Rücktritt von Bundesrat Hans-Rudolf Merz

Nachdem sich die FDP aus Angst, daß die SVP ihren berechtigten Anspruch auf einen Bundesratssitz geltend macht, aus taktischen Gründen nicht von Merz getrennt hat, trennt sie sich nun doch noch rechtzeitig vor den Wahlen im nächsten Jahr von Bundesrat Hans-Rudolf Merz.

Man darf gespannt sein, ob die Wähler sich nächstes Jahr noch an das Bankgeheimnisdebakel und das Libyen-Debakel, das UBS-Debakel usw. usf. erinnern werden:

Rücktritt von Hans-Rudolf Merz; wann Calmy-Rey zurücktritt ist noch nicht bekannt

Bundesrat Hans-Rudolf Merz hat Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer zuhanden der Vereinigten Bundesversammlung und Ständeratspräsidentin Erika Forster-Vannini heute Freitag sein Demissionsschreiben eingereicht.

Er zieht sich nach 14 Jahren politischer Tätigkeit in Bern – sieben Jahre als Ständerat, sieben Jahre als Bundesrat – und nach Erfüllung seines vorrangigen Auftrages, der Stärkung der Bundesfinanzen, im Oktober 2010 aus der Bundespolitik zurück.

Hans-Rudolf Merz wurde 2003 von der Vereinigten Bundesversammlung in den Bundesrat gewählt und 2007 mit 213 Stimmen für eine weitere Legislatur bestätigt. Während seiner siebenjährigen Regierungszeit setzte sich Finanzminister Merz insbesondere für einen nachhaltigen und gesunden Staatshaushalt ein.

Über einen Rücktritt der noch wesentlich umstritteneren EDA-Vorsteherin Micheline Calmy-Rey wurde bisher noch nichts bekannt.

Bürokratie und Wirtschaftsflaute: Weniger Lust auf Neugründungen

Im Jahr 2008 wurden in der Schweiz 11’600 neue Unternehmen gegründet, 3,2 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Schweiz übernimmt immer mehr bürokratische EU-Gesetze und wird als Unternehmensstandort unattraktiver

Ebenfalls zurückgegangen ist die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze von 23’100 auf 21’800.

Ein neu gegründetes Unternehmen schafft im Durchschnitt 1,9 Arbeitsplätze und gehört hauptsächlich zum Dienstleistungssektor.

Dies geht aus der Statistik zu den Neugründungen 2008 des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.

60 % mehr ausländisches Bier

Währund Schweizer Exportöre oft an einen Export gar nicht denken können, weil sie von EU-Ländern (Zoll usw.) massiv schikaniert werden, die Schweiz hingegen viele bilateralen Vereinbarungen 1 zu 1 umsetzt, können ausländische Bierimportöre jubeln.

Es macht gar den Eindruck, die Schweizer sind nicht mehr in der Lage, selbst gutes Bier zu brauen.

Als ob die Schweizer kein Bier mehr brauen können: 60 % mehr ausländische Bierimporte allein seit dem Jahr 2000

Die Schweizer Bevölkerung stillt ihren Durst immer mehr mit importiertem Bier. Im Jahre 2009 betrugen die Einfuhren über 90 Mio. Liter – soviel wie nie zuvor.

Verglichen mit dem Jahr 2000 entspricht dies einer Zunahme von 60 %, berichtet die Eidg. Zollverwaltung.

Na dann: Prost!

ÖV-Preise steigen langsamer

Preise im öffentlichen Verkehr steigen weniger stark als angekündigt: Preisüberwacher einigt sich mit dem Verband öffentlicher Verkehr (VöV)

Die Billettpreise im öffentlichen Personenverkehr steigen weniger stark als ursprünglich angekündigt. Statt 3.4 Prozent schlagen die Preise für Einzelbillette und Streckenabonnements auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2010 um 2.4 Prozent auf. Bei der Gemeindetageskarte wird auf die vorgesehene 9-Uhr-Regel verzichtet.

