Migros erhöt die Löhne um bis 0,5%. (Symbolbild)

Migros erhöt die Löhne um bis 0,5%. (Symbolbild)

Die Migros-Gruppe hat mit ihren Sozial- und Vertragspartnern (Kaufmännischer Verband Schweiz und Metzgereipersonal-Verband der Schweiz) vereinbart, die Lohnsumme per 1. Januar 2016 um 0 bis 0.5 Prozent zu erhöhen.

Da die Jahresteuerung negativ ist, wird mit der aktuellen Lohnrunde die Kaufkraft der Migros-Mitarbeitenden gestärkt. Dieses Verhandlungsergebnis gilt für alle Mitarbeitenden und Branchen, die dem Migros-Landes-Gesamtarbeitsvertrag unterstellt sind.

Die Lohnerhöhungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgen individuell nach Funktion und Leistung sowie unter Berücksichtigung der strukturellen Bedürfnisse.
Seit 2002 hat die Migros die Löhne nominell um 23.25 und real um 17.35 Prozent erhöht.

Richtig lernen im Schlaf

Vokabeln büffeln geht auch im Schlaf – allerdings nur, wenn man das Gehirn dabei nicht verwirrt. (Symbolbild)

Vokabeln büffeln geht auch im Schlaf – allerdings nur, wenn man das Gehirn dabei nicht verwirrt. (Symbolbild)

Vokabeln büffeln geht auch im Schlaf – allerdings nur, wenn man das Gehirn dabei nicht verwirrt. Vom Schweizerischen Nationalfonds geförderte Forscher überprüften die Lernfähigkeit in einem Schlaflabor.

Neues kann im Schlaf nicht gelernt werden. Trotzdem ist es durchaus wirkungsvoll, sich die zuvor gelernten fremdsprachigen Wörter im Schlaf noch einmal vorspielen zu lassen, wie Forscher der Universitäten Zürich und Freiburg bereits vor einem Jahr zeigen konnten. Eine neue vom Schweizerischen Nationalfonds finanzierte Studie der Forscher zeigt, dass man das Gehirn dafür in Ruhe arbeiten lassen muss.

Keine Verstärkung durch Übersetzung
Die Forscher liessen 27 deutschsprachige Versuchspersonen holländische Wörter lernen und danach im Labor während drei Stunden schlafen. Nachdem sie wussten, dass leises Vorspielen holländischer Wörter die Erinnerung daran verbessert, lag es nun nahe, den Versuchspersonen noch mehr Information zu geben. Die Forscher um den Biopsychologen Björn Rasch von der Universität Freiburg wollten die Wirkung verstärken, indem sie zusätzlich zu den holländischen Wörtern auch noch die deutschen Übersetzungen nachlieferten. Und auch umgekehrt wollten sie mit einer falschen Übersetzung das Vergessen fördern.

„Zu unserer Überraschung konnten wir weder das Erinnern verbessern, noch ein Vergessen bewirken“, meint Rasch. Der ursprüngliche Effekt von rund zehn Prozent mehr erinnerten Wörtern konnte beim alleinigen Abspielen von holländischen Wörtern im Schlaf bestätigt werden. „Das Abspielen eines zweiten Wortes direkt nach dem Ersten scheint jedoch die relevanten Gedächtnisprozesse zu stören, die zuvor aktiviert wurden“, so Rasch. Laut den Forschern ist also nicht die gesamte Information wichtig, die das Gehirn erhält, sondern lediglich ein Anschubsen, um die Erinnerung zu verstärken.

Vorerst nur im Labor
Die Resultate des Gedächtnistests fanden in den Hirnströmen der Versuchspersonen ihre Entsprechung. Während dem Abspielen einzelner holländischer Wörter konnten Verstärkungen in für den Schlaf und das Erinnerungsvermögen charakteristischen Wellen gemessen werden (Schlafspindeln und Theta-Frequenzbereich). Die Aktivitätsmuster verschwanden komplett, sobald ein weiteres Wort folgte.

