Lebende Pflanzen als Feriensouvenir? Besser nicht!

 Die Sommerferien stehen vor der Tür, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Pässe, Visa, ausländische Währung – an alles muss man denken. Aber Achtung:

Bei der Einreise in gewisse Länder werden die Reisenden streng kontrolliert, damit sie keine pflanzlichen Produkte einführen.

Tatsächlich darf Obst und Gemüse oft nicht über die Grenze gebracht werden und wird konfisziert. Auch auf der Heimreise sollten Sie Ihre Ferienandenken sorgfältig aussuchen.

Bringen Sie in Ihren Koffern keine Pflanzen, Samen oder andere Pflanzenteile mit nach Hause!

Es kann passieren, daß Sie Ihr Erinnerungsstück an der Schweizer Grenze lassen müssen.

Die Einfuhr von Pflanzen aus einem Drittland unterliegt strengen Pflanzenschutzbestimmungen. Das bedeutet eine obligatorische Kontrolle durch den Pflanzenschutzdienst bei der Einfuhr oder ein gänzliches Verbot der Einfuhr.

Mit diesen Maßnahmen soll verhindert werden, daß Pflanzenkrankheiten oder ­schädlinge (Quarantäneorganismen) in die Schweiz eingeschleppt werden.

Deshalb empfiehlt der Eidgenössische Pflanzenschutzdienst, ganz darauf zu verzichten, Pflanzen als Reisesouvenirs mit nach Hause zu nehmen.

Zunahme der Verstöße und engmaschige Kontrollen

Der Eidgenössische Pflanzenschutzdienst ist die für die Einfuhrkontrolle zuständige Behörde. Er verfügt über Büros an den beiden wichtigsten Flughäfen der Schweiz: in Zürich und Genf. Die Inspektoren des Eidgenössischen Pflanzenschutzdienstes arbeiten im Frachtbereich der Flughäfen, wo sie jedes Jahr rund 9000 Einfuhren von kontrollpflichtigen Waren kontrollieren. Deshalb übernimmt das Grenzwachtkorps die Kontrollen der Reisenden bei deren Ankunft in der Schweiz.

Seit 2016 zeigen die Statistiken nach oben: Bei der Einreise in die Schweiz werden an den beiden großen Flughäfen immer mehr Verstösse verzeichnet, insbesondere hinsichtlich der Einfuhr von Pflanzen, Samen, Obst und Schnittblumen. Während 2015 noch 213 solcher Fälle verzeichnet wurden, waren es 2017 bereits 233 Fälle.

Und 2018 ist zwar erst zur Hälfte um und die Ferienzeit hat noch nicht begonnen, dennoch wurden schon 202 Fälle registriert.

Was kann ich tun, wenn ich dennoch eine Pflanze möchte?

Souvenirpflanzen, nein danke! Wenn Sie für Ihre Ferien oder eine Geschäftsreise in ein Drittland (ausserhalb der Europäischen Gemeinschaft) reisen, sehen Sie davon ab, lebendes Pflanzenmaterial als Andenken mit nach Hause zu nehmen!

Wer dennoch ein pflanzliches Andenken mitbringen möchte, muss sich vor der Reise unter www.pflanzenschutzdienst.ch über die geltenden Rechtsvorschriften informieren. Ausserdem unterliegen zahlreiche Pflanzen (insgesamt über 25 000 Arten) den Weisungen des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES).

Sie dürfen nur mit einer Bewilligung des Exportlandes in die Schweiz gebracht werden, siehe www.Cites.ch.

Neben einem gültigen CITES-Zeugnis ist oftmals auch eine Einfuhrbewilligung der zuständigen Schweizer Behörden erforderlich.

5G: Vergabe neuer Mobilfunkfrequenzen

Die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) eröffnet die Ausschreibung für die Vergabe neuer Mobilfunkfrequenzen.

Diese Frequenzen sind von großer Bedeutung für die Einführung der nächsten Mobilfunktechnologie 5G in der Schweiz.

Die neuen Mobilfunkfrequenzen werden im Rahmen einer Auktion vergeben, die voraussichtlich im Januar 2019 stattfindet.

