| Die Schweizer Zeitung
Saturday November 25th 2017

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Ausschaffungsinitiative: Sozialhilfe-Bürokratie droht mit Betrugsunterstützung

Es gibt in der Schweiz eine weitverzweigte Organisation, die der Öffentlichkeit unter dem Namen «Skos» bekannt ist.

«Skos» ist die Abkürzung für «Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe». Die Skos vereinigt die Funktionäre der Sozialbürokratie in Bund, Kantonen, Städten und Gemeinden. Man könnte sie als Gewerkschaft der Sozialhilfe-Funktionäre bezeichnen. Bedenklich, dass viele Kantonsregierungen inzwischen Tarife für Sozialhilfe anerkennen, die von dieser Skos festgelegt worden sind.

Die Entwicklung geht immer mehr in Richtung Deutschland: Irgendwann ist alles verteilt, der Sozialstaat hat überhaupt kein Geld mehr. Nicht mal für die, die es wirklich benötigen würden.

Es sind die Betreuer, die Sozialhilfe-Bürokraten, also die aus der Administration von Sozialfällen persönliches Einkommen beziehenden Funktionäre, welche Umfang und Kosten für die Betreuung der Sozialhilfe-Empfänger und damit selbstverständlich auch für Bedarf und Entlöhnung der Betreuungs-Funktionäre festlegen.

Fast so, wie wenn es die Sträflinge wären, die Hausordnung und Sackgeld-Verordnung für ihre Strafanstalt festlegen würden.

Pfründen in Gefahr

Die Vereinigung Skos sieht einträgliche Pfründen für ihr Wirken in hohem Ausmass in Gefahr, falls die Ausschaffungsinitiative von Volk und Ständen angenommen würde.

Denn gemäß dieser Ausschaffungsinitiative würden künftig auch solche Ausländer als Kriminelle aus der Schweiz ausgewiesen, welchen massiver Sozialhilfe-Mißbrauch nachgewiesen werden konnte.

Die große Furcht der Skos-Ideologen ist darin begründet, daß – sollten Sozialhilfe-Betrüger künftig tatsächlich ausgewiesen werden – offenbar hunderte von Skos-Funktionären, die heute auch Sozialhilfe-Betrüger aufwendig und spesenträchtig umsorgen, um ihre Stelle fürchten müßten. Deshalb ist gemäß Skos-Führungsorganen erbitterter Widerstand gegen die Ausschaffungsinitiative unabdingbare Pflicht eines jeden Skos-Mitglieds.

Was ist Sozialmissbrauch?

Es gibt bekanntlich Menschen, die durch unverschuldeten Schicksalsschlag in Not geraten, die also um ihrer Existenz willen darauf angewiesen sind, dass man ihnen hilft. Für solche Menschen, für solche Fälle wurden in der Schweiz Sozialversicherungen geschaffen. Sozialversicherungen, in welche sämtliche Einwohnerinnen und Einwohner bedeutende Beiträge Jahr für Jahr einzahlen, auf dass denjenigen, die in Not geraten, effizient geholfen werden kann.

Wer betrügerisch Sozialleistungen bezieht, nimmt also unrechtmässig jenen Geld weg, die um ihrer Existenz willen auf Sozialhilfe angewiesen sind. Sozialhilfe-Betrug ist ein besonders niederträchtiges Verbrechen. Ein Verbrechen auf Kosten von Notleidenden, deren Existenz nur mit Sozialhilfeleistungen gesichert werden kann.

Die Sozialfunktionäre sehen das offenbar anders. Bedürftige zu schädigen, ist nach ihrer Meinung so eine Art «Kavaliersdelikt», das niemals strenger geahndet werden dürfe als «geringfügiger Diebstahl»: Mit «einer Geldbuße oder einer geringfügigen bedingten Gefängnisstrafe», wie die Skos in ihrem Pamphlet gegen die Ausschaffungsinitiative schreibt.