In einem Folgeexperiment konnten die Forscher zudem zeigen, dass der Zeitraum zwischen den Wortpaaren entscheidend ist. Folgte die deutsche Übersetzung anstatt nach 0,2 Sekunden erst nach 2 Sekunden, verschwand die störende Wirkung. Die Verstärkung blieb aber weiterhin aus.

Bundesrat beschliesst weitere Massnahmen gegen weibliche Genitalverstümmelungen

Bundesrat beschliesst weitere Massnahmen gegen weibliche Genitalverstümmelungen. (Symbolbild)

Bundesrat beschliesst weitere Massnahmen gegen weibliche Genitalverstümmelungen. (Symbolbild)

Weibliche Genitalverstümmelung ist eine Menschenrechtsverletzung und in der Schweiz eine Straftat. Der Bundesrat will deshalb weiterhin dagegen vorgehen. Dazu gehört insbesondere die Unterstützung von Massnahmen eines Netzwerks gegen weibliche Genitalverstümmelung.

In die Schweiz wandern zunehmend Frauen aus Ländern ein, in denen die weibliche Genitalverstümmelung praktiziert wird. Schätzungen gehen davon aus, dass in unserem Land rund 14‘700 betroffene oder gefährdete Mädchen und Frauen (v.a. aus Eritrea, Äthiopien und Ägypten) leben, wie ein Bericht in Erfüllung einer Motion (05.3235) von Nationalrätin Maria Bernasconi festhält.

In einer Umfrage erklärten 2012 vier von fünf Gynäkologinnen und Gynäkologen und zwei Drittel der Hebammen, Kontakt mit beschnittenen Mädchen oder Frauen gehabt zu haben. Ein Drittel der Befragten aus dem Gesundheits-, Asyl-und Sozialbereich gaben an, sie hätten in ihrem Arbeitsalltag schon erlebt, dass ein Mädchen in Gefahr war, eine Genitalverstümmelung zu erleiden. Eine Genitalverstümmelung kann schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit der betroffenen Mädchen und Frauen haben und gilt in der Schweiz als schwere Körperverletzung.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Staatssekretariat für Migration (SEM) unterstützen seit 2003 verschiedene Präventions- und Sensibilisierungsmassnahmen gegen weibliche Genitalverstümmelung. Dazu gehört insbesondere eine Vermittlungsstelle zur Prävention von Mädchenbeschneidung, die von der Caritas Schweiz geführt wird. In den kommenden Jahren planen das BAG und das SEM, Informations-, Beratungs- und Präventionsaktivitäten eines Netzwerks mitzufinanzieren, das durch verschiedene Organisationen aufgebaut und getragen werden soll.

Neue Materialklasse: Hybrid-Aerogele mit Biopolymeren als Super-Isolatoren

Neue Materialklasse: Hybrid-Aerogele mit Biopolymeren als Super-Isolatoren. (Symbolbild)

Neue Materialklasse: Hybrid-Aerogele mit Biopolymeren als Super-Isolatoren. (Symbolbild)

Sie gelten als die besten Isolatoren überhaupt. Doch Aerogele auf Silikatbasis sind brüchig und neigen zur Staubbildung. Mit der Entwicklung eines Hybrid-Aerogels aus Biopolymeren haben Forscher der Empa und des MINES ParisTech diese Defizite nun behoben und dabei die herausragende thermische Isolationsfähigkeit des ultraleichten, porösen Feststoffes bewahrt.

In der Schweiz gelten rund 1,5 Millionen Gebäude als sanierungsbedürftig. Namentlich aufgrund der mangelhaften Isolation dieser Bauten verpufft so viel Energie, dass Experten mit einem Sparpotenzial von bis zu 70 Prozent des aktuellen Heizenergieverbrauchs rechnen. Eine bessere Isolation verkleinerte den ökologischen Fussabdruck der Eigentümer, und in volkswirtschaftlicher Hinsicht sänken die Kosten um mehrere Milliarden Schweizer Franken. Doch besonders bei historischen und denkmalgeschützten Bauwerken sind Renovationen nur innerhalb enger rechtlichen Vorgaben möglich.

