Zermatt: Statt Schalterschließung mehr Schalter

Seit Dezember 2017 ist das Tourismusbüro Zermatt täglich von acht bis acht geöffnet.

Zermatt Tourismus reagiert damit auf steigende Besucherzahlen und auf das Bedürfnis der Gäste, persönliche Auskunft vor Ort zu erhalten.

Entgegen der allgemeinen Entwicklung zu Schalterschließungen erweitert das Tourismusbüro in Zermatt seine Öffnungszeiten ab dem 1. Dezember 2017.

Gäste werden am Schalter neu täglich von 8:00 bis 20:00 Uhr beraten – 365 Tage im Jahr.

Bedürfnis der Gäste

„Wir passen uns mit dieser Änderung den Bedürfnissen der Gäste an“, sagt Christian Ziörjen, Leiter Destinationsservice bei Zermatt Tourismus. Er stellt fest: „Der persönliche Kontakt mit Spezialisten vor Ort ist bei uns nach wie vor sehr gefragt.“ Alleine im Juli 2017 sind 25’000 Personen in die Schalterhalle getreten – dies entspricht über 800 Gästen pro Tag. Auch in den anderen Monaten ist ein deutlicher Anstieg an Gästeanfragen zu beobachten. Dies hat damit zu tun, dass die Besucherzahlen in der Destination insgesamt gestiegen sind. Die Logiernächte haben gegenüber dem Vorjahr um rund 6 Prozent zugenommen.

Bisherige Öffnungszeiten

Bisher erhielten Gäste von 8:30 Uhr bis 18:00 Uhr Auskunft am Tourismusschalter – je nach Saison mit oder ohne Mittagspause. Zudem galten an Sonntagen eingeschränkte Öffnungszeiten. Die zusätzlichen Öffnungszeiten über Mittag erlauben eine bessere Verteilung der Anfragen über den Tag. Mit den zusätzlichen Stunden am Abend kommt Zermatt Tourismus insbesondere internationalen Gästen entgegen. Tests haben gezeigt, dass sie das Bedürfnis haben, auch am Abend Informationen aus dem Tourismusbüro zu erhalten.

Mit Digitalisierung mithalten

Die Verlängerung der Öffnungszeiten schliesst nicht aus, dass Zermatt Tourismus auch in die Digitalisierung investiert. Genauso wie die Anfragen im Tourismusbüro steigen, nimmt auch die Informationsbeschaffung über digitale Kanäle zu. Zermatt Tourismus baut deswegen den Webauftritt aus. Neu kümmert sich eine Vollzeitstelle ausschliesslich um einen Livechat. Zudem wird Zermatt Tourismus Virtual Reality in der Schalterhalle einführen. Die aktuelle digitale Besucherlenkung besteht aus Ipads, interaktiven Bildschirmen und einer Video Wall hinter den Schaltern.

Destination Zermatt – Matterhorn

Die Destination Zermatt – Matterhorn umfasst die Gemeinden Zermatt, Täsch und Randa und ist umgeben von 38 Viertausendern, darunter auch das Matterhorn – der meistfotografierte Berg der Welt. Der Tourismusort zeichnet sich durch Naturerlebnisse, Gastfreundschaft und hochwertige Gastronomie mit 255 GaultMillau Punkten und 3 Michelin Sternen aus. Im Sommer bietet die Destination 400 km Wanderwege; im Winter 360 km Skipisten.

Fahrplan Graubünden 2018: Bessere Verbindungen

Mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 wird das Angebot des öffentlichen Verkehrs in Graubünden attraktiver gestaltet.

Gut für alle Wintersportler und Sommerurlauber aber auch für die bündner Wirtschaft und die Einheimischen.

Zusätzliche Verbindungen schließen Taktlücken und binden Regionen und Randregionen besser an die Verkehrszentren an.

Bessere Verbindungen gibt es in die Surselva, ins Engadin und ins Domleschg sowie ins Puschlav und weitere Regionen Graubündens.

