019 eine Untersuchung gegen verschiedene in der Herstellung und im Vertrieb von pharmazeutischen Wirkstoffen tätige Unternehmen eröffnet.

Sie führte bei mehreren der Unternehmen Hausdurchsuchungen durch.

Die WEKO hat den Verdacht, daß Hersteller und Vertreiber des pharmazeutischen Wirkstoffs Scopolaminbutylbromid (Butylscopolaminiumbromid) Preis- und Gebietsabreden getroffen haben.

Scopolaminbutylbromid ist ein krampflösender Wirkstoff der Parasympatholytika.

Konkret liegen Hinweise vor, daß die Unternehmen die Verkaufspreise dieses Wirkstoffes hochhielten und sich die Märkte nach Gebieten aufteilten.

Im Rahmen der Untersuchung ist zu prüfen, ob tatsächlich unzulässige Wettbewerbsbeschränkungen vorliegen.

Der Wirkstoff wird für Medikamente gegen krampfartige Bauchschmerzen, Nierenkoliken und Blasenkrämpfe genutzt. Die Hersteller und Vertreiber von Scopolaminbutylbromid verkaufen diesen an Medikamentenhersteller weiter.

Sensible Grundbuchdaten: Ab 2020 auch andere Behörden mit Zugriff

Bild: Grundbuchvermessungsfixpunkt (Remo Maßat)

Ab 1. Juli 2020 gelten für den elektronischen Zugang zu Grundbuchdaten neue Bestimmungen.

Der Bundesrat hat die geänderte Grundbuchverordnung an seiner Sitzung vom 20. September 2019 auf diesen Zeitpunkt in Kraft gesetzt.

Demnach können die Kantone künftig berechtigten Behörden und Eigentümerinnen und Eigentümern beispielsweise einen elektronischen Zugang zu Belegen ermöglichen.

Im Zusammenhang mit der Vorlage 14.034 „ZGB. Beurkundung des Personenstands und Grundbuch“, die das Parlament in der Wintersession 2017 verabschiedet hat, hat sich gezeigt, dass im Bereich des elektronischen Zugangs zu den Grundbuchdaten Anpassungen nötig sind.

Der Bundesrat hat deshalb im letzten Sommer eine Revision der Grundbuchverordnung in die Vernehmlassung geschickt.

An seiner Sitzung vom 20. September 2019 hat er deren Ergebnisse zur Kenntnis genommen und die geänderte Grundbuchverordnung auf den 1. Juli 2020 in Kraft gesetzt.

In die öffentlich zugänglichen Daten des Grundbuches hat jedermann auch ohne Interessennachweis Zugriff. Daneben enthält das Grundbuch Daten, die nur gestützt auf ein berechtigtes Interesse zugänglich sind.

Zugriff neu auch „für gewisse Personen- respektive Berufsgruppen und Behörden“

Die Kantone können für gewisse Personen- respektive Berufsgruppen und Behörden ein berechtigtes Interesse zur Einsichtnahme generell vermuten und diesen Kreisen die Einsichtnahme mittels eines elektronischen Zugangs gewähren.

Die geltende Regelung dieses elektronischen Zugangs, insbesondere der Umstand, daß der elektronische Zugang zu den Belegen im Grundbuch auf Urkundspersonen (Notare) beschränkt ist, hat verschiedentlich Anlaß zu Diskussionen gegeben und wird von einigen Kantonen als zu eng empfunden.

Der Bundesrat hat deshalb in der Grundbuchverordnung die Bestimmungen über die Modalitäten dieses elektronischen Zugangs punktuell angepaßt.

Kantone können auch Eigentümern und Behörden (Betreibungsämter etc.) Zugang einräumen – müssen dies aber nicht

Neu können die Kantone insbesondere den berechtigten Behörden und den Eigentümern von Grundstücken einen elektronischen Zugang zu den Belegen ermöglichen. Der Grundsatz, daß die Kantone entscheiden, ob sie diesen elektronischen Zugang überhaupt anbieten wollen, bleibt von den Anpassungen unangetastet.

Dies gilt auch für die Frage, welchen Zugriffsberechtigten das Verfahren offenstehen soll.

