Rechtsgutachten: Erweiterte Rassismus-Strafnorm kollidiert mit Grundrechten

Knapp wurde das Antirassismusgesetz bzw. die als „Maulkorb“ kritisierte Antirassimus-Strafnorm bei der damaligen Volksabstimmung angenommen.

Eine Mehrheit kam zustande, weil kaum jemand gegen Rassismus sein will.

Die Frage ist aber, wie man Rassimus formuliert und was alles als Rasse eingestuft wird.

Gegenwärtig wird in sozialen Medien bereits munter für Webseiten Reklame gemacht, die sich bei Draufklicken als Abstimmungskampf-Webseiten entpuppen für eine Ausweitung der Antirassismusstrafnorm und die Einstufung von sexueller Orientierung als Rasse.

Gutachten

Für ein umfassendes Rechtsgutachten hat die „Stiftung Zukunft CH“ der Rechtsanwältin Frau Prof. Dr. Isabelle Häner und ihrem Team 38 tatsächlich vorgekommene sowie fiktive Fälle zur Beurteilung vorgelegt.

Das sachlich und nüchtern erarbeitete Gutachten gibt Anlaß zur Besorgnis:

Die Erweiterung der Rassismus-Strafnorm um das Kriterium der sexuellen Orientierung kriminalisiert u.U. aus Gewissensgründen verweigerte Leistungen und schränkt das Feld des Sagbaren ein.

Die Folgen: kontraproduktive Verwirrung und Rechtsunsicherheit – beides Gift für eine plurale, auf Meinungsvielfalt basierende Demokratie. Gravierend sind laut dem Gutachten die zu erwartenden Einschnitte in die Gewissens-, Glaubens- und Gewerbefreiheit durch Absatz 5 der Strafnorm („Leistungsverweigerung“). Das Gutachten macht auf grundlegende Mängel der Rassismus-Strafnorm sowie auf die beträchtliche Ungewissheit aufmerksam, die mit der Erweiterung einherkäme: „Es ist festzuhalten, daß auch die erweiterte Version von Art. 261bis StGB (…) in gesetzestechnischer Hinsicht nicht überzeugt (…). Insbesondere die potenziellen Konflikte mit Grundrechten wie der Meinungsfreiheit oder auch der Glaubens- und Gewissensfreiheit würden aber eine äusserst präzise Formulierung von Artikel 261 bis StGB erfordern“, so Häner. Die im Gutachten geschilderten Fälle zur Meinungsäusserungsfreiheit zeigen ferner, wie gross der Ermessenspielraum des Richters ist, ob er eine Äusserung als strafwürdig taxiert oder nicht. Dies zeigt, dass Artikel 261bis StGB dem strafrechtlichen Bestimmtheitsgrundsatz („nulla poena sine lege certa“) nicht gerecht wird.

Mehr dazu: https://www.zukunft-ch.ch/rechtsgutachten-bestaetigt-erweiterte-rassismus-strafnorm-kollidiert-mit-grundrechten/

SVU 19 / Terrorbedrohung : 52ständige Stabs-Übung

Während der 52-stündigen Übung werden die bestehenden Sicherheitsstrukturen und -prozesse der Schweiz im Falle einer lang anhaltenden terroristischen Bedrohung auf die Probe gestellt.

An der heutigen Medienkonferenz im Medienzentrum Bundeshaus stellte Bundesrätin Karin Keller-Sutter, begleitet von Regierungsrat Urs Hofmann, Präsident der KKJPD, und Christian Varone, Vizepräsident der KKPKS, sowie Hans-Jürg Käser, Leiter der Sicherheitsverbundsübung 2019 (SVU 19), die Rahmenbedingungen der vom 11. bis 13. November 2019 stattfindenden Stabsrahmenübung SVU 19 vor.

Schweizweit werden rund 70 Organisationen (Stäbe, Bundesstellen, Kantone, Städte und kritische Infrastrukturen) einen Beitrag zur Stabsrahmenübung leisten.

Die SVU 19 soll überprüfen, wie die involvierten Sicherheitsorganisationen einen Krisenfall bewältigen können und wie sie in einer angespannten Terrorbedrohungslage zusammenarbeiten.

Übungsszenario: Lang anhaltende Terrorbedrohung mit erspresserungen Forderungen und Terroranschlagsdrohungen

Das Szenario ist eine lang anhaltende Terrorbedrohung durch Angriffe gegen kritische Infrastrukturen, erpresserische Forderungen und drohende Anschläge.

Bundesrätin Keller-Sutter wies darauf hin, daß die Übung auf die Strategie der Schweiz zur Terrorismusbekämpfung ausgerichtet sei, die der Bundesrat in Zusammenarbeit mit den Kantonen vor vier Jahren erarbeitete.

Sie diene der Krisenvorsorge, einem der Handlungsfelder dieser Strategie. In den anderen strategischen Handlungsfeldern, Prävention, Repression und Schutz, seien der Bund, die Kantone und die Gemeinden in den letzten Jahren bereits aktiv gewesen.

Es sei jedoch selbstverständlich, daß der gesamte Sicherheitsverbund Schweiz in der Bewältigung einer solchen Krise mit einer Übung in diesem Rahmen von Zeit zu Zeit überprüft werden müsse.

„Das ist nicht Alarmismus“, erklärte Bundesrätin Keller-Sutter, „es geht vielmehr um Krisenvorsorge, wie wir sie so nüchtern wie möglich betreiben müssen“.

Armeeangehörige während einer Übung (Foto: Remo Maßat / SZ)

Armeeangehörige während einer Übung (Bild: SchweizerZeitung)

Vorbereitung mit 4 Lageberichten zur Terrorübung

Die enge Zusammenarbeit mit dem Nachrichtendienst des Bundes ermöglichte die Erarbeitung eines realistischen Szenarios, das den Teilnehmenden gestaffelt in vier Lageberichten von April 2018 bis September 2019 unterbreitet wurde.

In den sechs Monaten zwischen den periodischen Berichten konnten die Beteiligten jeweils ihre Planungen und Strategien anpassen, auf allen Ebenen die notwendigen Maßnahmen ergreifen und sich auf den nächsten Bericht vorbereiten.

In jedem Bericht wurden neue komplexe Situationen hinzugefügt und so außer dem Bund und den Kantonen auch die Betreiber kritischer Infrastrukturen dazu veranlasst, sich innerhalb begrenzter Zeit entsprechend anzupassen.

Bevölkerungsschutz, Polizei, Armee und Krisenkommunikation im Einsatz

Um die Bedürfnisse der verschiedenen Partner zu veranschaulichen, wurde die SVU 19 in vier Teilprojekte unterteilt: Bevölkerungsschutz, Polizei, Armee und Krisenkommunikation.

Die Übenden werden an ihren gewohnten Arbeitsplätzen arbeiten, während die Übungsleitung von einem Ad-hoc-Operationszentrum in der Berner Kaserne aus die Übung schweizweit unter Einbezug aller beteiligten Organisationen leitet.