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Illegale Migration: Graubünden stockt Grenzwachtkorps auf

Die Bündner Regierung reicht im Auftrag des Großen Rats eine Standesinitiative zur Aufstockung des Grenzwachtkorps ein.

Beim Grenzwachtkorps solle eine personelle Aufstockung mit materiell zeitgemäßer Ausrüstung und Infrastruktur erfolgen, so die Kantonsregierung Graubündens in einer Mitteilung.

So soll sichergestellt werden, daß das Grenzwachtkorps die wachsenden Herausforderungen heute und in Zukunft im Bereich seiner Zoll- und Sicherheitsaufgaben sowie der illegalen Migration zufriedenstellend erfüllen kann.

Folgen der offenen Grenzen und der Einladungen der Kanzlerin Merkel

Die Einladung der deutschen Kanzlerin Merkel an sogenannte Flüchtlinge bzw. Wirtschaftsmigranten in aller Welt einfach illegal nach Europa einzureisen, zeigte auch in der Schweiz Auswirkungen.

Schweizer Zöllner kamen schon 2015 an ihre Leistungsgrenze. Grenzwacht und Zoll mußten wegen der stark zunehmenden Migration übliche Dienstleistungen zurückstellen, so Grenzwachtkorps-Chef Jürg Noth 2016, und weiter: Steige der Druck, müsse im Notfall die Armee aushelfen.

Kommentar auf Rhätische-Zeitung.ch

Die Grenze zwischen der Schweiz und Italien wird munter kontrolliert. Grenzposten wie zu alten Zeiten vor Schengen (Bild: Remo Maßat, RZ – Grenze Brüsc (Brusio / CH) und Thiran (Tirano / IT)

Die Grenze zwischen der Schweiz und Italien wird wie vor Schengen kontrolliert. (Bild: Remo Maßat, RZ – Grenze Brüsc (Brusio / CH) und Thiran (Tirano / IT)

Botschafter Polens im Wallsis

Der Botschafter der Republik Polen in der Schweiz, S. E. Jakub Kumoch, war am Dienstag offiziell im Wallis zu Besuch.

Begleitet von seinem Botschaftsrat Erster Klasse Pawel Gronow und seinem ersten Botschaftssekretär Jedrzej Uszynski hat ihn eine Walliser Delegation, angeführt von Staatsratspräsident Jacques Melly und Vizestaatsratspräsidentin Esther Waeber-Kalbermatten, im Schloß Mercier in Siders empfangen.

In seiner Willkommensansprache unterstrich Staatsratspräsident Jacques Melly die vielfältige Geschichte und Kultur Polens. Er hob die Wichtigkeit der freundschaftlichen Beziehung, die die beiden Länder seit Jahren gegenseitig pflegt, hervor.

Er erinnerte insbesondere auch daran, daß das Wallis während dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche im Exil lebende polnische Staatsangehörige aufnahm. Diese halfen bei der Erstellung vieler Bauten im Kanton mit. Beispielsweise Staumauern, Eisenbahnlinien oder Trockensteinmauern in den Rebbergen.

Der Botschafter von Polen seinerseits erwähnte die Entwicklung der Wirtschaft in seinem Land, deren Wachstum sich in den letzten Jahren regelmäßig zwischen drei und vier Prozent bewegt hat. Er stellte auch Gemeinsamkeiten zwischen der polnischen und Walliser Wirtschaft fest. Etwa in Bezug auf die zahlreichen kleineren und mittleren Unternehmen, die in den beiden Regionen beheimatet sind.

Der Präsident und die Vizepräsidentin der Regierung wurden begleitet von Staatskanzler Philipp Spörri, Großratspräsident Diego Wellig, Lionel Seeberger, Präsident des Kantonsgerichts, Nicolas Dubuis, Generalstaatsanwalt und Jean-Marie Viaccoz, Präfekt des Bezirks Siders.