Mit der Revision wird zudem die Motion 15.3323 Egloff „Einsichtsrecht betreffend Grundbuchabfragen via Terravis“ umgesetzt.

Schließlich wird in der Verordnung die statistische Datenerhebung durch das Bundesamt für Statistik explizit verankert.

Staatsbesuch des indischen Präsidenten Ram Nath Kovind in der Schweiz

Die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Indien sind eng und seit langem von hoher gegenseitiger Wertschätzung geprägt.

Die indische Volkswirtschaft wächst seit Jahren stark und soll schon bald sogar das große China als das bevölkerungsreichste der Welt ablösen.

Mit einem Staatsbesuch des indischen Präsidenten Ram Nath Kovind in der Schweiz fand dieses Jahr die hohe Kadenz der Kontakte ihre Fortsetzung.

Die Landesregierung unter der Leitung von Bundespräsident Ueli Maurer empfing das Staatsoberhaupt der Republik Indien am Freitagnachmittag, 13. September 2019, mit militärischen Ehren in Bern.

In seiner Rede zum Empfang in Bern würdigte Bundespräsident Maurer den Staatsbesuch von Präsident Kovind als Beleg, daß die Schweiz und Indien die Phase nach dem 2018 groß gefeierten 70-Jahr-Jubiläum ihrer bilateralen Beziehungen mit neuem Schwung angehen.

An den offiziellen Gesprächen im Bernerhof nahmen neben dem Bundespräsidenten seitens der Schweiz die Vize-Präsidentin des Bundesrates Simonetta Sommaruga, Bundesrat Guy Parmelin und Bundesrat Ignazio Cassis teil.

Begrüßt wurden von beiden Seiten die Fortschritte bei Finanz- und Steuerthemen. Diese führten dazu, daß der Automatische Informationsaustausch zwischen der Schweiz und Indien Anfang 2018 in Kraft treten konnte. In Kürze sollen erste Informationen ausgetauscht werden.

Als Felder, die sich für eine noch stärkere bilaterale Zusammenarbeit anbieten, wurden unter anderem Wissenschaft, Forschung und Bildung genannt sowie Massnahmen im Kampf gegen den Klimawandel. Beide Seiten betonten das große Potential für den bilateralen Austausch beim Schienenverkehr und besprachen die Zusammenarbeit auch bei Umwelttechnik und erneuerbaren Energien. Eine Vertiefung der Gesundheitskooperation wurde ebenfalls angesprochen.

Die Delegationen tauschten sich zur Lage in Kaschmir aus.

Ferner wurden Fragen der globalen Sicherheit und der Schutz der Menschenrechte besprochen. Schließlich kam die Kooperation zwischen der Schweiz und Indien auf internationaler Ebene zur Sprache.

Zusammenarbeit bei Umwelt und Wissenschaft

Im Anschluss an die offiziellen Gespräche wurden mehrere Absichtserklärungen unterzeichnet. Die Schweiz und Indien bekunden damit insbesondere ihren Willen, im Kampf gegen den Klimawandel enger zusammenzuarbeiten und die Wissenschaftskooperation auszubauen.

Gemeinsam nahmen Bundespräsident Maurer und Präsident Kovind an einem schweizerisch-indischen Wirtschaftsforum in Bern teil.

Am Abend fand das Staatsbankett statt. Der Besuch von Präsident Kovind fügt sich ein in die regen Kontakte auf höchster Ebene in den vergangenen Jahren.

Seit 2005 unterhalten die Schweiz und Indien einen regelmässigen politischen Dialog.

Indien 3.größter Handelspartner der Schweiz in Asien

Indien ist der drittgrößte Handelspartner der Schweiz in Asien. Neben dem politischen und wirtschaftlichen Austausch umfasst die Partnerschaft auch Wissenschaft, Bildung und Kultur.

Handelsabkommen zwischen Efta und Indien?

Zur Sprache kamen der Abschluß eines Freihandelsabkommens sowie die Verhandlungen über ein bilaterales Investitionsschutzabkommen.

Schon seit 2008 verhandeln die Schweiz und die Efta-Staaten mit Indien über ein Handelsabkommen.

Leider gab es – zumindest offiziell – hier keine Fortschritte.

