Jurafrage: Münster BE (Moutier) stimmt über Kantonszugehörigkeit ab

Meistens bringen Abspaltungen und mehr Eigenständigkeit auch wirtschaftliche und kulturelle Blüte. Die Abspaltung durch Linksnationalisten im Jura haben bisher zu keiner Blüte geführt. Man fühlte sich vom Kanton Bern schlecht behandelt und wollte einen eigenen Kanton, aber besser wurde bislang nichts. Weder wirtschaftlich noch in anderer Hinsicht. 

474px-moutier-coat_of_arms-svgNun wird eine Gemeinde, Münster BE bzw. französisch Moutier Be, entscheiden, ob sie zum Kanton Jura möchte oder beim Kanton Bern bleiben möchte:

Die Juradelegationen der bernischen und jurassischen Kantonsregierung sind am 19. Dezember in Bern unter der Leitung von Bundesrätin Simonetta Sommaruga zu einer Tripartiten Konferenz zusammengekommen.

Sie haben ihren gemeinsamen Willen bekräftigt, das Verfahren zur politischen Regelung des Jura-Dossiers im nächsten Jahr vorbildlich zu-ende-zu-führen.

Sie haben außerordentliche Maßnahmen für die Organisation der Abstimmung vom 18. Juni 2017 in Münster BE (Moutier Be) vereinbart. Im Anschluß an die Tripartite wurden der Gemeindepräsident und der Gemeindeschreiber von Münster zu einer Anhörung empfangen.

Die Abstimmung über die künftige Kantonszugehörigkeit der Gemeinde Münster soll vorbildlich ablaufen, damit Beschwerden gegen das – gemäß gewissen Voraussagen äußerst knappe – Ergebnis vermieden werden können. Die beiden Kantonsregierungen haben einen Meinungsaustausch über die Grenzen und die Modalitäten ihres Einsatzes im Abstimmungskampf geführt. Ihr Anliegen ist es, eine objektive und sachbezogene Information zu vermitteln, welche die Meinungen aller respektiert – so wie es auch die Interjurassische Versammlung in ihrer Erklärung Nr. 35 vom 1. Dezember 2016 verlangt.

Die Tripartite hat die bereits ins Auge gefaßten außerordentlichen Maßnahmen für die Organisation der Abstimmung erneut besprochen und präzisiert. Die Vorsteherin des EJPD hat dem Kanton Bern und der Gemeinde Münster ihre Unterstützung zugesichert. Das Bundesamt für Justiz (BJ) wird am Abstimmungstag Beobachter nach Münster entsenden. Die Antwortsendungen der brieflichen Stimmabgabe werden an das BJ adressiert sein und erst am Sonntag, 18. Juni in Anwesenheit von Beobachtern des Bundes geöffnet werden.

Alle für die Abstimmung verwendeten Urnen werden vom BJ versiegelt werden. Diese Maßnahmen werden vom Kanton Bern zusammen mit der Gemeinde Münster und dem BJ finalisiert; sie werden Gegenstand eines Entscheides des bernischen Regierungsrats sein, den er Ende Januar verabschieden dürfte.

Die Teilnehmer der Tripartite nahmen ferner Kenntnis vom Jahresbericht 2016 der Interjurassischen Versammlung. Es handelt sich um den zweitletzten Jahresbericht dieser Institution, die Ende 2017 aufgelöst werden wird.

Im Anschluß an das Treffen empfing die Tripartite den Gemeindepräsidenten von Münster JU, Marcel Winistoerfer, sowie Gemeindeschreiber Christian Vaquin zu einer Anhörung über die Organisation der Abstimmung vom 18. Juni 2017.

Neue mögliche Schweizer Welterbestätten

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 9. Dezember 2016 die Revision der Liste indicative für das UNESCO-Welterbe gutgeheissen. Gemäß der Welterbekonvention der UNESCO erstellt jedes Land eine nationale Liste indicative für zukünftige Kandidaturen für die Liste des Welterbes.

