Allgemein – Seite 30 – SchweizerZeitung.ch

Gesamtarbeitsvertragliche Lohnabschlüsse 2015

Mindestlöhne werden angehoben. (Symbolbild)

Mindestlöhne werden angehoben. (Symbolbild)

Die unterzeichnenden Sozialpartner der Gesamtarbeitsverträge (GAV) haben für das Jahr 2015 eine nominale Effektivlohnerhöhung von schätzungsweise 0,8 Prozent beschlossen.

Davon werden 0,3 Prozentpunkte generell und 0,5 Prozentpunkte individuell zugesichert.

Die Mindestlöhne wurden gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) um 0,7 Prozent angehoben.

Bericht des Bundesrats über die Nationalratswahlen 2015

Bericht des Bundesrats über die Nationalratswahlen 2015. (Symbolbild)

Bericht des Bundesrats über die Nationalratswahlen 2015. (Symbolbild)

Die absolute Zahl der Stimmberechtigten, die sich an den Nationalratswahlen beteiligt haben, hat 2015 erneut einen Höchststand erreicht. Die Wahlbeteiligung bleibt mit 48,5 Prozent gesamtschweizerisch konstant. Der Bundesrat hat den Bericht an den Nationalrat über die Nationalratswahlen für die 50. Legislaturperiode verabschiedet.

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 11. November 2015 den Bericht über die Nationalratswahlen vom 18. Oktober 2015 für die 50. Legislaturperiode zuhanden des Nationalrats verabschiedet. Der Bericht enthält die von der Bundeskanzlei nachgeprüften Wahlresultate sämtlicher Listen sowie der Kandidatinnen und Kandidaten aller Kantone.

In den 26 Kantonen waren gesamthaft 5‘283‘556 Personen stimmberechtigt, darunter 147‘757 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer. 2‘563‘052 stimmberechtigte Personen haben ihre Stimme abgegeben. Dies entspricht einer Wahlbeteiligung von 48,5 Prozent. In absoluten Zahlen stellt dies einen neuen Höchststand dar, prozentual bleibt die Wahlbeteiligung im Vergleich zu 2011 konstant.

Die Anzahl ungültiger Wahlzettel hat schweizweit sowohl in absoluten wie in relativen Zahlen abgenommen. 30‘665 der eingelegten Wahlzettel waren 2015 ungültig (1,2 Prozent). 2011 waren es 33‘639 ungültige Wahlzettel gewesen (1,35 Prozent).

Die rund 360-seitige Zusammenstellung der Wahlergebnisse in Form eines Berichts wird bei der Eröffnung der neuen Legislatur am 30. November 2015 vom Nationalrat als erstes Geschäft beraten.

Die Hauptergebnisse des Wahlberichts sind auf dem Internet abrufbar unter www.bk.admin.ch > Themen > Politische Rechte > Nationalratswahlen > Nationalratswahlen 2015 > Wahlergebnis.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Oktober 2015

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Oktober 2015. (Symbolbild)

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Oktober 2015. (Symbolbild)

Registrierte Arbeitslosigkeit im Oktober 2015 – Gemäss den Erhebungen des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) waren Ende Oktober 2015 141’269 Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben, 3’043 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg damit von 3,2% im September 2015 auf 3,3% im Berichtsmonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 8’872 Personen (+6,7%).

Jugendarbeitslosigkeit im Oktober 2015
Die Jugendarbeitslosigkeit (15- bis 24-Jährige) verringerte sich um 808 Personen (-3,9%) auf 19’810. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies einem Anstieg um 1’089 Personen (+5,8%).

Stellensuchende im Oktober 2015
Insgesamt wurden 200’920 Stellensuchende registriert, 4’878 mehr als im Vormonat. Gegenüber der Vorjahresperiode stieg diese Zahl damit um 13’205 Personen (+7,0%).

Gemeldete offene Stellen im Oktober 2015
Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen verringerte sich um 1’871 auf 9’471 Stellen.

Abgerechnete Kurzarbeit im August 2015
Im August 2015 waren 3’384 Personen von Kurzarbeit betroffen, 173 Personen mehr (+5,4%) als im Vormonat. Die Anzahl der betroffenen Betriebe erhöhte sich um 3 Einheiten (+0,7%) auf 407. Die ausgefallenen Arbeitsstunden nahmen um 3’186 (+1,7%) auf 187’231 Stunden zu. In der entsprechenden Vorjahresperiode (August 2014) waren 51’143 Ausfallstunden registriert worden, welche sich auf 927 Personen in 127 Betrieben verteilt hatten.