Ergebnisauswertung Mitte 2020 verfügbar

Wie üblich findet der wichtigste Teil der Übung nach deren Abschluß statt: die Auswertung der Ergebnisse, die mit allen Teilnehmenden durchgeführt wird.

Der Abschlußbericht, in dem die aus der Übung gewonnenen Erkenntnisse vorgestellt werden, wird voraussichtlich Mitte 2020 veröffentlicht.

Flucht aus der EU in die Schweiz: Einwanderung bleibt auf hohem Niveau

Auswanderung Deutschland, Einwanderung in die Schweiz

Auch dieses Jahr ist die Einwanderung in die Schweiz stark.

Allein in den ersten 9 Monaten kam bildlich gesprochen eine Stadt von 100.000 Personen neu dazu.

Während in EU-Ländern, besonders in Deutschland seit 2016 die Auswanderung sprunghaft angesteigen ist, ist es in der Schweiz umgekehrt.

Nach wie vor ist die Schweiz ein Magnet für Einwanderer bzw. Leute, die aus dem EU-Raum oder Drittstaaten aus auswandern.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres wanderten 71 248 Personen aus der EU/EFTA ein, 31 023 Personen aus Drittstaaten.

Im gleichen Zeitraum war die Auswanderung mit –1,1% rückläufig. Der Rückgang betrifft sowohl EU/EFTA-Staatsangehörige (–0,5%) als auch Drittstaatsangehörige (–3,2%).

Dies führte bei der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung zu einem leicht geringeren Wanderungssaldo (36 883 Personen, –0,6%) als in der Vorjahresperiode.

Abstimmung mit den Füßen: Die Einwanderung aus dem Euro-Raum bleibt auf hohem Niveau.

Bei EU/EFTA-Staatsangehörigen nahm der Wanderungssaldo um 2,4 Prozent (+495 Personen) zu, bei Drittstaatsangehörigen ging er um 4,4 Prozent (–719 Personen) zurück.

Wichtigste EU-Herkunftsstaaten: Frankreich, Deutschland, Italien, Portugal

In Bezug auf die wichtigsten Herkunftsstaaten nahm der Wanderungssaldo bei Staatsangehörigen aus Frankreich zu. Bei Staatsangehörigen aus Deutschland, Italien und Portugal lag der Wanderungssaldo in den ersten neun Monaten dieses Jahres unter dem Vorjahreswert.

Hauptgrund für die Zuwanderung aus der EU/EFTA bleibt sowohl beim Kurz- als auch beim Langzeitaufenthalt die Ausübung einer Erwerbstätigkeit. 102 911 EU/EFTA-Staatsangehörige kamen in die Schweiz, um eine Stelle anzutreten, was einem Rückgang von 0,9 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode entspricht.

Familiennachzug

Im gleichen Zeitraum machte der Familiennachzug 29 Prozent der Zuwanderung zwecks Langzeitaufenthalt aus. Im Rahmen des Familiennachzugs sind 29 873 Personen eingewandert (–6,6% im Vergleich zur Vorjahresperiode), von denen 19,9 Prozent Familienangehörige einer Schweizerin bzw. eines Schweizers waren.

Hoher Ausländeranteil

Ende September 2019 lebten 2 101 915 Ausländer in der Schweiz. Davon waren 1 436 817 Staatsangehörige der EU/EFTA und 665 098 Drittstaatsangehörige.

Frauenfeld / Winterthur: Terrorbekämpfung +++ Anklage beim Bundesstrafgericht

Bundestrafgericht Terrorismusurteil

Die multikulturelle Gesellschaft und damit verbundene Einwanderung aus bestimmten Gebieten bringt neue Straftatbestände wie den des Terror nach Europa, leider auch in die Schweiz.

Die Bundesanwaltschaft (BA) hat gegen einen schweizerisch-italienischen Doppelbürger mit Wohnsitz in Winterthur und einen schweizerisch-mazedonischen Doppelbürger mit Wohnsitz in Frauenfeld Anklage beim Bundesstrafgericht in Bellenz eingereicht.

Ihnen wird hauptsächlich Unterstützung bzw. Beteiligung an der kriminellen Organisation «Islamischer Staat (IS)» vorgeworfen.

Der Hauptangeklagte hat gemäß Anklage den IS in Syrien unterstützt und mehrere Personen für den IS rekrutiert.

Dem zweiten Angeklagten wird die versuchte Ausreise in das Herrschaftsgebiet des IS zur Last gelegt, um sich diesem anzuschließen sowie die Rekrutierung einer Person für den IS.

Beteiligung am IS sowie Unterstützung und Rekrutierung für den IS durch den Hauptangeklagten

Der schweizerisch-italienische Doppelbürger mit Wohnsitz in Winterthur ist wegen der Unterstützung und Beteiligung an der kriminellen Organisation IS (Art. 260ter Ziff. 1 StGB) sowie wegen des Verstoßes gegen das Verbot von Gewaltdarstellungen (Art. 135 Abs. 1 und 1bis StGB) angeklagt.

Ihm wird vorgeworfen, nach Syrien in das Herrschaftsgebiet des IS gereist zu sein, wo er sich der zum IS zählenden Kampftruppe Jaish Al Muhajirin-Wal-Ansar anschloß.

In der Schweiz Personen zum Anschluß an IS motiviert

Die BA sieht es als erwiesen an, daß der Angeklagte nach seiner Rückkehr in die Schweiz sodann durch das Nutzen seines Ansehens als Rückkehrer mehrere Personen dazu motiviert hat, sich dem IS anzuschließen.

Zur Erreichung seines Ziels, Personen für den IS zu rekrutieren, wirkte der schweizerisch-italienische Doppelbürger als salafistische Leitfigur in der Schweiz und stand in Kontakt mit mehreren verurteilten IS-Rekrutierern aus Europa.

Die BA wirft dem Angeklagten zudem vor, den IS sowie verwandte Organisationen durch die Verbreitung von einschlägigem Propagandamaterial unterstützt zu haben und im Besitz einschlägiger Gewaltdarstellungen gewesen zu sein.

Auch der zweite Angeklagte rekrutierte gemäß Anklage für den IS

Dem schweizerisch-mazedonischen Doppelbürger mit Wohnsitz in Frauenfeld werden hauptsächlich Unterstützung bzw. Beteiligung an der kriminellen Organisation IS (Art. 260ter Ziff. 1 StGB) und mehrfache Verstöße gegen das Verbot von Gewaltdarstellungen (Art. 135 Abs. 1 und 1bis StGB) zur Last gelegt.

Ihm wird die versuchte Ausreise nach Syrien über Mazedonien vorgeworfen, mit dem Ziel, sich in Syrien dem IS anzuschließen.

In Mazedonien an Weiterreise gehindert

In Mazedonien wurde er von den lokalen Polizeibehörden an der Weiterreise gehindert. Die BA sieht es als erwiesen an, daß auch er eine Person für den IS rekrutiert hat.