Aerogele: hervorragende, unscheinbare, aber brüchige Dämmstoffe

Forscher der Empa haben vor etwa drei Jahren zusammen mit der Fixit AG einen Dämmputz ausgehend von Silikat-Aerogel-Granulat entwickelt. Dessen Wärmeleitfähigkeit beträgt nur rund 28 mWm-1K-1 (lies: Milliwatt pro Meter Kelvin), jener von reinem Silikat-Aerogel gar nur zwischen 12 bis 15 mWm-1K-1. Ein absoluter Spitzenwert. Dieser beruht auf der Struktur des Materials: Aerogele bestehen zu mehr als 95 Prozent aus luftgefüllten Poren, nur etwa fünf Prozent der Masse macht ein Netzwerk von Nanopartikeln aus. Die Luftmoleküle in den Poren können sich kaum frei bewegen. Daher werden thermische Verluste durch Wärmetransport der Gasmoleküle in den Poren auf ein Minimum verringert. Zudem sind Aerogele für das menschliche Auge mehr oder weniger transparent. Sie könnten folglich zur Isolierung von Altbauten verwendet werden, ohne den Denkmalschutz zu verletzen oder das Erscheinungsbild eines historischen Bauwerks zu beeinflussen. Doch die Verbreitung von Silikat-Aerogelen als Dämmstoff harzt. Zu teuer und zu fragil sei der Stoff, und er tendiere in der Anwendung zur Staubbildung, beklagen Fachleute.

Pektin aus Äpfeln verbessert die mechanischen Eigenschaften
In der Tat: Die Verbindungen zwischen den Silikat-Nanopartikeln sind äusserst feingliedrig, wie elektronenmikroskopische Aufnahmen zeigen. Daher wollten Empa-Forscher um Matthias Koebel zusammen mit Kollegen des MINES ParisTech die mechanischen Eigenschaften von Aerogelen verbessern. Dies jedoch auf einem bis anhin kaum beschrittenen Pfad: Die Forscher entwickelten ein Hybrid-Aerogel aus Silikat und dem Biopolymer Pektin (das etwa in Äpfeln vorkommt), mit dem sie eine neuartige Stoffklasse schufen und das markant verbesserte mechanische Eigenschaften aufweist. Das Hybridaerogel kann um bis zu 80 Prozent komprimiert werden, ohne zu zerbrechen. Die Wissenschaftler führen dies auf die Morphologie des Pektin-Silikat-Netzwerks zurück. In diesem seien die Nanopartikel über robustere «Stege» miteinander verbunden als die Silikat-Teilchen in klassischen Aerogelen. Durch diesen Gewinn an Widerstandsfähigkeit wird auch die Staubentwicklung von Hybridaerogelen minimiert.

Das Entscheidende dabei: Je nach Pektingehalt beträgt die thermische Leitfähigkeit zwischen 14 und 17 mWm-1K-1, also nur wenig mehr als die Wärmeleitfähigkeit von klassischen Silikat-Aerogelen. Mit ihrer Innovation erschlagen die Forscher gleich drei Fliegen mit einer Klappe: Das Hybrid-Aerogel ist mechanisch robust, isoliert hervorragend und wird aus biologischen respektive mineralischen Rohstoffen hergestellt. Ausserdem entwickelte das Team auch noch ein ökologisches Herstellungsverfahren für Hybrid-Aerogele aus einer wässrigen Lösung. Damit liessen sich beliebige Mengen Hybrid-Aerogel herstellen und industriell nutzen, stellten die Forscher in einem vor kurzem erschienenen Artikel in der Fachzeitschrift «Angewandte Chemie» in Aussicht (http://dx.doi.org/10.1002/ange.201507328).