Aussteuerungen im August 2015
Gemäss vorläufigen Angaben der Arbeitslosenversicherungskassen belief sich die Zahl der Personen, welche ihr Recht auf Arbeitslosenentschädigung im Verlauf des Monats August 2015 ausgeschöpft hatten, auf 2’842 Personen.

UBI wählte die Ombudsleute neu

 Die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio- und Fernsehen (UBI) wählte die Ombudsleute für die privaten Radio- und Fernsehprogamme.(Symbolbild)

Die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio- und Fernsehen (UBI) wählte die Ombudsleute für die privaten Radio- und Fernsehprogamme.(Symbolbild)

Die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio- und Fernsehen (UBI) wählte die Ombudsleute für die privaten Radio- und Fernsehprogamme. Auf Guglielmo Bruni folgt Oliver Sidler.

Die UBI bestimmt jeweils auf vier Jahre die Ombudsleute für die privaten Radio- und Fernsehveranstalter, während die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) die für sie zuständigen Ombudsleute selber ernennt.

Guglielmo Bruni (Basel), Ombudsmann für die privaten Medien in der deutschen und rätoromanischen Schweiz, tritt auf Ende Jahr zurück. Als seinen Nachfolger wählte die UBI Oliver Sidler, Rechtsanwalt in Zug, Lehrbeauftragter an der Universität Freiburg und Redaktor der Zeitschrift „Medialex“. Zu dessen Stellvertreter ernannte sie Toni Hess, Leiter des Rechtsdienstes und stellvertretender Vorsteher der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden in Chur. Hess ist bereits Ombudsmann für die rätoromanischen SRG-Programme.

Für die beiden anderen Sprachregionen bestätigte die UBI die bisherigen Ombudsleute: Denis Sulliger, Rechtsanwalt in Vevey, bleibt Ombudsmann für die französische Schweiz, und Gianpiero Raveglia, Rechtsanwalt in Roveredo und Locarno, amtet weiterhin als Ombudsmann für die italienische Schweiz. Raveglia vertritt als Stellvertreter Sulliger, während die UBI neu Francesco Galli, Rechtsanwalt in Lugano, zum Stellvertreter Raveglias ernannte. Galli ist bereits Ombudsmann für die italienischsprachigen SRG-Programme.

Die Ombudsstellen haben Beanstandungen gegen ausgestrahlte Radio- und Fernsehsendungen und gegen den verweigerten Zugang zum Programm zu prüfen. Spätestens 40 Tage nach Einreichung der Beanstandung hat die Ombudsstelle die Beteiligten über die Ergebnisse ihrer Abklärungen zu informieren. Nach Vorliegen des Berichts der Ombudsstelle kann allenfalls noch Beschwerde bei der UBI erhoben werden. Rund 90 Prozent der Beanstandungen wurden in den letzten Jahren auf Stufe Ombudsstelle erledigt, was ihre wichtige Bedeutung hervorstreicht.

3. Europäische Waldwoche: Empfehlungen für die nachhaltige Waldbewirtschaftung

3. Europäische Waldwoche: Empfehlungen für die nachhaltige Waldbewirtschaftung. (Symbolbild)

3. Europäische Waldwoche: Empfehlungen für die nachhaltige Waldbewirtschaftung. (Symbolbild)

Die Waldleistungen und deren Finanzierung standen im Mittelpunkt der Europäischen Waldwoche Silva 2015 in Engelberg, die heute zu Ende gegangen ist. Die rund 250 Teilnehmenden verabschiedeten zuhanden der Mitgliedländer von UNECE (UN Economic Commission for Europe, Genf) und FAO (Food and Agriculture Organisation, Rom) Empfehlungen für die nachhaltige Waldbewirtschaftung.

