Grundwasser in der Schweiz „unter Druck“ +++ Aber: Schweiz hat trotzdem 10x mehr Wasser als sie braucht

Vielerorts in der Schweiz, dem „Wasserschloß Europas“, kommt das Wasser aus Bergquellen und wird nicht aus Grundwasser gezogen.

Allein deswegen ist die Wasserqualität in der Schweiz im Vergleich mit den meisten EU-Ländern überdurchschnittlich gut.

Aber natürlich quillt nicht überall wie in den Berggebieten das Wasser frisch aus Quellen, sondern es wird das Trinkwasser auch in vielen tiefergelegenen Gebieten des Unterlands ganz oder teilweise aus Grundwasser generiert.

Dies ist umso bedeutender, weil die Berggebiete weniger bevölkert sind und die Gebiete des Unterlande weitaus größere Bevölkerungsdichte aufweisen.

80% des Trinkwassers kommt aus Grundwasser

Wer nicht den Vorteil hat, daß er in Berggebieten mit Quellwasser wohnt, das in aller Regel völlig rein ist, bezieht sein Hahnenwasser vom Grundwasser.

Dies sind stattliche 80% aus obengenannten Gründen, weil die Unterland-Gebiete stärker bevölkert sind.

So oder so sind wir es in  der Schweiz generell gewohnt, daß aus Grundwasser oder Bergquellwasser qualitativ einwandfreies Trinkwasser in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

Dies ist heute jedoch nicht mehr selbstverständlich, denn die Grundwasservorkommen weisen zunehmend Verunreinigungen auf, die mehrheitlich aus der Landwirtschaft stammen, so das BAFU (Bundesamt für Umwelt) in einer aktuellen Mitteilung.

600 Meßstellen – Negativer NAQUA-Bericht

Zu diesem Schluß, daß Grundwasser nicht mehr überall unbedenklich als Trinkwasser genutzt werden kann, gelangt der der aktuelle Bericht der Nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA, welchen das Bundesamt für Umwelt (BAFU) am 15. August 2019 veröffentlicht hat.

Viele Herbizide / Pflanzenschutzmittel sind noch erlaubt und werden von der Intensivlandwirtschaft für Ertragsmaximierung aggressiv eingesetzt. Dabei bleiben sie über Jahrzehnte im Grundwasser und vergiften sogar noch zukünftige Generationen.

Viele Herbizide / Pflanzenschutzmittel sind noch erlaubt und werden von der Intensivlandwirtschaft für Ertragsmaximierung aggressiv eingesetzt. Dabei bleiben sie über Jahrzehnte im Grundwasser und vergiften sogar noch zukünftige Generationen.

Grundwasser ist ein wichtiger einheimischer Rohstoff.

80 Prozent des Trinkwassers werden in der Schweiz aus Grundwasser gewonnen.

Der Zustand und die Entwicklung werden im Rahmen der Nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA in Zusammenarbeit von Bund und Kantonen an rund 600 Meßstellen landesweit erhoben.

Am 15. August hat das BAFU die Ergebnisse der Messungen und Analysen der Jahre 2007 bis 2016 veröffentlicht.

Nitrat und Pflanzenschutzmittel gefährden hohe Wasserqualität

Der vorliegende Bericht zeigt, daß vor allem Nitrat und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln die Grundwasserqualität beeinträchtigen.

Daß jahrzehntelang die Kleinlandwirtschaft mit Bürokratie, immer mehr Abgabenbelastung und Gesetzesfluten stillgelegt und die Großlandwirtschaft staatlich gefördert wurde, zeigt nun seine negative Seite bei der Wasserqualität.

Denn Hauptquelle ist gemäß der Untersuchung genau die industrielle Intensiv-Landwirtschaft, welche für die großflächige Belastung des Grundwassers verantwortlich ist.

Entlang der Fließgewässer treten auch Mikroverunreinigungen im Grundwasser auf, welche aus Industrie, Gewerbe und Haushalten stammen.

Vorrausschauendes Wirtschaften wichtig: Grundwasser erneuert sich nur langsam

Weil sich sich das Grundwasser nur langsam erneuert und hierbei regeneriert, sind vorausschauende Maßnahmen zum Schutz und Erhalt der Grundwasserversorgung maßgeblich.

Trinkflaschen sind praktisch beim Velofahren, auf Reisen und für alle, die Einwegmüll vermeiden wollen. Aber schön wäre es schon, wenn man in Zukunft auch noch Wasser aus der Wasserleitung trinken könnte (Bildquelle: www.trinkflaschen24.de)

Noch heute finden sich beispielsweise im Grundwasser Rückstände von Atrazin, einem Herbizid, welches in der Schweiz schon seit über 10 Jahren verboten ist.

Wer also will, daß in Zukunft nicht Trinkwasser nur noch in Form von Mineralwasser anstatt Leitungswasser unbedenklich genossen werden kann und man nur noch Trinkwasser in Trinkflaschen anstatt aus der Leitung trinken kann, muß auf die Gegenwart im Interesse der Zukunft schauen.

Sonst kann in einigen Gebieten wie dem Mittelland irgendwann das Hahnenwasser nur noch zum Duschen, Baden, Auto-waschen oder für die Waschmaschine und für den Geschirrspüler gebraucht werden.

Zulässige Nitratwerte an 15 Prozent aller Meßstellen überschritten

Die größte Belastung des Grundwassers verursacht das Nitrat.

Natürlicherweise wäre die Nitratkonzentration im Grundwasser im Bereich weniger Milligramm pro Liter (mg/l).

Mittelland: Sogar 80% aller Meßstellen mit übermäßiger Nitratbelastung

Im Schweizer Mittelland weisen jedoch 80 Prozent der Meßstellen eine Konzentration von mehr als 10 mg/l auf.