Kohlenstoffrisiken: Erste Studie für den Schweizer Finanzplatz

Kohlenstoffrisiken: Erste Studie für den Schweizer Finanzplatz. (Symbolbild)

Kohlenstoffrisiken: Erste Studie für den Schweizer Finanzplatz. (Symbolbild)

Um den Klimawandel zu bekämpfen, muss der Ausstoss von Treibhausgasen massiv reduziert werden. Vor diesem Hintergrund können Investitionen in fossile Energien für den Schweizer Finanzplatz Risiken bergen. Erstmals zeigt eine Studie im Auftrag des BAFU, wie hoch die Emissionen sind, die mit solchen Investitionen verbunden sind. Sie liefert eine erste Abschätzung der finanziellen Risiken für den Aktienfondsmarkt und für Pensionskassen.

Viele Anleger investieren in beträchtlichem Umfang in treibhausgasintensive Unternehmen und in fossile Energieträger. Diese Investitionen könnten zukünftig an Wert verlieren, wenn die globalen Treibhausgasemissionen so eingeschränkt werden, wie dies zur Erreichung des klimapolitischen 2-Grad-Ziels nötig ist. Das Bundesamt für Umwelt BAFU hat diese so genannten Kohlenstoffrisiken (auch bekannt unter der Begriff Kohlenstoffblase oder «carbon bubble») im Rahmen einer Studie erstmals für die Schweiz abgeschätzt.

Dazu wurden die 100 grössten Schweizer Aktienfonds, die Aktienfonds der systemrelevanten Banken sowie die Aktienportfolios ausgewählter Pensionskassen auf ihre Treibhausgasintensität hin geprüft. Zudem wurde ermittelt, in welchem Ausmass wichtige Finanzmarktindizes fossile Energien enthalten (siehe Zusammenfassung der Studie im Anhang).

Aktienfondsmarkt bindet gleich viele Emissionen wie die Schweiz ausstösst

Zum heutigen Zeitpunkt finanziert der Schweizer Aktienfondsmarkt Emissionen von gut 52,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (CO2eq) im Ausland. Dies entspricht in etwa dem Schweizer Austoss im Jahr 2013. Betrachtet man spezifisch die Pensionskassen und deren ausländische Aktien, so sind Emissionen von rund 25 Millionen Tonnen CO2eq oder 6,4 Tonnen pro versicherte Person damit verbunden.

Wenn diese CO2-Emissionen künftig mehr kosten, ergibt sich daraus ein potenzielles Risiko. Je nach CO2-Preisszenario ergeben sich Kosten für den Schweizer Aktienfondsmarkt zwischen 1 und 6,75 Milliarden Franken, wobei der obere Wert gut einem Prozent des Bruttoinlandprodukts der Schweiz entspricht. Müssten die Pensionskassen ihre CO2-Kosten tragen, entspräche dies im höchsten Preisszenario rund einem Fünftel der aktuell pro Jahr ausbezahlten Altersrenten.

Risiken evaluieren und Transparenz schaffen

Risiken durch höhere CO2-Kosten werden von den meisten Schweizer Anlegern heute noch kaum berücksichtigt. Die Studie zeigt, dass das Investitionsverhalten eine globale Erwärmung um 4 bis 6 Grad Celsius unterstützt. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass Investoren ihre Kohlenstoffrisiken kaum kennen, weil die mit den Investitionen verbundenen Emissionen nicht systematisch erhoben werden.

Hier liegt gemäss der Studie ein wichtiger Ansatzpunkt, um den entsprechenden Risiken möglichst frühzeitig zu begegnen. Dann können diese Informationen öffentlich gemacht werden. Verschiedene internationale Initiativen (z.B. Montreal Carbon Pledge) bieten den Anlegern eine Hilfestellung bei der Beurteilung dieser Risiken.