Heute Mittag ist die 3. Europäische Waldwoche Silva 2015 in Engelberg (OW) zu Ende gegangen. Während fünf Tagen diskutierten rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 39 Ländern aus Europa, Russland, Zentralasien, dem Kaukasus und Nordamerika über Waldleistungen und deren Finanzierung. Im Abschlussbericht erarbeiteten sie unter der Co-Leitung der Schweiz und der Niederlande Empfehlungen zuhanden der Mitgliedländer von UNECE und FAO. Diese Empfehlungen betonen die Wichtigkeit einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung für die Sicherstellung und Verbesserung der vielfältigen Leistungen des Waldes in der UNECE-Region und zeigen Möglichkeiten auf, wie entsprechende Massnahmen finanziert werden können.

Der Anlass wurde organisiert von der UNECE und der FAO. Dank der optimalen Zusammenarbeit der beiden Organisationen und der Unterstützung des Gastkantons Obwalden bot die Waldwoche in Engelberg die Gelegenheit für einen intensiven Austausch über die internationale Waldthematik. Die vierte Waldwoche wird 2017 in Polen stattfinden.
Auf Exkursionen wurden am Freitag die diskutierten Themen vertieft: In Engelberg ging es um die Bedeutung des Waldes zum Schutz vor Naturgefahren, in Alpnach um die Wichtigkeit des Waldes für die Biodiversität, und in Stans wurde die Montagehalle der Pilatus-Werke gezeigt, die sich als moderner Holzbau präsentiert. Holz war als Baumaterial gewählt worden, weil die umliegenden Wälder das Werksgelände schützen. Zudem lässt sich bei der Pflege und Verjüngung dieser Schutzwälder der Baustoff Holz gewinnen.

WEKO verbietet Hotelbuchungsplattformen wettbewerbsbeschränkende Klauseln

WEKO verbietet Hotelbuchungsplattformen wettbewerbsbeschränkende Klauseln. (Symbolbild)

WEKO verbietet Hotelbuchungsplattformen wettbewerbsbeschränkende Klauseln. (Symbolbild)

Die Wettbewerbskommission (WEKO) hat ihre Untersuchung gegen Booking.com, Expedia und HRS abgeschlossen. Die WEKO verbietet den Buchungsplattformbetreibern, die Hotels in ihrer Angebotspolitik umfassend einzuschränken. Die von Booking.com und Expedia kürzlich angepassten Vertragsbedingungen unterliegen hingegen nicht diesem Verbot. Die WEKO behält sich jedoch vor, bei Bedarf erneut aktiv zu werden.

Im Vordergrund der am 11. Dezember 2012 eröffneten Untersuchung standen von den Plattformen verlangte Vertragsklauseln, wonach Hotels auf keinem anderen Vertriebskanal tiefere Preise festlegen oder eine grössere Anzahl Zimmer anbieten dürfen. So können Hotels auf Vertriebskanälen mit tieferen Kommissionen keine vorteilhafteren Angebote anbieten. Die WEKO wertet die Verwendung solcher umfassender Vertragsklauseln als Verstoss gegen das Kartellgesetz und hat deren Verwendung mit Verfügung vom 19. Oktober 2015 verboten.

Kürzlich haben Booking.com sowie Expedia europaweit weniger restriktive Bestimmungen eingeführt. Deren abschliessende Beurteilung ist in kartellrechtlicher Hinsicht mangels aussagekräftiger Erfahrungswerte derzeit noch nicht möglich. Die WEKO behält sich vor, die Entwicklungen am Markt zu beobachten und bei Bedarf erneut einzugreifen.

Booking.com und Expedia wird die Wiedereinführung der widerrechtlichen Vertragsklauseln verboten. HRS ist verpflichtet, die entsprechenden Anpassungen noch vorzunehmen. Gegen die Unternehmen wird keine Busse verhängt, da ihr Verhalten nicht unter die Kategorie der direkt sanktionierbaren Verhaltensweisen fällt. Hinweise für einen möglichen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung haben sich nicht erhärtet.

Der Bundesrat berät Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit an den Grenzübergängen im Tessin

Bundesrat berät Massnahmen zur Sicherheit an Grenzübergängen im Tessin. (Symbolbild)

Bundesrat berät Massnahmen zur Sicherheit an Grenzübergängen im Tessin. (Symbolbild)

Der Bundesrat hat eine Aussprache zur Möglichkeit der nächtlichen Schliessung von kleinen Grenzübergängen im Tessin geführt. Vorgängig soll mit Italien ein Dialog über die Problematik der grenzüberschreitenden Kriminalität aufgenommen werden.