Aus der Schweiz sollen in den nächsten Jahren ein Kultur- und ein Naturobjekt für die Liste des Welterbes kandidieren: die Salginatobelbrücke von Robert Maillart in Schiers (GR) sowie die Alten Buchenwälder im Val di Lodano (TI) und auf dem Bettlachstock (SO).

robert_maillart_01_11Die Salginatobelbücke im Kanton Graubünden ist das Werk des Schweizer Ingenieurs Robert Maillard. Sie wurde 1930 erbaut und war damals mit einer Länge von 90 Metern weltweit die größte Bogenbrücke dieser Art.

Die neue Brückenform, losgelöst von den traditionellen Steinkonstruktionen, war ästhetisch und strukturell einzigartig und dient bis heute als Vorbild für den Stahlbetonbau.

Sie ist ein architektonisches Meisterwerk des 20. Jahrhunderts und ein Meilenstein der Ingenieurbaukunst.

Die Alten Buchenwälder auf dem Bettlachstock und im Val di Lodano ergänzen die transnationalen seriellen Stätten der Welterbeliste der primären und alten Wälder in Deutschland, der Slowakei und in der Ukraine.

Diese Wälder bilden gemeinsam ein herausragendes Beispiel für die außergewöhnliche ökologische Entwicklung der Verbreitung der Buchenwälder in ganz Europa seit der letzten Vergletscherung. Die beiden Wälder auf dem Bettlachstock und im Val di Lodano sind bereits heute Naturwaldreservate und genießen einen guten Schutz.

Welterbestätten sind Kultur- oder Naturstätten von außergewöhnlichem universellem Wert. Mit der Ratifizierung der Welterbekonvention hat sich die Schweiz verpflichtet, ihre Welterbestätten zu schützen, zu pflegen und zu erhalten.

Gemessen an ihrer Größe verfügt die Schweiz im internationalen Vergleich über eine sehr hohe Anzahl von Welterbestätten. Die Revision der aktuellen Liste indicative widerspiegelt deshalb eine strenge Auswahl und enthält nur diejenigen Objekte, die größte Chancen haben, auf die Liste des Welterbes aufgenommen zu werden. Die neuen Vorschläge für die Welterbeliste wurden durch eine Expertengruppe unter der Leitung des Bundesamtes für Kultur geprüft. Ein Eintrag in der Liste indicative bedeutet noch keine Kandidatur für die Liste des Welterbes, ist jedoch deren Voraussetzung.

Aus der Schweiz wurden bisher 12 Stätten auf die Liste des Welterbes aufgenommen:

Die Altstadt von Bern, der Stiftsbezirk von St. Gallen sowie das Benediktinerinnenkloster St. Johann in Müstair (alle 1983), die Burgen und Stadtbefestigung von Bellinzona (2000), die Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch (2001, erweitert 2007), Monte San Giorgio (2003, erweitert 2010), das Weinbaugebiet Lavaux (2007), die Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina, die Tektonikarena Sardona (beide 2008, wobei die RhB die Bezeichnung UNESCO-Welterbe nicht mal ohne Rechtschreibfehler schreiben kann / Anm. d. Red.), La Chaux-de-Fonds/Le Locle, Stadtlandschaft Uhrenindustrie (2009), die Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen (2011) sowie das architektonische Werks von Le Corbusier, ein aussergewöhnlicher
Beitrag an die Architektur der Moderne (2016).

Schließung Post Niederwil AG: Postcom-Behörde erklärt unrechtmäßig zustandegekommene Vereinbarung für rechtsverbindlich

Trotz Gewinnen schließt die Schweizerische Post eine Poststelle nach der anderen. Und dies als Staatsunternehmen, welches eigentlich der Öffentlichkeit dienen sollte.

