Ordentlich, freundlich, kaum Schäden: Die Qualität im Regionalverkehr ist gut

Niemand fährt soviel mit dem ÖV, mit dem Zug, wie die Bevölkerung in der Schweiz.

Die Züge und Busse sind in aller Regel pünklich, die Taktung ist eng, die Anschlüsse gut.

Wer einmal in Deutschland oder Frankreich unterwegs war mit dem Zug, der weiß es zu schätzen, daß im Vergleich zu Nachbarländern die Pünklichkeit gegeben ist und auch das Personal freundlicher ist.

Auch, wenn es sicherlich noch Verbesserungspotentiale hat:

Die Qualität im öffentlichen regionalen Personenverkehr Schweiz ist  gemäß einer aktuellen Untersuchung allgemein gut.

Züge, Busse und Haltestellen sind in der Regel in ordentlichem Zustand, Billett-Entwerter und Automaten funktionieren und die Sitze sind mehrheitlich in Ordnung.

Dies gilt für alle Regionen der Schweiz und unabhängig von den einzelnen Transportunternehmen. Verbesserungspotential besteht bei der Information der Kunden und der Sauberkeit, vorab bei den Haltestellen. Dies geht aus einem Bericht des Bundesamts für Verkehr (BAV) hervor.

Zum dritten Mal veröffentlicht das Bundesamt für Verkehr (BAV) einen Bericht zur Qualität im regionalen Personenverkehr.

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt der Bericht 2018 stabile bis leicht verbesserte Ergebnisse. Gute bis sehr gute Werte erreichen die Unternehmen bei der Ordnung und bezüglich Schäden in Zug und Bus:

Es liegen kaum Abfälle oder Zeitungen herum, Sitze und Abfallbehälter sind meistens unbeschädigt und die WCs funktionieren in der Regel. Auch Kompetenz und Verhalten des Fahrpersonals in den Bussen werden wiederum sehr gut bewertet.

Bei der Sauberkeit und der Kundeninformation an Haltestellen sind im Vergleich zum Vorjahr zwar Fortschritte festzustellen.

Sowohl an Haltestellen wie auch in Zügen und Bussen resultieren hinsichtlich dieser beiden Kriterien aber nach wie vor die tiefsten Bewertungen. In den Fahrzeugen wird zum Beispiel die nächste Haltestelle mangelhaft angekündigt. Bezüglich

Sauberkeit schneiden das Fahrzeug-Äußere sowie Fenster und Glasscheiben teilweise schlecht ab. Aufgrund der beträchtlichen Unterschiede zwischen den Unternehmen geht das BAV davon aus, dass großes Potential für Verbesserungen besteht.

Das BAV hat für alle Bereiche Mindeststandards festgelegt. Diese sind ambitioniert:

So müssen zum Beispiel für eine genügende Beurteilung bei der Sauberkeit in den Fahrzeugen 95 bzw. 96 von 100 Punkten erreicht werden.

Mindeststandards verfehlt

In der Gesamtbeurteilung verfehlen rund 12 Prozent (2017: 13 Prozent) der Unternehmen den Mindeststandard bei den Bussen, bei den Zügen sind es rund 23 Prozent (unverändert) und bei den Haltestellen rund 24 Prozent (40 Prozent) der Unternehmen.

Der öffentliche regionale Personenverkehr wird vom Bund und den Kantonen subventioniert. Mit dem Qualitätsmesssystems Regionaler Personenverkehr (QMS RPV) können Bund und Kantone die Qualität der bestellten und mitfinanzierten Leistungen messen, auswerten und dokumentieren sowie schweizweit nach einheitlicher Methode vergleichen.

Die Ergebnisse der Unternehmen werden regelmäßig analysiert. Im Rahmen von Angebots- und/oder Zielvereinbarungen können den Unternehmen bei Bedarf Verbesserungsziele gesetzt werden.

Pünktlichkeitsmessung fehlt noch

Das QMS RPV befindet sich weiterhin im Aufbau. Noch nicht fertig umgesetzt ist die Pünktlichkeitsmessung.

Zahlreichen Transportunternehmen fehlt vorderhand das nötige technische System zur Datenbereitstellung.

In diesem Bereich erwartet das BAV im Laufe dieses Jahres von den Unternehmen deutliche Fortschritte.