An seiner gestrigen Sitzung hat der Bundesrat eine Aussprache zur Möglichkeit der nächtlichen Schliessung von kleinen Grenzübergänge im Kanton Tessin geführt. Er nahm damit Kenntnis vom Stand der Arbeiten im Zusammenhang mit der Umsetzung der Motion Pantani (14.3035) „Nächtliche Schliessung kleiner Grenzübergänge zwischen der Schweiz und Italien“. Der Bundesrat hatte sich mit Annahme der Motion im Jahr 2014 bereit erklärt, in Zusammenarbeit mit dem Kanton Tessin eine nächtliche Schliessung von kleinen Grenzübergängen zwischen der Schweiz und Italien im Rahmen der Ausübung polizeilicher Befugnisse vertieft zu prüfen.

Der Bundesrat nahm an seiner gestrigen Sitzung davon Kenntnis, dass sich bei einer direkten Umsetzung der Motion Pantani verschiedene rechtliche sowie aussen- und europapolitische Fragen stellen. Er hat deshalb das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) beauftragt, in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD) und dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) sowie in Absprache mit dem Kanton Tessin mit Italien einen Dialog über die Problematik der grenzüberschreitenden Kriminalität zu führen. Ziel ist es, geeignete Massnahmen umzusetzen, um die Sicherheit im Tessin merklich zu erhöhen. Im Dialog soll namentlich den potenziellen Auswirkungen der vorgesehenen Massnahmen auf die laufenden Verhandlungen und Konsultationen mit Italien und der EU Rechnung getragen werden. Die Departemente werden dem Bundesrat bis Mitte 2016 über die Ergebnisse des Dialogs Bericht erstatten.

Bisherige Abklärungen haben ergeben, dass von den 16 kleinen Grenzübergängen im Kanton Tessin insbesondere deren sechs aus verkehrstechnischen Gründen für eine Schliessung in den Nachtstunden in Betracht kommen. Der Bundesrat hat das EFD beauftragt, Vorkehrungen zu treffen, damit diese sechs Grenzübergänge nachts mit einfachen Massnahmen gegebenenfalls vorübergehend geschlossen werden können. Das EFD soll zudem prüfen, ob und inwieweit mit den gegebenen Personalressourcen der Einsatz von mobilen Patrouillen verstärkt werden kann.

Industrieorientierung der armasuisse

Die armasuisse führte die Industrieorientierung in Bern durch. (Symbolbild)

Die armasuisse führte die Industrieorientierung in Bern durch. (Symbolbild)

Die diesjährige von armasuisse durchgeführte Industrieorientierung fand am 5. November 2015 in Bern statt. «Sicherheit in einer vernetzten Welt» – zu diesem Titel referierten verschiedene Exponenten aus Verwaltung und Wirtschaft. Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek von der Universität der Bundeswehr in München wurde als Gastreferentin eingeladen. Mit über 200 Vertreterinnen und Vertreter der Schweizer Industrie und dem VBS stiess die Veranstaltung einmal mehr auf grosses Interesse.

Am 5. November 2015 fand in der Mannschaftskaserne in Bern die traditionelle Industrieorientierung der armasuisse statt. Passend zum Titel der Veranstaltung «Sicherheit in einer vernetzten Welt» referierten Martin Sonderegger, Rüstungschef, Korpskommandant André Blattmann, Chef der Armee und Dr. Markus Seiler, Direktor des Nachrichtendienstes des Bundes.

Die Referenten beleuchteten das Thema Sicherheit aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Martin Sonderegger fokussierte auf die fortlaufenden Konsolidierungsprozesse in der Rüstungsindustrie. Korpskommandant André Blattmann stellte Sicherheit als Gesamtsystem dar und zeigte die Rolle der Schweizer Armee von heute und morgen auf. Dr. Markus Seiler referierte zum Thema «Was bedroht die Schweiz 2015/2016?» und ging konkret auf die sicherheitspolitische Lage der Schweiz ein.