Pierre-André Thiébaud erhält Kulturpreis 2017 des Wallis

Der Filmemacher Pierre-André Thiébaud wird mit dem diesjährigen Kulturpreis des Kantons Wallis ausgezeichnet. Die Förderpreise gehen an drei junge Frauen: die Schauspielerin Mali Van Valenberg, die Sopranistin Franziska Andrea Heinzen und das Ensemble «Courant d’Cirque». Der Spezialpreis wird dem Musiker und Leiter des Kollektivs «L’oeil et l’oreille» Richard Jean verliehen. Die Preisübergabe findet am 3. November 2017 im Unterwallis statt.

Der Träger des diesjährigen Kulturpreises des Kantons Wallis, Pierre-André Thiébaud, ist 1954 in Granges geboren. Nach einer Ausbildung in Marketing und Wirtschaftswissenschaften machte sich Pierre-André Thiébaud am Institut National des Arts et du Spectacle in Brüssel bei Regisseur André Delvaux mit der Filmkunst vertraut.

Pierre-André Thiébaud (Foto: Kanton Wallis)

Pierre-André Thiébaud (Foto: Kanton Wallis)

Die Filme, die seine Laufbahn gekreuzt haben, erst als Produzent bei Amidon Paterson mit Pierre-Alain Meier und später als delegierter Produzent seines eigenen Unternehmens PCT cinéma – télévision SA (Spezialisierung auf Produktion und Vertrieb unabhängiger Spiel- und Dokumentarfilme) haben internationale Anerkennung erlangt.

Pierre-André Thiébaud ist ein Pionier des professionellen audiovisuellen Schaffens im Wallis seit 1985 und hat über 60 Filme für Kino und Fernsehen produziert und koproduziert (Dokumentar- und Spielfilme). Seine Filmografie ist eng mit dem Wallis verbunden.

In erster Linie seine Spielfilme, wie die Koproduktion eines Fernsehfilms über Farinet und eine Adaptation eines Romans von Narcisse Praz (Les amants de la Dent Blanche von Raymond Vouillamoz) sowie ein Spielfilm von Anne Gonthier Deux jours avec mon père, der auf dem Sanetschpass gedreht wurde. Aber auch seine Dokumentarfilme, seine eigenen Filmen, beispielsweise einer über die Alusuisse-Fabrik in Chippis (La vie continue), ein anderer über Corinna Bille (La demoiselle sauvage) sowie sein jüngster, der zurzeit ausgestrahlt wird (Sapinhaut, une bouffée d’air folk).

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Innovationsförderung Graubünden fördert Nicolo Paganini aus dem Puschlav

Der Kanton Graubünden fördert innovative Projekte und Grundlagenarbeiten in der Land- und Ernährungswirtschaft, um für die Bündner Unternehmen beste Voraussetzungen zu schaffen, hochwertige Produkte herzustellen, innovative Vermarktungswege einzuschlagen und Marknischen zu besetzen.

An der Pressekonferenz zur Innovationsförderung an der Guarda!-Messe am 2. November 2017 in Chur wurden Innovationsbeispiele vorgestellt.

Darunter der Betrieb Piccoli Frutti von Nicolo Paganini aus dem Puschlav. Der Film über den Betrieb ist eines der drei Beispiele der Filmreihe „Von Bauern für Bauern“ zum Thema „Erfolgsgeschichten für regionale Vermarktungsinitiativen“.

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Jurafrage: Münster BE (Moutier) stimmt über Kantonszugehörigkeit ab

Meistens bringen Abspaltungen und mehr Eigenständigkeit auch wirtschaftliche und kulturelle Blüte. Die Abspaltung durch Linksnationalisten im Jura haben bisher zu keiner Blüte geführt. Man fühlte sich vom Kanton Bern schlecht behandelt und wollte einen eigenen Kanton, aber besser wurde bislang nichts. Weder wirtschaftlich noch in anderer Hinsicht. 