Pro Jahr werden durch Testkunden mehr als 40’000 Erhebungen in Fahrzeugen und an Haltestellen bei rund 1200 Bahn- und Buslinien des subventionierten RPV durchgeführt.

Der eigenwirtschaftliche Fernverkehr und der von den Kantonen und/oder Gemeinden subventionierte Ortsverkehr werden mit dem QMS RPV nicht analysiert.

Zum Strache-Video auf Ibiza: Es ging um Rußland

Von zahlreichen Politikern sollen solche von Geheimdiensten und anderen undurchsichtigen Organisationen initiierte Videos und andere kompromittierende Dinge bestehen, damit man, wenn man will, die entsprechenden Personen elegant absetzen kann.

Ende Juli 2017 wurden der österreichische FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und sein Parteikollege Johann Gudenus in eine Villa auf Ibiza gelockt und heimlich gefilmt.

„Zufällig“ wurde das Video nun 2019 ausgespielt. Und zufällig 2 Medien, dem ehemaligen deutschen Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ sowie der linksliberalen Publikation „Süddeutsche Zeitung“, beide stramm auf Atlantikbrücke-Kurs, zugespielt.

Doch warum mußte Strache entfernt werden aus Sicht derer, die das Video in Auftrag gaben? Was steckt dahinter, fragt sich.

Das Portal „Swiss Propaganda Research“ schreibt zur Causa Strache / Ibiza:

„Der Elefant in der Finca ist offenkundig jener Geheimdienst, der längst dafür bekannt ist, die Wiener Politik systematisch auszuspähen.

Das naheliegende Ziel war die Entfernung von Rußlandfreunden, EU- und Migrationskritikern.

Aus geheimdienstlicher Sicht war Ibiza eine legitime Aktion, denn wer bereit ist, medialen und politischen Einfluß an Rußland zu verschachern, darf bzw. muß entfernt werden.“

https://swprs.org/ibiza-und-der-geheimdienst/

Jan Ullrich auf Entzug +++ Villa steht auf Mallorca zum Verkauf

Der lange im Thurgau wohnhafte Radsportler Jan Ullrich ist von Mallorca zurück in die Schweiz gezogen. Für eine Reha-Kur.

Ullrich machte in der Vergangenheit immer wieder wegen Drogen und Alkohol Schlagzeilen.

Im Sommer 2018 verging kein Monat, in dem nicht mit neuen Exzessen und zum Teil auch Gewalt (gefährliche Körperverletzung) schockiert wurde. Besonders Schlagzeilen machte sein Auftreten auf einer Feier seines Nachbarn Til Schweiger.

Verfahren in Deutschland, der Schweiz und Mallorca wegen Verkehrsunfällen und Ausrastern unter Alkohol- und mutmaßlich auch Drogeneinfluß.

Nun ist er offziell in Reha, es wird von Entzugskur berichtet.

Dem Radsportler wurden viele gewonneneTitel wegen Doping nachträglich aberkannt.

Verkauf der Mallorca-Villa von Jan Ullrich

Im März gab es erste Gerüchte, daß er seine Mallorca-Villa verkaufen möchte.

Nun berichten aktuell übereinstimmend schweizerische und deutsche Medien, er werde die Mallorca-Villa, die er verkaufen möchte nicht los.

Der Preis soll mangels Kaufinteressenten um eine halbe Million gesenkt worden sein, berichtet Nau.ch.

Grund für die schwere Verkäuflichkeit der Villa soll der eigenwillige Stil sein, der nicht bei allen Kaufinteressenten Anklang findet. Und angeblich soll das Anwesen auch ziemlich heruntergekommen sein.

Nicht mehr zurück nach Mallorca

Til Schweiger soll gemäß Medien geäußert haben, Ullrich komme nicht mehr zurück nach Mallorca.

Ullrich soll sich im Raum Zürich in Behandlung befinden.

Aber schon Anfang Jahr wurde bekannt, daß er auch seine Thurgauer Villa zum Verkauf gestellt hatte, die sich in Scherzingen befindet.

Dort lebte der Ex-Radprofi fast 13 Jahre mit Frau Sara.

Der Radsportler ist Familienvater und hat 4 Kinder.