An rund 15 Prozent aller Meßstellen wurden 2014 Konzentrationen von mehr als 25 mg/l nachgewiesen. 25 mg/l sind in der Gewässerschutzverordnung (GSchV) als Grenzwert (so genannte numerische Anforderung) festgelegt.

In Gebieten mit viel Ackerbau-Landwirtschaft wurde dieser Wert an 40 Prozent der Meßstellen überschritten.

An 2 Prozent der Meßstellen wurde auch der Höchstwert der Lebensmittelgesetzgebung für Trinkwasser von 40 mg/l nicht eingehalten.

Die Nitrat-Konzentrationen sind ein wichtiger Indikator für die Auswirkungen der Landwirtschaft auf das Grundwasser. Hauptquellen für die hohen Nitratwerte sind Hof- oder Mineraldünger.

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln weit verbreitet

An mehr als der Hälfte aller Meßstellen treten Rückstände von Pflanzenschutzmitteln (PSM) im Grundwasser auf.

Gifte wie Plfanzenschutzmittel bringen Großagarbetrieben zwar kurzfristig mehr Rendite, sie schaden jedoch dem Grundwasser und damit dem Trinkwasser des Menschen

Gifte wie Pflanzenschutzmittel bringen Großagarbetrieben zwar kurzfristig mehr Rendite, sie schaden jedoch dem Grundwasser und damit dem Trinkwasser des Menschen

Großflächig werden Pflanzenschutzmittel vor allem in der Landwirtschaft eingesetzt. PSM-Wirkstoffe überschritten 2014 den Grenzwert von 0.1 Mikrogramm (µg/l) an 2 Prozent der Meßstellen.

Zudem wurden deren Abbauprodukte, sogenannte PSM-Metaboliten, verbreitet in erhöhten Konzentrationen nachgewiesen, vor allem im Mittelland (siehe Faktenblatt).

An rund 20 Prozent der Messstellen lagen die Konzentrationen von PSM-Metaboliten über 0.1 µg/l; für gewisse Metaboliten gilt dies ebenfalls als Grenzwert.

Halogenierte Kohlenwasserstoffe und Stoffe aus dem Abwasser

Überschreitungen der Grenzwerte nach GSchV werden auch für flüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe (FHKW) festgestellt.

FHKW überschritten den Grenzwert 2014 an 4 Prozent der Messstellen. Sie stammen aus Altlasten, wie zum Beispiel ehemaligen Industriestandorten oder Deponien.

Zudem treten Mikroverunreinigungen im Grundwasser auf, welche aus dem Abwasser stammen und meist über Fließgewässer und teilweise über defekte Kanalisationen ins Grundwasser gelangen.

Im Vergleich zu PSM-Rückständen wurden diese Stoffe jedoch insgesamt weniger häufig im Grundwasser nachgewiesen.

Künstliche, langlebige Stoffe sollen im Grundwasser gemäß GSchV grundsätzlich nicht vorkommen.

An Fließgewässern treten Mikroverunreinigungen im Grundwasser auf. (Bild: Hinterrhein im Domleschg / Bildquelle: Domleschger-Zeitung.ch)

An Fließgewässern treten Mikroverunreinigungen im Grundwasser auf. (Bild: Hinterrhein im Domleschg / Bildquelle: Domleschger-Zeitung.ch)

Schweiz hat das 10fache an Wasser, welches sie braucht: Ausreichend Wasser vorhanden, ejdoch zunehmend erschwerte Nutzung

Theoretisch könnten jährlich 18 Milliarden m³ Grundwasser – das ist mehr als das 10-fache des Bedarfs der Schweiz – auf nachhaltige Weise, d.h. ohne eine dauerhafte Absenkung des Grundwasserspiegels oder andere negative Auswirkungen auf die Umwelt, für die Wasserversorgung genutzt werden.

Konflikte mit anderen Nutzungen, wie etwa gewerblich-industrielle oder landwirtschaftliche Aktivitäten oder Siedlungsentwicklung, verhindern jedoch vielerorts, daß dieses Potential ausgeschöpft werden kann.

Kaum saisonale Schwankungen

Bezogen auf das gesamte Grundwasser in der Schweiz sind saisonale Veränderungen der Grundwasserstände in aller Regel klein.

Generell kann in mengenmäßiger Hinsicht, zumindest in der mehrjährigen Bilanz, von einem weitgehend stabilen Zustand der Ressource Grundwasser gesprochen werden, weil sich die Grundwasserreserven regelmäßig und vollständig wieder auffüllen.

Dies dürfte auch im Zuge einer allfälligen Klimaänderung so bleiben, selbst wenn es während Trockenperioden lokal zu vorübergehender Wasserknappheit kommen kann, wie dies bereits heute der Fall ist.

Aggressive Intensiv-Landwirtschaft muß reagieren

Das Grundwasser muß konsequenter geschützt werden, damit der Druck auf die elementarste Trinkwasserressource nicht weiter zunimmt und die Wasser-Verunreinigungen wieder  abnehmen.

Konkret müssen Stoffeinträge aus der Landwirtschaft (v.a. Nitrat und PSM-Rückstände) aber auch der Siedlungsentwässerung (Mikroverunreinigungen) und Altlasten (v.a. Kohlenwasserstoffe) zwingend sinken, zumal sich die Effekte der Maßnahmen erst mit großer Zeitverzögerung zeigen.

Als Hauptverursacher der Nitrat- und PSM-Belastung ist dabei vor allem die Landwirtschaft gefordert, mit geeigneten Maßnahmen das Grundwasser zu entlasten.

Zur Verminderung der Stoffe aus den Siedlungen und den Altlasten gilt es, den angelaufenen Ausbau ausgewählter Abwasserreinigungsanlagen zur Beseitigung von Spurenstoffen weiterzuführen und die Altlasten-Sanierungen abzuschließen.

Walensee (Foto: Remo Maßat / Schlagwort AG)

Walensee (Foto: Remo Maßat / Schlagwort AG)

Hintergrund: Was ist der Unterschied zwischen Trinkwasser und Grundwasser?