Die Auktion wurde so ausgestaltet, dass alle interessierten Firmen teilnehmen und die heutigen Betreiber Frequenzen für den 5G-Start ersteigern können. Die Frequenzen werden für 15 Jahre vergeben, was den Mobilfunkbetreiberinnen langfristige Planungssicherheit gibt.

Eine öffentliche Konsultation hat ein grosses Interesse an den neuen Mobilfunkfrequenzen in den Bereichen 700 MHz, 1400 MHz, 2600 MHz und 3,5 GHz ergeben. Diese ermöglichen die frühzeitige Einführung der viel leistungsfähigeren Mobilfunktechnologie 5G und fördern die Digitalisierung der Schweiz.

Die bisher für andere Zwecke genutzten Frequenzen dürften zunächst zur Qualitätsverbesserung in den bestehenden LTE-Netzen eingesetzt werden, bis die Sendeanlagen und die Endgeräte für 5G zur Verfügung stehen.

Die ComCom hat das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) mit der Durchführung der heute eröffneten Ausschreibung betraut. Die Ausschreibung wird im Bundesblatt vom 10. Juli 2018 publiziert, und die Unterlagen stehen auf der BAKOM-Website zur Verfügung (siehe Link unten).

Vergabe in einem einfachen Auktionsverfahren
Im Sinne der Transparenz und der Gleichbehandlung erfolgt die Vergabe im Rahmen einer sogenannten Clock-Auktion (CA). Es handelt sich dabei um ein einfaches Auktionsformat, bei dem gleichzeitig für alle Frequenzkategorien geboten werden kann. Die heutigen Netzbetreiberinnen und alle weiteren interessierten Firmen können zu gleichen Bedingungen an der Auktion teilnehmen. Das Auktionsformat ist so ausgestaltet, dass weder die Anzahl der Konzessionen noch die Frequenzausstattung durch die ComCom vorgegeben werden, sondern grundsätzlich offen sind.

Die ComCom hat Bietbeschränkungen («spectrum caps») in die Auktionsregeln aufgenommen. Damit soll sichergestellt werden, dass insbesondere die drei bisherigen Betreiberinnen 5G-Frequenzen im 700 MHz und 3,5 GHz Band erwerben können. Alle Marktteilnehmer erhalten damit die Möglichkeit, eine Frequenzausstattung zu erwerben, die ihren Geschäftsmodellen entspricht.

Die Auktion wird über ein elektronisches Auktionssystem der englischen Firma DotEcon Ltd. durchgeführt. Dieses System erlaubt das sichere Bieten über das Internet und kam bereits in mehreren Ländern zum Einsatz.

Ziele des Auktionsverfahrens
Den Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz sollen auch in Zukunft qualitativ hochstehende, innovative und kostengünstige Mobilfunkangebote zur Verfügung stehen. Die ComCom will deshalb eine effiziente Frequenzvergabe an alle Anbieterinnen sicherstellen und gleichzeitig den Wettbewerb und die technologische Innovation fördern.

Die Frequenzen werden technologieneutral vergeben und können somit auch mit den neuesten Mobilfunktechnologien wie LTE-Advanced (LTE-A) oder – in naher Zukunft – 5G genutzt werden. Dank der frühzeitigen Frequenzvergabe und einer Nutzungsdauer bis Ende 2033 werden die Konzessionärinnen in der Lage sein, langfristig zu planen und ihre Investitionen auf einer gefestigten Grundlage zu tätigen. Mit zusätzlichen Frequenzen können die Netzbetreiberinnen zudem die ständig wachsende Nachfrage nach mobilen Breitbanddiensten abdecken.

Frequenzen sind ein knappes, öffentliches Gut. Wer Frequenzen nutzen will, muss dafür Gebühren bezahlen. Im Falle einer Auktion werden die Mindestpreise für die Frequenzblöcke gemäss den gesetzlichen Vorgaben so festgelegt, dass ein angemessener Auktionserlös sichergestellt ist. Bei den besonders attraktiven FDD-Frequenzen im 700 MHz Band hat die ComCom den Mindestpreis pro Block – im Vergleich zum vom Bundesrat vorgegebenen Minimum – doppelt so hoch angesetzt. Die Auktionserlöse werden in die allgemeine Bundeskasse fliessen. Es ist jedoch nicht das Ziel der ComCom, einen möglichst hohen Auktionserlös zu erzielen. Im Vordergrund steht eine gute Frequenzausstattung der Betreiberinnen und eine gute Versorgung des Landes mit qualitativ hochstehenden Telecom-Dienstleistungen.