2018 war 70. Jubiläum

2018 zelebrierten die Schweiz und Indien das 70. Jubiläum ihres Freundschaftsvertrags. Mit der raschen völkerrechtlichen Anerkennung Indiens nach der Unabhängigkeit 1947 durch die Schweiz und dem Abschluß des Freundschaftsvertrags schufen die beiden Länder die Grundlage für ihre guten bilateralen Beziehungen.

Seit 2005 unterhalten die Schweiz und Indien einen regelmäßigen politischen Dialog.

Die beiden Länder tauschen sich zudem regelmäßig im Rahmen einer Gemischten Wirtschaftskommission aus, die den Privatsektor einbezieht.

Neben dem politischen und wirtschaftlichen Austausch umfaßt die Partnerschaft auch Wissenschaft, Bildung und Kultur.

WEKO büßt Straßenbaukartell von Graubünden mit 11 Millionen Franken

Baufirmen haben sich im Kanton Graubünden jahrelang über Straßenbauarbeiten abgesprochen.

Und massiv bereichert.

Und so die öffentliche Hand (also die Steuerzahler) wie Gemeinden aber auch die den Einwohnern von Graubünden gehörende Rhätische Bahn auf kriminelle Art und Weise um viel Geld gebracht.

Sie legten die Offertpreise in gemeinsamen Absprachen fest und wer den Zuschlag erhalten soll. 

DAs größte Baukartell der Schweiz wurde später aufgedeckt.

Die WEKO büßte die Unternehmen für diese unzulässigen Submissionsabreden mit rund CHF 11 Mio.

Politik Graubündens tief in kriminelle Machenschaften verstrickt

Auch Politiker spielten zweifelhafte Doppelrollen wie Stefan Engler, welcher zeitweise bei der kantonalen Rhätischen Bahn und dann bei der in die kriminellen Bauabsprachen involvierte Lazzarini AG, welche auch heute noch ständig auf Gleisbaustellen zu sehen ist, tätig war. (RZ berichtete)

Felix war bzw. ist Leiter des Baumeisterverbands Graubünden.

Felix war bzw. ist Leiter des Baumeisterverbands Graubünden.

Andere wie der umstrittene BDP-Politiker Jon Domenic Parolini, welcher eng in den Skandal verwickelt war, wurden beinahe abgewählt.

Baumeisterverband mittedrin in den Baukartell-Absprachen

Und andere wiederum zogen sich „freiwillig“ vorbeugend aus der Politik zurück wie Andreas Felix. Bzw. vermutlich eher auf Druck ihrer Partei BDP, welche Wahlverluste fürchtete.

Felix war bzw. ist Leiter des Baumeisterverbands Graubünden.

In der Folge traten zudem Firmen aus dem Baumeisterverband Graubünden aus.

Unrühmliche Rolle von Somedia

Eine äußerst unrühmliche Rolle spielte auch Somedia, welche mit ihrer Publikation Südostschweiz den Enthüller des Baukartells, Adam Quadroni, scharf angriff (RZ berichtete) anstatt zu helfen, die kriminellen Machenschaften aufzudecken.

Dies machte schließlich eine linke, außerkantonale Publikation, „Die Republik“.

Ganze Meldung auf Rhätische Zeitung

Torf-Ausstieg zum Schutz der Moore: Torfverkauf soll gesenkt werden

Der Abbau von Torf schadet dem Klima und der Artenvielfalt. In der Schweiz sind die Moore geschützt und es darf kein Torf mehr abgebaut werden.

Es werden aber jährlich bis zu 524‘000 m3 Torf importiert.

Um den Einsatz von Torf in der Schweiz zu vermindern, haben Vertreter des produzierenden Gartenbaus, des Gartenhandels und der Erdenhersteller eine Absichtserklärung unterschrieben.

Sie verpflichten sich freiwillig, bis 2030 den Torfanteil in der Produktion von Pflanzen auf 5 Prozent zu vermindern.

In der Schweiz stehen Moore seit 1987 unter Schutz, und es darf hierzulande kein Torf mehr abgebaut werden. Damit werden die durch den Torfabbau entstehenden Umweltschäden insbesondere bei der Biodiversität in der Schweiz vermieden (siehe Kasten).