Nun eine aberwitzige Entscheidung der Postcom: Es wird entschieden, daß sich nichts ändert an der Vereinbarung mit der Post, aber die Post muß „einen Dialog nachholen“.  Dies dürfte der Kritik Auftrieb geben, daß die Postcom-Tätigkeit eine Farce ist.

Im Zusammenhang mit der geplanten Schließung der Poststelle Niederwil AG hat die PostCom mit einer Rückweisung verschiedene Grundsatzentscheide gefällt und weitere Verfahrensaspekte geklärt.

Aberwitzige Entscheidung: Nichts ändert sich, aber die Post muß einen "Dialog nachholen"

Aberwitzige Entscheidung: Nichts ändert sich, aber die Post muß einen „Dialog nachholen“

Die Post vereinbarte mit der Gemeinde Niederwil AG im März 2016 eine einvernehmliche Lösung bezüglich der Schließung dieser Poststelle mit einer Postagentur als Ersatz.

Die Poststelle in Niederwil ist für drei Nachbargemeinden Stetten, Fischbach-Göslikon und Tägerig, wo bereits Agenturen bestehen, jedoch zugleich auch Abholstelle für avisierte Spezialsendungen (Betreibungsurkunden, Zahlungsanweisungen und Nachnahmen).

Die Post hörte diese Gemeinden weder an noch eröffnete sie ihnen einen Entscheid.

Erst am 20. Juni 2016 informierte sie die drei Nachbargemeinden über den Wechsel der Abholstelle und erfüllte nicht die Vorgaben für die Dialogführung mit den Gemeinden gemäß Art. 34 Abs. 1 der Postverordnung VPG.

PostCom definiert den Begriff „betroffene Gemeinde“

Um Rechtssicherheit zu schaffen, hat die PostCom im Sinne eines Grundsatzentscheids in ihrer Empfehlung zu Niederwil definiert, in welchen Fällen die Post mitbetroffene Gemeinden in den Dialog zur geplanten Schließung einer Poststelle einbeziehen muß. Konkret trifft dies zu, wenn die betreffende Poststelle Abholpoststelle für avisierte Sendungen sowie für Bareinzahlungen aus den Nachbargemeinden ist.

Weitere Grundsatzfragen geklärt

In der gleichen Empfehlung hält die PostCom weiter fest, daß sie einige Bestimmungen des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG) analog anwendet. Auch wenn das Verfahren nach Art. 34 VPG kein Verfahren nach VwVG ist, dürfen die Parteien nicht strenger behandelt werden, als die Parteien in einem Verfahren nach VwVG. Deshalb sollen die Art. 38 VwVG über die mangelhafte Eröffnung von Verfügungen, Art. 22a VwVG über den Fristenstillstand und Art. 21 Abs. 2 VwVG betreffend Fristwahrung durch Einreichung an eine unzuständige Behörde analog angewendet werden.

Auch unrechtmäßig zustandegekommene Vereinbarungen für PostCom „verbindlich“

Für die PostCom sind einvernehmliche Lösungen zwischen Post und Gemeinde verbindlich. Sie kann der Post nicht empfehlen, das Verfahren mit der Gemeinde Niederwil AG wieder aufzurollen und tritt daher auf die Eingabe der Gemeinde nicht ein.

Die einvernehmliche Lösung zwischen der Gemeinde Niederwil AG und der Post behält ihre Gültigkeit, auch wenn die Post nun den Dialog mit den Nachbargemeinden aufnehmen muß.

Die Post ist nicht verpflichtet, die Gemeinde Niederwil AG in den neuen Dialog einzubeziehen. Sofern sie es aber als sinnvoll erachtet, die Standortgemeinde der Poststelle etwa als Gast zu den Gesprächen mit den Nachbargemeinden einzuladen, ist ihr dies selbstverständlich unbenommen.