Wird Grundwasser als Trinkwasser genutzt, so muss es die Grenzwerte der Lebensmittelgesetzgebung (TBDV) einhalten.

Die Qualität des Trinkwassers wird durch die einzelnen Wasserversorger sichergestellt und von den kantonalen Lebensmittelämtern überwacht.

Nur wenige der untersuchten Grundwassermeßstellen lagen für den Zeitraum 2007 bis 2014 über den Höchstwerten der TBDV, die meist weniger streng angesetzt sind als die numerischen Anforderungen der GSchV.

Die Auswertung der durch NAQUA untersuchten Meßstellen und Stoffe liesse den Schluß zu, daß die Qualität des Grundwassers für die Trinkwassernutzung an den meisten Orten ausreichend ist, sodaß Grundwasser ohne aufwendige Aufbereitung abgegeben werden kann.

Diese Bilanz wird allerdings durch neue Erkenntnisse getrübt: Abbauprodukte des Fungizids Chlorthalonil (auch Chlorothalonil genannt) werden seit kurzem im Grundwasser nachgewiesen (siehe Faktenblatt: Metaboliten von Pflanzenschutzmitteln im Grundwasser (PDF, 263 kB)).

Aufrüstung der Luftverteidigung: Start der Sensor-Erprobungen mit größerer Reichweite

Die Schweiz will ihre Luftverteidigung stärken.

An einer Medienkonferenz in Bern haben die Fachspezialisten des VBS über den Ablauf der Sensor-Erprobungen für ein neues bodengestütztes Luftverteidigungssystem größerer Reichweite informiert.

Die Medienkonferenz ist der Auftakt der Erprobungen, die am 19. August in Menzingen beginnen.

Die Erprobungen der beiden Systeme dauern bis Ende September 2019.

Verschiedene Fachspezialisten des VBS informierten an der Medienkonferenz vom 7. August 2019 über die bevorstehenden Sensor-Erprobungen in Menzingen.

Während der Delegierte der Chefin VBS für die Erneuerung der Mittel zum Schutz des Luftraums, Dr. Christian Catrina, kurz in das Programm Air2030 und das Projekt Bodluv einführte, erläuterten der Projektleiter Bodluv, Markus Graf und der Erprobungsverantwortliche Bodluv, Marc Dürr (beide Armasuisse) den Evaluationsprozess und den Umfang der Erprobungen.

Der Teilprojektleiter Bodluv der Luftwaffe, Oberst i Gst Marco Forrer, sprach über die Aufgaben der Luftwaffe und den Bedarf für ein neues bodengestütztes Luftverteidigungssystem größerer Reichweite.

Erprobungsprogramm der Luftabwehrsysteme

Die Erprobungen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz «Gubel» in Menzingen ZG umfassen zehn Missionen mit spezifischen Aufgaben.

Dabei werden Messungen am Boden durchgeführt und der Luftraum nach Flugzeugen der Luftwaffe abgesucht.

Ziel der Missionen ist es, die Fähigkeiten der Sensoren der Radar-Systeme sowie die Angaben aus den eingereichten Offerten zu überprüfen.

An Feiertagen und am Wochenende werden keine Erprobungen durchgeführt.

Luftabwehr-System-Bilder: Hersteller Eurosam

Keine Schießversuche

Schießversuche sind nicht teil der Erprobungen.

Die Sensor-Systeme der beiden Kandidaten werden nacheinander an den folgenden Daten erprobt:

 Raytheon, USA Patriot 19. bis 30. August 2019
 Eurosam, Frankreich SAMP/T 16. bis 27. September 2019

Heikel in punkto Datenschutz: Bundesrat will nationalen Adreßdienst aufbauen

An seiner Sitzung vom 14. August 2019 hat der Bundesrat die Vernehmlassung zum neuen Adressdienstgesetz eröffnet. Damit sollen der Aufbau und der Betrieb eines zentralen Dienstes mit den Adressen aller Einwohner in der Schweiz ermöglicht werden.

Das neue Bundesgesetz über das nationale System zur Abfrage von Adressen natürlicher Personen (Adressdienstgesetz, ADG) schafft die Grundlage, damit das Bundesamt für Statistik (BFS) einen nationalen Adressdienst bereitstellen kann.

Gemeinden, Kantone und die Bundesverwaltung sowie zugriffsberechtigte Dritte wie zum Beispiel Krankenkassen sollen auf aktuelle und ehemalige Wohnadressen der Einwohner der Schweiz zugreifen können.

Damit können administrative Prozesse vereinfacht und öffentliche Aufgaben effizienter wahrgenommen werden. Heute ist es den Behörden nicht möglich, auf einfache Weise schweizweit festzustellen, wo eine Person zu einem bestimmten Zeitpunkt angemeldet ist.

Das Adressdienstgesetz regelt auch die Nutzungsbedingungen. Die Abfrage einer bestimmten Person erfolgt mittels der Versichertennummer AHVN. Folglich kann nur nach Personen gesucht werden, die den verschiedenen Verwaltungen bereits aufgrund gesetzlicher Aufgaben bekannt sind.

Die betroffenen Personen haben die Möglichkeit, nachzuvollziehen, wer ihre Adreßdaten wann abgefragt hat.

Zentrale Adreßdatenbank für die Beamten?

Der Gesetzesentwurf geht zurück auf die Behandlung zweier parlamentarischer Vorstöße (11.488 und 12.3661), sowie den entsprechenden Bericht des Bundesrats vom 12. November 2014.

Die Regierung kam darin zum Schluß, daß eine zentrale Adreßdatenbank für die öffentliche Hand von großem Nutzen wäre.

Also zu Klartext für die Beamten bzw. Staatsangestellten (Beamte wurden ja abgeschafft).

Die Regierung hat am 12. April 2017 das Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) beauftragt, einen Vernehmlassungsentwurf auszuarbeiten. Weil das BFS den Adreßdienst umsetzen wird, ist die Vorlage nun an das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) übergegangen.