Dies mit dem Ziel, daß sich die von ihm angeworbene Person in das Herrschaftsgebiet des IS in Syrien oder dem Irak begibt und sich dort dem IS anschließt.

Des Weiteren wirft die BA dem Angeklagten vor, die kriminelle Organisation IS sowie verwandte Organisationen durch die mehrfache Verbreitung von einschlägigem Propagandamaterial unterstützt zu haben und im Besitze einschlägiger Gewaltdarstellungen gewesen zu sein.

Das Strafverfahren

Das Strafverfahren der BA wurde im Februar 2015 gegen den schweizerisch-italienischen Doppelbürger und Unbekannt eröffnet und später auf den schweizerisch-mazedonischen Doppelbürger ausgedehnt.

Die Strafanträge gibt die BA wie üblich anläßlich der Hauptverhandlung vor dem Bundesstrafgericht bekannt.

Bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Urteils gilt die Unschuldsvermutung.

25% Lebensmittel-Abfall: Belastung für die Umwelt

Lebensmittelabfall ("food waste") verursacht Umweltbelastung

Weggeworfene, aber eigentlich eßbare Nahrungsmittel erhöhen die Profite von Konzernen, aber belasten die Umwelt.

Frankreich hat per Gesetz verboten, daß Lebensmittel, die noch eßbar sind, weggeworfen werden.

In der Schweiz ist dies nach wie vor erlaubt.

Eßbare Lebensmittel, die im Müll landen machen in der Schweiz 25 Prozent der Umweltbelastung der gesamten Ernährung aus.

Zu dieser Erkenntnis kommt eine Studie der ETH Zürich. Mitberücksichtigt werden auch die Lebensmittelverluste, die wir mit dem Konsum importierter Produkte verursachen.

Je später in der Produktions- und Vermarktungskette ein Lebensmittel verloren geht, desto mehr Umweltbelastung ist bereits entstanden, weil Ressourcen verbraucht und Emissionen verursacht wurden für Transport, Verarbeitung, Lagerung, Verpackung und Zubereitung.

So stammt mehr als die Hälfte der Umweltbelastung von Lebensmittelabfall (Englisch „Food Waste“), nämlich 52 Prozent, aus Haushalten und Gastronomie. 27 Prozent entfallen auf die Verarbeitungsindustrie und 8 Prozent auf den Handel.

Die landwirtschaftliche Produktion von Nahrungsmitteln, die ganz am Anfang der Kette steht, macht 13 Prozent der Umweltbelastung aus, und zwar größtenteils im Ausland.

Die durch Lebensmittelabfall verursachten Treibhausgasemissionen tragen auch zum Klimawandel bei.

Gemäß einer neuen ETH-Studie im Auftrag des BAFU ließen sich in der Schweiz pro Jahr rund 500 kg CO2-Äquivalente pro Person vermeiden, wenn Eßbares nicht weggeworfen würde.

Der Landverbrauch für den Anbau der weggeworfenen Lebensmittel entspricht der Hälfte der landwirtschaftlich genutzten Flächen der Schweiz.

Private Haushalte: Auch hier schont weniger Lebensmittelabfall die Umwelt – und die Haushaltskasse

Fleisch, Kaffee und Kakao, Butter, Eier, mit dem Flugzeug importierte Produkte sowie Öle und Fette, Fisch und Käse verursachen die größte Umweltbelastung pro Kilogramm.

Trotz verhältnismäßig geringer Umweltbelastung pro Kilogramm fallen die Verluste von Früchten und Gemüse ins Gewicht, weil sie in großen Mengen weggeworfen werden.

Zudem geht Lebensmittelverschwendung auch privat ins Geld: In den Schweizer Haushalten landen Lebensmittel im Wert von über 600 CHF pro Person und Jahr im Abfall.

Lebensmittelverluste vermeiden bringt Umweltnutzen

Weggeworfene Lebensmittel werden als Futtermittel, zur Produktion von Strom und Wärme (Biogas) oder als Dünger verwertet.

Dadurch reduziert sich die Umweltbelastung, die bei der Herstellung dieser Lebensmittel entsteht, um 12 Prozent.

Besonders wirksam sind Maßnahmen zur Reduktion von Lebensmittelabfall in den Privathaushalten, der Gastronomie und im Detailhandel.

Zentral sind laut der Studie Sensibilisierungs- und Bildungsmaßnahmen, weil  Konsumenten durch ihr Verhalten die Verluste im Haushalt (z.B. durch optimale Lagerung und Verwertung der Reste) und im gesamten Ernährungssystem beeinflussen können.

Ziel: Lebensmittelabfall halbieren bis 2030
Im Rahmen der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals SDGs) ist die Schweiz aufgefordert, bis 2030 die Lebensmittelverluste pro Kopf auf Detailhandels- und Konsumentenebene zu halbieren und jene entlang Produktions- und Vermarktungskette zu verringern.

Die gesamte Umweltbelastung der Ernährung würde somit um 10-15 Prozent abnehmen.

Bernd Lucke bei Vorlesung in Hamburg erneut bedroht: Die Geschwister Scholl würden wohl heute auch bedroht

Bernd Lucke, ein Professor für Wirtschaft, welcher die AfD mitgründete und sie 2015 unter Kritik angeblicher rassistischen Tendenzen innerhalb der Partei verließ und eine Beobachtung vom Verfassungsschutz gefordert hatte, kann in Deutschland derzeit keine Vorlesungen abhalten ohne körperlich bedroht zu werden.

„Wir geben Ihnen jetzt die Möglichkeit, den Saal friedlich zu verlassen“ drohte ihm ein Sprecher der Studentenvertretung Asta.

Mit Adolf Hitler verglichen und körperlich bedroht

Er wurde von einem linksextremistischen Mob als Nazi-Schwein beschimpft, sogar auf Twitter mit Hitler verglichen, niedergebrüllt, geschubst, mit Abfall und anderen Gegenständen beworfen.

Nur unter Polizeischutz konnte er den Saal unversehrt verlassen.

Und gestern bei einer erneuten Vorlesung das gleiche Schema.

Es marschierten abermals linke Extremisten auf und wollten die Vorlesung stürmen.

Sie skandierten: „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda.“ Lucke mußte die Vorlesung abermals abbrechen.

Daß es Nazi-Methoden sind, die sie dort anwenden, das scheint den Linken bzw. Linksextremisten dort nicht aufzufallen.

Deutschland damals und heute

Tja, die Geschwister Scholl würden heute auch ausgebuht in Hamburg an der Uni.

Wenn sie das 3. Reich überlebt hätten.
Denn sie waren mal aktive NSDAP-Mitglieder. Bevor sie aus der Partei austraten.
Die Geschwister Scholl waren also in einer Partei, die nicht ansatzweise mit der AfD von heute zu vergleichen ist.
Denn des wäre natürlich Verharmlosung des Nationalsozialimus, eine demokratische Partei wie die AfD mit der NSDAP zu vergleichen.
Um einen solchen Vergleich geht es daher hier nicht, sondern um einen Vergleich der totalitären Verhältnisse in DE damals und heute.
 