Über die PostCom

Die PostCom ist eine unabhängige Behörde und einzig administrativ dem Departement UVEK angegliedert. Sie beaufsichtigt den schweizerischen Postmarkt bzw. sollte diesen beaufsichtigen und darüber wachen, daß die Grundversorgung in hoher Qualität erfolgt und sichert einen fairen Wettbewerb. Weiter beobachtet sie die Entwicklungen des Postmarktes und damit verbundener Branchen, um eine vielfältige und preiswerte postalische Versorgung aller Landesteile für Wirtschaft und Bevölkerung dauerhaft zu gewährleisten. Die Kommission setzt sich aus sieben durch den Bundesrat gewählte Mitglieder zusammen und wird durch ein Fachsekretariat unterstützt.

Basel: Bürgerliche Parteien empört über Rot-grüne Regierung

Die bürgerlichen Parteien Basels zeigen sich entrüstet aufgrund diverser Vorwürfe, welche sie gegen die linke basler Regierung: Grobes Foul, unzureichende Organisationsführung, Vertuschung und leere Drohungen.

In einer gemeinsamen Mitteilung der Parteipräsidenten von CVP, FDP, LDP und SVP äußern sie sich zu verschiedene Ereignissen der vergangenen Tage aus den rot-grün geführten Departementen.

„Während das Finanzdepartement (FD) rotgrüne Wahlpropaganda betreibt, hat das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) das Projekt «Tramlinie 3» nicht im Griff und schiebt einmal mehr Verantwortung an den Großen Rat ab. Das Präsidialdepartement (PD) muß Kritik wegen den Vorfällen im Historischen Museum einstecken und einräumen, daß unter seiner Aufsicht zu große Risiken eingegangen wurden. Und schließlich kaschiert das Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (WSU) die Vorschläge der rot-grünen Regierungsmehrheit, im Sozialbereich zu kürzen. All diese Vorfälle zeigen: Es ist höchste Zeit für einen Mehrheitswechsel in der Regierung.“

Die Kritikpunkte im Einzelnen sind:

Unlautere Parteiwerbung

Das FD verstieg sich am Freitag dazu, die staatlichen Kommunikationskanäle für rot-grüne Wahlpropaganda zu mißbrauchen und hierbei SP-Großräten eine breite Wahlplattform über einen neutralen Kanal zu bieten. Es verschickte eine Medienmitteilung, in welcher die rot-grüne Wohnbaupolitik einseitig hochgelobt wurde.

Dieses bisher präzedenzlose Vorgehen via regierungsrätliche Medienmitteilung stellt nicht nur einen Verstoß gegen das Kollegialitätsprinzip dar, sondern ist auch ein Foul der gröberen Sorte.

Die Bürgerlichen werden hierzu an der nächsten Großratssitzung eine Interpellation einreichen.

Tramlinie 3

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Tram 3: Entstehen horrende, unvorhergesehene Kosten?

Die gestrige Ausgabe der Basler Zeitung berichtet, daß das Projekt Tramlinie 3 nach Frankreich arg in Schieflage ist. Es drohen massive Kostenüberschreitungen bei Bau, Betrieb und Unterhalt, weil wesentliche Vereinbarungen nicht rechtzeitig abgeschlossen wurden.

Die Projektorganisation wird von einer externen Beraterin als «unzureichend» bewertet, wodurch Beiträge des Bundes in Millionenhöhe gefährdet werden, auf denen unser Kanton sitzenzubleiben droht. Statt Verantwortung zu übernehmen und die Probleme rasch und zielgerichtet anzugehen, schiebt das BVD die Verantwortung an den Großen Rat ab.

Dieses habe sich 2014 für das Projekt ausgesprochen und sei daher dafür verantwortlich zu machen. Es ist richtig, dass der Große Rat die Verlängerung der Tramlinie 3 gutgeheißen hat. Die Verantwortung für die konkrete Umsetzung des Projektes liegt jedoch unbestreitbar beim BVD.