Schweiz: Milliardenüberschüsse für 2019

Die vom Volk gegen den massiven Widerstand der Regierung mittels Volksabstimmung erwirkte Schuldenbremse wirkt auch viele Jahre danach immer noch positiv nach:

Erste Hochrechnung 2019: Bund rechnet mit 2,8 Milliarden Franken Überschuß

Für das laufende Jahr rechnet der Bund mit einem Überschuß von 2,8 Milliarden Franken. Budgetiert waren 1,2 Milliarden.

Die Verbesserung ist einerseits auf die Einnahmen der Direkten Bundessteuer und der Verrechnungssteuer zurückzuführen, die schon seit 2018 über den Erwartungen liegen. Insgesamt sind die Einnahmen 0,9 Prozent höher als budgetiert.

Andererseits dürfte der Bund 1,3 Prozent weniger ausgeben als vorgesehen.

Zudem fallen außerordentliche Einnahmen von 490 Millionen an, vor allem aus der Versteigerung von Mobilfunklizenzen.

Was ist die Schuldenbremse?

Hier erfahren Sie mehr über die vom Volk gegen den Willen der Regierung damals beschlossene Schuldenbremse: http://schweizerzeitung.ch/?s=Schuldenbremse

Gedanken zum Nationalfeiertag 1. August 2019

Kein 1. August mehr in Bern?

1291 bis heute, 2019, das ist eine lange Zeit.

Dies im Vergleich zu den Ländern Europas, die im Vergleich zur Schweiz oft erst sehr kurze Zeit Bestand haben.

Wie alt ist die Schweiz?

1991 feierte die Schweiz ihr 800jähriges Bestehen, jetzt sind schon wieder einige Jahrzehnte dazugekommen.

Man muß dazu wissen, daß die Urschweiz 1291 beim Rütlischwur noch nicht so groß war.

Nach und nach kamen weitere Gebiete dazu, die sich der Schweiz anschlossen.

Wie die Schweiz wuchs

Die Eidgenossenschaft wuchs. Allerdings nicht, wie in Resteuropa bis vor Kurzem noch üblich durch Eroberungen und Kriege, sondern durch freiwillige Beitritte / Beitrittsanfragen.

Diese könnte es, wenn es in den Ländern der EU weiter so bergabgeht wie aktuell, möglicherweise bald wieder geben.

Würde Deutschland eine Volksabstimmung zulassen in Baden-Württemberg, so wäre die Wahrscheinlichkeit wohl groß, daß Baden-Württemberg bei der Schweizerischen Eidgenossenschaft Antrag auf Aufnahme stellen würde.

Der aktuelle heutige Nationalfeiertag ist auch ein Jubiläum. Genau 100 Jahre ist es her, daß die Schweiz fast noch einmal erneut gewachsen wäre durch ein Beitrittsgesuch.

Vor genau 100 Jahren: 1919 wollte Vorarlberg beitreten

So wie es schon das österreichische Bundesland Vorarlberg tat im Jahr 1919.

Über 81 Prozent wollten beitreten:

Es stimmten 47 727 abstimmende Bürger Vorarlbergs (81 %) für die Aufnahme von Anschlußverhandlungen mit der Schweiz, 11 378 (19 %) waren dagegen.

Damals bestand Skepsis seitens der Schweiz für die Aufnahme Vorarlbergs, weil Angst bestand, daß das Gleichgewicht zwischen Reformierten (hochdeutsch Evangelischen) und Katholiken durcheinander-geraten könnte.

Als Vorarlberg der Schweiz beitreten wollte, spielte eben die Religion noch eine größere Rolle.

Und während in Vorarberg abstimmt wurde für Anschlußverhandlungen an die Schweiz wurde innerhalb der Schweiz auch für eine Aufnahme des zuvor zu Österreich-Ungarn gehörenden Vorarberg geworben mit Plakaten:

Die Vorarlberger sind wie die Bevölkerungen von Teilen Baden-Württembergs ebenfalls alemannischer Herkunft wie große Teile der Bevölkerung der Deutschschweiz. Daher wohl das Wort 'Brüder' auf dem Plakat von 1919.

Die Vorarlberger sind wie die Bevölkerungen von Teilen Baden-Württembergs ebenfalls alemannischer Herkunft wie große Teile der Bevölkerung der Deutschschweiz. Daher wohl das Wort „Brüder“ auf dem Plakat von 1919.

Als schließlich die Siegermächte des 1. Weltkriegs mit dem Vertrag von Saint-Germain Vorarlberg in die neue Republik Deutschösterreich zwang, war das Vorhaben nicht mehr weiterverfolgbar.

Die Schweiz ist, was die EU werden will

Während heute die EU Druck zu machen versucht, daß die Schweiz beitritt, zeigt die Vergangenheit, daß es auch anders gehen kann.

Die Schweiz hat inzwischen offiziell das Beitrittsgesuch zurückgezogen.

Und es erfolgt eine Abstimmung mit den Füßen.

Immer mehr EU-Bürger flüchten aus der EU in die Schweiz.

Aus Spanien, Portugal, Frankreich, Deutschland und Italien vor allen Dingen. Also genau den EU-Ländern, die besonders obrigkeitsstaatlich und schlecht regiert sind gegenwärtig.

In der Schweiz leben unterschiedliche Mentalitäten, Nationalitäten, Sprachgebiete, Kulturgebiete ohne Zwang wie in der EU zusammen. Und dies funktioniert aufgrunddessen, daß man – anders als in der EU heute der Fall – sich möglichst weitgehend in Ruhe läßt und respektiert anstatt zu versuchen, alles zu vereinheitlichen, zu reglementieren und zu regulieren.

Man wird sehen, was die Geschichte in Zukunft noch alles bringt.

