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Monday November 20th 2017

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50 Mio Franken für die reine Häßlichkeit: Neue Sportanlage Heerenschnürli

Chance verpaßt, Zürich ist um einen kalten Ort reicher. Schwamendingen hat eine neue und zugleich leider extrem uneinladende und häßliche Sportanlage aus Beton und Metall. Es ist kaum zu glauben, daß ein derart häßlicher Bau 50 Millionen Franken gekostet hat. Hätte man nicht ein paar Rappen in Menschenfreundlichkeit in punkto Gestaltung investieren können?

Sportanlage Heerenschürli: Kalt und uneinladend (Foto: Stadt Zürich)

Die Stadt Zürich sieht dies anders und teilt mit:

Mit Ansprachen der beiden Stadträte André Odermatt und Gerold Lauber sowie einem Grußwort von Ernst Tschannen, Direktor von Grün Stadt Zürich, wurde das modernisierte Heerenschürli offiziell seinem Betrieb übergeben. Die Umgestaltung dauerte zwei Jahre und kostete rund 50 Millionen Franken.

Das Heerenschürli gehört zu den drei größten Rasensportanlagen der Stadt. Mit 13 Plätzen für über 40 Mannschaftenist es außerdem Zürichs größte Fußballanlage.

Die Nutzungskapazität konnte durch die Erhöhung der Kunstrasenfläche deutlich erhöht werden.

Neu stehen sechs Kunstrasenplätze zur Verfügung, die bei jeder Witterung bespielt werden können. Zwei Felder sind für Erstliga-Meisterschaftspiele zugelassen. Das Dach des Garderobengebäudes nimmt eine Zuschauerrampe mit 520 Sitzplätzen auf. Ebenfalls integriert ist ein Restaurant.

Schwamendingen wurde noch grüner

Sportanlage Heerenschürli: Auch innen kalt und unfreundlich (Foto: Stadt Zürich)

André Odermatt, Vorsteher des Hochbaudepartements, wies auf die Qualität dieses Gebäudes hin.

Es sei ein Beispiel dafür, dass ein Projekt unter Spardruck nicht leiden müsse, sondern in verschiedener Hinsicht gewinnen könne.

«Der Bau setzt mit seinem markanten, bogenförmigen Dach Akzente.» Und in Anspielung auf die aussergewöhnliche Farbe meinte Odermatt weiter: «Schwamendingen ist grün. Jetzt ist es noch grüner.»

Moderne Infrastruktur für Bewegung und Sport
Für die Stadt Zürich sei die Eröffnung des Heerenschürlis ein wichtiger Schritt bei der Umsetzung der Sportstättenstrategie, so Gerold Lauber, Vorsteher des Schul- und Sportdepartements.

«Mit einer modernen Infrastruktur wollen wir der Bevölkerung und den Vereinen gute Rahmenbedingungen für Bewegung und Sport bieten.»

Dank dem hohen Anteil von Kunstrasenplätzen kann die Anlage zudem zwölf Monate im Jahr betrieben werden. «Der Ganzjahresbetrieb im Fußballbereich ist einNovum und gibt uns viel zusätzliche Sportzeit», wie Lauber ergänzte.

Sportanlage Heerenschürli: 50 Millionen Franken für Kälte und Häßlichkeit (Foto: Stadt ZH)

Die neue Sportanlage Heerenschürli umfasst auch ein Baseballfeld, welches für internationale Wettkämpfe zugelassen ist. Die fünf Zürcher Base- und Softball-Clubs erhalten damit ein optimales Trainingsgelände.

Neue Verbindungswege fürs Quartier
Grosse Sorgfalt wurde auf die Integration ins Quartier gelegt. Die Fuß- und Velowege, welche die Anlage queren, wurden großzügiger gestaltet und ergänzt. Motorisierter Verkehr bleibt aussen vor.

Eine Rollbrettanlage erweitert das Angebot für Jugendliche aus dem Quartier. 100 neu gepflanzte Alleebäume säumen die Wege und spenden Schatten.

Der zentrale Platz mit Baumgruppe macht die Anlage schliesslich auch zum Naherholungsraum und schafft Identität für Schwamendingen.

Markenzeichen dieses Teils der Sportanlage Heerenschürli ist eine 45 Meter lange Holzbank.

Sportanlage Heerenschürli: Die Hauptfeld-Tribüne (Foto: Stadt Zürich)

Die Stimmberechtigten der Stadt Zürich hatten das Projekt im November 2007 mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 75 Prozent gutgeheißen:

32,14 Millionen Franken für die Erneuerung der Spielfelder und 17,82 Millionen Franken für den Ersatz der Hochbauten. Dank der Realisierung in Etappen konnte der Fußballbetrieb während der gesamten Bauzeit aufrecht erhalten werden. Einzig die Baseballspieler waren ein halbes Jahr ausquartiert.

Vier Kunstprojekte
Im Heerenschürli hat auch die Kunst ihre Spielzeit. Insgesamt vier Projekte folgen einem Konzept, das Kunst als lebendiges Pendant zum Sport versteht.

Diese Beiträge sind aus einem Wettbewerb hervorgegangen, den die Fachstelle Kunst und Bau des Amtes für Hochbauten in die Wege geleitet und begleitet hat. Die Sieger heißen: Andres Boßhard, Maya Roos, Vincent Kohler und Martina Vogel.

Sportplatz Heerenschürli (Foto: Stadt Zürich)