Auf politischer Ebene sind mittlerweile einige Länder daran, Rahmenbedingungen für mehr Transparenz in Bezug auf die CO2-Intensität von Investitionen zu schaffen. Die Schweiz als umweltbewusste Industrienation mit einem der wichtigsten Finanzplätze weltweit könnte im Bereich klimafreundliches Investieren eine Vorreiterrolle übernehmen.

Senkung der Richtfunkgebühren für Mobilfunkanbieterinnen

Der Bundesrat senkt die Richtfunkgebühren. (Symbolbild)

Der Bundesrat senkt die Richtfunkgebühren. (Symbolbild)

Die Richtfunkgebühren für die Mobilfunkanbieterinnen werden gesenkt. Dazu hat der Bundesrat mit der Annahme der Revision der Verordnung über die Gebühren im Fernmeldebereich (GebV-FMG) grünes Licht gegeben. Richtfunkverbindungen werden zur kabellosen Übertragung von Mobilfunkdaten zwischen einer Antenne und der Zentrale der Anbieterin genutzt.

Durch die Revision der GebV-FMG werden die Konzessionsgebühren für den Richtfunk markant gesenkt. Die Höhe der Gebühren für die Nutzenden wird künftig insbesondere je nach verfügbarem Spektrum berechnet. Gegenwärtig hängt der Betrag lediglich von der genutzten Bandbreite ab. Bänder mit einer grossen Zahl an verfügbaren Kanälen werden demnach günstiger sein als jene mit kleinen Bandbreiten.

Mit der Revision der Verordnung wird die Motion von Ständerat Georges Theiler aus dem Jahr 2014 erfüllt, in der er sich über den Anstieg der Richtfunkgebühren für die Mobilfunkanbieterinnen beunruhigt zeigte.

Ebenfalls verabschiedet hat der Bundesrat die Revision der Verordnung über Frequenzmanagement und Funkkonzessionen (FKV). Die Inhaberinnen und Inhaber von persönlichen Notfunkbaken (personal location beacon, PLB; kleine tragbare Sender, die in einer Notsituation Alarmsignale senden, jedoch keine Kommunikation ermöglichen) können sich neu selber zu jeder Zeit und kostenlos in der internationalen Datenbank registrieren, wie dies beispielsweise bereits in Belgien und Italien der Fall ist. Bisher erfolgte die Registrierung durch das BAKOM, das dafür eine Gebühr erhob.

Diese Änderungen werden am 1. Januar 2016 in Kraft treten.

Feldversuch geplant mit cisgenen Apfelbäumen, die gegen Feuerbrand resistent sind

Feldversuch geplant mit cisgenen Apfelbäumen, die gegen Feuerbrand resistent sind. (Symbolbild)

Feldversuch geplant mit cisgenen Apfelbäumen, die gegen Feuerbrand resistent sind. (Symbolbild)

Feuerbrand ist weltweit die bedeutendste bakterielle Krankheit bei Apfelbäumen. Forschende der ETH Zürich übertrugen mit einer gentechnischen Methode ein Resistenzgen gegen Feuerbrand aus einem Wildapfelbaum in die Sorte ‚Gala‘. Ein Feldversuch mit diesen Bäumen soll nun ab Frühjahr 2016 auf der Protected Site in Zürich, am Agroscope-Standort Reckenholz durchgeführt werden. Agroscope will abklären, ob die eingebrachte Resistenz Veränderungen der Sorteneigenschaften bei Gala bewirkt. Das Bewilligungsgesuch hat Agroscope Anfang Oktober beim Bundesamt für Umwelt eingereicht.

Das Gentech-Moratorium für den kommerziellen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVP) gilt noch bis 2017 und soll laut Bundesrat genutzt werden, um Chancen und Risiken der Gentechnik besser kennen zu lernen. Die von Agroscope dafür betriebene Versuchsfläche «Protected Site» bietet Forschenden die Möglichkeit, Freisetzungsversuche mit GVP durchzuführen.