Man darf also seine politische Meinung nicht mehr ändern. Wer einmal in einer Partei war, ist es immer.

Ein Otto Schily wäre heute in Deutschland nicht mehr möglich

Otto Schily der sich vom Saulus zum Paulus oder vom Paulus zum Saulus gewandelt hatte (je nach politischer Ansicht) wäre heute wohl nicht mehr möglich.
Otto Schily war Mitbegründer der deutschen Grünen, vertrat als Rechtsanwalt RAF-Terroristen, trat danach der SPD bei und wurde später als Politiker in Sicherheitsfragen ein sogenannter Hardleiner („hardliner“) trieb die umstrittene Vorratsdatenspeicherung voran und setzte sich für digitale Hausdurchsuchungen ein.
Bekannt wurde er auch dadurch, daß er seinen früheren Anwaltskollegen und späteren Rechtsextremisten und Neonazi, Horst Mahler, verteidigte.
Auch in Umweltfragen wandelte sich der Mitbegründer der Grünen. Schily hält die Energiewende, so wie sie in Deutschland durchgeführt wird, unter wirtschaftlichen, finanziellen, ökologischen, sozialen und klimapolitischen Vorzeichen für ein Desaster.
2017 nannte er die Energiewende in Deutschland vor einer Volksabstimmung in der Schweiz zu einem Energiegesetz als abschreckendes Beispiel.

Die Schweiz vermittelt ein Treffen zwischen Georgien und der Russischen Föderation

Die NATO ist in Georgien hoch-aktiv und hält den Konfliktherd unter anderem mit Militäraktionen an der russischen Grenze aktiv.

Im Rahmen ihrer sogenannten „guten Dienste“ hat aktuell die Schweiz ein Treffen zwischen dem georgischen Außenminister David Zalkaliani und dem russischen Außenminister Sergei Lawrow initiiert und vermittelt.

Das Treffen fand am 26. September 2019 am Rande der UNO-Generalversammlung in New York statt.

Die Schweiz engagiert sich seit Langem in der Dialogförderung.

Sie vertritt seit März 2009 die Interessen Rußlands in Tiflis und die Interessen Georgiens in Moskau.

Listen mit geografischen Angaben veröffentlicht: EFTA will Mercusor-Angaben anerkennen

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat am 26. September 2019 im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) Listen von rund 260 geografischen Angaben aus den Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) publiziert.

Die Schweiz prüft deren möglichen Schutz im Rahmen des Freihandelsabkommens EFTA-Mercosur.

Gleichzeitig werden die schweizerischen und liechtensteinischen geografischen Angaben in den Mercosur-Staaten veröffentlicht.

Mit dieser Veröffentlichung haben namentlich die Schweizer Kantone, alle betroffenen natürlichen oder juristischen Personen sowie jeder Drittstaat die Möglichkeit, bis am 26. Oktober 2019 begründete Bemerkungen zu den auf der Liste aufgeführten Bezeichnungen vorzulegen.

Nach einer Prüfung dieser Eingaben werden die Gespräche zwischen der Schweiz und den Mercosur-Staaten wiederaufgenommen und die Listen der zu schützenden Bezeichnungen inkl. allfälliger Übergangs- und Sonderbestimmungen fertiggestellt.

Die Listen der Bezeichnungen, die gegenseitig anerkannt werden sollen, sollen in das Freihandelsabkommen EFTA-Mercosur integriert werden, das am 23. August 2019 in der Substanz abgeschlossen wurde. Die Schweiz und die Mercosur-Staaten haben sich im Rahmen dieser Verhandlungen im Rahmen eines separaten Anhangs bereits auf die Prinzipien der gegenseitigen Anerkennung geeinigt.

25 Professoren an den beiden ETH ernannt

Der ETH-Rat hat an seiner Sitzung vom 25./26. September 2019 auf Antrag des Präsidenten der ETH Zürich, Prof. Dr. Joël Mesot, und des Präsidenten der EPFL, Prof. Dr. Martin Vetterli, insgesamt 25 Professorinnen und Professoren ernannt, 5 Professorentitel verliehen und den Rücktritt von 6 Professoren mit Verdankung zur Kenntnis genommen.

Ernennungen ETH Zürich

Prof. Dr. André Bardow (*1974), zurzeit Professor an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, Deutschland, zum ordentlichen Professor für Energie- und Prozesssystemtechnik. André Bardow ist ein internationaler renommierter Wissenschaftler. Sein Forschungsschwerpunkt liegt an der Schnittstelle zwischen Energie- und Verfahrenstechnik und zielt auf die Entwicklung nachhaltiger Energie- und Materialumwandungstechnologien ab. Damit leistet er Beiträge zur Entwicklung erneuerbarer Energiesysteme, etwa durch die Nutzbarmachung von Kohlenstoff aus Biomasse und Kohlendioxid. Mit der Berufung von André Bardow stärkt die ETH Zürich strategische Bereiche der Energiewissenschaften und -technologie sowie der Verfahrenstechnik und die Lehre von Schlüsseldisziplinen.

Prof. Dr. Laura De Lorenzis (*1974), zurzeit Professorin an der Technischen Universität Braunschweig, Deutschland, zur ordentlichen Professorin für Numerische Mechanik. Laura De Lorenzis ist eine anerkannte Expertin für computergestützte Simulationsmethoden. Diese wendet sie über Längen- und Zeitskalen hinweg an, um komplexes Materialverhalten vorhersagen zu können. Ihre Forschung, die unter anderem mit einem ERC Starting Grant ausgezeichnet wurde, ist ausgesprochen interdisziplinär und beschäftigt sich zum Beispiel mit Versagensmechanismen einer breiten Palette von Materialien. Mit der Berufung von Laura De Lorenzis kann die ETH Zürich ihre Kompetenzen im den Bereichen Festkörpermechanik, moderne Simulationsmethoden sowie Bruch- und Versagensanalyse ausbauen.

Prof. Teresa Galí-Izard (*1968), zurzeit ausserordentliche Professorin an der Harvard Graduate School, Cambridge, USA, zur ordentlichen Professorin für Landschaftsarchitektur. Teresa Galí-Izards Forschung fokussiert auf die Schnittstelle zwischen Landschafsarchitektur und Agronomie und auf die regenerativen Interaktionen zwischen Menschen, Tieren und Landschaft. Ihr besonderes Interesse gilt dabei Fragen der Nachhaltigkeit. Ihre Resultate tragen dazu bei, den biologischen Wert und die Struktur von Landschaften zu erhalten und liefert so Ansätze gegen den rasanten Verlust an Biodiversität. Mit der Berufung von Teresa Galí-Izard verstärkt die ETH Zürich die Verbindungen zwischen dem landschaftsarchitektonischen Entwurf und den Gebieten Bodenkunde, Pflanzenphysiologie und Ökologie.