Der Nachmittag wird jeweils von der Schweizerischen Gesellschaft Technik und Armee (STA) bestritten. Programm-Schwerpunkt war die Podiumsdiskussion mit namhaften Persönlichkeiten aus der Lehre, Verwaltung und Wirtschaft. Nebst dem Rüstungschef diskutierten Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek, Lehrstuhlinhaberin für Kommunikationssysteme und Netzsicherheit an der Universität der Bundeswehr München, André Duvillard, Delegierter Sicherheitsverbund Schweiz (SVS), Divisionär Hans-Peter Walser, in Vertretung des Chefs der Armee, und Dr. Fritz Gantert, Präsident STA, über die aktuelle Bedrohungslage der Schweiz und stellten sich den kritischen Fragen aus dem Plenum.

Winziger Kraftprotz im Dienste der Wälder

Die Gallmilbe (Aceria anthocoptes) ist höchstens 0,3 Millimeter gross und ernährt sich von Pflanzensäften. Zu ihren wichtigsten natürlichen Feinden zählen die Raubmilben, die im Obst- und Beerenbau als Nützlinge eingesetzt werden. (Quelle: Koordinator Internationales Jahr des Bodens 2015)

Die Gallmilbe (Aceria anthocoptes) ist höchstens 0,3 Millimeter gross und ernährt sich von Pflanzensäften. Zu ihren wichtigsten natürlichen Feinden zählen die Raubmilben, die im Obst- und Beerenbau als Nützlinge eingesetzt werden. (Quelle: Koordinator Internationales Jahr des Bodens 2015)

Gut eine halbe Million Blätter lässt eine 100-jährige Buche jährlich fallen, die sich unter
ihrer Krone zu einer Laubschicht von 5 bis 10 Zentimetern Höhe anhäufen. Milben gehören
zu den ersten Zersetzern vor Ort. Sie sorgen dafür, dass unsere Wälder nicht im eigenen
Laub ersticken.

Das stärkste Tier der Welt? Nein, weder das Pferd, noch der Elefant und auch nicht die
Ameise darf sich mit diesem Titel brüsten, sondern eine 0,7 Millimeter kleine Hornmilbe der
Art Archegozetes longisetosus. Das in den Tropen verbreitete Spinnentierchen kann das
1180-Fache seines Körpergewichts stemmen. Übertragen auf einen 70 Kilogramm schweren
Menschen, müsste dieser 82,6 Tonnen hochheben, ein Gewicht von zirka 24 Kleinlastern.
Wofür die Hornmilbe ihre beeindruckenden Kräfte braucht, ist nicht vollständig geklärt.
Wissenschaftler vermuten, dass sie auf ihrer unterirdischen Suche nach verfaulenden
Organismen mit den Grabklauen oft schwere Erdbrocken beiseite räumen und sich zudem
vor Fressfeinden schützen muss.

Bis zu 400 000 Milben pro Quadratmeter Boden
Rund die Hälfte der knapp 40 000 bekannten Milbenarten lebt in den Streu- und obersten
Bodenschichten, in einer Tiefe von 5 bis maximal 10 Zentimetern. Die bepanzerten
Bodenbewohner sind auf jeweils eine Schicht spezialisiert und unterscheiden sich in Grössen
von 0,1 bis 0,7 Millimeter und Form: je tiefer die Bodenschicht liegt, desto kleiner und
flacher sind die Tierchen, damit sie sich in den wenigen schmalen Löchern der Krume
überhaupt noch bewegen können. Milben treten meist nestartig gehäuft auf: Zwischen
100 000 und 400 000 Individuen besiedeln einen Quadratmeter Boden von 30 Zentimeter
Tiefe. In verdichteten oder mit Pestiziden belasteten Böden ist ihre Zahl jedoch deutlich
kleiner.

Dünger für den Wald
Der Speiseplan der verschiedenen Milbenarten ist sehr unterschiedlich. Einige sind
Aasfresser: Sie ernähren sich von toten, weichhäutigen Tierresten. Andere Arten beweiden
Algen, Pilze oder Bakterienkulturen und helfen so, die Mikroorganismen im Gleichgewicht zu
halten und deren Sporen im Boden zu verbreiten. Sie erledigen also die gleiche Arbeit wie
die etwa dreimal so grossen Springschwänze, die allerdings die mineralischen
Bodenschichten bevorzugen. Die grösste Gruppe der Milben ernährt sich von totem
Pflanzenmaterial: von Rinden, Blättern und Nadeln, die sie als Erste anknabbern. Sie setzen
einen Prozess in Gang, der unter Beteiligung von Käfern, Asseln, Würmern, Bakterien, Pilzen
und weiteren Organismen schliesslich zu wertvollem Humus führt. Besonders bedeutend
sind die Hornmilben für den Wald. Sie sind tolerant gegenüber niedrigen pH-Werten und
zählen deshalb, zusammen mit den vergleichsweise grossen Tausendfüssern, zu den
wichtigsten Laubzersetzern in sauren Waldböden. Ohne die gefrässigen Spinnentierchen
würde der Zersetzungsprozess wesentlich langsamer ablaufen, so dass der Wald in seinem
eigenen Laub erstickte.