Der ÖV wird dank Preisüberwacher Meierhans nicht so rasant teurer

Darauf hat sich der Preisüberwacher mit dem VöV im Rahmen einer einvernehmlichen Regelung geeinigt. Bis Ende April 2011 muss der VöV dem Preisüberwacher ein objektiviertes System der sog. Distanzzuschläge vorlegen.

Die Einigung mit dem VöV ist nach langen und harten Verhandlungen zustande gekommen. Der Preisüberwacher hat vor allem Vorbehalte gegenüber dem System der sog. Distanzzuschläge. Verschiedene Transportunternehmungen haben in den letzten Jahren auf ihren Strecken über eine Ausdehnung von Tarifkilometern Preisanpassungen vorgenommen. Dieses System ist historisch gewachsen, aber objektiv nur schwer nachvollziehbar. Zudem werden Kunden von Einzelbilletten dadurch tariflich benachteiligt.

Der VöV hat sich in der Vereinbarung verpflichtet, dem Preisüberwacher bis Ende April 2011 einen Gesamtüberblick der bestehenden Distanzzuschläge und ein objektiviertes System namentlich mit ausgewiesenen Kostenparametern resp. Kostenorientierung der Angebotsgestaltung zur Überprüfung zu unterbreiten. Der Preisüberwacher behält sich vor, gegebenenfalls Tarifanpassungen zu verlangen.

Für den Fall dass die vom Bund per Anfang 2011 angekündigte Trassenpreiserhö-hung nicht realisiert werden sollte, haben sich die Transportunternehmungen des öffentlichen Verkehrs schliesslich verpflichtet, den entsprechenden Betrag von geschätzten 80 Mio. Franken jährlich den Konsumentinnen und Konsumenten über eine Tarifreduktion weiterzugeben.

Empa züchtet «Seeigel»-Gebilde

Empa-Forschern ist es gelungen, aus winzigen Polystyrol-Kügelchen mit einem einfachen elektrochemischen Verfahren «Seeigel» zu züchten, deren «Stacheln» aus Zinkoxid-Nanodrähten bestehen. Die strukturierte Oberfläche soll Photovoltaikanwendungen effizienter werden lassen.

Verfahren, die Werkstoffe mit neuen Eigenschaften «ausrüsten», sind in der Regel oft kompliziert und daher schwierig zu reproduzieren. Umso erstaunlicher also, wenn WissenschaftlerInnen von neuen Methoden berichten, die trotz preislich günstiger Ausgangsmaterialien und ohne teure Instrumente hervorragende Ergebnisse liefern.

Einfach ein Gerüst aus Polystyrol

Wenn die Seeigel wüßten, was die Empa macht...

Jamil Elias und Laetitia Philippe aus der Empa-Abteilung «Werkstoff- und Nanomechanik» in Thun ist genau dies gelungen: Sie benützen Polystyrol-Kügelchen als eine Art Gerüst, um dreidimensionale Strukturen von halbleitenden Zinkoxid-Nanodrähten auf Oberflächen zu erzeugen. Die ForscherInnen sind überzeugt, dass sich die so entstandenen regelmässig «rauen» Oberflächen für viele elektronische und optoelektronische Anwendungen eignen, zum Beispiel für Solarzellen, aber auch für Kurzwellenlaser, Leuchtdioden und Feldemissionsdisplays.

Die Fachwelt reagierte prompt: Das Papier (Empa Denglisch: das „paper„), im Internet im Januar 2010 in der Fachzeitschrift «Advanced Materials» veröffentlicht, zählte bereits im Erscheinungsmonat zu den am häufigsten heruntergeladenen Artikeln und wurde im April als „Inside Front Cover“ ausgewählt.

Das Prinzip ist einfach: Kügelchen aus Polystyrol von wenigen Mikrometern Durchmesser werden auf eine leitfähige Schicht aufgebracht und ordnen sich dort in regelmässigen Mustern. Polystyrol ist preisgünstig und allgegenwärtig; es taucht in Verpackungsmaterial wie Joghurtbechern auf oder – in geschäumter Variante – in Dämmstoffen wie Styropor oder Sagex.