Prof. Dr. Dennis Hofheinz (*1979), zurzeit ordentlicher Professor am Karlsruher Institut für Technologie, Karlsruhe, Deutschland, zum ordentlichen Professor für Informatik. Dennis Hofheinz ist ein in der internationalen Forschungsgemeinschaft breit verankerter Spezialist für Kryptographie. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf mathematischen Sicherheitsdefinitionen für verschiedene Typen kryptografischer Verfahren und auf der Entwicklung neuer Methoden für Sicherheitsbeweise. Mit seinen Resultaten leistet er wichtige Beiträge zu Themen wie E-Voting, Blockchain-Systemen und digitalem Geld. Mit der Berufung von Dennis Hofheinz stärkt die ETH Zürich den stark an Bedeutung gewinnenden Bereich der Cybersecurity. 

Prof. Dr. Gabriela Hug (*1979), zurzeit ausserordentliche Professorin an der ETH Zürich, zur ordentlichen Professorin für Elektrische Energieübertragung. Gabriela Hug ist eine international viel beachtete und preisgekrönte Wissenschaftlerin. Ihr Arbeitsgebiet liegt im Entwurf und in der Optimierung von zukünftigen Energienetzen. Ihre Stossrichtung ist, erneuerbare Energien in die Energienetze zu integrieren und damit den schrittweisen Ausstieg aus der fossilen Energieversorgung zu unterstützen. Die optimale Regelung der Netzführung strebt sie mit Hilfe von verteilten, dezentralen Reglerkonzepten an. Ihr starker Praxisbezug wird durch namhafte Industriepartnerschaften dokumentiert. Mit der Ernennung von Gabriela Hug zur ordentlichen Professorin sichert sich die ETH Zürich eine überaus innovative und produktive Wissenschaftlerin mit grossem Potential.

Prof. Dr. Giacomo Indiveri (*1967), zurzeit ausserordentlicher Professor an der Universität Zürich, zum ausserordentlichen Professor für Neuromorphische Kognitive Systeme. Giacomo Indiveri erforscht die natürlichen neuronalen Strukturen und Prozesse im Gehirn, um sie künstlich nachzubilden und in den Computerwissenschaften einzusetzen. Sein Ziel ist, anhand neuromorpher Prinzipien sogenannte autonome kognitive Systeme aufzubauen, wie beispielsweise ein Cochlea-Implantat, also eine Hörprothese für Gehörlose. Giacomo Indiveris Beiträge wurden bereits zweimal mit ERC Grants gewürdigt. Mit seiner Berufung zum Doppelprofessor stärkt die ETH Zürich ihre Kompetenzen auf dem Gebiet des Neuromorphic Engineering und vertieft die Zusammenarbeit mit der Universität Zürich.

Prof. Dr. Christoph Müller (*1978), zurzeit ausserordentlicher Professor an der ETH Zürich, zum ordentlichen Professor für Energiewissenschaft und Engineering. Christoph Müller ist ein international sichtbarer und sowohl in der Fachwelt als auch innerhalb der ETH Zürich sehr gut vernetzter Wissenschaftler, der 2018 einen ERC Consolidator Grant erhalten hat. Er beschäftigt sich mit Forschungsproblemen an der Schnittstelle zwischen Maschinen- und Chemieingenieurwissenschaften mit dem Ziel, neue Verfahren der Energieumwandlung mit massiv reduziertem CO2-Ausstoss zu entwickeln. Dabei hat er sowohl numerische als auch experimentelle Methoden erfolgreich weiterentwickelt. Mit der Ernennung von Christoph Müller zum ordentlichen Professor sichert sich die ETH Zürich einen brillanten Wissenschaftler mit hohem Engagement für die Entwicklung der Hochschule.

Prof. Dr. Romain Quidant (*1975), zurzeit Professor am Institute of Photonic Sciences in Barcelona, Spanien, zum ordentlichen Professor für Nanophotonik. Romain Quidant beschäftigt sich mit nanophotonischen Prinzipien und Geräten und ist weltweit führend in mehreren Schlüsselthemen. So entwickelte er beispielsweise die plasmonische Nanopinzette, mit deren Hilfe Proben von Biomolekülen und kleinen Viren bis hinab zu einer Grösse von 10 Nanometern gehandhabt werden können. Weiter gilt er als einer der Begründer der Nano-Optomechanik, in der Nanopartikel durch Laserstrahlen zum Schweben gebracht und untersucht werden. Die Forschung von Romain Quidant erweitert die Aktivitäten der ETH Zürich in den Bereichen Biomaterialien, Biomechanik und Robotik um eine wichtige Dimension.

Prof. Dr. Konrad Tiefenbacher (*1980), zurzeit Tenure-Track-Assistenzprofessor an der Universität Basel und am Departement Biosysteme der ETH Zürich, zum ausserordentlichen Professor für Synthese von Funktionellen Modulen (Doppelprofessur mit der Universität Basel). Konrad Tiefenbachers Forschungsfokus im Bereich selbstorganisierter katalytisch aktiver molekularer Kapseln befasst sich mit einem sehr anspruchsvollen supramolekularen Thema an der Schnittstelle zwischen organischer Chemie und Biochemie. Die hervorragende Qualität und Originalität seiner Forschung hat Konrad Tiefenbacher unter anderem durch das Einwerben eines ERC Starting Grants unter Beweis gestellt. Mit seiner Ernennung zum ausserordentlichen Professor stärkt die ETH Zürich ihr Profil in einem zukunftsweisenden Bereich.

Ernennungen EPFL

Prof. Dr. Andrea Ablasser (*1983), zurzeit Tenure-Track-Assistenzprofessorin an der EPFL, zur ausserordentlichen Professorin für Life Sciences. Andrea Ablasser ist eine vielversprechende Nachwuchsforscherin. Sie untersucht, wie sich Zellen gegen virale und bakterielle Angriffe wehren und speziell, wie Mikroben von Immunzellen erkannten werden. Dabei fokussiert sie auf die Funktionsweise des angeborenen Immunsystems und arbeitet daran, neue Therapien im Bereich der Immunologie zu entwickeln. Für ihre Forschungsresultate hat Andrea Ablasser bereits einen ERC Starting Grant eingeworben und 2018 den nationalen Latsis-Preis erhalten. Mit ihrer Beförderung stärkt die EPFL ihre internationale Positionierung im Bereich der Biomedizin.

Dr. Mitali Banerjee (*1980), zurzeit assoziierte Forscherin an der Columbia University, New York, USA, zur Tenure-Track-Assistenzprofessorin für Physik. Mitali Banerjee ist eine Wissenschaftlerin mit aussergewöhnlichem Potenzial. Internationale Beachtung fand sie insbesondere mit einer selbst entworfenen und realisierten experimentellen Installation zur Messung der Wärmeleitfähigkeit in zweidimensionalen Materialien. Sie bewegte sich dabei im höchsten Schwierigkeitsgrad – viele Experten hatten einen solchen Schritt für unmöglich gehalten. Ihre Resultate konnte Mitali Banerjee in renommierten Fachzeitschriften publizieren. Mit ihrer Berufung holt die EPFL eine Wissenschaftlerin an die Hochschule, die sowohl in der Forschung als auch in der Lehre wichtige Beiträge leisten wird.