Wie schon bei der unsäglichen «Kinderbuggy»-Verordnung (Haus- und Liegenschaftseigentümern werden verpflichtet, für Kindervelos, Kinderwagen usw. Plätze zu schaffen) versteckt sich der Vorsteher des BVD hinter dem Parlament, statt Führungsverantwortung zu übernehmen.

Intransparente Aufsicht beim Historischen Museum

In der Großratssitzung von letztem Mittwoch mußte der Regierungspräsident einräumen, daß das Historische Museum unter seiner Aufsicht zu große Risiken eingegangen sei. Statt zu diskutieren, wie die heute intransparente Aufsichtsstruktur verbessert werden kann, beschränkte sich die Linke darauf, die Medien zu kritisieren, welche diesen Mißstand aufdeckten. Vertuschen statt verbessern, lautet hier offenbar die Devise.

Aufhorchen ließ an einer Podiumsdiskussion von Radio SRF von letzter Woche auch der Vorsteher des WSU. Er drohte der Bevölkerung damit, daß bei einer bürgerlichen Regierungsmehrheit Sozialabbau drohe. Es sei bei dieser Gelegenheit daran erinnert, daß es die aktuelle rot-grüne Regierungsmehrheit war, welche eine Kürzung der Ergänzungsleistungen vorschlug. Vor diesem Hintergrund erweist sich seine Aussage offensichtlich als leere Drohung.

Die Neue Regionalpolitik ist gefragt

Die Neue Regionalpolitik NRP des Bundes wird genutzt.

Die Neue Regionalpolitik NRP des Bundes wird genutzt.

Die Neue Regionalpolitik NRP des Bundes wird genutzt. Über 1‘800 wirtschaftliche Projekte wurden 2008–15 in den Zielgebieten unterstützt. Dafür gewährte der Bund 250 Millionen Franken A-fonds-perdu-Beiträge und 320 Millionen Franken rückzahlbare Darlehen. Der verschärfte Strukturwandel kurbelt die Nachfrage nach Fördermitteln mit Blick auf die Programmperiode 2016–23 weiter an.

Die NRP zielt darauf ab, die Förderregionen in ihrer Innovationsfähigkeit zu stärken und über eine höhere Wertschöpfung für den nationalen und internationalen Wettbewerb zu qualifizieren. Zwei thematische Schwerpunkte standen 2008–15 bei den Kantonen im Vordergrund: die Förderung von Unternehmertum und Innovation in Industrie und Gewerbe sowie die Unterstützung des Strukturwandels im Tourismus, beides traditionell zentrale Wirtschaftszweige und Entwicklungsmotoren im Fördergebiet der NRP.

Ende 2015 lief die Geltungsdauer des ersten regionalpolitischen Mehrjahresprogramms 2008–15 des Bundes aus. Über 1‘800 regionalwirtschaftliche Projekte wurden in dieser Zeit in den Berggebieten, im ländlichen Raum und den Grenzregionen unterstützt. Die Förderung erfolgte auf der Grundlage von kantonalen und überkantonalen Umsetzungsprogrammen mit einer Laufzeit von jeweils vier Jahren. Der Bund setzte für die Regionalpolitik inklusive Begleitmassnahmen rund 250 Millionen Franken in Form von A-fonds-perdu-Beiträgen und knapp 320 Millionen Franken als rückzahlbare Darlehen ein. Die NRP ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Kantonen. Die für den Vollzug verantwortlichen Kantone haben sich an der Umsetzung ihrer Programme mindestens im gleichen Umfang finanziell zu beteiligen wie der Bund. Die Hebelwirkung der NRP ist beachtlich: Bei den Projekten, die mit A-fonds-perdu-Mitteln unterstützt wurden, stehen jedem vom Bund eingesetzten Franken mindestens drei Franken von Kantonen und Dritten gegenüber; bei Darlehen ist das Verhältnis gar mindestens 1:4.

