Abstimmungen am 19. Mai: Wahlwerbung im Sozialarchiv

In Kürze stehen zwei Volksabstimmungen bevor, bei denen in beiden Fällen die Regierung und die EU gerne möchten, daß sich die Schweiz mehr an die EU anpaßt.

Einmal soll das Steuerrecht sich an die EU-Steuerregeln annähern und dann das EU-Waffenrecht übernommen werden.

Wobei gemäß Umfragen besonders bei letzterem Thema, der Entwaffnung des Schweizervolks zugunsten einer EU-Waffenrecht-Regelung das Volk wieder einmal nicht das machen wird, was Regierung und EU wollen.

So oder so, ein guter Zeitpunkt, um sich einmal die Arten der Wahlreklame anzusehen.

Besonders beliebt ist eine Form der Wahlwerbung auf Bierdeckeln, wie man beim Schweizerischen Sozialarchiv ansehen kann.

Kürzlich erfolgte eine Volksabstimmung über die Mehrwertsteuer, die abgelehnt wurde und – anders als im EU-Raum – sogar eine Senkung von 8% auf nur noch 7,6% zur Folge hatte, wurde mit Bierdeckeln Abstimmungskampf betrieben.

Dies war schon der Fall als es um eine Erhöhung auf zuvor 8% ging, die damals angenommen wurde, aber inzwischen wieder gesenkt wurde infolge der jüngsten neuen Volksabstimmung zur MwSt:

Quelle: MwSt-Stop.ch

Quelle: MwSt-Stop.ch

Die SP Wädenswil wirbt aktuell für einen Anlaß am 16. Mai auf Bierdeckeln, also 3 Tage vor der anstehenden Volksabstimmung vom 19. Mai:

Quelle: SP Wädenswil

Quelle: SP Wädenswil

1990 wurde für Strom ohne Atom auf Bierdeckeln geworben:

Quelle: Schweizerisches Sozialarchiv

Quelle: Schweizerisches Sozialarchiv

Albert Einstein sagte einmal, wenn die Welt untergeht, dann zöge er um in die Schweiz.

Denn dort passiere alles 100 Jahre später.

Die Schweiz war 1971 eines der letzten Länder Europas, die – nach einer Volksabstimmung der Männer – schließlich doch noch das Frauenwahlrecht einführten.

Und dies nicht einmal 100 Jahre später.

Bildquelle: Schweizerisches Sozialarchiv

Heute stehen die Vorzeichen anders und die Schweizer Armee unternimmt Übungen, wie sie die Grenzen sichern kann bei Unruhen innerhalb der EU.

Und Armeechef Blattmann riet schon vor Jahren, man solle sich wieder Notvorräte zulegen wie zu Zeiten des Kalten Krieges. Zu Hause lagert er, wie er öffentlich erklärte, „30 oder 40 Sechserpackungen Mineralwasser ohne Kohlesäure“ und riet der Bevölkerung, es ihm gleich-zu-tun, denn im Notfall brauche der Mensch 8 Liter Wasser pro Tag, um zu zu trinken, um zu essen und zu kochen und sich zu waschen.

Außerdem rät er zu Holzheizungen, weil bei einem Stromzusammenbruch des mit der EU vernetzten Schweizer Stromnetzes die Heizungen nicht mehr funktionieren würden.

Ganz anders im Jahr 1989.

Als 1989 die Sowjetunion ausverkauft wurde an den Westen bzw. zerbrach und im Anschluß filettiert wurde, da glaubten einige Leute, es brauche keine Schweizer Armee mehr und wollten diese abschaffen.

Es kamen sogar genug Stimmen für eine eidgenössische Volksabstimmung zustande.

Bildquelle: Schweizerisches Sozialarchiv.

Man erkennt also, Wahlwerbung auf Bierdeckeln, also dann, wenn die Leute am Stammtisch reden und sich über Politik unterhalten ist nach wie vor hoch im Kurs, damals wie heute.

Heute allerdings erlaubt die Technik ohne große Aufpreise auch ausgefallenere Formen von Bierdeckeln.

Der Fortschritt läßt grüßen.