Dr. Anne-Florence Bitbol (*1986), zurzeit Forscherin an der Sorbonne Université, Paris, Frankreich, zur Tenure-Track-Assistenzprofessorin für Life Sciences. Anne-Florence Bitbol ist eine aufstrebende Biophysikerin mit solider Verankerung in Physik, Mathematik und Computerwissenschaften sowie mit einem starken methodischen Bezug zur Biologie. Ihr Hauptthema ist die Modellierung von Protein-Protein-Interaktionen. Dabei setzt sie selbst entwickelte Methoden ein, um die Form von Interaktionsstellen aus phylogenetischen Daten von Proteinsequenzen vorherzusagen. Mit ihrem Profil passt Anne-Florence Bitbol hervorragend zur Strategie der EPFL, den Zukunftsbereich der computergestützten und quantitativen Biologie zu verstärken.

Prof. Dr. Anne-Clémence Corminboeuf (*1977), zurzeit ausserordentliche Professorin an der EPFL, zur ordentlichen Professorin für Theoretische und Rechnergestützte Chemie. Anne-Clémence Corminboeuf hat grundlegende und international weit beachtete Beiträge zur theoretischen und rechnergestützten Chemie geleistet, insbesondere bei der Berechnung der elektronischen Struktur für die organische Elektronik. Ihre Arbeit in diesen Bereichen ist auf nicht-kovalente Wechselwirkungen, homogene Katalyse und Methodenentwicklung fokussiert und wurde bereits zweimal mit einem ERC Grant gewürdigt. Mit der Beförderung von Anne-Clémence Corminboeuf stärkt die EPFL ihre Positionierung in einem zukunftsweisenden Gebiet.

Prof. Dr. Beat Fierz (*1978), zurzeit Tenure-Track-Assistenzprofessor an der EPFL, zum ausserordentlichen Professor für Biophysikalische Chemie. Beat Fierz gilt weltweit als einer der besten Spezialisten für die Struktur, Regulierung und Dynamik von Chromatin – dem Material, aus dem die Chromosomen bestehen. Sein Forschungsansatz kombiniert Biophysik und chemische Biologie auf einzigartige Weise und wurde bereits mit einem ERC Consolidator Grant und Publikationen in renommierten Fachzeitschriften gewürdigt. Beat Fierz verfügt über die immer wichtiger werdende Fähigkeit, in einem multidisziplinären Kontext erfolgreich zu arbeiten. Seine Dynamik und sein grosses Potenzial werden die internationale Wahrnehmung der EPFL weiter stärken.

Prof. Dr. Anna Fontcuberta i Morral (*1975), zurzeit ausserordentliche Professorin der EPFL, zur ordentlichen Professorin für Materialwissenschaften. Anna Fontcuberta i Morral ist eine international renommierte Wissenschaftlerin. Ihr Spezialgebiet ist die Synthese von Nanostrukturen in Halbleitern, wobei sie auf die kristallinen Wachstumsmechanismen von Nanodrähten fokussiert. Ihre Resultate erlauben, Materialen mit neuartigen physikalischen und chemischen Eigenschaften zu entwickeln und finden zum Beispiel in der Effizienzsteigerung von Solarzellen und in der Quanteninformatik Anwendung. Mit der Beförderung von Anna Fontcuberta i Morral unterstreicht die EPFL ihre starke Position im Bereich der Materialwissenschaften.

Dr. Mika Göös (*1987), zurzeit Postdoktorand am Institute for Advanced Study, Princeton, USA, zum Tenure-Track-Assistenzprofessor für Informatik und Kommunikationssysteme. Mika Göös konzentriert sich in seiner wissenschaftlichen Arbeit auf die Lösung grundlegender theoretischer Probleme in den Computerwissenschaften und in der Mathematik. Sein Ansatz basiert darauf, die Probleme zuerst in einfacheren Modellen zu untersuchen und die Resultate dann in komplexeren Systemen zu bestätigen. Für sein junges Alter hat er bereits sehr viele Publikationen veröffentlicht oder mitverfasst, darunter wichtige Beiträge zur Kommunikationskomplexität und Schaltungskomplexität. Mika Göös ist ein äusserst produktiver Forscher, der die Position der EPFL in einem zukunftsweisenden Gebiet stärkt.

Dr. Charlotte Grossiord (*1986), zurzeit Postdoktorandin an der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL, Birmensdorf, zur Tenure-Track-Assistenzprofessorin für terrestrische Ökologie. Charlotte Grossiord ist eine hoch innovative Nachwuchsforscherin. Internationale Beachtung erlangte sie mit Arbeiten über den Beitrag der Artenvielfalt zur Widerstandsfähigkeit von Wäldern gegen den Klimawandel. In den letzten Jahren fokussierte sie auf das Überlebenspotenzial und die Akklimatisierung von Pflanzen bei steigenden Temperaturen. Dabei untersuchte sie unter anderem mit Heizkammern die Auswirkungen von Dürre auf Bäume unter realen Bedingungen. Charlotte Grossiord wird eng mit der WSL zusammenarbeiten, welche ihre Professur gemeinsam mit der EPFL finanziert.

Prof. Dr. Frédéric Kaplan (*1974), zurzeit Tenure-Track-Assistenzprofessor an der EPFL, zum ausserordentlichen Professor für Digitale Humanwissenschaften. Frédéric Kaplan ist ein talentierter und international beachteter Wissenschaftler. Mit seinen Arbeiten trägt er wesentlich dazu bei, die EPFL als eine führende Institution im Bereich der digitalen Humanwissenschaften zu positionieren, die Informationstechnologie, Big Data und methodische Praxis in den Human- und Sozialwissenschaften miteinander kombinieren. Ein Beispiel für die wegweisenden Ansätze von Frédéric Kaplan ist das Projekt «Venice Time Machine», das sich mit der räumlichen Visualisierung von Geschichte und historischen Dokumenten aus den Archiven des Staates Venedig beschäftigt.

Prof. Dr. Adam Marcus (*1979), zurzeit Assistenzprofessor an der Princeton University, New Jersey, USA, zum Tenure-Track-Assistenzprofessor für Mathematik. Adam Marcus gilt als einer der talentiertesten Mathematiker seiner Generation. Weltweites Aufsehen erregte er 2013, als er zusammen mit anderen Wissenschaftlern das Kadison-Singer-Problem löste, ein 1959 aufgestelltes Problem in der Theorie der Operatoralgebren und der Funktionsanalyse. An der EPFL wird Adam Marcus eine starke Forschungsgruppe in der Kombinatorik aufbauen, um die langjährige Tradition der EPFL in diesem Bereich fortzusetzen. Es wird zudem dazu beitragen, die Verbindungen zwischen Mathematik und theoretischer Informatik zu stärken

Dr. Alexander Mathis (*1983), zurzeit Postdoktorand an der Harvard University, Cambridge, USA, und an der Eberhard Karls Universität, Tübingen, Deutschland, zum Tenure-Track-Assistenzprofessor für Life Sciences. Alexander Mathis ist ein international bereits starke beachteter Wissenschaftler. Er beschäftigt sich mit der Verarbeitung neuronaler Informationen und den Mechanismen der Kodierung adaptiven Verhaltens im Gehirn. Unter anderem entwickelte er eine starke beachtete Theorie über die koordinierte Aktivität von Gitterzellen. Weitere Resultate betrafen die Kodierung von Geruchsreizen und des adaptiven Verhaltens bei der Bewegungskontrolle. Mit der Berufung von Alexander Mathis sichert sich die EPFL wichtiges Know-how an der Schnittstelle von Theorie und experimentellen Methoden.