Gegenwärtig wird aktuell am 1. August erstmal ein weiteres Jahr des Bestehens der Eidgenossenschaft seit dem Rütli-Schwur und der „Gründung der Urschweiz“ gefeiert.

Es gibt viele Höhenfeuer auf den Gipfeln und Bergen. Und Feste in den Tälern und Gemeinden.
Sowie natürlich Feuerwerk.

Feuerwerksverkauf zum 1. August-Nationalfeiertag

Feuerwerksverkauf zum 1. August-Nationalfeiertag

Und natürlich wird auch grilliert (nicht gegrillt).

Daß grilliert wird und nicht gegrillt (hochdeutsch), ist nicht ganz unwichtig, das mußte jüngst Coop erfahren. Die Firma erfuhr einen sogenannten „Scheißsturm“ (ja so heißt ein „shitstorm“ auf Deusch übersetzt, klingt schon ganz anders in der Muttersprache als in Denglisch).

Und zwar gab es massenhaft Proteste gegen das Hochdeutsche. Gegen das Wort grillen anstatt grillieren.

Und auch der andere große Einzelhandelsriese der Schweiz, Migros, mußte es erfahren, daß man sich unbeliebt macht bei den Kunden, wenn man deutsche Werbeagenturen beauftragt, die dann vom Zürichersee anstatt vom Zürisee sprechen.

Bildschirmfotoausriß: 20Min über den Fehltritt der Migros, welcher die Kunden empörte, wurde doch dafür geworben, Schweizer Produkte zu kaufen und die Werbung dazu im Ausland in Auftrag gegeben.

Bildschirmfotoausriß: 20Min über den Fehltritt der Migros, welcher die Kunden empörte, wurde doch dafür geworben, (hochpreisigere) Schweizer Produkte zu kaufen und die Werbung dazu im Ausland in Auftrag gegeben.

Oder die Migros ließ eine deutsche Werbeagentur einen Werbespot drehen und dort heißt es in der Aussprache nicht „Migroh“ sondern „Migros“ auf Hochdeutsch.

Beides gab Proteststürme der Kunden, hier ein damaliger Bericht aus dem „Blick“ zur Aussprache des Wortes Migros mit S anstatt ohne S:
So oder so sind zurzeit die Läden voll mit Schweizer Produkten traditioneller Art mit Schweizerkreuz, Edelweiß etc. etc.

Auch deutsche Discounter halten mit und machen es nicht anders als viele Schweizer Firmen, sie importieren.

Wer etwa beim Aldi (hier ein Foto von heute) einen „Original“-Appenzeller-Gürtel kauft anläßlich des 1. August 2019, der erhält ihn schon für 29 Franken.

Allerdings:

Wer die Verpackung, die schweizerisch 3sprachig beschriftet ist, genauer studiert, liest, daß der „Schweizer Gürtel“ in der Türkei hergestellt wurde (so wie viele Textilien, Taschen und Gürtel heute in der Türkei, in China oder Indien etc. hergestellt werden).

Türkischer Gürtel bzw. Gürtel im 'Schweizer Design'...

Schweizerischer wirds nicht mehr: Türkischer Gürtel bzw. Gürtel im „Schweizer Design“…

Generell ist es Einstellungssache und natürlich auch eine Frage der Finanzen, welche Produkte man bevorzugt.

Die Globalisierung kann durchaus auch Vorteile haben, so bringt sie doch in ärmere Länder auch Geld und Devisen und kurbelt dort die Wirtschaft an.

So kann man dies zumindest auch sehen.

Allerdings sollte man sich in punkto Umwelt und Langlebigkeit bzw. der so viel und viel gepriesenen Nachhaltigkeit bewußt sein, daß Billigprodukte nicht die gleiche Qualität haben können.

So kann man fest mit rechnen, daß auch die diesjährig im Aldi verkauften Appenzellergürtel hinsichtlich der Beschaffenheit ihrer Ornamente aus Metall nicht die gleiche Qualität haben (können) wie hochpreisigere Schweizer oder deutsche / österreichische ähnliche Produkte, deren Metallteile elektropoliert (vgl. hier: alube.de) verarbeitet wurden.

 

 

Wenn man im Spital noch kränker wird als vorher: Spitalinfektionen

Biofilme sind enorm widerstandsfähige Ansammlungen von Keimen, die besonders in Spitälern zum Problem werden können.

Wie ein einziges großes Lebewesen breiten sie sich auf Wunden aus oder besiedeln Implantate und Medizinprodukte.

Biomedizinische Materialien mit neuartigen Oberflächen sollen den Krankheitserregern Einhalt gebieten.

Manch einer, der ins Spital muß, wird dort erst recht krank. Durchschnittlich sieben Prozent aller Patienten in Industrieländern sind von derartigen «nosokomialen» Infektionen betroffen. Auf Intensivstationen steigt das Risiko nochmals deutlich an. Schwere Erkrankungen bis hin zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung können die Folge sein.

Besonders leichtes Spiel haben die Krankenhauskeime, sobald ein Patient mit invasiven medizinischen Maßnahmen behandelt wird: Steckt man Schläuche in den Körper, etwa um ihn zu beatmen, ihm Flüssigkeit zuzuführen oder Urin abzuleiten, fassen die Infektionserreger schnell Fuß. Wie solche Infektionen verhindert werden könnten, ist noch ungeklärt.

Eine Gruppe aus Empa-Forschern und Medizinern vom Kantonsspital St. Gallen arbeitet zurzeit an einem Projekt, das das Risiko von Spitalinfektionen senken soll.

Der Fokus liegt dabei auf der Analyse von Biofilmen, Ansammlungen von Keimen auf Oberflächen, die sich etwa in Harnkathetern ausbreiten.

Will man Materialien konzipieren, die das Entstehen von Biofilmen unterbinden, muss jedoch zuerst geklärt werden, wie es überhaupt zum gefährlichen Keimwachstum kommt. Denn gegen Unbekannt lassen sich keine passenden Schutzmaßnahmen entwickeln. Und hier tappte die Medizin bisher wortwörtlich im Dunkeln – denn es war weitgehend unbekannt, was eigentlich im Inneren eines Katheters wächst.