Bild oben: Startfotoausriß offizielle Webseite (www.JanUllrich.de)

Bild unten: Mallorca-Impression (www.kiwimallorca.com)

 

 

 

Landschaftskonzept Schweiz soll angepaßt werden

Das Landschaftskonzept Schweiz (LKS) ist ein Planungsinstrument des Bundes, das die Zusammenarbeit zwischen den Bundesstellen sowie den Kantonen, Regionen und Gemeinden in den Bereichen der Landschaft, Natur und Baukultur fördert.

In all diesen Bereichen sollen Eingriffe in die Natur so geplant und ausgeführt werden, daß die Schweizer Landschaft dabei geschont wird.

Nach einer 20-jährigen Umsetzung ist das Konzept anzupassen, damit es den veränderten politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedürfnissen Rechnung trägt.

Am 20. Mai 2019 hat das UVEK dazu die Anhörung eröffnet.

Bis zum 15. September 2019 können Kantone, Gemeinden, Organisationen und die interessierte Öffentlichkeit zum aktualisierten LKS Stellung nehmen.

Die Schweizer Landschaften sind vielfältig und einmalig.

Sie bieten qualitativ hochwertigen Lebens- und Erholungsraum, tragen bei zur Lebensqualität und fördern die regionale Identität. Zudem sind sie ein zentraler Wirtschaftsfaktor, beispielsweise für den Tourismus.

Diese vielfältigen Leistungen der Landschaft sollen auch in Zukunft erhalten bleiben.

Zentral ist der Landschaftscharakter, der sich aus der regionalen Eigenart, der Schönheit und der Vielfalt zusammensetzt.

Eine Landschaft kann sich aber auch auszeichnen durch ihre Farben und Gerüche, ihr Licht, ihre Stille oder die gute Luft.

Weitere Kriterien für Qualität sind Gebäude mit einer hohen Baukultur oder eine reichhaltige Artenvielfalt.

Die Förderung dieser Qualitäten baut auf gemeinsamen Zielen auf – im Interesse der heutigen wie auch künftiger Generationen.

Mit dem aktualisierten LKS stärkt der Bund den Rahmen für diese qualitätsorientierte Entwicklung.

Engagement auf allen Staatsebenen

Die Schweizer Landschaften stehen nach wie vor unter Druck.

Das LKS unterstützt alle an der Landschaftsgestaltung beteiligten Personen und Organisationen (zum Beispiel aus Raumplanung, Landwirtschaft oder Denkmalpflege) darin, mit ihrem Handeln die Schweizer Landschaften mit hoher Qualität zu bewahren, zu entwickeln und zu gestalten.

So soll die Gestaltung von Bauten und Anlagen der landschaftlichen Eigenart des Standortes Rechnung tragen und diesen aufwerten.

Zur Förderung der Landschaftsqualität und zur Sicherung wichtiger Funktionen der Natur sind die wertvollen natürlichen und naturnahen Lebensräume zu erhalten, aufzuwerten und miteinander zu verbinden, zum Beispiel durch Wildtierkorridore.

Start der Anhörung und öffentlichen Mitwirkung

Die Aktualisierung des Konzepts aus dem Jahr 1997 erfolgt unter Federführung des Bundesamts für Umwelt BAFU.

Es arbeitet mit allen Bundesstellen mit Verantwortung für landschaftsrelevante Politikbereiche, mit Vertretern der Kantone sowie mit Forschung, Praxis und Interessenorganisationen zusammen.

Bei der Anhörung und öffentlichen Mitwirkung, die vom 20. Mai bis 15. September 2019 dauert, können sich nun alle Interessierten einbringen.

Wegweisendes Landschaftskonzept

Der Bundesrat hat das Landschaftskonzept Schweiz (LKS) 1997 als Konzept nach Art. 13 des Raumplanungsgesetzes genehmigt.

Es definiert behördenverbindliche Ziele für die 13 raumrelevanten Politikbereiche des Bundes. Es markierte vor über 20 Jahren einen Meilenstein für eine zwischen Bund und Kantonen abgestimmte Landschaftspolitik.

Dadurch gelang es, das Ziel einer qualitativ hochstehenden Landschaft in Gesetzgebung und Vollzug aufzunehmen.

Erfolge weist das LKS unter anderem auf bei den Wildtierkorridoren und den Programmen der Landwirtschaftspolitik, die auf Ökologie und landschaftliche Qualität ausgerichtet sind (ökologischer Leistungsnachweis, Biodiversitätsförderflächen oder Landschaftsqualitätsbeiträge).