Bewerbungen
Sowohl die bestehenden Mobilfunkkonzessionärinnen (Salt, Sunrise und Swisscom) wie auch allfällige neue Betreiber, welche an der Auktion teilnehmen wollen, können bis am 5. Oktober 2018 ein Bewerbungsdossier beim BAKOM einreichen. Darin müssen sie angeben, welchen maximalen Umfang an Frequenzen sie in den einzelnen Bändern erwerben wollen. Ferner müssen sie eine Bankgarantie in der Höhe der aufsummierten Mindestgebote für die beantragten Frequenzen vorlegen. Zudem müssen sie nachweisen, dass sie die gesetzlichen Konzessionsvoraussetzungen sowie die spezifischen Verpflichtungen der Ausschreibung erfüllen können. Erfüllt eine Bewerberin die Voraussetzungen, wird sie von der ComCom zur Auktion zugelassen. Es ist geplant, die Auktion im Januar 2019 durchzuführen und im Anschluss daran die Konzessionen zu erteilen.

Um mögliche Kollusion und Absprachen zwischen den Bietern zu verhindern, wird die ComCom die Namen und die Anzahl der Bewerber nicht bekannt geben. Erst nach Abschluss der Auktion werden die Namen der Bewerber, die Gewinner, die erworbene Frequenzausstattung und der Zuschlagspreis veröffentlicht.

Natur und Geschichte: Landesregierung besucht Vogelparadies und Mont Vully

Am Tag nach der letzten ordentlichen Sitzung des Bundesrates brechen die Bundesräte zu ihrem traditionellen, zweitägigen Jahresausflug auf. Mit dabei sind auch die Bundeskanzlerin und die beiden Vizekanzler.

Seit 1957 wird die Reise des Bundesrats jedes Jahr durchgeführt  Seit 1961 führt sie in den Heimatkanton der amtierenden Bundespräsidentin oder des amtierenden Bundespräsidenten.

Die Vogelkunde und die keltischen Wurzeln im Norden des Kantons Freiburg haben den zweiten Teil der Bundesratsreise 2018 geprägt. Mit einer Exkursion im Vogel-Leben-Naturzentrum La Sauge (bird life natur centre) am Südostufer des Neuenburgersees startete die Landesregierung unter der Leitung von Bundespräsident Alain Berset in den Tag.

Nach der morgendlichen Führung durch das Vogelparadies von La Sauge begaben sich die Mitglieder des Bundesrates und der Bundeskanzler am Freitag, 6. Juli 2018, in Begleitung eines Experten auf die Spuren der Helvetier auf dem Mont Vully.

Am Standort einer Siedlung, die von dem keltischen Stamm ca. 120 Jahre v.Chr. angelegt worden war, lassen sich heute vereinzelte Überreste und Rekonstruktionen besichtigen.

Die Beschäftigung des Bundesrates mit der frühzeitlichen Baukultur passt zum Europäischen Jahr des Kulturerbes, dessen Schweizer Programm unter dem Patronat von Bundespräsident Berset steht.

Ein Treffen mit der Bevölkerung in der Halle des Elektrizitätswerks Ölberg in der Stadt Freiburg bildete den Abschluß der Bundesratsreise 2018. Am Donnerstag hatte die Landesregierung den Greyerz-Bezirk im Süden des Kantons Freiburg besucht. Die Mitglieder des Bundesrates und der Bundeskanzler nutzten während ihrer Reise zahlreiche Gelegenheiten, um sich mit der Bevölkerung auszutauschen.

Übernachtet hatte der Bundesrat in der Nähe des Neuenburgersees bei der Uferlandschaft Grande Cariçaie. Rund um La Sauge, im Grenzbereich der Kantone Freiburg, Waadt und Bern, befinden sich mehrere Naturschutzgebiete, denen wegen ihres Vogelreichtums internationale Bedeutung zukommt.