Im Bereich von Industrie/Gewerbe will der Bund den Zugang der kleinen und mittleren Unternehmen zu Know-how sicherstellen und diese befähigen, neue Produkte und Dienstleistungen oder Prozesse hervorzubringen. So unterstützte beispielsweise die Westschweizer Coaching-Plattform platinn, die über NRP-Mittel finanziert wird, die Entwicklung des waadtländischen Projekts „EcoRobotix“. EcoRobotix ist ein solarbetriebenes, geländegängiges Roboterfahrzeug zur ökologischen Beseitigung von Unkräutern in der Landwirtschaft. Während der Phase der Produktentwicklung wurde die neugegründete Firma von einem Coach der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) begleitet. In der Geschäftsentwicklungsphase übernahm platinn diese Aufgabe.

Im Tourismusbereich strebt der Bund konkurrenzfähigere Tourismusdestinationen und eine Stärkung der Schweiz gegenüber dem internationalen Umfeld an. Zum Beispiel wurden die Anstrengungen im Bodenseeraum unterstützt, grenzüberschreitend den Kongresstourismus zu fördern. Im Rahmen des Interreg-Projekts „BodenseeMeeting“ entwickeln dreizehn Tagungseinrichtungen und -organisationen aus Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz den „Kongress der Zukunft“ und bringen Lernfachleute in einen Dialog.

Der wirtschaftliche Effekt der NRP lässt sich am Beispiel des Kantons Bern aufzeigen. In der Periode 2012–15 wurden dank der NRP über 1‘400 Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert sowie Investitionen von 230 Millionen Franken getätigt.

Der Bund fokussiert im neuen Mehrjahresprogramm 2016-23 noch stärker auf die Förderschwerpunkte Industrie und Tourismus. Beide Wirtschaftsbereiche stehen infolge Frankenstärke und anhaltender Krise in wichtigen europäischen Exportmärkten unter grossem Anpassungsdruck. Die schwierige Lage des Tourismus bewog den Bundesrat, zusätzlich zur ordentlichen NRP-Förderung für 2016–19 ein spezifisches Impulsprogramm aufzugleisen und mit 210 Millionen Franken für Darlehen und Finanzhilfen auszustatten.

Auf diesen Grundlagen reichten die Kantone ihre Umsetzungsprogramme für 2016–19 ein. Im Vergleich zur Vorperiode haben sich die finanziellen Anträge der Kantone an den Bund für 2016–19 weiter erhöht und überschreiten dessen finanzielle Möglichkeiten deutlich. Ein Beleg dafür, dass die NRP-Förderung einem grossen Bedürfnis entspricht.

Asylstatistik April 2016

Seit Dezember 2015 ist die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz kontinuierlich zurückgegangen. (Symbolbild)

Seit Dezember 2015 ist die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz kontinuierlich zurückgegangen. (Symbolbild)

Im April 2016 wurden in der Schweiz 1748 Asylgesuche eingereicht, das sind 224 weniger als im Vormonat (−12 %). Seit Dezember 2015 ist die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz kontinuierlich zurückgegangen.

Die wichtigsten Herkunftsländer von Asylsuchenden im April waren Eritrea mit 194 Gesuchen (-33), Gambia mit 144 Gesuchen (+1), Somalia mit 124 Gesuchen (+19), Syrien mit 116 Gesuchen (-25), Afghanistan mit 113 Gesuchen (-53) und Marokko mit 111 Gesuchen (-9).

Das Staatssekretariat für Migration erledigte im April 2815 Asylgesuche in erster Instanz. Dabei wurden 781 Nichteintretensentscheide auf Grundlage des Dublin-Abkommens gefällt, 562 Personen erhielten Asyl, und 596 Personen wurden vorläufig aufgenommen. Die Zahl der erstinstanzlich hängigen Fälle nahm im Vergleich zum Vormonat um 884 Gesuche ab.