«Stachlige» Hohlkörper für die Photovoltaik

Die derart fixierten Polystyrol-Kügelchen bilden das Gerüst für die Nanodrähte. Jamil Elias ist es mit einer eigens entwickelten elektrochemischen Methode gelungen, Leitfähigkeit und elektrolytische Eigenschaften der Polystyrol-Kügelchen so zu variieren, daß sich Zinkoxid auf der Oberfläche der Kügelchen ablagert und mit der Zeit gleichmäßige Nanodrähte darauf wachsen. Sobald die «Stacheln» gezüchtet sind, wird das Polystyrol zerstört.

Was bleibt, sind sphärische Gebilde, die aussehen wie Seeigel und innen hohl sind. Auf der Oberfläche dicht gepackt, verleihen die «Seeigel» der Schicht eine dreidimensionale Struktur; ihre Fläche hat sich um ein Mehrfaches vergrößert.

Die nanostrukturierte Oberfläche eignet sich vor allem für Photovoltaikanwendungen. Die Forscher (Empa vermeintlich geschlechtergerecht: die ForscherInnen) erwarten, daß die Oberfläche ausgezeichnete Lichtstreuungseigenschaften besitzt, deshalb deutlich mehr Sonnenlicht absorbiert und Strahlungsenergie effizienter umwandeln kann. Mit ihrem Team entwickelt Laetitia Philippe nun in einem vom Bundesamt für Energie (BFE) geförderten Projekt extrem dünne Absorber (Extreme Thin Absorber, ETA) für Solarzellen auf der Basis von Zinkoxid-Nanostrukturen.

Literaturhinweis:J. Elias, C. Lévy-Clément, M. Bechelany, J. Michler, G.-Y. Wang, Z. Wang, L. Philippe: Hollow Urchin – like ZnO thin Films by Electrochemical Deposition, Advanced Materials, Volume 22, Issue 14, Pages 1607 – 1612 (April 12, 2010) http://www3.interscience.wiley.com/journal/123240975/abstract

Jörg Kachelmann frei

Wetter-Moderator Jörg Kachelmann, der bekannteste Schweizer in Deutschland, ist wieder auf freiem Fuß. Der gemäß Medienberichten ein bizzarres Liebesleben führende (5 Frauen parallel) Kachelmann hat das Gefängnis heute verlassen.

Das zuständige Oberlandesgericht hat die über viermonatige Untersuchungshaft des TV-Wettermoderators Jörg Kachelmann beendet.

Polizeibericht.ch veröffentlicht die Erklärung des Anwalts von Kachelmann:

Der Wettermoderator Jörg Kachelmann wurde aus dem Gefängnis entlassen (Foto Kachelmann: René Mettke, GNU-Lizenz)

Gott sei Dank, es gibt noch Richter: Der 3. Strafsenat des Oberlan- desgerichts Karlsruhe hat auf die Haftbeschwerde der Verteidigung von Jörg Kachelmann mit Beschluss vom 29.07.2010 – 3 Ws 225/10 – den Haftfortdauerbeschluß der 5. großen Strafkammer des Landgerichts Mannheim vom 01.07.2010 – 5 KLs 404 Js 3608/10 – und damit den Haftbefehl des Amtsgerichts Mannheim vom 25.02.2010 – 41 Gs 208/10 – aufgehoben.
Seit heute ist der am 20.03.2010 auf dem Flughafen Frankfurt / M. festgenommene Jörg Kachelmann wieder ein freier Mann.

Wir, das sind meine Frau und ich mit dem gesamten Manschaft (Wortlaut: „team„) unserer Kanzlei und mein Mitverteidiger, Herr Kollege Johannes Latz aus Köln, wir alle freuen uns mit Jörg Kachelmann, mit seiner Mutter, seinen Kindern, den Partnern und Mitarbeitern in der Meteomedia – Gruppe und deren Geschäftspartnern.