Bescheurter kann man einen Namen kaum wählen: 3 Sprachen von Denglisch, Deutsch bis hin zu Französisch. Wenn man Vogel-Leben verdenglischt und daraus "bird life" macht, warum dann nicht auch Naturzentrum auf Englisch?

Bescheurter kann man einen Namen kaum wählen: 3 Sprachen von Denglisch, Deutsch bis hin zu Französisch. Wenn man Vogel-Leben verdenglischt und daraus „bird life“ macht, warum dann nicht auch Naturzentrum auf Englisch?

 

Volksinitiative «Schweiz ohne synthetische Pestizide» gültig:

Die Volksinitiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» ist gültig zustande-gekommen.

Dies teilt die Bundeskanzlei mit.

Die am 25. Mai 2018 eingereichte eidgenössische Volksinitiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» ist formell zustande gekommen.

Die Prüfung der Unterschriftenlisten durch die Bundeskanzlei hat ergeben, daß von insgesamt 121 620 eingereichten Unterschriften 121 307 gültig sind.

Hintergrund

Damit eine Volksinitiative auf Bundesebene zustande kommt, müssen innerhalb von 18 Monaten 100’000 Unterschriften von Stimmberechtigten gesammelt werden.

Bundesrat Ueli Maurer trifft österreichischen Finanzminister Hartwig Löger

Bern, 29.06.2018 – Bundesrat Ueli Maurer weilt am heutigen Freitag in Wien zu einem Arbeitsbesuch bei seinem österreichischen Amtskollegen Hartwig Löger.

Erörtert werden beim Treffen bilaterale Themen der Schweiz mit der EU im Finanz- und Steuerbereich.

Die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Österreich sind auf allen Ebenen eng und von gegenseitigem Vertrauen geprägt.

Der Besuch erfolgt im Hinblick auf die EU-Ratspräsidentschaft Österreichs im zweiten Halbjahr 2018.

Solche Treffen finden regelmäßig statt, um sich über die Prioritäten und Positionen des jeweiligen Vorsitzlandes auszutauschen.

Die Schweiz und Österreich stehen für die gleichen Werte ein:

Sie sind interessiert an gesunden Staatshaushalten, offenen Märkten und einem stabilen Finanzsystem als Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges Wachstum. Die bilateralen Beziehungen im Wirtschafts- und Finanzbereich sind ausgezeichnet.

Beim Treffen von Bundesrat Ueli Maurer mit Finanzminister Hartwig Löger werden insbesondere bilaterale Fragen mit der EU im Finanzmarktbereich und Steuerthemen wie das Bundesgesetz über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung (STAF) sowie die Besteuerung der digitalen Wirtschaft und der automatische Informationsaustausch zur Sprache kommen.

Außerdem werden die beiden Amtskollegen über den Brexit und die Entwicklungen in Italien diskutieren.

Tripartite-Konferenz Jura

Moutier braucht „Modus vivendi“ für Phase der Ungewissheit

Bern, 29.06.2018 – Die Jura-Delegationen der Regierungen des Kantons Bern und des Kantons Jura sind unter dem Vorsitz von Bundesrätin Simonetta Sommaruga, der Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD), zu einem der traditionellen Treffen der Tripartiten Konferenz zusammen gekommen.

Sie haben sich mit den Spannungen befaßt, die in Moutier BE (neu Moutier JU) im Nachgang zur Abstimmung vom 18. Juni 2017 zu beobachten sind. Die drei Seiten haben dabei vereinbart, den Gemeinderat von Moutier in Corpore zu einem Treffen in Moutier einzuladen.

Sieben Beschwerden gegen die Abstimmung sind bei der Regierungsstatthalterin des Berner Juras hängig. Wie auch immer der erstinstanzliche Entscheid ausfallen wird – es ist nicht auszuschliessen, dass die Angelegenheit bis vor Bundesgericht gezogen wird. Die Gemeinde Moutier muss deshalb auf kurze und auf mittlere Frist einen Umgang finden mit der Ungewissheit, die sich aus diesem Umstand ergibt.