Im April haben 858 Personen die Schweiz kontrolliert verlassen. Die Schweiz hat bei 1070 Personen einen anderen Dublin-Staat um Übernahme angefragt, 419 Personen konnten in den zuständigen Dublin-Staat überführt werden. Gleichzeitig wurde die Schweiz von anderen Dublin-Staaten um Übernahme von 248 Personen ersucht, 37 Personen wurden der Schweiz überstellt.

Der April war somit von einem erneuten Rückgang der Asylgesuche gegenüber dem Vormonat geprägt. Das ist der fünfte Monat in Folge mit rückläufigen Gesuchszahlen. Ungewiss ist zum aktuellen Zeitpunkt, wie sich die Migrationslage in Südosteuropa in den kommenden Wochen und Monaten entwickeln und ob es zu Ausweichbewegungen mit Einfluss auf die Schweiz kommen wird. Dies zeigt auch ein Blick auf das Vorjahr, in welchem in den ersten vier Monaten ebenfalls vergleichsweise wenig Asylgesuche registriert wurden.

Extremisten produzieren Dünger im Ackerboden

Extremisten produzieren Dünger im Ackerboden

Extremisten produzieren Dünger im Ackerboden

Wo die meisten Organismen keine Überlebenschance haben, fühlen sich Archaeen so richtig wohl, etwa in kochend heissen Vulkanquellen, in sehr salzigen Gewässern oder sauren Rindermägen. Nun hat man die Extremisten aber auch in «gewöhnlichen» Ackerböden entdeckt, wo sie Dünger für die Pflanzen aufbereiten.

Archaeen sind die grossen Unbekannten unter den Mikroorganismen. Bis noch vor wenigen Jahren glaubte man, dass es sich bei diesen Einzellern um Ur-Bakterien handelt, die ausschliesslich in lebensfeindlichen Nischen existieren, etwa in heissen Vulkanquellen, in sehr salzigen Gewässern oder in Mägen von Wiederkäuern, wo sie Fettsäuren zu Methan verwandeln. Aufgrund ihrer Nischenexistenz wurden die Archaeen zwar als interessante, aber für unsere Umwelt unbedeutende Organismengruppe eingeschätzt. Doch in den letzten Jahren hat man die Einzeller auch in hiesigen Gewässern und selbst in Ackerböden entdeckt – offenbar fühlen sie sich also nicht nur unter Extrembedingungen wohl. Zudem fand man heraus, dass die Archaeen, genetisch betrachtet, mit den Bakterien ebenso wenig gemein haben wie der Mensch mit einer grünen Pflanze. Seit 1990 werden sie gar als eigene Domäne neben den Bakterien und den Eukaryoten (Organismen mit einem Zellkern) beschrieben.

Weitere Informationen

Offene Stellen der Bundesverwaltung werden vorab den RAV zugänglich gemacht

Offene Stellen der Bundesverwaltung werden vorab den RAV zugänglich gemacht

Offene Stellen der Bundesverwaltung werden vorab den RAV zugänglich gemacht

Offene Stellen der Bundesverwaltung werden vorab den RAV zugänglich gemacht

Bern, 30.06.2015 – Offene Stellen der Bundesverwaltung werden ab dem 1. Juli 2015 sieben Tage vor der öffentlichen Ausschreibung den regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) zugänglich gemacht. Mit dieser Massnahme setzt das Eidgenössische Personalamt (EPA) und das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) einen Beschluss des Bundesrates um. Der Bundesrat will mit dieser Massnahme das Potenzial inländischer Stellensuchenden nutzen.

Alle von der Ausschreibepflicht betroffenen offenen Stellen der Bundesverwaltung werden ab dem 1. Juli 2015 mit einem Vorlauf von mindestens einer Woche sieben Arbeitstage vor der öffentlichen Ausschreibung den regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) zugänglich gemacht. Dies hat der Bundesrat am 11. Februar 2015 im Rahmen der Steuerung der Zu­wan­derung und in Ergänzung der Fachkräfteinitiative beschlossen.