474px-moutier-coat_of_arms-svgNun wird eine Gemeinde, Münster BE bzw. französisch Moutier Be, entscheiden, ob sie zum Kanton Jura möchte oder beim Kanton Bern bleiben möchte:

Die Juradelegationen der bernischen und jurassischen Kantonsregierung sind am 19. Dezember in Bern unter der Leitung von Bundesrätin Simonetta Sommaruga zu einer Tripartiten Konferenz zusammengekommen.

Sie haben ihren gemeinsamen Willen bekräftigt, das Verfahren zur politischen Regelung des Jura-Dossiers im nächsten Jahr vorbildlich zu-ende-zu-führen.

Sie haben außerordentliche Maßnahmen für die Organisation der Abstimmung vom 18. Juni 2017 in Münster BE (Moutier Be) vereinbart. Im Anschluß an die Tripartite wurden der Gemeindepräsident und der Gemeindeschreiber von Münster zu einer Anhörung empfangen.

Die Abstimmung über die künftige Kantonszugehörigkeit der Gemeinde Münster soll vorbildlich ablaufen, damit Beschwerden gegen das – gemäß gewissen Voraussagen äußerst knappe – Ergebnis vermieden werden können. Die beiden Kantonsregierungen haben einen Meinungsaustausch über die Grenzen und die Modalitäten ihres Einsatzes im Abstimmungskampf geführt. Ihr Anliegen ist es, eine objektive und sachbezogene Information zu vermitteln, welche die Meinungen aller respektiert – so wie es auch die Interjurassische Versammlung in ihrer Erklärung Nr. 35 vom 1. Dezember 2016 verlangt.

Die Tripartite hat die bereits ins Auge gefaßten außerordentlichen Maßnahmen für die Organisation der Abstimmung erneut besprochen und präzisiert. Die Vorsteherin des EJPD hat dem Kanton Bern und der Gemeinde Münster ihre Unterstützung zugesichert. Das Bundesamt für Justiz (BJ) wird am Abstimmungstag Beobachter nach Münster entsenden. Die Antwortsendungen der brieflichen Stimmabgabe werden an das BJ adressiert sein und erst am Sonntag, 18. Juni in Anwesenheit von Beobachtern des Bundes geöffnet werden.

Alle für die Abstimmung verwendeten Urnen werden vom BJ versiegelt werden. Diese Maßnahmen werden vom Kanton Bern zusammen mit der Gemeinde Münster und dem BJ finalisiert; sie werden Gegenstand eines Entscheides des bernischen Regierungsrats sein, den er Ende Januar verabschieden dürfte.

Die Teilnehmer der Tripartite nahmen ferner Kenntnis vom Jahresbericht 2016 der Interjurassischen Versammlung. Es handelt sich um den zweitletzten Jahresbericht dieser Institution, die Ende 2017 aufgelöst werden wird.

Im Anschluß an das Treffen empfing die Tripartite den Gemeindepräsidenten von Münster JU, Marcel Winistoerfer, sowie Gemeindeschreiber Christian Vaquin zu einer Anhörung über die Organisation der Abstimmung vom 18. Juni 2017.

Neue mögliche Schweizer Welterbestätten

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 9. Dezember 2016 die Revision der Liste indicative für das UNESCO-Welterbe gutgeheissen. Gemäß der Welterbekonvention der UNESCO erstellt jedes Land eine nationale Liste indicative für zukünftige Kandidaturen für die Liste des Welterbes.

Aus der Schweiz sollen in den nächsten Jahren ein Kultur- und ein Naturobjekt für die Liste des Welterbes kandidieren: die Salginatobelbrücke von Robert Maillart in Schiers (GR) sowie die Alten Buchenwälder im Val di Lodano (TI) und auf dem Bettlachstock (SO).

robert_maillart_01_11Die Salginatobelbücke im Kanton Graubünden ist das Werk des Schweizer Ingenieurs Robert Maillard. Sie wurde 1930 erbaut und war damals mit einer Länge von 90 Metern weltweit die größte Bogenbrücke dieser Art.