Die Empa-Forscherin Qun Ren ist den Geheimnissen im Inneren von Polymerschläuchen auf der Spur. Gemeinsam mit den St. Galler Spitalärzten untersuchte sie die Rückstände aus Harnleiterschienen von knapp 90 Patienten. Die Verwendung eines Stents im Harnleiter ist eine gängige Prozedur, etwa bei der Behandlung von Nierensteinen. «Wird ein derartiger Stent eingesetzt, treten jedoch häufig Beschwerden und Harnwegsinfekte auf», sagt Ren.

So auch bei den untersuchten Patienten: Nach einer vergleichsweise kurzen Verweildauer im Körper von rund 3 Wochen hatten sich in den Schläuchen nicht nur Calciumkristalle aus dem Urin abgelagert, die Forscherin fand in den Proben auch Bakterienansammlungen. «Auf der Materialoberfläche hatten sich Biofilme gebildet, aus denen sich Bakterien anzüchten liessen», so die Forscherin.

Das Wesen im Schlauch

Und genau mit diesen Biofilmen halten die Wissenschaftler das vermutlich erfolgreichste Lebewesen der Welt in Händen: Ansammlungen von Bakterien, eingebettet in eine selbst produzierte schleimige Matrix, die sich wie ein einziger großer Organismus verhält.

Und sie waren schon lange vor uns da. Biofilme finden sich bereits in den ältesten bekannten Fossilien unserer Erdgeschichte. Es wundert nicht, dass sie sich seither hartnäckig gehalten haben und unter widrigen Bedingungen, etwa in Harnkathetern, gedeihen, denn sie verfügen über erstaunliche Überlebensstrategien.

Dank der gelartigen Schicht aus Biopolymeren sind die zusammenlebenden Bakterien geschützt, beweglich und miteinander verbunden. Munter tauschen sie nützliche Erbgutstücke untereinander aus, kommunizieren über chemische Signale und melden an die Oberfläche, wenn die tieferen Schichten der «WG» Hunger leiden.

Antibiotika und Desinfektionsmittel durchdringen den Film kaum, und bei Bedarf senden sie einen Trupp von Pionieren an einen neuen Ort und gründen weitere Kolonien, einem metastasierenden Tumor gleich.

Geschickt wie ein Gecko

Was in der Natur erfolgreich ist, kann im Spital für Patienten böse enden. Ziel ist es daher, neue Materialien beispielsweise für Katheter zu entwickeln, um das Risiko von Infektionen zu senken. «Ein Schlüsselereignis bei der Entstehung eines Biofilms ist der Moment, wenn sich frei bewegliche Bakterien auf der Oberfläche anheften», erklärt Ren.

Dabei setzen manche der Mikroorganismen auf denselben Trick wie Geckos, die kopfüber an einer Glasscheibe Halt finden: Sie nutzen Van-der-Waals-Kräfte, Wechselwirkungen zwischen ihren eigenen Molekülen und jenen der Oberfläche, die ihnen ein neues Zuhause bieten soll.

Andere Exemplare beschichten die Schläuche mit einem passenden Überzug, was das Niederlassen auf der Oberfläche unterstützt. «Um die Bakterien zu bekämpfen, muss man daher bereits den Prozess der Anheftung verhindern», so Ren.

Voraussetzung für praxistaugliche Materialien und Beschichtungen, die sich den Keimen widersetzen, ist der lückenlose Forschungs- und Entwicklungstransfer «from bench to bedside». Bewähren kann sich ein Material nur dann, wenn die Analysen im Labor so realitätsnah wie möglich sind.

Die Empa-Forscher haben daher ein mehrteiliges Labor-Modell entwickelt, die den Bedingungen im Spital so nah wie möglich kommen. Potenzielle Katheter-Kandidaten werden hierbei im Bioreaktor von Flüssigkeiten durchspült, wie es einer echten Harnleiterschiene im Körperinneren widerfährt. Untersuchungen aller vorhandenen Mikroorganismen mittels Konfokalmikroskopie, Bakterienkultur und Erbgutanalyse folgen.

Gleichzeitig werden die mit Calciumkristallen bewachsenen Materialienoberflächen mittels Röntgenanalyse charakterisiert. «Nur wenn wir die Bakterien in den Biofilmen genau kennen, können wir sichere und hocheffiziente neue Materialien herstellen, die sich ihnen widersetzen», sagt Ren.

Anhand der Proben aus dem Kantonsspital St. Gallen konnte nun als weitere Grundlage des Modells genau gezeigt werden, was im Körper mit Kathetern aus herkömmlichen Materialien passiert.

Da es sich um Patienten handelte, die vor dem Einsetzen des Stents keine Anzeichen einer Infektion zeigten und den Schlauch lediglich kurz im Körper trugen, waren die gewachsenen Biofilme erwartungsgemäß mild ausgeprägt. Klar ist aber bereits jetzt, dass manche Erregerarten oft gemeinsam in einer bestimmten Gruppe auftreten.

So wiesen manche Patienten vor allem schädliche Enterobakterien in ihren Proben auf, während andere beispielsweise über Erregerarten wie Milchsäurebakterien verfügten, denen man eine möglicherweise schützende Wirkung zuschreibt. Wie diese Erregergruppen der Patienten mit dem Risiko einer Spitalinfektion zusammenhängen, werden die Forscher nun untersuchen. Ebenfalls wird derzeit eine spezielle Ausstattung von Oberflächen für bestimmte Keimträger diskutiert. In einem nächsten Schritt will das Team nun Proben von Langzeitbehandlungen und infizierten Patienten unter die Lupe nehmen.