Die Teilnehmer des Treffens am Mittwochabend riefen die Notwendigkeit in Erinnerung, die Prinzipien unseres Rechtsstaates zu respektieren. Bundesrätin Sommaruga hielt namentlich fest, dass sich weder der Bundesrat noch die Regierungen der beiden Kantone in ein juristisches Verfahren einschalten können. Alle drei Seiten anerkannten zudem, dass die Ungewissheit bis zu einem rechtskräftigen Entscheid für viele nicht einfach zu ertragen ist. Moutier müsse aber einen „Modus vivendi“ finden, der es erlaube, diese Phase so würdig wie möglich zu gestalten, auf der politischen Bühne und im Alltagsleben.
Treffen mit dem Gemeinderat von Moutier

Nach der Sommerpause findet in Moutier ein Treffen der Tripartiten Konferenz mit dem gesamten Gemeinderat statt. Ziel dieses Treffens ist es, den rechtlichen Rahmen des Beschwerdeverfahrens in Erinnerung zu rufen, einen Konsens über die Gestaltung der Zukunft zu finden und Konditionen zu definieren, die einen besseren Dialog zwischen den involvierten Behörden ermöglichen. Die Delegationen aus Bern und Jura verpflichten sich zudem, Vorbereitungsarbeiten für die Verhandlungen über das Konkordat fortzusetzen, das es für einen Kantonswechsel der Gemeinde Moutier braucht.

Schliesslich befasste sich die Tripartite Konferenz auch mit der Situation der Gemeinde Belprahon, wo die Abstimmung über die Kantonsmitgliedschaft ebenfalls Gegenstand einer Beschwerde ist. Die Lösungswege, die für Moutier zur Überbrückung der Phase der Ungewissheit gesucht werden, könnten allenfalls auch dieser Gemeinde zugutekommen.

Entscheidung des EuGH: Flüchtlinge dürfen trotz abgewiesenen Asylentscheid bleiben.

Der Europäische Gerichtshofs (EuGH) hat entschieden, daß wer den Flüchtlingsstatus nicht erhält und dagegen klagt, trotzdem im Land bleiben darf (EuGH, Urt. v. 19.06.2018, Az. C-181/16)

Der EuGH stärkt damit abermals die Rechte von Wirtschafts-Migranten und mutmaßlichen Schein-Flüchtlingen:

Wer sich als Einwanderer gegen die Aufforderung zur Ausreise einen gratis zur Verfügung gestellten (von Steuergeldern bezahlten) Anwalt nimmt und gegen einen abgelehnten Asylbescheid klagt, darf somit im gesamten EU-Raum in dieser Zeit nicht abgeschoben oder in Ausreise-Haft genommen werden.

Togoleser klagte 2011

Ein Togoleser hatte in Belgien 2011 Asyl beantragt. Seitdem sein Asylantrag abgelehnt wurde, klagte er dageben.

EuGH hebt faktisch Rückführungsrichtlinie der Europäischen Kommission auf

Damti hebt der EuGH faktisch die Rückführungsrichtlinie der EU auf (2008/115/EG).

Was diese besagt, kann man hier nachlesen.

Der EuGH meint in seinem aktuellen Urteil, die Achtung der Grundrechte und der Würde der Betroffenen (der Flüchtlinge / Wirtschaftsmigranten usw.) sei nicht gewahrt.

Folgen für die Schweiz bei Rahmenabkommen

Sollte die Schweiz ein von der EU schon länger gefordertes Rahmenabkommen mit automatischer Übernahme von EU-Recht abschließen, wäre die Schweiz verpflichtet, ebenfalls alle abgewiesenen Asylbewerber nicht auszuweisen, die (mit von Steuergeldern bezahlten Gratis-Anwälten) Rechtsmittel einlegen.

EU-Länder Ungarn und Slowakei wurden vom EuGH 2017 verurteilt

Der EuGH hatte 2017 bereits eine Klage von Ungarn und der Slowakei gegen die von den Innenministern der EU beschlossene Umverteilung von 120 000 Flüchtlingen abgewiesen.

Die beiden Länder müssen (Wirtschafts)-Flüchtlinge und Migranten aufnehmen, die die Merkel-Regierung öffentlich ab 2015 eingeladen hatte.