Um die Umweltschäden zu vermindern, die durch den Import von Torf im Ausland anfallen, hatte der Bundesrat 2012 das Torfausstiegskonzept verabschiedet.

Das Konzept sieht vor, daß die Branchen in einer ersten Phase mit freiwilligen Maßnahmen aktiv werden.

Im Sommer 2019 haben Vertreter des produzierenden Gartenbaus, Gartenhandels und der Erdenhersteller eine freiwillige Absichtserklärung unterzeichnet.

In dieser verpflichten sie sich, den Torfanteil in der Produktion und im Angebot von Zierpflanzen, Zimmerpflanzen, Stauden und Zierhölzern bis 2025 auf maximal 50 Prozent und bis 2030 auf maximal 5 Prozent zu vermindern.

Erreicht werden soll dies durch den schrittweisen Ersatz von Torf bei der Herstellung von Erdsubstraten und durch den Verzicht auf den Verkauf von Pflanzen, welche mit Hilfe von Torf angebaut werden.

Dies ist die zweite Absichtserklärung, im Sommer 2017 hatten sich die Marktteilnehmer bereits dazu verpflichtet, bis 2020 den Torfanteil in Sackerden freiwillig auf maximal 5 Prozent zu vermindern.

Torfabbau schadet der Natur, so Experten

Torfabbau schadet der Natur, so Experten

Forschung an Torf-Ersatzstoffen

Im Auftrag des BAFU hat das Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen der ZHAW in zwei Studien die Umweltwirkungen, die soziale Nachhaltigkeit, die pflanzenbaulichen Eigenschaften und die zukünftige Verfügbarkeit von 19 Torf-Ersatzstoffen beurteilt. Alle untersuchten Stoffe verursachen zwischen 28 Prozent bis 98 Prozent weniger klimaschädliche Treibhausgasemissionen als Torf.

Erdsubstrate werden vorzugsweise aus regional angebauten, nachwachsenden Reststoffen mit geringer Konkurrenz anderweitiger Nutzung oder aus Abfallprodukten, wie zum Beispiel Rinden-, Maisstengeln oder Grüngutkompost hergestellt.

Damit praxistaugliche torffreie und torfreduzierte Erdsubstrate für die Anwendung im Gartenbau zur Verfügung stehen, unterstützt das BAFU seit 2017 ein dreijähriges Pilotprojekt mit zehn Gärtnereien unter fachlicher Begleitung von JardinSuisse und des Forschungsinstituts für biologischen Landbau FiBL.

Moorlandschaft mit Moorpflanzen wie Binsen

Moorlandschaft mit Moorpflanzen wie Binsen

Hintergrund: Umweltbelastung durch den Abbau von Torf

Mit Torf bezeichnet man trockengelegte Moorerde.

Ein Naturprodukt, das nur sehr langsam neu gebildet wird – jährlich entsteht rund 1 mm Torf – und dessen Abbau der Artenvielfalt und dem Klima schadet. Damit Torf abgebaut werden kann, werden Moore entwässert und damit wertvolle Lebensräume für Pflanzen- und Tierarten zerstört. Moore bilden ein einzigartiges Ökosystem für Arten, die nur in diesen Biotopen vorkommen.

Moore bedecken zwar nur 3 Prozent der Erdoberfläche, speichern jedoch rund ein Drittel des im Boden eingelagerten Kohlendioxids. Damit übertreffen sie sogar die Speicherkapazität der Wälder.

Kommt Torf mit Sauerstoff in Kontakt, wird es von sauerstoffzehrenden Organismen zersetzt, was klimaschädliches Kohlendioxid und Lachgas freisetzt.

Torf ist aufgrund seiner Stabilität und seinem guten Wasserspeicherungsvermögen z.B. zur Verbesserung der Bodenbeschaffenheit im Gartenbau sehr beliebt.

Diese Eigenschaften hat Torf jedoch nur solange, bis er von den Bodenorganismen abgebaut ist. Die positive Auswirkung auf die Bodenstruktur und das Pflanzenwachstum ist daher nur von kurzer Dauer.

Roboter fühlen „Schmerz“ und reparieren sich selbst

Ein multinationales Projekt zur Entwicklung einer neuen Generation von Robotern, die sich selbst heilen, wird über die nächsten drei Jahre von der EU mit 3 Millionen Euro unterstützt.

