| Die Schweizer Zeitung
Saturday November 25th 2017

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Außenpolitik, Rotes Kreuz bzw. „Roter Halbmond“: Schweiz versendet ungefragt 40 Tonnen Hilfsgüter nach Iran

Der ganzen westlichen Welt ist der Kopftuchauftritt von Ex-Außenministerin Micheline Calmy-Rey noch in Erinnerung (hier Zitate von damals). Nun mischt die Schweiz erneut im Iran mit. Dabei ist höchst umstritten, ob solche Aktionen überhaupt Nutzen stiften.

Am Samstag hat die Humanitäre Hilfe der Schweiz 40 Tonnen Hilfsgüter ins Erdbebengebiet im Nordwesten Irans verschickt. Es handelt sich u.a. um 200 Zelte, 200 Zeltisolationen, 200 Heizkörper, 2000 Decken und medizinische Grundversorgung für 10‘000 Personen während drei Monaten. Noch am Samstagabend soll das Frachtflugzeug in Täbris landen.

Neue Toilette mit Steuergeldern entwickelt (Foto EAWAG). Wie viele Millionen in die Entwicklung des Projekts flossen, das von der Gates-Stiftung abgelehnt wurde, wird in der Mitteilung nicht kommunziert.

Aktionen der Schweiz: Erst kürzlich wurde eine neue Toilette mit Steuergeldern entwickelt (Foto EAWAG). Ob sie auch in den Iran gebracht wird?. Das Klo ist speziell auf die Bedürfnisse von Moslems und Hindus ausgerichtet und ermöglicht eine Analreinigung.

Der Flug wird von zwei Logistikern des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) begleitet. Die Hilfsgüter haben einen Gesamtwert von rund 500‘000 Franken. Die Hilfsgüter werden 1000 Menschen mit wintersicheren Unterkünften versorgen. Das ist besonders wichtig, weil bereits in einem Monat im Erdbebengebiet Temperaturen unter dem Gefrierpunkt herrschen können, so das EDA, welches verschweigt, ob die Hilfe von Iran überhaupt gewünscht ist.

Die vierköpfige Soforteinsatzmannschaft, das am 16. August nach Täbris abgeflogen war, um die Hilfslieferung vorzubereiten, hat am 17. August die Arbeit aufgenommen, so das EDA. Am Morgen führten die vier Experten Gespräche mit Mitarbeitern des iranischen Roten Halbmonds (das Rote Kreuz würde wegen dem Kreuz ähnlich wie die Schweizer Flagge die Gefühle der Hilfsgüterempfänger beleidigen), welcher für die Krisenkoordination zuständig ist.

Am Nachmittag besichtigten sie ein Dorf im Epizentrum, das starke Zerstörungen aufweist. Die vier Experten stehen zur Verfügung, um die Hilfslieferung aus der Schweiz entgegenzunehmen, das Material an den Roten Halbmond zu übergeben und den Aufbau des Materials, vor allem der Zelte, zu instruieren.

Beim Erdbeben in der iranischen Region Täbris waren am Samstag, 11. August, zk. 300 Menschen ums Leben gekommen. Rund 5000 wurden verletzt und mehrere zehntausend Personen verloren ihr Heim.