| Die Schweizer Zeitung
Friday November 24th 2017

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Auswertungen des Direktzahlungssystems zeigen Engagement der Landwirte

Auswertungen des Direktzahlungssystems zeigen Engagement der Landwirte. (Symbolbild)

Auswertungen des Direktzahlungssystems zeigen Engagement der Landwirte. (Symbolbild)

Die Auswertungen des zweiten Jahres mit dem weiterentwickelten Direktzahlungssystem liegen vor. Die Bauernbetriebe haben wieder mehr gesellschaftlich erwünschte Leistungen erbracht. Vor allem auf dem Milch- und Zuckermarkt sind gleichzeitig die Herausforderungen aufgrund der tiefen Produzentenpreise sehr gross.

Die direktzahlungsberechtigten Betriebe verändern die Nutzung der Flächen über die Jahre nur leicht. Gegenüber 2010 haben die offene Ackerfläche (+1‘800 ha) unddie Dauerkulturen (+1‘100 ha) zugenommen. Die Fläche mit Futtergetreide konnte 2015 bei gut 59‘000 ha stabilisiert werden. Die Wirkung des neuen Direktzahlungssystems auf die Produktion kann noch nicht abschliessendbeurteilt werden. Die Beobachtungen deuten jedoch auf eine Stärkung des Ackerbaus hin, die beabsichtigt ist. Die schwierige Lage auf dem Milch- und
Zuckermarkt wird die weitere Entwicklung der Produktion stark beeinflussen.

Für Alpungs- und Sömmerungsbeiträge wurden 2015 rund 7 Mio. Fr. mehr ausgegeben als im Vorjahr. Die Landwirte nutzen die Unterstützung für die Sömmerung von Vieh und alpen mehr Tiere. Mit einer besseren Bestossung der Alpen wird die Verbuschung des Gebiets verhindert. Auf
den Landwirtschaftsbetrieben verbessern die Landwirte die Haltungsbedingungen der Nutztiere stetig. Der Anteil von Tieren im Tierwohlprogramm „Regelmässiger Auslauf im Freien“ stieg auch im vergangenen Jahr wieder an (2015: 75%).

Mit rund 40 neuen Landschaftsqualitätsprojekten für die Erhaltung einer vielfältigen und attraktiven Kulturlandschaft setzen nun
die meisten Bauernbetriebe Massnahmen um. Die zusätzlichen Aufwände der Betriebe werden finanziell abgegolten. Der Finanzbedarf steigt dabei um 55 auf rund 126 Mio. Fr. Elf Kantone haben damit bereits die finanziellen Mittel ausgeschöpft, die ihnen der Bundesrat gemäss Budget zuteilt.

Die Ausgaben für die Biodiversitätsförderung stiegen auf rund 387 Mio. Fr (+23 Mio. Fr.). Das Ziel von 65‘000 ha Biodiversitätsförderflächen im Talgebiet wurde übertroffen. Der Bundesrat hat deshalb die Beiträge für Flächen mit tieferer Qualität per 2016 um 10 Prozent gesenkt. Gleichzeitig hat er die Beiträge für Flächen hoher Qualität erhöht. Dies soll dazu beitragen, dass sich die Landwirte nun weiter für die Qualität der Flächen einsetzen und das Ziel von 40% Flächen mit hoher Qualität erreicht werden kann (2015: 35%). In den nächsten Jahren sollen die Ausgaben für die Biodiversität stabilisiert werden.

Auch für ressourcenschonende Produktionsverfahren engagieren sich die Landwirte womit die Ausgaben um 6 auf 43 Mio. Fr. stiegen. Mit diesen Verfahren werden Produktionsmittel gezielter eingesetzt sowie die Erosion auf Ackerböden reduziert.