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Friday December 15th 2017

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Alpenkonferenz: klima- und energiefreundliche Alpen

Fragen rund um Energieproduktion, -transport, -speicherung und -effizienz in den Alpen werden in Zukunft koordinierter als bisher angegangen. Dies haben die Umweltministerinnen und -minister an der Alpenkonferenz, dem beschlußfassenden Organ der Alpenkonvention, heute in Puschlav (GR) unter der Leitung von Bundesrätin Doris Leuthard entschieden. Mit der XII. Alpenkonferenz, dem Höhepunkt der Schweizer Präsidentschaft der Alpenkonvention, endete auch die erste Alpenwoche in der Schweiz. Die Umweltminister der Vertragsstaaten der Alpenkonvention haben sich heute an der XII. Alpenkonferenz für eine Plattform Energie ausgesprochen.

Alpenwoche 2012: Die Alpen sollen klimafreundlich sein

Alpenwoche 2012: Die Alpen sollen klimafreundlich sein

Diese Plattform soll den Alpenländern ermöglichen, sich über die Herausforderungen und Chancen von Energie- und Klimafragen und konkreten Projekten im Alpenraum auszutauschen. Das Mandat, das auf Initiative von Bundesrätin Doris Leuthard zurückgeht, soll in den nächsten Monaten genauer definiert werden. Im Vordergrund steht dabei die Frage, wie einerseits der Natur- und Landschaftsschutz und andererseits Energieproduktion, -transport, -speicherung und -effizienz in ein Gleichgewicht zu bringen sind.

Die Schweiz ist besonders daran interessiert, eine alpenweite Übersicht über geeignete Gebiete für die Produktion von Energie aus erneuerbaren Quellen (Wasser, Wind, Sonne) zu gewinnen, um so die Planungssicherheit zu erhöhen. Diese Gebiete sollen in einer Karte sichtbar werden. Wie bereits am Symposium «Erneuerbare Alpen» zu Beginn der Alpenwoche standen auch an der Alpenkonferenz die Themen Klima und Energie zuoberst auf der Traktandenliste.

Weiter haben sich die Ministerinnen und Minister der Alpenländer positiv zu den Beschlüssen der Nachhaltigkeitskonferenz Rio+20 geäussert. Sie haben sich dafür ausgesprochen, das Engagement der Alpenkonvention für die Nachhaltige Entwicklung zu erneuern und die Alpen international als Vorbildraum für nachhaltige Entwicklung zu positionieren. Diskutiert wurde auch der nachhaltige Tourismus, der während der letzten zwei Jahre ein Schwerpunkt der Alpenkonvention war. Zum nachhaltigen Tourismus erscheint in Kürze ein Alpenzustandsbericht.

Die Alpenkonferenz bot zudem Gelegenheit, die Aktivitäten während der schweizerischen Präsidentschaft der Alpenkonvention zu reflektieren. Dabei wurde klar, dass eine stärkere Konzentration der Arbeit auf Schlüsselherausforderungen nötig ist, beispielsweise auf diejenigen in der Energieversorgung. Im Anschluß an die Alpenkonferenz folgt gleichentags das traditionelle Vierertreffen der deutschsprachigen Umweltminister. Bundesrätin Doris Leuthard reist mit ihren Amtskolleginnen und -kollegen an den Fuß des Morteratsch-Gletschers, wo sie sich unter anderem über Energie- und Umweltfragen austauschen werden.

Bild: Alpenluft.ch