Agroscope plant auf dieser Versuchsfläche ein Forschungsprojekt, um gegen die Pflanzenkrankheit Feuerbrand resistente cisgene Apfelbäume zu untersuchen. Agroscope hat deshalb beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) ein Gesuch für einen entsprechenden Feldversuch eingereicht (siehe unten). Dieser soll, die Bewilligung des BAFU vorausgesetzt, im Frühjahr 2016 starten und bis zu fünf Jahre dauern.

Vergleich der cisgenen mit herkömmlichen Apfelbäumen

Forschende der ETH Zürich fügten bei Apfelbäumen der Sorte ‚Gala‘ mittels einer gentechnischen Methode ein Resistenzgen gegen
Feuerbrand ein, das aus einem Wildapfel (Malus x robusta 5) stammt. Dieses Gen kann auch mittels konventioneller Züchtung durch Kreuzen in neue Apfelsorten eingebracht werden. Daher werden die so veränderten Pflanzen als „cisgen“ bezeichnet (im Unterschied zu „transgen“). Wäre das Resistenzgen von Malus x robusta 5 durch konventionelle Züchtung eingebracht worden, hätten die daraus hervorgehenden Pflanzen viele zusätzliche unerwünschte Merkmale geerbt, beispielsweise sehr kleine, ungeniessbare Früchte. Diese unerwünschten Eigenschaften müssten durch vier bis fünf Rückkreuzungen wieder herausgezüchtet werden. Dieser Prozess kann 20 bis 25 Jahre dauern und ändert die Eigenschaften der Ausgangssorte so, dass daraus eine neue Sorte entsteht. Der Ansatz mit Cisgenetik verspricht hingegen, die Eigenschaften der Ausgangssorte zu erhalten.

Bei Agroscope am Standort in Wädenswil wurden die cisgenen Apfelbäume im Gewächshaus auf die Resistenz gegen Feuerbrand geprüft. Diese Experimente haben gezeigt, dass sie eine hohe Resistenz aufweisen (siehe Bild in rechter Spalte). Im Feldversuch von Agroscope auf der Protected Site soll untersucht werden, ob die cisgenen Pflanzen im Vergleich zu den nicht gentechnisch veränderten Apfelbäumen (Kontrolle) Veränderungen in ihren morphologischen und physiologischen Eigenschaften zeigen, beispielsweise im Wachstum der Bäume.

Beitrag zur Beurteilung von Züchtungstechnologien

Die cisgenen Apfelpflanzen für den geplanten Versuch werden keinen unmittelbaren Nutzen für die Landwirtschaft haben. Sie sind vielmehr Teil der grundlegenden Abklärungen, mit denen Agroscope zur differenzierten Beurteilung von Vor- und Nachteilen neuer Züchtungstechnologien für Nutzpflanzen beitragen will.

Bewilligungsverfahren

Feldversuche mit gentechnisch veränderten Organismen dürfen nur mit einer Bewilligung vom Bund durchgeführt werden. Agroscope hat Anfang Oktober 2015 ein Gesuch beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) für einen mehrjährigen Feldversuch eingereicht. Sobald das BAFU die Vollständigkeit der Unterlagen bestätigt hat, wird das Gesuch den Fachstellen des Bundes (Bundesamt für Gesundheit, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, Bundesamt für Landwirtschaft), den Fachkommissionen und der Fachstelle des Kantons Zürich zur Stellungnahme unterbreitet. Gleichzeitig wird die Gesuchseingabe im Bundesblatt bekannt gegeben und eine öffentliche Einsprache- und Stellungnahmefrist eröffnet. In den folgenden Monaten prüft das BAFU das Gesuch sowie die eingegangenen Stellungnahmen. Danach entscheidet das BAFU, ob es die Versuche bewilligt.