Nützling im ökologischen Gemüse- und Weinbau
Im Wald sind auch die bekanntesten Vertreter der Milben zuhause: die Zecken. Sie zählen zu
den parasitär lebenden Raubmilben, die ganz unterschiedliche Ernährungsstrategien
entwickelt haben: Einige Arten setzen sich auf Insekten fest, um grössere Distanzen zu
überwinden und an Futterstellen zu gelangen; andere zapfen direkt die Körpersäfte ihrer
Wirtstiere an; eine dritte Gruppe profitiert als «Mitesser» vom Futter ihres Wirts, etwa vom
Blütenstaub einer Hummel. Einige räuberische Arten machen Jagd auf Nematoden,
Spinnmilben oder Weisse Fliegen, weshalb man sie gern als Nützlinge im ökologischen Weinund
Gemüsebau einsetzt. Auch im Kampf gegen die Varroa-Milbe in den Bienenstöcken
erhofft man sich von den Raubmilben Unterstützung. Dabei setzen die Imker weniger auf die
aussergewöhnliche Kraft der Räuber als vielmehr auf deren Appetit.

Bundesrat verabschiedet erste Massnahmen zur administrativen Vereinfachung

Bundesrat verabschiedet erste Massnahmen zur administrativen Vereinfachung.  (Symbolbild)

Bundesrat verabschiedet erste Massnahmen zur administrativen Vereinfachung.
(Symbolbild)

Der Bundesrat hat am 28. Oktober 2015 das landwirtschaftliche Verordnungspaket Herbst 2015 verabschiedet. Zentrale Elemente sind Massnahmen zur administrativen Vereinfachung und Anpassungen am System der Standardarbeitskräfte (SAK). Das Paket umfasst 17 Verordnungen des Bundesrates, zwei Verordnungen des WBF und drei Erlasse des BLW.

Als erstes Ergebnis des Projektes „Administrative Vereinfachung“ werden 20 Massnahmen zur administrativen Vereinfachung und Entlastung umgesetzt. Sie betreffen insgesamt 10 Verordnungen. Es wird zum Beispiel neu auf die Prüfung der Vermögensverhältnisse bei der Übergangsregelung für Erben und Erbgemeinschaften verzichtet und die maximale Bodenbearbeitungstiefe bei der Mulchsaat aufgehoben.

Die Betriebe sollen ihr Potenzial für die Bereitstellung der Biodiversität oder die Produktion von Nahrungsmitteln optimal nutzen. Deshalb werden die Biodiversitätsbeiträge für Flächen mit der tieferen Qualitätsstufe I auf höchstens 50 Prozent der beitragsberechtigten Fläche begrenzt. Dies hilft auch unerwünschte Beitragsmaximierungen zu verhindern.

Am 20. Juni 2014 hat der Bundesrat den Bericht „Evaluation des Systems der Standardarbeitskräfte“ in Erfüllung des Postulats Leo Müller (12.3906) verabschiedet. Mit dem Verordnungspaket werden erste Massnahmen umgesetzt. Einerseits werden SAK-Faktoren an den technischen Fortschritt angepasst. Anderseits werden für landwirtschaftsnahe Tätigkeiten in den Bereichen des Bodenrechts und der Strukturverbesserungsmassnahmen Zuschläge eingeführt. Schliesslich wird die für die Berechnung der SAK-Faktoren unterstellte Normarbeitszeit von jährlich 2‘800 auf 2‘600 Stunden herabgesetzt.

Mit der neuen Verordnung über die Erhaltung und die nachhaltige Nutzung von pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft setzt der Bund die relevanten internationalen Verpflichtungen auf nationaler Ebene um.

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