 

20. Ausschuß Schweiz-EU

Der sogenannte gemischte Ausschuß ist zu gleichen Teilen mit Vertretern der EU und der Schweiz besetzt, womit sichergestellt ist, daß keine Seite die andere überstimmen kann.

Er kommt bei Streitfragen zum Zuge.

Aktuell will die EU die Schweiz zu einem Abschluß eines Rahmensabkommens drängen, sodaß automatisch EU-Recht übernommen wird.

Zudem kritisiert die Schweiz den Inländervorrang bei bestimmten Berufen, welcher nach der Volksabstimmung zur MAI (Masseneinwanderungsinitiative) eingeführt werden mußte. Er würde gegen EU-Recht bzw. die Personenfreizügigkeit verstoßen.

Wobei sowas ziemlich skurril klingt, da ja das Hauptland der EU, Deutschland, sich bei Migration nicht einmal an eigene Gesetze geschweige denn an EU-Recht hält.

Am Dienstag des 19. Juni 2018, sind in Brüssel die Delegationen der Schweiz und der Europäischen Union zum 20. Mal im Rahmen des Gemischten Ausschusses zum Personenfreizügigkeitsabkommen (FZA) zwischen der Schweiz und der EU zusammen-gekommen.

Die Delegationen diskutierten verschiedenste Fragen im Zusammenhang mit der Anwendung und Umsetzung des FZA.

Die Schweizer Delegation informierte zudem über die Arbeiten zur Umsetzung von Artikel 121a BV und zur Einführung der Stellenmeldepflicht.

Der Gemischte Ausschuss FZA trifft sich grundsätzlich einmal jährlich, um Anwendungsfragen des Personenfreizügigkeitsabkommens (FZA) zwischen der Schweiz und der EU zu erörtern. Der Gemischte Ausschuss setzt sich aus Vertretern der Schweiz, der EU-Kommission und den EU-Mitgliedstaaten zusammen. Der diesjährige Gemischte Ausschuss stand unter der Leitung von Cornelia Lüthy, Vizedirektorin im Staatsekretariat für Migration (SEM).

Die Delegation der EU leitete Claude Maerten, Leiter der Abteilung Westeuropa im Europäischen Auswärtigen Dienst.

Aktuelle Entwicklungen im Bereich der Personenfreizügigkeit

Beide Seiten stellten fest, dass das Freizügigkeitsabkommen bei sinkendem Wanderungssaldo aus den EU/EFTA-Staaten in die Schweiz insgesamt weiterhin gut funktioniert. Die Schweizer Seite informierte über die Verlängerung der Ventilklausel für Arbeitskräfte aus Rumänien und Bulgarien. Seit dem 1. Juni 2017 haben rumänische und bulgarische Bürgerinnen und Bürger (EU-2) nur beschränkt Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt. Da die quantitativen Voraussetzungen erfüllt waren, wurde diese Beschränkung vom Bundesrat am 16. Mai 2018 ein letztes Mal um ein Jahr verlängert. Ab dem 1. Juni 2019 gilt die volle Personenfreizügigkeit für Staatsangehörige aus Rumänien und Bulgarien. Ebenfalls wurde über die Möglichkeit der Verlängerung der Übergangsbestimmungen für den vollen Zutritt zum Arbeitsmarkt von kroatischen Staatsbürgern ab Ende 2018 diskutiert. Der Bundesrat wird vor Ende 2018 über diese Frage definitiv entscheiden.

Umsetzung von Art. 121a BV

Die Schweizer Delegation informierte weiter über die Arbeiten zur Umsetzung von Artikel 121a BV. Der Bundesrat hat die Verordnungsänderungen am 8. Dezember 2017 verabschiedet. Die Stellenmeldepflicht wird in einem zweistufigen Verfahren eingeführt. Ab dem 1. Juli 2018 gilt ein Schwellenwert von 8 Prozent; nach einer Übergangsphase wird dieser Wert ab dem 1. Januar 2020 auf 5 Prozent gesenkt.

Heiratsschwindel unter Oxiden

Sebastian Siol sucht nach neuen Materialien mit ungewöhnlichen Eigenschaften, die bisher experimentell nicht zugänglich waren.

