Wolf im Wallis zum Abschuß freigegeben

Erneut hat der Kanton Wallis eine Abschußgenehmigung für einen Wolf erteilt. Der Wolf im Gebiet Montana-Varneralp soll abgeschossen werden. Die Walliser Regierung hat eine Abschußbewilligung erteilt. Der Wolf hatte in den vergangenen Wochen Schafe und Rinder gerissen.

Der WWF Schweiz kritisiert die Abschußbewilligung als übereilt.

Der Wolf im Wallis riß Schafe und auch Rinder

Der WWF bemängelt namentlich, daß die DNA-Analyse noch nicht vorliegt. Es sei somit nicht geklärt, ob tatsächlich ein Wolf drei Rinder auf der Alp du Scex gerissen hat. „Mit der Flinte lassen sich keine Probleme lösen“, sagt Kurt Eichenberger, Großraubtierexperte des WWF Schweiz. Seit Jahren verfolgt das Wallis punkto Wolf vor allem eine Abschuß-Politik, doch die führt in eine Sackgasse, so der WWF.

Für jedes getötete Schaf, das von einem Wolf gerissen wird, wird der Landwirt entschädigt. Der Betrag, den der Bund zahlt, liegt zwischen 200 Franken für ein Lamm und 2000 Franken für ein Zucht-Milchschaf.

Wolf und Schafe: 830.000 Franken (nur Jahr 2010) für Herdenschutz

Auch im Sommer 2010 werden vermutlich mehrere Wölfe in der Schweiz unterwegs sein. Ein wirksamer und von der öffentlichen Hand unterstützter Herdenschutz wird deshalb immer wichtiger.

In den letzten Jahren hat in der Schweiz die Anzahl der Wölfe stetig zugenommen, und diese haben sich auch weiter verbreitet: 2009 wurden 11 verschiedene Wölfe genetisch nachgewiesen, und zwar in 11 Kantonen. Zudem gab es Hinweise auf weitere Tiere. Bereits ist belegt, daß einige dieser Wölfe auch 2010 in der Schweiz unterwegs sind.

Der Europaweg ist gerettet

Der Europaweg führt in grosser und ziemlich gleichmässiger Höhe von Saas-Fee nach Zermatt. Der Europaweg ist weltweit, insbesondere in Amerika, sehr bekannt und erfreut sich grosser Beliebtheit. Die Aussicht, die Höhe und die Wegqualität sind einmalig. Vor fünf Jahren musste der künstliche Durchgang beim Grabenufer oberhalb Randa gesperrt werden; er hielt den Kräften des Bergdrucks nicht stand. Dank einer neuen Hängebrücke ist der Europaweg nun wieder auf seiner ursprünglichen Route durchgehend begehbar.

Der Europaweg konnte gerettet werden (Foto: Zermatt.ch)

Der Europaweg konnte gerettet werden (Foto: Zermatt.ch)

Andauernde Sperrrungen und Umleitungen
Aus Sicherheitsgründen mussten die Wanderer letzten Sommer weit hinunter ins Tal umgeleitet werden, um das Grabengufer oberhalb Randa- zwischen Europahütte und Täschalpe zu umgehen. Nach dieser Sperrung waren ein Abstieg auf etwa 2000 Meter und ein anschliessender Aufstieg zur Europahütte auf 2350 Meter nötig, um das Grabengufer zu passieren. Diese Wegumleitung musste schliesslich, aufgrund des Steinschlags vom Blockgletscher „Grabengufer“, in diesem Frühling gesperrt werden. So musste jeder Wanderer nach Randa 1600 Meter absteigen und anschliessend den 2,5 Stunden Aufstieg zur Europahütte in Angriff nehmen. Die aussergewöhnlich starken Bewegungen des Blockgletschers führten dazu, dass der Weg schon einige Tage nach Instandstellung immer wieder verschüttet wurde.

Investitionen
Nachdem in den letzten Jahren viel Geld in den Unterhalt des Europaweges investiert werden musste, standen die fünf Europaweggemeinden Zermatt, Täsch, Randa, St. Niklaus und Grächen, im Herbst 2009 vor der schwierigen Entscheidung, ob der attraktive Gebirgsweg geschlossen werden oder nach einer Lösung gesucht werden soll. Die sehr heikle Stelle beim „Grabengufer“ musste nachhaltig instand gestellt werden. Die einzig mögliche Lösung – eine Hängebrücke – bedeutete jedoch wiederum einen grossen finanziellen Aufwand. Die beteiligten Gemeinden entschieden sich trotzdem für diese Lösung und stellten das Projekt „Hängebrücke Europaweg“ innert kurzer Zeit gemeinsam auf die Beine. Dank grosszügiger Unterstützung verschiedener Sponsoren (u.a. auch Zermatt Tourismus) konnten die fünf Gemeinden in Zusammenarbeit mit dem Kanton die Königsetappe der Tour Monte Rosa retten. Der Europaweg ist seit dem 4. Juli 2010 ohne Umleitung geöffnet.

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