Auch bei den landschaftlich optimierten Verkehrs-, Energie- und Tourismus-Infrastrukturen, der qualitätsorientierten Siedlungsentwicklung nach innen oder der ökologischen Aufwertung von Waffenplätzen und Flughafenarealen wirkt das LKS.

Gesuchsbearbeitungen um Solidaritätsbeiträge für Zwangsverwahrte auf Kurs

Jüngst gab es Ausgrabungen auf dem Gelände der berüchtigten ehemaligen Korrektionsanstalt Realta in Cazis im Domleschg. Hier zeigte sich, welch grausamen Zustände in den Anstalten für Zwangsverwahrte herrschten (Bericht auf Domleschger Zeitung).

Das Bundesamt für Justiz (BJ) hat bisher rund 6000 Gesuche um Solidaritätsbeiträge für Opfer von fürsorgerischen Zwangsmaßnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981 bearbeitet.

Die Beiträge sind bereits größtenteils ausbezahlt worden.

Bis spätestens Ende 2019 wird das BJ wie geplant alle über 9000 Gesuche bearbeitet haben.

Um die Bearbeitung der Gesuche deutlich vor der gesetzlich vorgeschriebenen Frist vom 30. März 2021 abschließen zu können, setzte das BJ im vergangenen Jahr verschiedene personelle, finanzielle und organisatorische Maßnahmen um.

Rennen gegen die Zeit

So konnte es bis Ende März 2019 alle prioritären Gesuche der schwer-erkrankten oder betagten Opfern beschleunigt bearbeiten.

Seither erfolgt die Bearbeitung der Gesuche in der Reihenfolge ihres Eingangs.

Das BJ konnte bisher die meisten Gesuche gutheißen und die Auszahlung der Beiträge durch die Eidg. Finanzverwaltung veranlassen.

1% der Anträge werden abgelehnt

Nur weniger als 1% der Gesuche mußten abgelehnt werden, weil die Gesuchsteller ihre Opfereigenschaft nicht glaubhaft machen konnten. Gegen ablehnende Entscheide kann Einsprache erhoben werden.

Maßnahmenpaket ermöglicht umfassende Aufarbeitung

Mit dem raschen Erlaß des Bundesgesetzes über die Aufarbeitung der fürsorgerischen Zwangsmaßnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981 wurde nicht nur die Rechtsgrundlage für die Solidaritätsbeiträge geschaffen.

Das Gesetz anerkennt, daß den Opfern fürsorgerischer Zwangsmaßnahmen Unrecht angetan worden ist, „das sich auf ihr ganzes Leben ausgewirkt hat“.

Es ermöglicht zudem die wissenschaftliche Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels der schweizerischen Sozialgeschichte, namentlich im Rahmen der unabhängigen Expertenkommission „Administrative Versorgungen“ sowie im Nationalen Forschungsprogramm 76 „Fürsorge und Zwang – Geschichte, Gegenwart, Zukunft“.

Weiter gewährleistet es die Sicherung der Akten und die Akteneinsicht.

Das Gesetz ist ferner die rechtliche Grundlage für die kantonalen Anlaufstellen und für die Unterstützung von Selbsthilfeprojekten Betroffener.

(Foto: Ausgrabung des Kantons Graubünden auf dem berüchtigten Gelände der früheren Korrektionsanstalt Realta in Cazis im Tal Domleschg)

Air2030: Planungsbeschluß zur Beschaffung von neuen Kampfflugzeugen

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 15. Mai 2019 das weitere Vorgehen für das Programm Air2030 beschlossen. Er hat das VBS beauftragt, dem Bundesrat bis spätestens Anfang September einen Entwurf eines Planungsbeschlusses zu unterbreiten. Dieser sieht die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge vor. Das neue System zur bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite ist nicht Gegenstand des Planungs¬beschlusses und soll gemäss dem üblichen Verfahren beschafft werden.

Der Bundesrat hat diesen Entscheid in Abwägung der Stellungnahmen gefällt, die in der Vernehmlassung (Mai bis September 2018) abgegeben wurden, sowie angesichts der im Dezember 2018 überwiesenen Motion 17.3604, die eine Abstimmung über die grundsätzliche Frage der Beschaffung neuer Kampfflugzeuge (vor der Typenwahl) verlangt.

