Schweiz und Libanon vertiefen traditionell gute Beziehungen

Die Schweiz und Libanon wollen ihre traditionell engen Beziehungen weiter vertiefen.

Bundespräsident Alain Berset hat am Montag, 27. August 2018, in Beirut die Solidarität der Schweiz mit dem von der Syrienkrise stark betroffenen Land zum Ausdruck gebracht.

Mit dem libanesischen Staatspräsidenten Michel Aoun, mit Premierminister Saad Hariri und mit Parlamentspräsident Nabih Berri besprach der Bundespräsident, wie die Zusammenarbeit in Fragen der Migration und der humanitären Hilfe sowie in wirtschaftlicher Hinsicht verbessert werden könnte.

Während des Präsidialbesuchs wurde von Repräsentanten beider Länder ein Abkommen zur Visaliberalisierung bei Diplomatenpässen unterzeichnet.

Dieses Abkommen ist ein Resultat des Migrationsdialogs, der seit Frühling 2018 im Gange ist. Einen regelmässigen politischen Dialog gibt es bereits seit 2016.

Beide Seiten würdigten am Montag die traditionsreichen Beziehungen und die zahlreichen Parallelen zwischen den multikulturellen und multikonfessionellen Staaten.

Bundespräsident Berset betonte zugleich, daß der Schweiz die großen Herausforderungen bewusst seien, vor denen Libanon als Land mit der weltweit höchsten Flüchtlingsdichte stehe.

hDie Aufnahme von 1,3 Millionen Kriegsvertriebenen aus Syrien sei Ausdruck großer Solidarität der libanesischen Bevölkerung und der Behörden.

Die Schweiz unterstützt das Land in dieser Situation und setzt sich unter anderem im Rahmen einer regionalen Kooperationsstrategie für den Schutz und die Grundversorgung von Flüchtlingen und Bedürftigen in Libanon ein. Bundespräsident Berset erklärte, daß die Schweiz Libanon weiterhin unterstützen werde und die Zusammenarbeit in Fragen der Migration fortsetzen wolle. Die Bedingungen für eine sichere Rückkehr der Kriegsvertriebenen nach Syrien sind aus Sicht der Schweiz derzeit nicht gegeben.

Beide Seiten diskutierten zudem über Fortschritte und Herausforderungen in Menschenrechtsfragen und über den interreligiösen Dialog, wie er in der Schweiz und in Libanon geführt wird. Die Schweizer Delegation bot an, den Erfahrungsaustausch bei Fragen der Dezentralisierung und der Neutralitätspolitik künftig zu intensivieren.

Des Weiteren kamen die Wirtschaftsbeziehungen zur Sprache. Libanon ist der sechstwichtigste Handelspartner der Schweiz im Nahen und Mittleren Osten, das Handelsvolumen war in den vergangenen Jahren jedoch rückläufig. Die Schweizer Delegation betonte den hohen Wert der Rechtssicherheit für die Investitionsentscheide von Schweizer Unternehmen.

Zweiter Tag im Norden des Landes

Bundespräsident Berset traf in Beirut auch Repräsentanten der internationalen Gemeinschaft und der libanesischen Zivilgesellschaft, Kulturschaffende und Vertreter von in Libanon tätigen Schweizer Unternehmen. Zum Programm gehörte zudem die Niederlegung eines Blumengebindes auf dem Platz der Märtyrer, wo an die Opfer eines gewaltsam beendeten Aufstands der Nationalbewegung im Jahre 1916 erinnert wird.

Am Dienstag, 28. August, wird der Bundespräsident ein Zeltlager syrischer Flüchtlinge im Norden des Landes besuchen. Geplant ist ausserdem ein Treffen mit den wichtigsten religiösen Würdenträgern des Landes auf Einladung des maronitischen Patriarchen Béchara Pierre Kardinal Raï. Zum Abschluss der Reise steht in Bischarri, dem Hauptort des UNESCO-Weltkulturerbes Wadi Qadischa im Libanongebirge, ein Besuch im Museum zu Ehren des libanesischen Nationaldichters Khalil Gibran auf dem Programm.