Gegen Waffenexporte in Bürgerkriegsländer: Volksinitiative zustande-gekommen

Waffenexporte in Bürgerkriegsländer sind – zurückhaltend formuliert – äußerst umstritten.

Wie auch andere europäische Länder ist die Schweiz aktiv beteiligt, in Länder, die für Menschenrechtsverletzungen (z. B. Saudi-Arabien) bekannt sind als auch in Länder, die in Bürgerkriege verwickelt sind, Kriegsmaterialien zu liefern.

Die am 24. Juni 2019 eingereichte eidgenössische Volksinitiative «Gegen Waffenexporte in Bürgerkriegsländer (Korrektur-Initiative)» ist nun formell zustande gekommen.

Die Prüfung der Unterschriftenlisten durch die Bundeskanzlei hat ergeben, daß von insgesamt 126 597 eingereichten Unterschriften 126 355 gültig sind.

Korrektur-Initiative

Die Volksinitiative hat einen ungewöhnlichen Namen, welcher auch auf der Webseite der Initianten leider nicht wirklich erklärt wird.

Sie heißt aber wohl so, weil sie möchte, daß der Entscheid des Schweizer Bundesrats, gegen den mutmaßlich mehrheitlichen Willen des Volks, trotzdem solch umstrittene Waffenexporte zu erlauben, korrigiert wird.

Lanciert worden war die Volksinitiative als der Bundesrat – um die Schweizer Rüstungsindustrie zu stützen – Waffenexporte ausweiten wollte und auch in Bürgerkriegsgebiete erlaubte, sofern nicht die Annahme bestünde, daß die exportierten Kriegsmaterialien in den Bürgerkriegsgebieten eingesetzt würden.

Schweizer Bundesrat soll nicht mehr eigenmächtig handeln dürfen

Weiter wird gefordet, daß bei Waffenexporten das 7er-Gremium des Bundesrates nicht mehr eigenmächtig verfügen kann, sondern Parlament und Volk ein Mitspracherecht haben sollen.

Getragen wird die Volksinitiative hauptsächlich von linken Parteien, die bürgerlichen Parteien SVP und FDP und die Mitte-Links-Parteien wie CVP, BDP sind für den Beibehalt der Waffenexporte.

Das dürfte bei der Wählerschaft dieser Parteien allerdings sich anders verhalten, sodaß die Volksinitiative eine reale Chance haben wird.

Maßvolle Initiative

Bereits einmal war eine Volksinitiative für ein Verbot von Waffenexporten gescheitert.

Die aktuelle Volksinitiative jedoch will kein generelles Verbot von Waffenexporten.

Sondern bloß, daß keine Kriegswaffen in solche Staaten exportiert werden welche Menschenrechte systematisch und schwerwiegend verletzen oder in Bürgerkriege / Kriege (neudeutsch sogenannte „Konflikte“) verwickelt sind.

Nicht maßvolle Initianten

Allerdings, wer nachschaut, wem die Domains KorrekturIniative.ch und Korrektur-Initiative.ch gehören, stößt auf GSoA, die Gesellschaft Schweiz ohne Armee.

Dies ist eine alles andere als maßvolle Organiation, sondern eine Gesellschaft mit extremen Forderungen.

Solche Forderungen nach Reduzierungen und gänzlicher Abschaffung der Armee gab es übrigens in der Schweiz auch schon vor der Hitlerzeit in Europa. Hätte nicht ein Gesinnungswandel auf eine Stärkung der Armee stattgefunden wäre die Schweiz (ohne ein Armee oder mit reduzierter Armee) ohne Zweifel an das Dritte Reich gefallen.

Volksinitiativen gewinnt nur, wer die breite Masse für sich gewinnen kann

Denn nur überparteilich in Volk befürwortete Volksinitiativen haben generell eine gute Chance, auch wenn die Parteien der Wähler anderer Meinung sind.

So wie bei der Minarettverbots-Initiative, die mit großem Mehr angenommen wurde.

Und dies gegen den ausdrücklichen Willen der linken und der sogenannten Mitteparteien (nur die SVP war dafür bekanntermaßen). Aber mit den Stimmen der linken Wäherschaft. Stimmen von linken Wählern, die ein Zeichen setzen wollten gegen Zumutungen wie Ehrenmorde etc. oder gegen die Unterdrückung der Frau etc. sich stellten.

Man darf gespannt sein, ob bei der Initiative gegen den Waffenexport in Bürgerkriegsländer das Gleiche mit umgekehrten Vorzeichen passiert.

Also daß hier ein sogenannt „linkes“ Anliegen mit den Stimmen der Mitte-Wähler und der konservativen / rechten Wähler erfolgreich durch eine Volksinitiative realisiert werden wird.

Weitere Infos zur Volksinitiative gibt es auf dieser Webseite der Initianten.

Remo Maßat

Jugendlager AULA: Sanitätsausbildung fürs Leben

Am 20. Juli 2019 startet in S-chanf das Ausbildungs- und Ferienlager AULA.

Dieses wird vom Schweizerischen Militär-Sanitäts-Verband (SMSV) organisiert und von der Schweizer Armee und dem Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) unterstützt.

Über 280 Jugendliche erleben im Engadiner Dorf eine Woche lang hautnah das Sanitätswesen und die Arbeit von Blaulichtorganisationen.

Die Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 22 Jahren verbringen die Lagerwoche in der Truppenunterkunft der Armee in S-chanf (GR).

Mehr als hundert freiwillige Helfer des SMSV, des SRK und der Armee schulen dabei die Teilnehmenden in Erster Hilfe. In dieser 36. Ausgabe des AULA wird für die rund 50 Jugendlichen aus der Westschweiz erstmals auch eine französischsprachige Ausbildung angeboten.

Richtiges Verhalten in medizinischen Notfällen wird gelernt

Im AULA wird den Jugendlichen das richtige Verhalten bei medizinischen Notfällen beigebracht. Die Jugendlichen profitieren dabei auch von zivil anerkannten Zertifikaten. Diese ersetzen beispielsweise den Besuch des Nothilfekurses für die Autoprüfung.