Für den Bundesrat sprechen mehrere Gründe dafür, am Planungsbeschluss festzuhalten und diesen auf die Beschaffung von Kampfflugzeugen zu beschränken:

• Die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge ist ein Vorhaben grosser Tragweite: Die vorhandenen Kampfflugzeuge stehen vor dem Ende ihrer Nutzungsdauer. Wenn sie nicht rechtzeitig ersetzt werden, wird die Schweiz spätestens 2030 ihren Luftraum nicht mehr schützen und erst recht nicht mehr verteidigen können. Der Schutz vor Angriffen in und aus dem Luftraum – durch Streitkräfte ebenso wie terroristische Gruppierungen – ist aber für die Sicherheit der Schweiz und ihrer Bevölkerung zentral.
• Die politische Bedeutung der Beschaffung wird dadurch unterstrichen, dass es über die beiden letzten Projekte zur Beschaffung von Kampfflugzeugen zu Volksabstimmungen kam, 1993 aufgrund einer Volksinitiative, 2014 aufgrund eines Referendums. Daraus entsteht kein Rechtsanspruch auf einen direktdemokratischen Entscheid auf ein Referendum, aber eine politisch zu beachtende Erwartung.
• Für den Bundesrat ist klar, dass die öffentliche Erwartung, über die Beschaffung in einer Volksabstimmung zu entscheiden, nur für die Kampfflugzeuge besteht. Die politisch weniger umstrittene Beschaffung des Systems der bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite soll auf dem üblichen Weg erfolgen, das heisst ohne Grundsatzentscheid vor dem Rüstungsprogramm.

System der bodengestützten Luftverteidigung parallel beschaffen

Dabei ist es für den Bundesrat unbestritten, dass boden- und luftgestützte Mittel für den Schutz und die Verteidigung des Luftraums im Interesse von Wirksamkeit und Effizienz miteinander verknüpft sein müssen. Es gibt Wechselbeziehungen nicht nur bei der Beschaffung, sondern besonders auch im Einsatz. Aus diesem Grund hat der Bundesrat das VBS beauftragt, ein System der bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite parallel, in zeitlicher und technischer Abstimmung mit neuen Kampfflugzeugen und gemäss bestehendem Zeitplan zu beschaffen.

Maximales Finanzvolumen von 6 Milliarden Franken für neue Kampfflugzeuge

Der Bundesrat hatte im November 2017 beschlossen, dass die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge und eines Systems der bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite mit einem maximalen Finanzvolumen von 8 Milliarden Franken geplant werden könne. Da der Planungsbeschluss nur die Komponente Kampfflugzeuge enthält und das maximale Finanzvolumen darin aufgeführt werden soll, hat der Bundesrat bestimmt, dass für die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge ein maximales Finanzvolumen von 6 Milliarden Franken gilt. Ein kleineres Volumen würde die minimal nötige Flottengrösse gefährden; ein grösseres Volumen liesse zu wenig finanziellen Raum für das System der bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite.

Offsets für 60% des Vertragswertes

Kompensationsgeschäfte (Offsets) verteuern tendenziell Rüstungsbeschaffungen. Sie müssen darin begründet sein, die sicherheitspolitisch relevante Technologie- und Industriebasis der Schweiz gezielt und nachhaltig zu stärken. Dem entspricht die bereits in den ersten Offertanfragen bestehende Vorgabe von 20% direkten Offsets und 40% indirekten Offsets in dieser Branche. Für die letzten 40% wurden, in Übereinstimmung mit der bisherigen Praxis, in den Offertanfragen keine inhaltlichen Vorgaben formuliert.

In Anbetracht des grossen Vertragsvolumens, das die Erfüllung der Offsetvorgaben erschwert, des Fehlens einer sicherheitspolitischen Begründung für die letzten 40% und der zu erwartenden Mehrkosten von Offsets hat der Bundesrat entschieden, dass direkte Offsets im Betrag von 20% des Vertragswertes verlangt werden sowie indirekte Offsets im Bereich der sicherheitsrelevante Technologie- und Industriebasis im Betrag von 40% des Vertragswertes, insgesamt also 60% (statt wie bisher 100%).

Bundespräsident Ueli Maurer zieht positive Bilanz seines Treffens mit US-Präsident Donald Trump

Bundespräsident Ueli Maurer wurde heute Donnerstag, 16. Mai 2019, von US-Präsident Donald Trump im „Oval Office“ des Weißen Hauses zu einem rund 40-minütigen Treffen empfangen.