Unser gemeinsamer Dank gilt allen, die Jörg Kachelmann und seine Verteidigung auf dieser harten Strecke der ungerechten Haft und der persönlichen Verunglimpfungen unterstützt haben, sei es in Briefen, in Emails, im Internet oder in persönlichen Gesprächen.

Sein Dank gilt auch den Mitgefangenen und den Mitarbeitern in der JVA für die faire Behandlung.

Ganze Meldung auf Polizeibericht.ch

Schweizer Armee mit vielen Einsätzen

Die Schweizer Armee hat im ersten Halbjahr 2010 in Einsätzen und Auslandseinsätzen 162’598 Diensttage geleistet. Im Vergleich zur Vorjahrsperiode gingen die Sicherheitsleistungen zurück. Zugenommen haben hingegen die Unterstützungseinsätze. Durchschnittlich standen pro Tag 898 Angehörige der Armee im Einsatz, davon 265 im Ausland.

Die Halbjahresbilanz der Armee in Einsätzen ist positiv. Es konnten alle geforderten Leistungen zur Zufriedenheit der Leistungsbezüger und ohne Zwischenfälle erbracht werden.

Superpuma, einer der Hubschrauber, die auch bei der Schweizer Armee eingesetzt werden

Von den rund 3 Millionen Diensttagen, die im ersten Halbjahr 2010 in der Schweizer Armee geleistet wurden, waren 162’598 Diensttage einsatzbezogen. Im Vergleich zur Vorjahresperiode entspricht dies einem Rückgang bei den Einsatz-Diensttagen von 33 Prozent (minus 81’825 Diensttage).

Der Hauptgrund hierfür ist der Systemwechsel beim Botschaftsschutz („AMBA CENTRO“), wo bei gleichem Leistungsumfang die aufgewendeten Diensttage von 97’039 auf 26’602 zurückgingen, seitdem statt WK-Truppen vorwiegend Berufspersonal der Militärischen Sicherheit und Durchdiener eingesetzt werden.

In der Folge sind dafür die Kosten des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) für „AMBA CENTRO“ um über drei Millionen Schweizer Franken gestiegen, dies für Transporte, Verpflegung und Unterkünfte des Berufspersonals.

Auch bei einem anderen subsidiären Sicherungseinsatz der Armee gingen die geleisteten Diensttage im Vergleich zum Vorjahr zurück: Beim Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum) in Davos. Dort wurden mit 61’153 Diensttagen (Vorjahr: 71’044) fast 10’000 Diensttage weniger geleistet als 2009. Die Einsparung war aufgrund von Optimierungen und Anpassung des Einsatzdispositives möglich.

Bei den Unterstützungseinsätzen haben die Leistungen hingegen zugenommen, und zwar um 58 Prozent auf 14’624 Diensttage (Vorjahr: 9‘236). Diese Zunahme ergab sich, weil im Gegensatz zum Vorjahr vier anstelle von zwei Ski-Weltcuprennen und in diesem Jahr gleich drei eidgenössische Anlässe (Trachten-, Schützen- und Schwingfest ) unterstützt werden.

Die Einsätze für das Schützenfest in Aarau und das Schwingfest in Frauenfeld laufen auch in der zweiten Jahreshälfte noch weiter. Die vier Schi-Weltmeisterschaftsrennen, die drei eidgenössischen Anlässe sowie die Tour de Suisse machen 90 Prozent aller Leistungen aus, die im Rahmen der „Verordnung über den Einsatz militärischer Mittel für zivile und außerdienstliche Tätigkeiten“ (VEMZ) erbracht wurden.

Im Rahmen der Katastrophenhilfe wurde die Armee in der ersten Jahreshälfte 2010 erst einmal zu Hilfe gerufen. Dies war nach dem verheerenden Erdbeben vom 12. Januar in Haiti. Zum Einsatz der Rettungskette Schweiz hat die Armee 166 Diensttage beigesteuert.

Im Rahmen der militärischen Friedensförderung wurden in der ersten Jahreshälfte mit 48’096 Diensttagen praktisch gleich viele Leistungen erbracht wie in der Vorjahresperiode. Durchschnittlich standen 265 Personen gleichzeitig im Ausland im Einsatz.

