| Die Schweizer Zeitung
Thursday November 23rd 2017

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Alte Apfelsorten in neuem Saft

Aus über 800 alten Schweizer Apfelsorten diejenigen zu finden, die für die moderne Saftherstellung geeignet sind, ist das Ziel der Vereinigung FRUCTUS, der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW sowie von weiteren Partnern.

Die Anforderungen an die alten Apfelsorten: Sie sollen robust gegenüber Krankheiten sein, gute Anbau- und Verarbeitungseigenschaften besitzen und gepreßt einen Saft mit vortrefflichem Aroma liefern.

Einer «Tour de Suisse» gleich haben Experten von FRUCTUS und der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW zusammen mit weiteren Partnern von 2000 bis 2005 alte Apfelsorten aufgespürt. Die meisten Sorten wurden bei Privatpersonen wiederentdeckt.

Im Projekt «Beschreibung von Obstgenressourcen» werden nun vielversprechende Apfelsorten ausgewählt und zu sortenreinem Apfelsaft gepreßt.

Wirtschaftliche Rückkehr für alte Apfelsorten

Neben vielen neuentdeckten alten Sorten wurden stets auch bekannte Mostapfelsorten wie Bohnapfel, Blauacher Wädenswil oder Schneiderapfel gepreßt, analysiert und degustiert.

Dies erleichtert den Vergleich der getesteten Sorten. Bestnoten bei der sensorischen Saftbewertung erreichten unter anderem klassische Mostapfelsorten wie Heimenhofer (siehe Bild), Sauergrauech oder Bohnapfel.

Die Unterschiede von Saft zu Saft überraschten: Während die Apfelsorte Wildmuser sehr zuckerreich ist und niedrige Säure-Werte aufweist, hat die Sorte Engishofer einen sehr hohen Säureanteil. Sorten mit hohem Säure-Gehalt können trotz schlechterer Benotung interessant sein.

Apfelsorte Heimenhofer

Sie liefern die notwendige Säure für Apfelsäfte, die mehrheitlich aus süßen Tafelsorten gepreßt werden – etwa aus Äpfeln, die nicht die vorgeschriebenen Richtlinien als Tafelfrüchte erfüllen.

Bekannte Spezialmostapfelsorten mit einer geringen Feuerbrandanfälligkeit und interessanten Qualitätseigenschaften sind Heimenhofer, Bohnapfel, Grauer Hordapfel oder Schneiderapfel.

Weitere seltene Apfelsorten könnten in Zukunft dieses Sortiment erweitern, da einige in Versuchen sehr gute Safteigenschaften und eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegenüber Feuerbrand gezeigt haben. Dank dieser Forschung helfen FRUCTUS und ACW mit, alte Apfelsorten für die Zukunft zu erhalten und einigen davon eine wirtschaftliche Wiederkehr zu ermöglichen.

(ganzer Artikel, weitere Infos: Apfelkoenigin.ch)