An einer Medienkonferenz auf der Schweizer Botschaft in Washington zog er eine positive Bilanz der geführten Gespräche.

Das Treffen der beiden Präsidenten war schon für das diesjährige WEF in Davos geplant und fand nun auf Einladung des US-Präsidenten am Donnerstag in Washington statt.

An einer Medienkonferenz im Anschluss an das Treffen unterstrich Bundespräsident Ueli Maurer die sehr guten Beziehungen zwischen der Schweiz und den USA und sprach von einem Treffen in sehr freundschaftlicher Atmosphäre.

Weiter führte der Bundespräsident aus, das in der gemeinsamen Beziehung noch bestehende Potenzial gelte es auszunutzen, vor allem im wirtschaftlichen Bereich sowie im Rahmen der guten Dienste der Schweiz.

Als siebtgrösßer Direktinvestor in den USA wolle die Schweiz ihre Handelsbeziehungen vertiefen, betonte Maurer, deshalb wurde beim Treffen auch ein mögliches Freihandelsabkommen zwischen den beiden Staaten erörtert.

Präsident Trump äußerte sich positiv und gab einer weiteren Vertiefung dieses Anliegens gute Chancen.

Iran: Schweiz als Vermittler

Präsident Trump verdankte auch die Rolle der Schweiz bei der Ausübung ihres Schutzmachtmandats im Iran. Die Schweiz vertritt seit 1980 die US-Interessen in Teheran.

Venezuela: Schweiz ebenfalls als Vermittler

Ebenso bedankte sich der US-Präsident bei der Schweiz für ihre Bereitschaft in Venezuela ein Schutzmachtmandat zu übernehmen.

(Fotoausriß: Bericht vom Schweizer Staatsfernsehen SRF)

Wegen klirrender Kälte: Rhätische Bahn verlängert Winterfahrplan am Vereina zugunsten der Sicherheit auf den Mai

Während in Deutschland offenbar gegenwärtig soviel Hitze herrscht, daß sogar Konstanz als erste Stadt des nördlichen Nachbarlandes offiziell „Klimanotstand“ ausruft, so ist das Wetter in der Schweiz völlig anders.

Der Flüelapaß kann aufgrund der aktuell ungewöhnlichen Kälte noch nicht geöffnet werden:

Die RhB verlängert daher den Winterfahrplan am Vereina

Aufgrund der aktuellen Situation am Flüelapaß verlängert die Rhätische Bahn (RhB) den Winterfahrplan am Autoverlad Vereina.

Große Schneemengen und erneuter Neuschneefall sowie Lawinengefahr lassen eine Paßöffnung noch nicht zu. Bis zur Öffnung der Paßstraße gilt am Autoverlad Vereina der Winterfahrplan.

Damit profitieren Kunden weiterhin von den im Winter üblichen zusätzlichen Verbindungen. Aktuelle Informationen unter www.rhb.ch/autoverlad.

Fahrplanänderung infolge verzögerter Aufhebung der Wintersperre

Bis zur Paßöffnung bietet die RhB zusätzliche Autoverladezüge an. Sie verkehren wie folgt:

Klosters Selfranga – Sagliains (Engadin)

Uhrzeit: 05.20, 06.20 alle 30 Minuten bis 18.50, 19.50, 20.20*, 20.50, 21.50, 22.50, 23.50

Sagliains (Engadin) – Klosters Selfranga

Uhrzeit: 05.50, 06.20 alle 30 Minuten bis 19.20, 19.50*, 20.20, 21.20, 22.20, 23.20, 00.20

*nur von Freitag bis Sonntag

Beton beim Explodieren beobachtet

Dübendorf, St. Gallen und Thun –

Auch wenn Beton nicht brennbar ist, kann es bei Tunnelbränden gefährlich werden: Hochleistungsbeton kann bei hohen Temperaturen explodieren.

Das Phänomen ist zwar bekannt, die Physik dahinter ist jedoch noch nicht vollständig geklärt.

Empa-Forscher haben die Vorgänge im Inneren von Beton nun erstmals mittels Neutronen-Radiographie und -Tomographie in Echtzeit sichtbar gemacht.

Gotthard, Montblanc, St. Bernardino – immer wieder stürzen bei Tunnelbränden die Decken der so stabil erscheinenden Röhren ein. Infernalische Temperaturen von bis zu 1000 Grad Celsius bringen den Beton an seine Grenzen – und je nach verbautem Material kann er explodieren.