Dr. Mackenzie Mathis (*1984), zurzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Harvard University, Cambridge, USA, zur Tenure-Track-Assistenzprofessorin für Life Sciences. Mackenzie Mathis hat trotz ihres jungen Alters bereits wesentliche Beiträge zum Verständnis der neuronalen Mechanismen geleistet, welche es erlauben, die Bewegungen des Körpers kontinuierlich zu rekalibrieren. Unter anderem entwickelte sie das erste Verhaltensmodell zur Untersuchung der motorischen Anpassungen in den Bewegungsabläufen von Mäusen und entdeckte, dass dabei die somatosensorische Großhirnrinde eine Schlüsselrolle spielt. Mit ihren Forschungsansätzen passt Mackenzie Mathis hervorragend in bestehende Forschungsstossrichtungen an der EPFL.

Dr. Christoph Merten (*1976), zurzeit Gruppenleiter am European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg, Deutschland, zum ausserordentlichen Professor für Bioengineering. Christoph Mertens Forschung konzentriert sich auf den Einsatz der Mikrofluidik in komplexen biomedizinischen Fragestellungen. Zu seinen viel beachteten Arbeiten zählen mikrofluidische Plattformen für zelluläre und biochemische Analysen, welche die Entwicklung neuer Medikamente und Antikörper unterstützen. Christoph Mertens Resultate erlauben unter anderem Fortschritte bei personalisierten Krebstherapien. Durch seine kombinierten Qualitäten als transdisziplinärer Forscher und als Unternehmer und Gründer von Start-ups wird er der EPFL im Gebiet des Bioengineerings wichtige Impulse vermitteln.

Dr. Julia Schmale (*1981), zurzeit Gruppenleiterin am Paul Scherrer Institut, Villigen, zur Tenure-Track-Assistenzprofessorin für Extreme Environments. Julia Schmale ist eine international viel beachtete Atmosphärenwissenschaftlerin. Sie ist als Vertreterin der Schweiz aktiv an internationalen und multidisziplinären Forschungsarbeiten in der Arktis beteiligt. Unter anderem wirkt sie in der Arbeitsgruppe Atmosphäre des Internationalen Wissenschaftlichen Komitees für die Arktis. Mit ihrer wissenschaftlichen und methodischen Innovationsfähigkeit wird Julia Schmale die Wahrnehmung der EPFL in für die Zukunft der Gesellschaft wichtigen Fragestellungen verstärken und die Ausbildung von Umweltingenieuren an der Hochschule vorantreiben.

Prof. Dr. Mahsa Shoaran (*1986), zurzeit Assistenzprofessorin an der Cornell University, Ithaca, USA, zur Tenure-Track-Assistenzprofessorin für Elektrotechnik. Mahsa Shoaran ist eine vielversprechende und international beachtete Nachwuchswissenschaftlerin im transdisziplinären Bereich von Schaltungsdesign, Machine Learning und Neurowissenschaften. Ihre in enger Kooperation mit Klinikern durchgeführten Arbeiten sind insbesondere darauf ausgerichtet, neue Diagnose- und Therapiegeräte für arzneimittelresistente neurologische Erkrankungen zu entwickeln. Die Forschung von Mahsa Shoaran passt perfekt in die Stossrichtung der EPFL zur Entwicklung der nächsten Generation von Hirn-Maschine-Schnittstellen.

Dr. Amir Zamir (*1986), zurzeit Postdoktorand an der Stanford University, Kalifornien, USA, und an der University of California, Berkeley, USA, zum Tenure-Track-Assistenzprofessor für Informatik und Kommunikationssysteme. Amir Zamir ist ein brillanter Forscher in den Bereichen Computer Vision, Machine Learning, Künstliche Intelligenz und Wahrnehmung für Robotik. Sein anspruchsvolles Ziel ist es, eine digitale visuelle Wahrnehmungsmethode zu entwickeln, die als Teil eines grösseren intelligenten Systems funktioniert. Mit der Berufung von Amir Zamir sichert sich die EPFL ein aufstrebendes Talent, das mit seiner breiten systemischen Vision und seinem transdisziplinären Ansatz hervorragend in die Strategie der Hochschule passt.


Verleihung des Titels «Professor» ETH Zürich

Dr. Jürg Schweizer (*1960), zurzeit Leiter des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos, und Lehrbeauftragter an der ETH Zürich, zum Titularprofessor der ETH Zürich. Jürg Schweizer ist einer der weltweit führenden Forscher im Bereich der Schneemechanik, der Lawinenkunde und der Lawinenrettung. Er ist national und international bestens vernetzt und engagiert sich stark in verschiedenen wissenschaftlichen internationalen und nationalen Gremien. Seine Lehrtätigkeit an der ETH Zürich wird von den Studierenden konstant als sehr gut bewertet. 


Verleihung des Titels «Professor» EPFL

Prof. Dr. Jocelyne Bloch (*1968), zurzeit ausserordentliche Professorin an der Universität Lausanne, zur Titularprofessorin der EPFL. Jocelyne Bloch ist eine international renommierte Neurochirurgin und Neurowissenschaftlerin. Sie arbeitet in verschiedenen Projekten eng mit der EPFL zusammen. Mit ihrer formellen Einbindung in die Hochschule wird die Bedeutung der klinischen Forschung gestärkt.

Prof. Dr. Jacques Duparc (*1962), zurzeit ordentlicher Professor an der Universität Lausanne, zum Titularprofessor der EPFL. Jacques Duparc ist ein weltweit renommierter Experte für deskriptive Mengenlehre, Spieltheorie und ihre Anwendungen in der theoretischen Informatik. Er engagiert sich seit mehr als zehn Jahren erfolgreich in der Lehre an der EPFL.

Dr. François Fleuret (*1972), zurzeit leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter am IDIAP, Martigny, zum Titularprofessor der EPFL. François Fleuret wirkt an der unabhängigen Forschungsstiftung IDIAP, die mit der EPFL affiliert ist. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf dem maschinellen Lernen mit besonderem Fokus auf rechnerischen Aspekten und auf Anwendungen in der Computer-Vision.

Dr. Graham Knott (*1967), zurzeit leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter an der EPFL, zum Titularprofessor der EPFL. Graham Knott leitet an der Fakultät Life Sciences eine Technologieplattform für den Einsatz von Elektronenmikroskopen in der biologischen Forschung. Als Forscher hat er wesentliche Beiträge zum Verständnis der Struktur von neuronalen Synapsen im Hirn geleistet.