Dazu bringt er Partner zusammen, die eigentlich nicht zueinander passen:

Der eine Partner zwingt dem anderen einen Zustand auf, der ohne die Zwangsheirat nicht möglich wäre.

Siol achtet auch darauf, dass seine Kristall-Beziehungen im Alltag lange halten. Denn nur dann sind sie interessant für industrielle Anwendungen.

Unter einer Legierung versteht man üblicherweise eine Mischung aus mehreren Metallen. Aber auch andere Materialien lassen sich legieren.

In der Halbleiterindustrie werden etwa Oxid- und Nitrid-Legierungen seit langem erfolgreich eingesetzt, um Materialeigenschaften gezielt zu verändern. Meist sind die Eigenschaften der Ausgangsstoffe noch gut erkennbar.

Mischt man allerdings Verbindungen, deren Kristallstrukturen überhaupt nicht zusammenpassen, entstehen «Heterostruktur-Legierungen» – In diesen Legierungen ändert sich die Struktur abhängig vom Mischungsverhältnis der Komponenten.

Dies führt bisweilen zu überraschenden Eigenschaften, die sich deutlich von denen der Ausgangsstoffe unterscheiden. Genau solche Oxid-Legierungen interessieren den Empa-Forscher Sebastian Siol.

Er möchte sie nicht nur entdecken, sondern für den Alltag nutzbar machen. Bei der Suche nach dem gewünschten Material muss er mehrere Aspekte zugleich im Auge behalten wie zum Beispiel die Struktur, die elektronischen Eigenschaften – und die Langzeitstabilität.

Siol stieß im vergangenen Jahr zur Empa. Zuvor hatte er am «National Renewable Energy Research Laboratory» (NREL) in Golden, Colorado, geforscht und eine bemerkenswerte Veröffentlichung hinterlassen: Legierungen mit «negativem Druck».

Sebastian Siol zeigt die Probe einer solchen Oxidschicht auf Glas. Heterostruktur-Legierungen könnten sich für intelligente Fensterbeschichtungen eignen.

Sebastian Siol zeigt die Probe einer solchen Oxidschicht auf Glas. Heterostruktur-Legierungen könnten sich für intelligente Fensterbeschichtungen eignen.

Zusammen mit seinen Kollegen hatte er Manganselenid und Mangantellurid im Kalt-Dampf-Verfahren (Magnetronsputtering) vermischt.

Die Ausgangsstoffe hatten sich bei bestimmten Mischungsverhältnissen in einem für beide Komponenten «ungemütlichen» Kristallgitter vereinigt. Keiner der Partner konnte dem anderen seine Lieblings-Kristallstruktur aufzwingen, die er im reinen Zustand bevorzugt.

Der entstandene Kompromiß war eine neue Phase, die normalerweise nur bei «negativem Druck» entstehen würde – also dann, wenn das Material permanent unter Zug gesetzt wird. Solche Materialien sind unter normalen Bedingungen sehr schwer herzustellen.

Siol und seine Kolleginnen und Kollegen am NREL haben es geschafft, diese Schwierigkeit zu umgehen.

Das neue, nun zugängliche Material, zeigt viele nützliche Eigenschaften, es ist unter anderem piezoelektrisch. Man kann also damit Strom erzeugen, Detektoren herstellen – oder Halbleiterexperimente machen, die mit den Ausgangsstoffen nicht möglich wären.

Forschung an stabilen Systemen
An der Empa wird Siol seine Erfahrungen in der Herstellung von «unmöglichen» Oxid-Legierungen einbringen. Er möchte Oxidgemische mit veränderlicher Struktur entdecken und so weit stabilisieren, dass sie alltagstauglich werden.

Die Forschungsabteilung «Fügetechnologie und Korrosion» unter Leitung von Lars Jeurgens hat grosse Erfahrungen mit der praktischen Anwendung von stabilen Oxidschichten und Legierungen.

Im Fokus stehen zunächst Mischoxide aus Titan- und Wolframoxid, die zum Beispiel für die Beschichtung von Fenstern, für die Halbleitertechnik oder Sensorik interessant sein könnten. S

iols Kollegin Claudia Cancellieri erforscht bereits seit einigen Jahren die elektronischen Eigenschaften von Oxid-Grenzflächen und bringt ihre Erfahrungen in die gemeinsamen Forschungsprojekte ein.