Alle Naturgefahren auf einen Blick in einer App des Bundes

Alle Naturgefahren auf einen Blick in einer App des Bundes. (Symbolbild)

Alle Naturgefahren auf einen Blick in einer App des Bundes. (Symbolbild)

Alle Naturgefahrenwarnungen und -meldungen des Bundes sind ab heute in der kostenlosen MeteoSwiss-App verfügbar. Erstmals können Nutzerinnen und Nutzer für zehn verschiedene Naturgefahren Push-Meldungen abonnieren und so die Warnungen und Meldungen individuell und direkt erhalten. Dies ergänzt das Angebot des Naturgefahrenportals www.naturgefahren.ch. MeteoSchweiz hat in Zusammenarbeit mit den anderen Naturgefahrenfachstellen des Bundes die mobile Applikation weiterentwickelt und damit ein weiteres Element zur Verbesserung der Warnung und Alarmierung vor Naturgefahren realisiert. Sie ist für Smartphone- und Tablet-Benutzer auf iOS, Android- und Windows-Betriebssystem erhältlich.

Mobile Applikationen sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Der Bund ist bestrebt, der Bevölkerung möglichst schnell die wichtigsten Informationen zur Verfügung zu stellen. Nun sind erstmals die Warnungen und Meldungen der Naturgefahrenfachstellen des Bundes (Bundesamt für Umwelt BAFU, Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz, WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF und Schweizerischer Erdbebendienst SED) auch via App auf einen Blick ersichtlich. Die Push- und Melde-Funktionalität der App ergänzt das bereits vorhandene Portal www.naturgefahren.ch dieser Fachstellen. Auf einer einzigen, übersichtlichen Karte werden die Naturgefahrenlage und entsprechende Warnungen und Meldungen dargestellt: (Un-)Wetterphänomene, Hochwasser, Waldbrandgefahr, Erdbeben sowie Lawinen.

Nutzerinnen und Nutzer können für ausgewählte Orte in der Schweiz sowie für die meisten Naturgefahren einzeln festlegen, ab welcher Gefahrenstufe sie durch eine Push-Meldung mit aktuellen Warnungen informiert werden wollen. Meldungen von möglicherweise spürbaren Erdbeben werden automatisch an die App übermittelt und auf der Übersichtskarte dargestellt, aber nicht als Push-Meldung angeboten. Allgemeine Verhaltensempfehlungen finden App-Nutzer und -Nutzerinnen via Link weiterhin auf dem Naturgefahrenportal, denn geeignete Massnahmen können die Auswirkungen von Naturereignissen auf Mensch, Bauten und Umwelt reduzieren. Hintergrund- und Detailinformationen finden sich nach wie vor auf den Seiten der einzelnen Fachstellen.

Funktionalitäten und allgemeine Informationen

Die MeteoSwiss-App gehört mit über 3.6 Mio. Downloads zu den meistgenutzten mobilen Applikationen des Bundes. Die Abo-Funktion mit Push-Meldungen ermöglicht zu den Unwetterwarnungen neu folgende zusätzliche Naturgefahren-warnungen zu abonnieren: Hochwasser (BAFU), Waldbrand (BAFU) sowie Lawinen (SLF). Meldungen zu möglicherweise spürbaren Erdbeben (SED) können in der App abgerufen werden. Die übersichtliche Karte stellt die Gesamtlage dar und informiert über alle Naturgefahrenwarnungen. Die kostenlose App gibt es für iOS, Android und Windows und kann in den jeweiligen Stores heruntergeladen werden. Die Sprachen Deutsch, Italienisch, Französisch und Englisch werden unterstützt.

KASTEN
Die Naturgefahrenfachstellen
des Bundes und ihre Zusammenarbeit

Das Bundesamt für Umwelt BAFU, das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz, das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, der Schweizerische Erdbebendienst SED sowie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS informieren und warnen die Bevölkerung, Medien und Behörden im offiziellen Auftrag des Bundes bei drohenden Naturgefahren. In kritischen Situationen arbeiten die Naturgefahrenfachstellen besonders eng zusammen, koordinieren ihre Prognosen und Warnungen und erstellen gemeinsame Naturgefahrenbulletins und Medienmitteilungen. Weitere Informationen finden Sie unter www.naturgefahren.ch

Rückruf der Filtertasse des Truma Gasfilters

Materialschaden der Entstehen kann. (Symbolbild)

Materialschaden der Entstehen kann. (Symbolbild)

In freiwilliger Zusammenarbeit mit der Firma Truma informiert das Eidgenössische Büro für Konsumentenfragen (BFK) über den Rückruf der Filtertasse des Truma Gasfilters.