Daran beteiligt sind Forscher der Vrije Universiteit Brussel, der University of Cambridge, der École Supérieure de Physique et de Chimie Industrielles de la ville de Paris (ESPCI-Paris), der Empa und des niederländischen Polymerherstellers SupraPolix im Rahmen des EU-Programms „Future & Emerging Technologies“.

Roboter spielen eine immer größere Rolle im täglichen Leben und bei der Arbeit. Bald werden Roboter nicht nur in Fabriken und Labors zu finden sein, sondern uns auch im Alltag unterstützen.

Sie werden im Haushalt helfen, die Arbeitsbelastung verringern und das Leben sicherer machen, so die Initianten des Projekts.

Sie sind weiter davon überzeugt: Roboter arbeiten dann Seite an Seite mit Menschen.

Und daher es ist wichtig, daß dies sicher geschieht, so die Forscher weiter.

Ein 3D-gedruckter Greifer aus selbst heilendem Material hält eine Erdbeere. Bild: Vrije Universiteit Brussel

Ein 3D-gedruckter Greifer aus selbst heilendem Material hält eine Erdbeere. Bild: Vrije Universiteit Brussel

Um mit zerbrechlichen Objekten geschickt umgehen zu können und die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten, werden viele Roboter der nächsten Generation aus flexiblen Materialien bestehen. Dadurch werden sie Menschen weniger verletzen.

Allerdings sind diese „weichen“ Roboter besonders anfällig für Risse durch scharfe Gegenstände. Die erforderlichen Reparaturen werden oft lange dauern und daher sehr kostspielig sein.

Wissenschaftler arbeiten daher im Rahmen des neuen SHERO-Projekts (Self-HEaling soft RObotics)  an Technologien, mit denen solche Roboter Schäden eigenständig „heilen“ können. Damit dies möglichst ohne menschliches Zutun geschehen kann, suchen die Forscher nach selbstheilenden Materialien wie etwa flexiblen Kunststoffen, aus denen die Roboter gebaut werden.

Eingebettetes Funktionsmaterial könnte dafür sorgen, den Selbstheilungsprozeß zu erkennen und zu aktivieren.

Eine Roboterhand aus speziellem Kunststoff, der sich bei Raumtemperatur selber heilen kann: Bild: Vrije Universiteit Brussel Eine Roboterhand aus speziellem Kunststoff, der sich bei Raumtemperatur selber heilen kann: Bild: Vrije Universiteit Brussel

Eine Roboterhand aus speziellem Kunststoff, der sich bei Raumtemperatur selber heilen kann: Bild: Vrije Universiteit Brussel

Das ehrgeizige Ziel des europäischen Projekts ist es, einen sanften Roboter aus selbstheilendem Material zu schaffen, der Schäden erkennt, die notwendigen Schritte einleitet und den Defekt – wenigstens vorübergehend – selbst behebt.

So kann er laufende Arbeitsprozesse abschliessen, um dann während Servicearbeiten vollständig repariert zu werden.

Partner bringen ihr spezielles Wissen (Knauhauh) ins Projekt ein

Das prestigeträchtige Projekt SHERO wird von der Universität Brüssel (VUB) mit einem Team von Wissenschaftlern des Roboterforschungszentrums Brubotics und des Polymerforschungslabors FYSC geleitet. Projektleiter Bram Vanderborght erklärt:

„Wir freuen uns sehr, an der nächsten Robotergeneration zu arbeiten. In den letzten Jahren haben wir bereits erste Schritte unternommen, um selbstheilende Materialien für Roboter herzustellen. Mit dieser Forschung wollen wir fortfahren und vor allem sicherstellen, daß Roboter, die in unserem Arbeitsumfeld eingesetzt werden, sicherer, aber auch nachhaltiger sind. Aufgrund des Selbstreparaturmechanismus der weichen Roboter könnten komplexe, kostspielige Reparaturen der Vergangenheit angehören.“

Thomas George Thuruthel, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Sensorik und Selbstheilung für weiche Robotik an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Universität Cambridge:

„Wir werden maschinelles Lernen einsetzen, um an der Modellierung und Integration dieser selbstheilenden Materialien, Heilen von Aktoren und Sensoren, Schadenserkennung, Lokalisierung und kontrollierte Heilung zu arbeiten. Das Ziel ist es, die selbstheilenden Sensoren und Aktoren in Demonstrationsplattformen zu integrieren, um bestimmte Aufgaben ausführen zu können. “

Die Empa in der Schweiz wiederum wird sich auf die Entwicklung von neuen flexiblen Sensoren und Aktoren konzentrieren, die in die selbstheilenden Polymere eingebettet werden können. Hierzu sagt Empa-Forscher Frank Clemens:

„In einem ersten Schritt werden wir unsere elastischen, piezoresistiven Sensorfasern in selbstheilende Polymer einbetten, um die Dehnung kontinuierlich zu erfassen und den Bereich zu erkennen, in dem die Selbstheilung aktiviert werden muß. In einem späteren Schritt werden je nach Endanwendung andere Arten von Sensoren und Aktoren integriert. „

Tonny Bosman, CEO von SupraPolix: „Wir fühlen uns privilegiert, Partner in diesem Konsortium der europäischen Spitzenforschungsgruppen für weiche Robotik zu sein.

Wir sind davon überzeugt, dass unsere selbstheilenden Materialien dieses Gebiet auf die nächste Ebene heben und damit einen Mehrwert für SupraPolix, die Robotik und die gesamte Community schaffen können. “

Schweiz: Milliardenüberschüsse für 2019

Die vom Volk gegen den massiven Widerstand der Regierung mittels Volksabstimmung erwirkte Schuldenbremse wirkt auch viele Jahre danach immer noch positiv nach:

Erste Hochrechnung 2019: Bund rechnet mit 2,8 Milliarden Franken Überschuß

Für das laufende Jahr rechnet der Bund mit einem Überschuß von 2,8 Milliarden Franken. Budgetiert waren 1,2 Milliarden.

Die Verbesserung ist einerseits auf die Einnahmen der Direkten Bundessteuer und der Verrechnungssteuer zurückzuführen, die schon seit 2018 über den Erwartungen liegen. Insgesamt sind die Einnahmen 0,9 Prozent höher als budgetiert.

Andererseits dürfte der Bund 1,3 Prozent weniger ausgeben als vorgesehen.

Zudem fallen außerordentliche Einnahmen von 490 Millionen an, vor allem aus der Versteigerung von Mobilfunklizenzen.

Was ist die Schuldenbremse?

Hier erfahren Sie mehr über die vom Volk gegen den Willen der Regierung damals beschlossene Schuldenbremse: http://schweizerzeitung.ch/?s=Schuldenbremse

Calancatal: Steuergeld für ersten Naturpark in der italienischen Schweiz

Tourismus-Wirtschaft: Im bündnerischen Calancatal entsteht der erste Regionale Naturpark in der italienischsprachigen Schweiz.

Das BAFU unterstützt den Kanton Graubünden und die beteiligten Gemeinden mit Finanzhilfen bei der Errichtung des Parks.

Zudem hat das BAFU dem Regionalen Naturpark Thal und dem Naturerlebnispark «Wildnispark Zürich Sihlwald» ab 2020 für weitere 10 Jahre das Park-Etikett verliehen.

Wild und urtümlich ist das Calancatal im Süden des Kantons Graubünden. Seine Bevölkerung ist stolz auf die gut erhaltenen Dorfkerne und steinbedeckten Häuser.

Um dieses Tal mit seinen Natur- und Kulturjuwelen besser bekannt zu machen und zu erhalten, haben die Gemeinden Buseno, Calanca und Rossa beschlossen, im Calancatal einen Regionalen Naturpark zu errichten.

Die Gemeinde Misox (Mesocco) ist ebenfalls mit einem Teil ihres Gebiets am Projekt beteiligt.

Die Absicht dazu entstand nachdem das Nationalparkprojekt Adula, dem diese Gemeinden zugestimmt hatten, im Zuge einer Gemeindeabstimmung abgelehnt wurde.

Das BAFU unterstützt die Errichtung des ersten Regionalen Naturparks der italienischsprachigen Schweiz mit Finanzhilfen und verleiht dem Parkprojekt das Kandidatur-Etikett.