«Die Materialkombination ist extrem spannend», so Siol. Titanoxide sind äußerst stabil, sie werden in Solarzellen, in Wandfarben und in Zahnpasta verwendet. Wolframoxide sind dagegen vergleichsweise instabil und werden für tönbare Fenster, Gassensoren oder als Katalysatoren in der Petrochemie eingesetzt. «In der Vergangenheit lag der Forschungsfokus oft ausschließlich auf der Optimierung der Materialeigenschaften», sagt Siol.

«Entscheidend ist allerdings auch, ob man das Material über mehrere Jahre lang in dem jeweiligen Anwendungsgebiet einsetzen kann.»

Das wäre zum Beispiel für Halbleiter-Schichtsysteme wie in elektrochromen Fenstern wichtig, die in aggressiven Umgebungen unter Einwirkung von Sonnenlicht und Temperaturschwankungen Jahrzehnte lang halten müssen.

Nach dieser Langzeitstabilität suchen die Empa-Forscher.
Zur Herstellung dieser Oxidphasen wenden Siol und seine Kollegen verschiedene industriell skalierbare Verfahren an. Zum einen die kontrollierte Oxidation dünner Metallschichten in einem Ofen oder in elektrolytischer Lösung.

Aber auch reaktives Sputtern kommt zum Einsatz, wobei die Metalle unmittelbar bei der Abscheidung oxidiert werden. «Unmögliche» Oxid-Legierungen, bisher ein Thema der Grundlagenforschung, werden damit langsam für Industrieanwendungen greifbar.

Kommunikationsoffensive Berufsmaturität

Bern, 14.06.2018 – Unter dem Slogan «mehr drauf» lancieren die Verbundpartner der Berufsbildung eine breit-angelegte Informations- und Kommunikationsoffensive zur Stärkung der Berufsmaturität BM. Kernstück der Offensive ist das Internetportal Berufsmaturitaet.ch, das Akteuren der Berufsbildung vielfältiges Informations- und Promotionsmaterial bietet.

Die Verbundpartner sind sich einig, daß die Berufsmaturität sowohl für die Stärkung der Berufsbildung als auch zur Deckung des Fachkräftemangels einen hohen Stellenwert hat.

Indem die Berufsmaturität die berufliche Grundbildung mit einer erweiterten Allgemeinbildung verbindet, eröffnet sie leistungsstarken Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten. Mit einem Berufsmaturitätszeugnis können sie entweder direkt in den Arbeitsmarkt einsteigen oder ein Studium an einer Fachhochschule FH beginnen.

Mit einer Ergänzungsprüfung – kurz Passerelle – ist auch ein Studium an einer Universität oder ETH möglich. Die Wirtschaft kann ihrerseits auf qualifizierte Fach- und Führungskräfte zurückgreifen, insbesondere in jenen Branchen, die auf FH-Absolvierende als Fachkräfte angewiesen sind.

Informationen zu Passerelle und Berufsmaturität

Um Jugendliche und ihre Eltern über die Vorteile der Berufsmaturität zu informieren, stehen auf berufsmaturitaet.ch einheitliche, bedarfsorientierte Informationen und Instrumente sowie Botschaften zur Verfügung.

Die aufgeschalteten Präsentationen, Textbausteine, Faktenblätter, Argumentarien, etc. sind so ausgestaltet, daß sie von Lehrpersonen, Berufsberaterinnen und -beratern, Branchenverbänden, o.ä. entsprechend ihren Bedürfnissen genutzt, verbreitet und weiterentwickelt werden können. Bildmaterial und Kurzvideos tragen dazu bei, Interessierte auf der emotionalen Ebene abzuholen und runden das Informationsinstrumentarium ab.

Die BM-Kommunikationsoffensive ist eine Initiative von Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt. Gemeinsam setzen sich die Verbundpartner dafür ein, das Bewusstsein für die Attraktivität der Berufsbildung zu steigern und diese als gleichwertige Alternative zum gymnasialen Weg zu positionieren.

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