Die Massnahme soll den in der Schweiz gemeldeten Arbeitssuchenden einen Informations­vorsprung gewähren. Dadurch sollen vermehrt inländische Arbeitskräfte eingestellt und die Wieder­eingliederung von arbeitslosen Personen in den Arbeitsmarkt verbessert werden. Die Bundesverwaltung schreibt im Jahr durchschnittlich 3‘000 Stellen zur Wiederbesetzung aus.

Vorgehen interessiert Privatwirtschaft
Mit dieser Massnahme leistet die Bundesverwaltung einen Beitrag zur raschen Integration von Stellensuchenden. Das neue Vorgehen hat Signalwirkung, denn bereits haben verschiedene Firmen, darunter die Schweizerische Post AG, die UBS AG und Nestlé ihr Interesse angemeldet. Sie wollen analog der Lösung der Bundesverwal­tung ihre offenen Stellen ebenfalls mit einem zeitlichen Vorlauf den RAV zur Verfügung stellen.

Eidg. Personalamt

Projektwettbewerb für die Sanierung der Verwaltungsbauten an der Taubenhalde

Projektwettbewerb für die Sanierung der Verwaltungsbauten an der Taubenhalde

Projektwettbewerb für die Sanierung der Verwaltungsbauten an der Taubenhalde

Projektwettbewerb für die Sanierung der Verwaltungsbauten an der Taubenhalde

Bern, 30.06.2015 – Die bundeseigenen Verwaltungsgebäude an der Taubenhalde in Bern sollen nachhaltig saniert werden. Das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) schreibt für diese Aufgabe einen selektiven Projektwettbewerb für Architekten und Fachplaner aus.

Die drei Gebäude in unmittelbarer Nähe des Bundeshaues wurden von 1968 bis 1975 durch die Berner Architektengemeinschaft Daxelhofer, Haltmeyer und Künzi erstellt. Das gesamte Ensemble weist vor allem im Bereich der Gebäudehülle, der Gebäudetechnik und beim Ausbaustandard Sanierungsbedarf auf. Mit der öffentlichen Ausschreibung sucht das BBL ein Projekt, das qualifizierte und kreative Lösungen zum Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz liefert. Einerseits sollen zeitgemässe Büroarbeitsplätze entstehen, andererseits wird bei der Gestaltung der bestehenden Bauten grosses Augenmerk hinsichtlich ihrer Wirkung auf das Stadtbild und das angrenzende Marziliquartier gelegt. Für den Entscheid zu Erhalt und Sanierung des Baubestandes waren in erster Linie Nachhaltigkeitsüberlegungen auschlaggebend.

Das Projekt Gesamtsanierung Taubenhalde ist ein wesentlicher Bestandteil des langfristigen Unterbringungskonzepts der Bundesverwaltung (UK 2024). Die heutigen Nutzer werden ab 2019 mehrheitlich in das neue Verwaltungszentrum am Guisanplatz umziehen. Anschliessend ist im Campus Taubenhalde die Unterbringung von Verwaltungseinheiten des Eidgenössischen Departementes für auswärtige Angelegenheiten (EDA) vorgesehen.

Bundesamt für Bauten und Logistik

Hauptwil TG: Versuchter Raubüberfall

Das Bild zeigt den Täter mit auffällig blauer Jacke am Bankschalter. (Kapo TG)

Das Bild zeigt den Täter mit auffällig blauer Jacke am Bankschalter. (Kapo TG)

Ein unbekannter Täter hat am Donnerstag versucht, die Raiffeisenbank in Hauptwil zu überfallen. Verletzt wurde niemand, die Kantonspolizei Thurgau sucht Zeugen.

Gemäß den Erkenntnissen der Kantonspolizei Thurgau betrat der Täter kurz nach 8 Uhr den Schalterraum und bedrohte den Angestellten mittels einer Tasche, … weiter lesen >>>

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