Die neue Brückenform, losgelöst von den traditionellen Steinkonstruktionen, war ästhetisch und strukturell einzigartig und dient bis heute als Vorbild für den Stahlbetonbau.

Sie ist ein architektonisches Meisterwerk des 20. Jahrhunderts und ein Meilenstein der Ingenieurbaukunst.

Die Alten Buchenwälder auf dem Bettlachstock und im Val di Lodano ergänzen die transnationalen seriellen Stätten der Welterbeliste der primären und alten Wälder in Deutschland, der Slowakei und in der Ukraine.

Diese Wälder bilden gemeinsam ein herausragendes Beispiel für die außergewöhnliche ökologische Entwicklung der Verbreitung der Buchenwälder in ganz Europa seit der letzten Vergletscherung. Die beiden Wälder auf dem Bettlachstock und im Val di Lodano sind bereits heute Naturwaldreservate und genießen einen guten Schutz.

Welterbestätten sind Kultur- oder Naturstätten von außergewöhnlichem universellem Wert. Mit der Ratifizierung der Welterbekonvention hat sich die Schweiz verpflichtet, ihre Welterbestätten zu schützen, zu pflegen und zu erhalten.

Gemessen an ihrer Größe verfügt die Schweiz im internationalen Vergleich über eine sehr hohe Anzahl von Welterbestätten. Die Revision der aktuellen Liste indicative widerspiegelt deshalb eine strenge Auswahl und enthält nur diejenigen Objekte, die größte Chancen haben, auf die Liste des Welterbes aufgenommen zu werden. Die neuen Vorschläge für die Welterbeliste wurden durch eine Expertengruppe unter der Leitung des Bundesamtes für Kultur geprüft. Ein Eintrag in der Liste indicative bedeutet noch keine Kandidatur für die Liste des Welterbes, ist jedoch deren Voraussetzung.

Aus der Schweiz wurden bisher 12 Stätten auf die Liste des Welterbes aufgenommen:

Die Altstadt von Bern, der Stiftsbezirk von St. Gallen sowie das Benediktinerinnenkloster St. Johann in Müstair (alle 1983), die Burgen und Stadtbefestigung von Bellinzona (2000), die Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch (2001, erweitert 2007), Monte San Giorgio (2003, erweitert 2010), das Weinbaugebiet Lavaux (2007), die Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina, die Tektonikarena Sardona (beide 2008, wobei die RhB die Bezeichnung UNESCO-Welterbe nicht mal ohne Rechtschreibfehler schreiben kann / Anm. d. Red.), La Chaux-de-Fonds/Le Locle, Stadtlandschaft Uhrenindustrie (2009), die Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen (2011) sowie das architektonische Werks von Le Corbusier, ein aussergewöhnlicher
Beitrag an die Architektur der Moderne (2016).

Schließung Post Niederwil AG: Postcom-Behörde erklärt unrechtmäßig zustandegekommene Vereinbarung für rechtsverbindlich

Trotz Gewinnen schließt die Schweizerische Post eine Poststelle nach der anderen. Und dies als Staatsunternehmen, welches eigentlich der Öffentlichkeit dienen sollte.

Nun eine aberwitzige Entscheidung der Postcom: Es wird entschieden, daß sich nichts ändert an der Vereinbarung mit der Post, aber die Post muß „einen Dialog nachholen“.  Dies dürfte der Kritik Auftrieb geben, daß die Postcom-Tätigkeit eine Farce ist.

Im Zusammenhang mit der geplanten Schließung der Poststelle Niederwil AG hat die PostCom mit einer Rückweisung verschiedene Grundsatzentscheide gefällt und weitere Verfahrensaspekte geklärt.