Die einzige Veränderung bei den Auslandeinsätzen gegenüber dem Vorjahr ist, daß sich die Schweiz seit Mai wieder in Nepal im Bereich Humanitäre Minenräumung engagiert. Neben den Einsätzen im Kosovo und in Bosnien-Herzegowina, die 88 Prozent aller in Auslandseinsätzen geleisteter Diensttage ausmachen, leisten rund 32 weitere Angehörige der Armee als Militärbeobachter, Stabsoffiziere oder Entminungsexperten weltweit ihren Dienst im Rahmen von UNO- oder OSZE-mandatierten Operationen.

Auch die Luftwaffe kann auf ein erfolgreiches Einsatz- und Trainingshalbjahr zurückblicken. Im Rahmen des Luftpolizeidienstes wurden im ersten Halbjahr 9 (Vorjahr: 8) heiße Missionen („hot missions“) geflogen. Zusätzlich wurden 134 (Vorjahr: 193) sogenannte Echtzeit-Missionen („live missions“), das sind Kontrollen von Staatsluftfahrzeugen, durchgeführt.

Die Lufttransporteinsätze im Inland erfolgten primär zur Unterstützung der Behörden, des GWK, der Polizei und der REGA. Dabei wurden rund 1‘180 Flugstunden (Vorjahr: 1‘120) geleistet. Hinzu kommen rund 230 Flugstunden (Vorjahr: 189) für PSO-Einsätze im Kosovo.

Die Luftaufklärung leistete vor allem Einsätze zu Gunsten der Polizei, Grenzwachtkorps, Personensuche für die REGA sowie die Erhebung von geografischen Grundlagendaten für militärische Zwecke. Insgesamt wurden dabei rund 216 Einsätze (Vorjahr 249) durchgeführt.

Geld und Energie sparen in der Abwasserreinigung

Die Kläranlagen haben in der Schweiz einen sehr guten Standard. Nach wie vor ist aber die Entfernung der Nährstoffe aus dem Abwasser ein energie- und kostenintensives Unterfangen. Nun hat das Schweizer Wasserforschungsinstitut Eawag ein biologisches Verfahren weiter-entwickelt, welches die Stickstoffelimination aus dem Klärschlammwasser deutlich vereinfacht und in diesem Teilbereich des Reinigungsprozesses die Kosten halbiert.

Bereits haben mehrere Abwasserreinigungsanlagen (ARA) den neuen Prozeß eingeführt, so die Stadtzürcher Anlage Werdhölzli oder die ARA in Niederglatt (ZH) und St.Gallen. Andere Anlagen (Thun, Bilten/GL, Dietikon) setzen auf ein sehr ähnliches Verfahren, das vom deutschen Unternehmen Cyklar-Stulz propagiert wird. Die Erfahrungen der Betreiber sind positiv. Nicht zuletzt dank der Unterstützung und Beratung durch die Eawag gilt die Schweiz als führend in diesem Bereich.

Abwasserreinigung

Anammox-Bakterien und Flockenbildung als Schlüssel

Der Schlüssel zum neuen Verfahren liegt in einem erst vor rund zehn Jahren von der Eawag und von holländischen Wissenschaftern entdeckten bakteriellen Prozess: die anaerobe Ammoniumoxidation, abgekürzt als Anammox bezeichnet. Anammox-Bakterien können Ammonium (NH4+) ohne Kohlenstoff in unschädlichen Luftstickstoff umbauen. Damit der Prozess läuft, muss zuerst ein Teil des Ammoniums mit Sauerstoff zu Nitrit umgewandelt werden. Mit dem Nitrit oxidieren dann die Bakterien das restliche Ammonium zum molekularen Stickstoff. Bisher wurde versucht, diese zwei Stufen des Prozesses getrennt ablaufen zu lassen. Zweistufige Anlagen benötigen aber mehr Platz, und ihre Regulierung ist sehr komplex. Der Durchbruch kam mit der Erkenntnis, dass sich der Umwandlungsprozess auch in einer Stufe realisieren lässt, dann nämlich, wenn dank Flockenbildung im Anammox-Becken sehr kleinräumig sowohl belüftete als auch sauerstofffreie Zonen vorhanden sind: Aussen an den kaum einen Millimeter grossen Klärschlammflocken aus Bakterienkolonien findet die aerobe Ammoniumoxidation statt, im sauerstofffreien Innern der Flocken die anaerobe Anammox-Reaktion.