Das Jugendlager des SMSV ist zudem die ideale Vorbereitung für angehende Sanitäts- und Rettungssoldaten sowie Angehörige des Rotkreuzdienstes. Die vordienstliche Ausbildung erleichtert zudem den Einstieg in Gesundheitsberufe und ins Medizinstudium.

Lagerteilnehmer erhalten Einblick in einen Alltag mit militärischen Strukturen

Das AULA ist insofern einzigartig, als daß die Lagerteilnehmer einen Alltag mit militärischen Strukturen erleben. Vertreter von Feuerwehr, Polizei, Armee und des SRK leisten Ausbildungssequenzen.

So gewinnen die jungen Menschen einen Eindruck von deren Aufgabengebieten und lernen verschiedene Berufsbilder aus dem Gesundheitswesen kennen. Neben den Ausbildungen und einem Besuch der örtlichen Polizei gehören auch sportliche Aktivitäten zum Lagerprogramm.

Neben der Truppenunterkunft in S-chanf stellt die Armee die Zelte, in welchen einige Ausbildungen stattfinden, sowie den grössten Teil der Sanitätsmaterialien zur Verfügung.

Außerdem werden Armeeangehörige im Rahmen einer Unterstützungsleistung zugunsten ziviler Organisationen zur Mithilfe in diversen Bereichen eingesetzt. Die Luftwaffe organisiert für die Teilnehmer der vierten Ausbildungsstufe überdies eine Evakuationsübung mit einem Super-Puma.

Aula Jugendlager 2019

Aula Jugendlager 2019

Raubkopien und Ferienzeit: Was ist zu beachten?

Die Ferienzeit beginnt und mit der Reisezeit kommt es auch dazu, daß Touristen illegal Raubkopien, Kunstkopien und Markenfälschungen ins Zollgebiet der Schweiz einbringen.

Mit Fälschungen und Raubkopien will kaum jemand was zu tun haben, aber sein wir ehrlich:
Wer ist nicht schon einmal in die Versuchung gekommen, ein günstiges Produkt zu einem Preis, der kaum dem Originalprodukt entsprechen kann, zu kaufen?

Wen würde – zum Beispiel – nicht ein „echter“ Picasso aus einem Ferienland billig erstanden reizen und einführen?

Doch ist dies erlaubt?

Die Rechtslage ist klar

Hierzu muß man wissen, daß es grundsätzlich verboten ist, solche Fälschungen und Kopien einzuführen. An ihnen kann kein Eigentum erworben werden, sie werden amtlich vernichtet.

Und hierbei spielt es auch keine Rolle, ob das gefälschte oder kopierte Produkt gebraucht oder neuwertig ist.
Und es ist auch gleich, ob diese Waren im Reiseverkehr auch bloß zu privaten Zwecken ein-, aus- oder durchgeführt werden oder zu gewerblichen Zwecken, also dem Weiterverkauf oder zur Weiterverarbeitung.

Private müssen ebenso mit der Vernichtung der illegalen Waren rechnen. Sie werden beim Grenzübertritt eingezogen und vernichtet.

Hierauf weist die Eidgenössische Zollverwaltung anläßlich der Ferienzeit-Beginne oftmals gesondert hin (Bild unten, weitere Infos hier), weil viele Privatpersonen glauben, die private Einfuhr wäre erlaubt und legal.
Dies ist nicht der Fall.

Gibt es legale Kopien?

Ja, die gibt es. Und zwar sind Produktkopien erlaubt von Produkten und Werken, deren Urheberschutz abgelaufen ist.

Wer zum Beispiel gerne ein Gemälde von Vincent van Gogh bei sich im Wohnzimmer oder im Arbeits-Büro respräsentativ aufhängen will, der kann dies anstatt mit Millionen-Summen, die solche Gemälde heute kosten, durchaus tun und sich ein Plakat davon aufhängen.

Dies ist erlaubt, denn der Künstler ist schon lange verstorben und das Urheberrecht abgelaufen.

Man darf nur nicht solch ein Plakat als echt ausgeben und weiterverkaufen, das wäre Betrug.

Wobei das wohl kaum vorkommen wird, denn wer würde die Unechtigkeit nicht erkennen.

Nicht erkennbare Fälschungen echter Maler

Man sollte glauben, nicht-erkennbare, echt-aussehende Fälschungen von Malern seien grundsätzlich verboten.

Doch dem ist nicht so.

Hierfür muß man allerdings einige Unterschiede beachten.

Schon für einige hundert Euro gibt es echte Ölgemälde-Replikate weltberühmter Maler, sogar Rahmen werden angeboten (Bildquelle oben und Beitragsbild: www.kunstkopie-gemaelde.com)

Schwieriger wird es nämlich, wenn Gemälde historischer Maler nachgemalt werden, also in Öl auf Leinwand mühselig von Hand kopiert werden.

Dann ist es nicht mehr erkennbar.

Aber auch dies ist legal bzw. kann legal sein.

Sofern das Ureberrecht, also der Urheberrechtsschutz des Künstlers und auch seiner Erben schon lange abgelaufen ist.

Wer sowas möchte, kann einen Maler beauftragen und muß auch ziemlich tief in die Tasche greifen.

Wobei es heutzutage auch professionelle Anbieter gibt, die nicht zu schweizer Stundenlöhnen, den höchsten Europas mit Ausnahme von Andorra und dem Fürstentum Liechtenstein, fertigen lassen.

Und somit wird ein „echter“ Van Gogh oder sogar ein Leonardo da Vinci durchaus erschwingbar ist sogar legal.

Einige Besucher im Wohnzimmer oder im Büro dürften angesichts solcher Gemälde allerdings sich die Augen reiben und sich fragen, ob der Besitzer kürzlich im Lotto gewonnen hat.

1 2 3 86