Verabschiedungen ETH Zürich

Prof. Dr. Marc Angélil (*1954), zurzeit ordentlicher Professor für Architektur und Entwurf, trat Ende Juli 2019 in den Ruhestand. Marc Angélil kam 1994 an die ETH Zürich und wurde 1997 auf seine heutige Stelle berufen. Sein Forschungsinteresse gilt den Entwicklungen im Städtebau und sozial-räumlichen Strukturen, die er in grossstädtische Regionen in Europa, Asien und den USA untersucht. Die Erarbeitung von Strategien zur Unterstützung nachhaltiger Stadtentwicklungsprozesse steht dabei im Vordergrund. Für die ETH Zürich wie auch sein Departement hat er sich immer mit grossem Engagement eingesetzt und prägend in unterschiedlichen Rollen und Funktionen agiert. Neben seiner erfolgreichen akademischen Tätigkeit arbeitet er als Architekt und führt zusammen mit zwei Partnern ein Architekturbüro mit Sitzen in Los Angeles und Zürich.

Prof. Dr. Hans Rudolf Heinimann (*1954), zurzeit ordentlicher Professor für Forstliches Ingenieurwesen, wird am 1. Februar 2020 in den Ruhestand treten. Hans Rudolf Heinimann wurde 1991 an die ETH Zürich berufen und 1997 auf seine heutige Position befördert. Im Verlauf seiner erfolgreichen Karriere hat er sich ein umfangreiches internationales Netzwerk aufgebaut. Bis vor kurzem hat er als Direktor des Forschungsprogramms Future Resilient Systems am Singapore-ETH Centre gewirkt. Seine aktuellen Forschungsinteressen werden davon geleitet, wie sich komplexe, technisch-soziale Systeme robuster und widerstandsfähiger gestalten lassen. Hans Rudolf Heinimann hat sich in überdurchschnittlichem Mass für die Belange der ETH Zürich eingesetzt, sowohl in Lehre und Forschung als auch in der akademischen Selbstverwaltung.

Prof. Dr. Karin Würtz (*1978), zurzeit Assistenzprofessorin für Immunoengineering und Regenerative Medizin, wird die ETH Zürich Ende September 2019 verlassen. Karin Würtz ist eine international anerkannte Expertin für Entzündungsprozesse in Geweben des Bewegungsapparats. Ihr Ziel ist, die Entzündung mittels natürlicher und synthetischer Wirkstoffe so zu steuern, dass eine Degeneration verhindert werden kann bzw. eine Regeneration begünstigt wird. Karin Würtz verlässt die ETH Zürich, um dem Ruf an eine andere Hochschule zu folgen.

Verabschiedungen EPFL

Prof. Kersten Geers (*1975), zurzeit ausserordentlicher Professor für Architektur, wird die EPFL per 1. Februar verlassen. Kersten Geers ist ein international anerkannter Architekt und Architekturtheoretiker. Er wurde 2013 an die EPFL berufen und engagierte sich in der Lehre sowohl für den Entwurf als auch in Theoriefragen. Zudem baute er wichtige Kontakte mit anderen Hochschulen auf, darunter die ETH Zürich. Kersten Geers verlässt die EPFL, um seinen akademischen Weg an einer anderen Institution fortzusetzen.

Prof. Dr. François Avellan (*1955), zurzeit ordentlicher Professor für hydraulische Maschinen, wird am 1. April 2020 in den Ruhestand treten. François Avellan wirkt seit 1980 an der EPFL, seit 2004 in seiner heutigen Funktion. Im Bereich der Hydrodynamik von Turbinen zur Stromproduktion hat er eine einzigartige Expertise entwickelt und viele Projekte in der Schweiz und weltweit geleitet. Dabei stützte er sich sowohl auf theoretische Modellierungen als auch auf numerische Simulationen und experimentelle Verfahren. François Avellans Beiträge zu Forschung und Lehre sowie die von ihm gegründeten industriellen Kooperationen haben wesentlich zur Entwicklung und zur Reputation der EPFL in seinem Forschungsgebiet beitragen.

Prof. Dr. Tatsuya Nakada (*1955), zurzeit ordentlicher Professor für Elementarteilchenphysik, wird am 1. März 2020 in den Ruhestand treten. Tatsuya Nakada forschte seit den 1980er-Jahren an verschiedenen wissenschaftlichen Institutionen für Experimente am CERN. Unter anderem war er über mehr als ein Jahrzehnt entscheidend an der Entwicklung des 2008 erfolgreich in Betrieb genommenen «Large Hadron Colliders b» beteiligt. 2003 wurde er zum ordentlichen Professor der EPFL ernannt und setzte sich engagiert für eine enge Beziehung zwischen der Hochschule und dem CERN ein. Tatsuya Nakada geniesst weltweit in Fachkreisen hohes Ansehen und übernahm immer wieder führende Positionen in internationalen Institutionen, Kommissionen und Beiräten.

Mehrsprachigkeit fördern: Lernende des EJPD verbringen eine Woche im Tessin


Die Lernenden des Eidgenössischen Polizei- und Justizdepartements (EJPD) beschäftigen sich in einem sechstägigen Lager mit der Sprache und Kultur der italienischen Schweiz. Das diesjährige Lernendenlager in Bellinzona vom 22.- 27. September steht unter dem Motto „Vielsprachigkeit in der Schweiz“.

Beim Lernendenlager im Tessin handelt es sich um ein Pilotprojekt, das in enger Zusammenarbeit mit dem Kanton Tessin und der Mehrsprachigkeitsdelegierten des Bundes erarbeitet wurde.

Alle 96 Lernenden aus insgesamt 8 Verwaltungseinheiten des EJPD nehmen am Lager in Bellinzona teil. Ziel ist es, ihnen die Sprache und Kultur der italienischen Schweiz näherzubringen.

Neben kulturellen und sportlichen Aktivitäten besuchen die Jugendlichen täglich einen italienischen Sprachkurs. Mit dem Projekt will das EJPD die Mehrsprachigkeit fördern und Lernende entsprechend sensibilisieren.

Das EJPD organisiert seit 2006 jedes Jahr ein für alle Lernenden obligatorisches Lager. Themen waren bisher beispielsweise gemeinnützige Arbeit in strukturschwachen Regionen der Schweiz oder Lager mit den Schwerpunkten Sport, Gesundheit und Ernährung. Ziel des EJPD ist es, künftig auch Lernendenlager zum Thema Mehrsprachigkeit zu veranstalten.

Im gleichen Zeitraum findet am 26. September der Europäische Sprachentag statt. Die Mitarbeitenden der Bundesverwaltung sind aufgerufen, an diesem „Tag der Mehrsprachigkeit“ in einer anderen Amtssprache zu kommunizieren. Ziel ist es, den Austausch und das Verständnis zwischen Mitarbeitenden verschiedener Sprachgemeinschaften zur fördern.

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