Damit können die für einen Park nötigen Strukturen aufgebaut sowie Angebote und Projekte zum Beispiel in den Bereichen Natur, Landschaft und Tourismus realisiert werden.

Positive Entwicklung der Pärke in der Schweiz

Der Naturparkkandidat Calanca gesellt sich zu den 15 Regionalen Naturpärken und dem Naturerlebnispark Wildnispark Zürich Sihlwald sowie dem Naturerlebnispark Jorat, der gegenwärtig errichtet wird.

Da die Pärke sich insgesamt positiv entwickeln, interessieren sich in verschiedenen Fällen weitere Gemeinden für die Integration in einen Park.

Ein Beispiel dafür ist die Erweiterung des Regionalen Naturparks Beverin im Raum Rheinwald / Domleschg.

Parklabel für den Naturpark Thal und den Wildnispark Zürich Sihlwald erneuert

Das BAFU anerkennt Pärke von nationaler Bedeutung, indem es diese mit dem Parklabel auszeichnet. Der Bund verleiht das Label für jeweils 10 Jahre.

Zur Erneuerung des Parklabels führen die Pärke eine Auswertung über die erbrachten Leistungen durch. Auf der Basis dieser Erkenntnisse legen sie die Zielsetzungen und Managementgrundlagen für die nächste zehnjährige Betriebsphase fest.

Das BAFU würdigt die Leistungen des Regionalen Naturparks Thal und des Naturerlebnisparks «Wildnispark Zürich Sihlwald» und verleiht ihnen für weitere 10 Jahre das Parklabel.

EU-Erpressungs-Versuch: Maßnahme zum Schutz der Schweizer Börseninfrastruktur

Die EU versucht, die Unterschrift unter das Rahmenabkommen, daß die Schweiz automatisch EU-Recht übernimmt, zu erzwingen.

Dies käme einem Quasi-EU-Beitritt gleich.

Die Europäische Union hat der Schweiz mit Aberkennung des Börsenplatzes Schweiz gedroht, sodaß kein Zugang mehr zum EU-Markt bestünde.

Die Schweiz hat nun Gegenmaßnahmen eingeleitet.

Sollte die EU ihre Drohung wahr-machen, so wären die beiden größten Börsenplätze Europas außerhalb des Gebietes des EU-Marktes: Großbritannien nach dem Brexit und die Schweiz, die sonst an vielen EU-Regelungen trotz Nicht-EU-Mitgliedschaft freiwillig per bilateralen Abkommen teilnimmt, nach dem mißlungenen Erpressungsversuch zum Rahmenabkommen.

Die Börsenäquivalenz, die die Europäische Kommission der Schweiz befristet gewährt hatte, läuft Ende Juni aus. Um Klarheit für die Marktteilnehmer zu schaffen, informiert das Eidg. Finanzdepartement EFD heute, dass es im Fall einer Nichtverlängerung die Maßnahme zum Schutz der Schweizer Börseninfrastruktur aktivieren wird.

Der Bundesrat hat am 30. November 2018 eine Maßnahme zum Schutz der Schweizer Börseninfrastruktur verabschiedet.

Die entsprechende Verordnung sieht eine Anerkennungspflicht für ausländische Handelsplätze vor, die Aktien von Schweizer Gesellschaften zum Handel zulassen.

Im Falle einer Nichtverlängerung der Börsenäquivalenz wird das EFD diese Schutzmaßnahme gemäß Verordnung aktivieren.

Konkret würde das EFD die Liste der Jurisdiktionen nach Artikel 3 Absatz 3 der entsprechenden Verordnung per 1. Juli 2019 anpassen und die EU in die Liste aufnehmen.

Dies hätte zur Folge, daß Handelsplätze in der EU die Anerkennung nach Artikel 1 Absatz 3 der Verordnung verlieren würden. Handelsplätzen in der EU wäre es damit ab diesem Zeitpunkt untersagt, den Handel mit bestimmten Aktien von Schweizer Gesellschaften anzubieten oder zu ermöglichen.

Eine Aktivierung der Schutzmaßnahme in Bezug auf Handelsplätze in der EU dient einzig dazu, die Funktionsweise der Schweizer Börseninfrastruktur zu schützen.

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