Für die Skos-Funktionäre ist offenbar wichtig, daß auch der Betrug zu Lasten der Sozialhilfe administriert werden muß. Auch Betrüger brauchen Berater und Funktionäre, die sich mit ihrem Fall auseinandersetzen. Es sind Skos-Funktionäre, die sich gerne auch damit ein gutes persönliches Einkommen sichern, dass sie Sozialhilfe-Betrüger, Betrüger an Notleidenden beraten und administrieren.

Der Steuerzahler soll schweigen!

Völlig klar für die Skos-Funktionäre ist, dass Sozialhilfe-Betrug ein Fall ausschliesslich für spezielle Fachleute, ausschließlich für Sozialhilfe-Funktionäre ist. Die Steuerzahler, die Jahr für Jahr bedeutende Summen in die Sozialversicherungen obligatorisch einzahlen: Sie sollen gemäß Skos-Funktionären bezahlen und im übrigen den Mund halten. Forderungen, wonach Sozialhilfe-Betrüger das Recht auf weitern Sozialhilfe-Bezug verwirkt und als Konsequenz ihrer Betrügereien unser Land zu verlassen haben – solches wollen die Skos-Funktionäre schon gar nicht hören. Solche Forderungen sind für sie schlimmer als Betrug an Sozialwerken.

Folgerichtig begegnet die Skos in ihrem (undatierten) Papier «Ausschaffungsinitiative: Gravierende Konsequenzen für die Sozialhilfe» der Ausschaffungsinitiative mit unverblümter Drohung. Die Skos-Drohung bezieht sich auf die Anzeigepflicht, welche jedem Sozialhilfe-Funktionär bei festgestelltem Sozialhilfe-Betrug obliegt.

Die Skos mußte solche Pflicht ihrer Mitglieder – fast ausnahmslos von der öffentlichen Hand entlöhnte Funktionäre mit entsprechender Treuepflicht der Öffentlichkeit gegenüber – vor einiger Zeit hinnehmen. Die Ausschaffungsinitiative nehmen die Skos-Ideologen nun zum Anlaß, dem Schweizervolk offen zu drohen: Würden Volk und Stände die Ausschaffungsinitiative der SVP annehmen, so müssten es sich Skos-Funktionäre «zweimal überlegen, ob sie im konkreten Fall eine Anzeige machen sollen».

Betrugs-Unterstützung

Welche Unverfrorenheit! Vom Steuerzahler entlöhnte Sozialhilfe-Funktionäre kündigen die der Öffentlichkeit geschuldete Treuepflicht auf! Sie weigern sich, offensichtlichen Betrug zu Lasten der Sozialhilfe, zu Lasten wirklich bedürftiger Sozialhilfe-Empfänger überhaupt noch zur Anzeige zu bringen!

Das «Bekenntnis» der Skos-Funktionäre wird damit für die gesamte Öffentlichkeit durchschaubar: Das Engagement der Sozialhilfe-Funktionäre gilt zuallerletzt irgend welchen Bedürftigen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind. Das Engagement der Skos-Sprecher gilt ihrem eigenen, ihrem persönlichen Geldbeutel.

Sie verlangen – an allen demokratischen Entscheiden vorbei – das Vorrecht, festlegen zu können, was für Leistungen die Öffentlichkeit gegenüber Sozialhilfe-Empfängern zu bezahlen hat und wie die Sozialhilfe-Betreuer entschädigt und entlöhnt werden müssen.

Und jetzt wollen sie – an allen rechtsgültig beschlossenen Gesetzen, an allen Gerichten vorbei – auch noch völlig eigenmächtig festlegen, wie Betrug gegenüber den Sozialversicherungen zu ahnden ist: Immer so, dass ihr eigener Geldbeutel oberste Priorität genießt.

Egoistischere Ausbeuter als Skos-Funktionäre dürften sich in unserem Land schwerlich finden lassen.

Ulrich Schlüer, Chefredaktor der Schweizerzeit

Weiterer Bericht zur Skos und zu Sozialhilfemißbrauch aus dem Jahr 2007