Ganz verstanden ist der Prozeß jedoch bis heute noch nicht. Klar ist, dass im Hochleistungsbeton enthaltenes Wasser in Bewegung gerät, verdampft und nicht entweichen kann.

Der enorme Dampfdruck in den feinen Poren des Betons und die thermische Belastung des Materials kann dazu führen, daß Teile abgesprengt werden. Ob es tatsächlich zu derartigen Explosionen kommt und wie schwerwiegend die Folgen sind, hängt von vielen Faktoren ab und läßt sich kaum vorhersagen.

Um die Physik des berstenden Betons besser zu verstehen, haben Empa-Forscher mit einem Team der Universität Grenoble und des dortigen Laue-Langevin-Institut nun erstmals dreidimensionale Bilder aus dem Inneren von aufgeheiztem Beton mittels Neutronen-Tomographie in Echtzeit erstellt. Die Untersuchungen waren nur möglich dank der starken Neutronenquelle am Laue-Langevin Institut. In einer Minute schossen die Wissenschaftler bis zu 500 Bilder und konstruierten daraus ein einmaliges dreidimensionales Modell des abplatzenden Betons.

Bisher haben Experten lediglich vermuten können, dass sich Wasser im Beton von einer Hitzequelle wegbewegt und sich anstaut.

Die Feuchtigkeit würde somit als Barriere wirken, stellte man sich vor, und entstehenden Wasserdampf daran hindern, zu entweichen.

So würde der Dampfdruck derart ansteigen bis dem Material nichts anderes übrigbleibt als zu explodieren. Mittels der neuen Experimente konnte das Forscherteam diese Feuchtigkeitsbarriere nun tatsächlich beobachten.

Beton unter Druck

Beton besteht aus einem Gemisch von Sand, Zement und Wasser. Zwischen Zement und Wasser kommt es zu einer chemischen Reaktion, wodurch das Wasser chemisch und physikalisch gebunden wird und die Mischung aushärtet.

Wenn die Temperatur bei einem Brand 200 Grad Celsius übersteigt, dehydriert der Zement im Beton und das gebundene Wasser wird zu Wasserdampf. Hochleistungsbeton hat generell eine sehr niedrige Porosität und sehr feine Poren.

Diese Eigenschaften sind an sich von großem Vorteil, da sie eine hohe Festigkeit und außergewöhnliche Dauerhaftigkeit ermöglichen, weil dies den Beton für externe Schadstoffe praktisch undurchlässig macht.

Die niedrige Permeabilität von Hochleistungsbeton wird aber bei einem Brand mit sehr hohen Temperaturen zum Nachteil, weil Wasserdampf nicht entweichen kann und sich ein extrem hoher Dampfdrucke ausbilden kann.

Empa-Forscher haben bereits neue Additive entwickelt und patentiert, die dem Abplatzen von Beton entgegenwirken. Die neuen Ergebnisse sollen nun einen weiteren Schritt hin zur Entwicklung von Baumaterialien mit größerer Beständigkeit selbst bei höchsten Temperaturen wie bei einem Tunnelbrand führen.v

Air2030, neue Kampfflugzeuge: Zusatzberichte liegen vor

Bundesrätin Viola Amherd will sich zum Programm Air2030 für die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge und eines neuen Systems zur bodengestützten Luftverteidigung größerer Reichweite ein umfassendes Bild verschaffen, bevor sie dem Bundesrat einen Vorschlag für das weitere Vorgehen unterbreitet.

Dazu hat sie drei Zusatzberichte in Auftrag gegeben. Dabei handelt es sich um eine Zweitmeinung von Claude Nicollier zum Expertenbericht «Luftverteidigung der Zukunft», eine Beurteilung der Kompensationsgeschäfte (Offsets) von Kurt Grüter sowie eine Analyse der Bedrohungslage, die innerhalb des VBS erstellt wurde.

Die Chefin VBS, Bundesrätin Viola Amherd, hat die Berichte zur Kenntnis genommen. Sie wird die Ergebnisse in die weiteren Arbeiten im Programm Air2030 einbeziehen.

Es ist vorgesehen, daß der Bundesrat noch vor dem Sommer darüber entscheidet, in welcher Form er die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge und eines neuen Systems zur bodengestützten Luftverteidigung dem Parlament vorschlägt.