Im Rahmen seiner Qualitätssicherung hat Truma einen Materialschaden an den Sichtfenstern des Truma Gasfiltergehäuses festgestellt. Dies ist auf die fehlerhafte Verarbeitung durch einen Vorlieferanten zurück zu führen. Der Materialschaden kann zur Folge haben, dass unkontrolliert Gas über den Flaschenkasten ins Freie entweicht. Unter ungünstigen Umständen könnte dies Gasverpuffungen und Verletzungen nach sich ziehen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist allerdings kein Fall von Gasverpuffungen und Verletzungen bekannt.

Betroffen sind von diesem Rückruf alle Filtertassen seit Januar 2012.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Materialfehler auftritt, ist sehr gering. Trotzdem müssen alle Camper, die einen Truma Gasfilter im Fahrzeug verbaut haben, die Gasanlage unverzüglich ausser Betrieb nehmen und die Filtertasse durch eine neue, optimierte Filtertasse ersetzen. Vor dem Tausch muss die Gaszufuhr geschlossen werden!

Eine kostenlose Ersatzfiltertasse kann bei Truma (https://www.truma.com/de/de/kontakt/registrierung.php) sowie allen Händlern und Servicepartnern von Truma (https://www.truma.com/de/de/home/ihr-direkter-draht.php) angefordert werden.

Berufliche Vorsorge: keine Anpassung der Hinterlassenen- und Invalidenrenten

AHV- und IV-Renten werden nicht angepasst. (Symbolbild)

AHV- und IV-Renten werden nicht angepasst. (Symbolbild)

Die Hinterlassenen- und Invalidenrenten der obligatorischen beruflichen Vorsorge müssen auf den 1. Januar 2016 nicht der Teuerung angepasst werden.

Gemäss Artikel 36 Absatz 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) müssen die Hinterlassenen- und Invalidenrenten der obligatorischen zweiten Säule bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenalters periodisch an die Erhöhung des Indexes der Konsumentenpreise angepasst werden. Der Teuerungsausgleich für diese Hinterlassenen- und Invalidenrenten der beruflichen Vorsorge wird zum ersten Mal nach dreijähriger Laufzeit gewährt. Die darauffolgenden Anpassungen sind mit dem Teuerungsausgleich bei der AHV gekoppelt, finden in der Regel also alle zwei Jahre statt.

Somit ist zu entscheiden, ob auf nächstes Jahr die Hinterlassenen- und Invalidenrenten, die seit 2012 laufen, angepasst werden müssen. Dabei wird auf die Preisentwicklung zwischen September 2012 und 2015 abgestellt. Da nun der Septemberindex 2015 mit 97.7 (Basis Dezember 2010 = 100) denjenigen von September 2012 (99.3) nicht übersteigt, müssen diese Renten auf den 1. Januar 2016 nicht angepasst werden.

Die Hinterlassenen- und Invalidenrenten, die vor 2012 entstanden sind, werden mit der nächsten AHV-Renten-Erhöhung, also frühestens auf den 1.1.2017 angepasst. Diejenigen Renten, für die das BVG keinen periodischen Teuerungsausgleich vorschreibt, werden entsprechend den finanziellen Möglichkeiten der Vorsorgeeinrichtung angepasst. Das oberste Organ der Vorsorgeeinrichtung entscheidet jährlich darüber, ob und in welchem Ausmass die Renten angepasst werden (Art. 36 Abs. 2 BVG).

1 28 29 30 31 32 75