Zahlreiche Vorteile gegenüber konventionellem Verfahren

Die Vorteile der Schlammwasserentstickung mit Anammox-Bakterien gegenüber der klassischen Nitrifikation/Denitrifikation sind riesig: Vor allem muss das Becken nur noch knapp halb so viel belüftet werden, und es muss keine Kohlenstoffquelle (z.B. Methanol oder Acetat) mehr zugegeben werden. Das spart Energie und Betriebsaufwand, die Kosten sinken auf die Hälfte – rund 2 statt 4 Franken pro Kilogramm entferntem Stickstoff. Im Fall der Zürcher Anlage Werdhölzli macht das jährlich rund eine halbe Million Franken aus. Ausserdem ist der Prozess sehr effizient: Die Umwandlung des Ammoniums im Prozesswasser zu Luftstickstoff zu über 90% entlastet die Kläranlage. So können der Vergärung mehr organische Stoffe beigemischt werden (z.B. Abfälle aus der Lebensmittelproduktion); die Kläranlage produziert dann mehr Biogas. Ein Fernziel aller Abwasserfachleute, dass nämlich die ARA vom Energieverbraucher zum Kraftwerk wird oder wenigstens ohne Energiezufuhr funktioniert, rückt damit ein Stück näher.

Wissens- und Technologietransfer funktioniert gut

Der Verfahrenstechniker Adriano Joss von der Eawag betont: «Wir sind nicht die einzigen, die am Anammox-Verfahren gearbeitet haben.» Doch im Unterschied zu Firmen, welche versuchen den auch in der Natur ablaufenden Prozess für sich patentieren zu lassen, ist das Forschungsinstitut des ETH-Bereichs bemüht, sein Wissen und seine Erfahrung weiterzugeben. Denn die beteiligten Entwickler und Forscherinnen sind sich einig: Der Anammox-Prozess muss sich durchsetzen. Die Abwasserreinigung wird damit nachhaltiger. «Allerdings», so Joss, «alles wissen wir immer noch nicht über die exakten Abläufe.» Durch die offene Forschung und den breiten Erfahrungsaustausch liessen sich jedoch gute Lösungen schneller erkennen als über Betriebsgeheimnisse und Patente, sagt der Wissenschafter und ist überzeugt: «Gut funktionierende Anlagen und das Vertrauen in das neue Verfahren fördern letztlich auch den beteiligten privaten Sektor.»

Geldmacherei mit dem populären Thema Denglisch bzw. die Unglaubwürdigkeit von Hans Rudolf Jost

Es ist naheliegend: Wer will angesichts der Finanzkrise noch mit den wichtigtuerischen Affen identifiziert werden, welche mit Dengleutsch nur so so um sich schleudern?

Laut Sprachexperten gilt Englisch neu als Zeichen des Versagens, schreibt 20 Minuten.

Es finde eine Rückbesinnung auf den deutschen Sprachgebrach statt, sagt Kommunikationsberater Hans Rudolf Jost.

Hans Rudolf Jost hat ein Glaubwürdigkeitsproblem: Reitet er nur zum Geld-einnehmen auf der Anti-Denglisch-Welle? (Bild: Webseite zum Buch "Best of Bullshit"

Gemäß Handelszeitung wurde Jost bei Präsentationen bereits mehrfach gebeten, keine Anglizismen zu verwenden.

Und Jost versucht auch gleich, auf dieser Welle zu reiten, und Geld damit zu verdienen, indem er ein Buch dazu schreibt.

Das Problem nur: Die absolut (fehlende) Glaubwürdigkeit.

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