Auf der technischen Ebene läuft zurzeit die Flug- und Bodenerprobung der fünf Kandidaten für das neue Kampfflugzeug.

Bedrohungslage: Genügend Mittel zum Schutz des Luftraumes erforderlich

Der Bericht über die Bedrohungslage entstand unter Federführung von Pälvi Pulli, Chefin Sicherheitspolitik VBS. Er enthält eine aktuelle Einschätzung der Bedrohungslage und zieht den Vergleich mit Analysen der letzten Jahre, die als Grundlage für die bisherigen Entscheide zur Erneuerung der Mittel für den Schutz des Luftraumes gedient haben.

Der Bericht kommt aufgrund der aktuellen Analyse zum Schluß, daß sich keine markanten Entwicklungen ergeben haben, die beim Bedarf an neuen Mitteln für den Schutz des Luftraumes wesentliche Änderungen nahelegen würden.

Die Analyse bestätigt den Schluß, daß es auch künftig eine genügend große Anzahl Kampfflugzeuge und bodengestützte Mittel braucht, um den eigenen Luftraum wirksam schützen und verteidigen zu können.

Die negativen Entwicklungen der internationalen Sicherheitslage in den letzten zwei Jahren und die zeitlichen Verhältnisse für diese Beschaffungsprojekte erhöhen den Handlungsbedarf.

Offsets: Weniger als 100% Kompensation

Der externe Experte Kurt Grüter anerkennt in seinem Bericht die Bemühungen des Bundes, mehr Transparenz in die Offsetgeschäfte zu bringen.

Weitere Verbesserungen müßten aber noch folgen. Außerdem hält er fest, daß Offset gegen das Prinzip des freien Außenhandels verstoße.

Es solle deshalb ausschließlich und gezielt für die Stärkung der Industriebasis eingesetzt werden, die für die Sicherheit und Verteidigung der Schweiz unerlässlich sei. Zudem sei lediglich das direkte Offset sowie das auf die sicherheitsrelevante Technologie- und Industriebasis ausgerichtete indirekte Offset maßgeblich. Auf indirektes Offset darüber hinaus sei zu verzichten.

Eine Kompensation von 100% sei vor diesem Hintergrund und angesichts der Größenordnung von 6 bis 7 Milliarden Franken kaum zu realisieren.

Direkte Offsets in der Größenordnung von 20% und auf die sicherheitsrelevante Technologie- und Industriebasis ausgerichtete indirekte Offsets von zusätzlichen 40% seien eher machbar, unter der Voraussetzung, daß bei der Bewertung der Offerten die Qualität der sicherheitsrelevanten Industrieprogramme sorgfältig evaluiert werden.

Zweitmeinung zum Expertenbericht: Ein Planungsbeschluß für das neue Kampfflugzeug

Claude Nicollier hat parallel zu seinem Lehrauftrag an der EPFL seine unabhängige Stellungnahme zum Expertenbericht «Luftverteidigung der Zukunft» erstellt. Er hält darin fest, daß die Qualität des Expertenberichts außergewöhnlich hoch sei und der sachliche Inhalt von äußerst professioneller Arbeit zeuge.

Er ist der Ansicht, daß damit die Erneuerung der Mittel für den Schutz des Luftraums auf soliden und kohärenten Grundlagen basierend eingeleitet werden könne und dass der Inhalt des Berichts als Grundlage für sämtliche nachgelagerten Arbeiten im Zusammenhang mit dem Programm Air2030 anerkannt werden sollte. Zudem empfiehlt er, einen neuen Planungsbeschlussentwurf vorzuschlagen.

Dieser Entwurf soll nur die Kampfflugzeuge beinhalten und festlegen, dass der Entscheid des Bundesrates über den Flugzeugtyp unter keinen Umständen getroffen werde, bevor die Ergebnisse eines möglichen fakultativen Referendums bekannt seien.

Von den vier im Bericht vorgestellten Optionen empfiehlt Claude Nicollier nachdrücklich Option 2 zu bevorzugen, nämlich den Ersatz der derzeitigen Kampfflugzeugflotte durch rund 40 moderne Kampfflugzeuge und die Erneuerung der Boden-Luft-Verteidigung. Dabei sei alles daran zu setzen, dieser Option innerhalb des verfügbaren Finanzrahmens bestmöglich zu entsprechen.


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