Aberwitzige Entscheidung: Nichts ändert sich, aber die Post muß einen "Dialog nachholen"

Aberwitzige Entscheidung: Nichts ändert sich, aber die Post muß einen „Dialog nachholen“

Die Post vereinbarte mit der Gemeinde Niederwil AG im März 2016 eine einvernehmliche Lösung bezüglich der Schließung dieser Poststelle mit einer Postagentur als Ersatz.

Die Poststelle in Niederwil ist für drei Nachbargemeinden Stetten, Fischbach-Göslikon und Tägerig, wo bereits Agenturen bestehen, jedoch zugleich auch Abholstelle für avisierte Spezialsendungen (Betreibungsurkunden, Zahlungsanweisungen und Nachnahmen).

Die Post hörte diese Gemeinden weder an noch eröffnete sie ihnen einen Entscheid.

Erst am 20. Juni 2016 informierte sie die drei Nachbargemeinden über den Wechsel der Abholstelle und erfüllte nicht die Vorgaben für die Dialogführung mit den Gemeinden gemäß Art. 34 Abs. 1 der Postverordnung VPG.

PostCom definiert den Begriff „betroffene Gemeinde“

Um Rechtssicherheit zu schaffen, hat die PostCom im Sinne eines Grundsatzentscheids in ihrer Empfehlung zu Niederwil definiert, in welchen Fällen die Post mitbetroffene Gemeinden in den Dialog zur geplanten Schließung einer Poststelle einbeziehen muß. Konkret trifft dies zu, wenn die betreffende Poststelle Abholpoststelle für avisierte Sendungen sowie für Bareinzahlungen aus den Nachbargemeinden ist.

Weitere Grundsatzfragen geklärt

In der gleichen Empfehlung hält die PostCom weiter fest, daß sie einige Bestimmungen des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG) analog anwendet. Auch wenn das Verfahren nach Art. 34 VPG kein Verfahren nach VwVG ist, dürfen die Parteien nicht strenger behandelt werden, als die Parteien in einem Verfahren nach VwVG. Deshalb sollen die Art. 38 VwVG über die mangelhafte Eröffnung von Verfügungen, Art. 22a VwVG über den Fristenstillstand und Art. 21 Abs. 2 VwVG betreffend Fristwahrung durch Einreichung an eine unzuständige Behörde analog angewendet werden.

Auch unrechtmäßig zustandegekommene Vereinbarungen für PostCom „verbindlich“

Für die PostCom sind einvernehmliche Lösungen zwischen Post und Gemeinde verbindlich. Sie kann der Post nicht empfehlen, das Verfahren mit der Gemeinde Niederwil AG wieder aufzurollen und tritt daher auf die Eingabe der Gemeinde nicht ein.

Die einvernehmliche Lösung zwischen der Gemeinde Niederwil AG und der Post behält ihre Gültigkeit, auch wenn die Post nun den Dialog mit den Nachbargemeinden aufnehmen muß.

Die Post ist nicht verpflichtet, die Gemeinde Niederwil AG in den neuen Dialog einzubeziehen. Sofern sie es aber als sinnvoll erachtet, die Standortgemeinde der Poststelle etwa als Gast zu den Gesprächen mit den Nachbargemeinden einzuladen, ist ihr dies selbstverständlich unbenommen.

Über die PostCom

Die PostCom ist eine unabhängige Behörde und einzig administrativ dem Departement UVEK angegliedert. Sie beaufsichtigt den schweizerischen Postmarkt bzw. sollte diesen beaufsichtigen und darüber wachen, daß die Grundversorgung in hoher Qualität erfolgt und sichert einen fairen Wettbewerb. Weiter beobachtet sie die Entwicklungen des Postmarktes und damit verbundener Branchen, um eine vielfältige und preiswerte postalische Versorgung aller Landesteile für Wirtschaft und Bevölkerung dauerhaft zu gewährleisten. Die Kommission setzt sich aus sieben durch den Bundesrat gewählte Mitglieder zusammen und wird durch ein Fachsekretariat unterstützt.

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